Kreisverkehr oder Stillstand

Hier ist Raum für eigene Erfahrungen mit der Abraham-Lehre

Kreisverkehr oder Stillstand

Beitragvon Winterbraut » 12. Feb 2018, 14:56

Hallo Ihr Lieben

unter mir stehen jetzt die passenden Threads mit der Neuen Ausrichtung und dem Selbst verändern. Bei mir war die letzten 1 - 2 Jahre mehr als viel los, ich bin sehr krank gewesen, viele Menschen sind gestorben die ich kannte, viele meiner Jobs/Kunden habe ich im letzten Jahr über Bord geworfen weil es sich nicht mehr gut anfühlte. Aber dennoch dachte ich immer: Ich muss was bewirken, muss Coaching machen...in eine Ähnliche Richtung gehen oder die bisherige anknüpfen.. oder ähnliches.

Und jetzt war ich gestern bei einer Art Job-Casting, vor dem ich einerseits Angst hatte (öffentlich reden ist nicht so meins), andererseits fühlte ich mich gezogen oder getrieben das zu tun.

Es war nicht schön, ich habe es voll vergeigt. Ich war null überzeugend und hatte das Gefühl, ich spreche gar nicht für mich, ich war noll motiviert. ... aber ich bin jetzt überzeugt dass das, was ich wollte, nicht gut rüberkam weil ich es gar nicht wirklich will... ich dachte jahrelang ich muss mit Menschen arbeiten - und im letzten Jahr ganz besonders. Dachte ich muss jetzt die Welt verbessern und Menschen helfen, auch ihre Geschichten gut zu überstehen - zu lernen mutiger ihren eigenen Weg zu gehen.

Gestern war ich dort und musste mir eingestehen: Es ist mir ein bisschen egal was andere machen, ich glaube ich bin viel egoistischer und möchte im Grunde weder mit vielen Menschen arbeiten noch irgendwo öffentlich etwas sagen. Wenn ich ganz ehrlich zu mir bin war das früher immer ein Grund weil ich die Anerkennung wollte - weil ich dazu gehören wollte, gemocht werden wollte.

Weil ich wollte dass sich jemand bedankt wie toll ich das gemacht habe. Anerkennung und Zugehörigkeit. Ich versuche gerade damit Frieden zu schliessen dass ich 30 Jahre Berufen aus Bedürftigkeit hinterhergelaufen bin bei denen ich mich immer mulmig gefühlt habe, aber das immer gerechtfertigt habe.

Der Grund warum ich mich mit den ganzen Themen (Coaching und aber auch Quantenphysik, Abraham, Mediation etc) beschäftigt habe war im Grunde nur ich selbst.

Ich fühle mich völlig ausser Stande, zu sehen oder zu fühlen, zu was ich berufsmässig auf dieser Welt bin... diese Erkenntnis hat mich heute mit voller Breitseite erwischt. Jetzt muss ich allerdings bald wieder arbeiten, die Krankenkasse drängelt - ich probiere mich aber darein zu entspannen - weiss aber noch gar nicht wie ich mich der Situation umgehen soll. Abrahamisch natürlich erstmal mit leichteren Gedanken.... :102:

Kennt Ihr solche Situationen? Komplett bei Null zu stehen? Wie geht ihr damit um? :gvibes:

Einen schönen Montag für alle
Herzlich
Winterbraut
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Re: Kreisverkehr oder Stillstand

Beitragvon Sanaei » 12. Feb 2018, 19:12

hallo Winterbraut,

ja - ich... und wie.

Ich hab ja meinen Jahresrückblick geschrieben und erwähnt, dass ich ohne grosse Vorwarnung von heut auf morgen entlassen wurde und per sofort freigestellt wurde... und nach der ersten Wut und nach dem ersten Frust kann ich Dir heute ebenfalls bestätigen, dass ich im Moment keinerlei Ahnung habe, ich was ich beruflich machen soll.

Klar hab ich Ideen, klar sehe ich spannende ausgeschriebene Stellen. Aber es ist noch nicht das dabei, was ich wirklich möchte, was mich wirklich zieht und wo ich sagen kann: YEAH - thats it.

Ich stehe im Moment komplett bei Null, hab morgen Geburtstag und hab das Gefühl, ich hab ein komplett leeres Buch vor mir und darf nun wieder anfangen Seite um Seite zu füllen.


Wie ich damit umgehe? Mmhh - gute Frage, ich weiss es ehrlich gesagt gar nicht so richtig. Ich bin einfach. Ich lasse mich wirklich treiben, sehe mir verschiedenes an und fühle nach... zieht mich das? Reizt mich das? Ich frage mich das gar nicht - ehrlich gesagt. Gestern hab ich einer Kollegin erklärt, dass es sich anfühlt wie ein schöner farbiger Wirbel vor mir und je mehr ich mich zwinge, da mitzuwirbeln, desto mehr stösst es mich ab... :vortex:
Ich weiss aber, dass sobald die Zeit reif ist, es für mich wirklich wie eine Art Plattform geben wird und ich ganz einfach einsteigen und auch wieder mitwirbeln kann - halt so wie ich es möchte...

Dachte ich muss jetzt die Welt verbessern und Menschen helfen, auch ihre Geschichten gut zu überstehen - zu lernen mutiger ihren eigenen Weg zu gehen.

Gestern war ich dort und musste mir eingestehen: Es ist mir ein bisschen egal was andere machen, ich glaube ich bin viel egoistischer und möchte im Grunde weder mit vielen Menschen arbeiten noch irgendwo öffentlich etwas sagen. Wenn ich ganz ehrlich zu mir bin war das früher immer ein Grund weil ich die Anerkennung wollte - weil ich dazu gehören wollte, gemocht werden wollte.

Weil ich wollte dass sich jemand bedankt wie toll ich das gemacht habe. Anerkennung und Zugehörigkeit. Ich versuche gerade damit Frieden zu schliessen dass ich 30 Jahre Berufen aus Bedürftigkeit hinterhergelaufen bin bei denen ich mich immer mulmig gefühlt habe, aber das immer gerechtfertigt habe.

Der Grund warum ich mich mit den ganzen Themen (Coaching und aber auch Quantenphysik, Abraham, Mediation etc) beschäftigt habe war im Grunde nur ich selbst.


Aber klar nur Du, wer denn sonst? Und wieso Bedürftigkeit? Erstens hast Du sicher viel gelernt und Deine Brötchen damit verdient - also sicher nicht Bedürftig sondern neugierig...

Liebe Winterbraut, es hat dich doch nicht dümmer gemacht, Du hast viel mitgenommen, viel gelernt, viel gesehen - also war es doch für was gut...

Geniess die freie Zeit auch wenn andere drängeln... geniess jeden Moment und füll ihn mit was Du immer möchtest... herzliche Grüsse, Sanaei
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Re: Kreisverkehr oder Stillstand

Beitragvon Winterbraut » 12. Feb 2018, 19:43

:hug:

Das mit dem Wirbel trifft es genau und ich fühl das auch mit dem abstossen - oder sogar total-Überforderungsgefühle. Es ist mir zuviel.
Auch der Gedanke arbeiten zu müssen ist mir zuviel :tja:


Deinen Jahresrückblick habe ich irgendwie verpasst.

Na dann chillen wir mal ich hier und Du dort :gvibes:

Ich wünsche Dir einen hübschen Abend :loveshower:
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Re: Kreisverkehr oder Stillstand

Beitragvon Sanaei » 12. Feb 2018, 20:01

liebe Winterbraut, lass es Dir gutgehen - einfach gutgehen... chillen, geniessen, das machen, was grad ansteht in Deinem Herzen... ich wünsch Dir auch einen hübschen Abend und einen ganz tollen Tag morgen. Liebe Grüsse, Sanaei
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Re: Kreisverkehr oder Stillstand

Beitragvon Winner » 13. Feb 2018, 09:50

Liebe Winterbraut,

ich finde es ehrlich gesagt wirklich großartig, dass dir nun viel klarer ist, warum du diesen Wunsch nach Bestätigung hast/hattest. Mir geht es genau so, dank Abraham weiß ich, dass ich durch meine Erziehung immer sehr nach positivem Feedback im Außen geschmachtet habe. Immer musste ich - teilweise heute auch noch - meine Eltern zufrieden stellen. Und ich lerne, dass ich niemanden zufrieden stellen muss, außer mich - obwohl es natürlich nicht leicht ist zu wissen bzw. zu lernen, was meine Stimme ist und was die Stimme der Anderen...

Ich fange bald auch einen neuen Job an und muss sagen, dass ich vor einem Jahr wahrscheinlich nicht so glücklich damit gewesen wäre, da ich angenommen habe ein anderes Leben zu leben - ich habe mir mein Leben nicht unbedingt leichter, aber irgendwie doch schöner vorgestellt (ich meine vor allem den beruflichen und geldlichen Aspekt). Um es auf den Punkt zu bringen: Ich hätte gedacht, dass ich nach fast 10 Jahren des Studiums der Abrahamlehre endlich mal konstant bewusst meine Realität gestalten würde, tue ich aber nicht...

Ich merke, dass ich noch etwas weit vom Leben bin, was ich gerne haben möchte und ich denke mir "So What?". Vielleicht gehöre ich ja "noch" zu den Menschen, die arbeiten, um einfach nur Geld zu verdienen und eben nicht die ultimative Erfüllung dabei spüren? Vielleicht gehöre ich noch zu den Menschen, die arbeiten, um noch mehr Kontrast zu erleben, um dann zu wissen, was sie wirklich wollen? Vielleicht gehöre ich zu den Menschen, die arbeiten, um dort genau das zu finden, was sie auf ihrem weiteren Weg brauche?! Vielleicht gehöre ich den Menschen, die einer Arbeit nachgehen, die sie nicht erfüllt, aber dafür ein Privatleben haben, das wunderschön ist? Vielleicht gehöre ich zu den Menschen, die arbeiten, weil ich es einfach der einfachste Weg ist, um an Geld zu kommen, mit dem sie andere tolle Dinge tun können?
Ich möchte auf jeden Fall das Beste daraus machen und bin wirklich froh arbeiten gehen zu können und zu dürfen. Ich sehe diesen Job als etwas sehr Großartiges an, als den wahren Jackpot - ob er es sein wird, weiß ich nicht, aber ich übe mich in Vorfreude, Dankbarkeit und Glückseligkeit :gvibes:

All is well - ich ziehe an, was ich bin und Tag für Tag fühle ich mich besser mit dem was ist. Ich vertraue und bleibe ruhig, denn mein Vortex ist sowas von voll - zu wissen, was man will oder eben nicht will, zu wissen, was man braucht oder eben nicht braucht... diese Erkenntnis tut mir persönlich sehr, sehr gut. Und ich finde, du kannst sehr stolz auf dich sein, da du durch diese Erfahrung nun besser weißt, was du willst und was nicht :loveshower:

In Liebe
Winner :lieb:
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Re: Kreisverkehr oder Stillstand

Beitragvon katgirl » 13. Feb 2018, 12:03

Manchmal schickt uns das IB direkt durch den Kontrast durch, weil das der schnellste Weg ist, um klarer zu sehen.
Dinge rücken sich gerade im Großen gerade, wie auch in mir. :shock: LG
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Re: Kreisverkehr oder Stillstand

Beitragvon shaoli » 22. Feb 2018, 18:39

Hallo liebe Winterbraut,

ich bin unsicher, ob es dir nützt, aber ich schreibe einfach mal drauflos :ros: .

Letztes Jahr habe ich mit einem verhassten Nebenjob eine Selbstständigkeit auffangen wollen, die mir auch keine Freude mehr machte und sah mich schon bis zur Rente nicht nur beruflich am Ende rumkratzen. Dann schnappte ich die Frage " Was würden Sie tun, wenn sie keine Angst hätten ? " auf und das wusste ich sofort. Die Ausbildung machen, die ich immer machen wollte. Wobei ich nie gesagt hätte, dass ich Angst habe, sondern - berechtigte - Zweifel und Bedenken, aber jedenfalls habe ich in dem Moment geblickt, dass ich es mir längst nicht nur diesbezüglich viel zu schwer und alles total unnötig kompliziert mache, anstatt einfach mal zu machen. Und ich kann immer noch nicht beschreiben, wie froh ich bin, alle wenns und abers beiseite geschoben und endlich darauf vertraut zu haben, dass die Liebe zum Beruf reicht, um es wenigstens zu versuchen. Wieviel mehr als meine bewussten wenns und abers in mir steckten, habe ich erst gemerkt, als ich meine Bewerbung abgeschickt habe - verrückt, was im Laufe der Zeit so grundsätzlich und normal und so sehr ein Teil von mir geworden ist, dass es weder in meinen Gedanken hör - noch fühlbar war.

Winterbraut hat geschrieben:Ich fühle mich völlig ausser Stande, zu sehen oder zu fühlen, zu was ich berufsmässig auf dieser Welt bin...


Aber irgendwas gibts doch bestimmt, was du tun würdest, wenn du keine Angst hättest oder dir etwas sagen würde: "Aber das geht doch nicht " . Weil andere Menschen dann vielleicht etwas von dir denken würden, wovon du nicht willst, dass die es denken oder du selber denkst, dass man das nicht machen kann oder darf ? Vielleicht möchtest du dich noch ein bisschen ausruhen oder dich einem anderen Lebensbereicht widmen und hast Angst, dass andere das nicht gut finden würden oder Im Hinterkopf, dass es nur richtig ist, für seinen Lebensunterhalt zu arbeiten, dass man nicht faul sein darf ... ?

Seitdem ich mich, so oft ich daran denke frage, was ich machen oder lassen würde, wenn ich keine Angst hätte, ist mein Leben anstrengend geworden, denn es zu wissen heißt bei mir längst nicht, dass ich sie sofort loslassen und einfach machen kann. Dass ich beruflich auf dem Weg der Liebe und Freude angekommen, gibt mir natürlich einen riesigen ( Gefühls ) Schub. Hier und da merke ich auch an anderer Stelle schon, dass alles ein bisschen besser fließt als vorher und vor allem habe ich ziemlich klare Ziele und nicht mehr so oft das Gefühl, orientierungslos zu sein. Und mit jeder unangenehmen, angstbesetzten Situation, die ich meistere, habe ich auch das Gefühl, auf dem Weg, der mir wirklich entspricht, fester Fuß gefasst zu haben. Das kann auch einfach nur sein, einer Freundin abzusagen, weil ich nur noch ins Bett will. Ein paar Wochen habe ich sogar viele freie Tage überwiegend im Bett verbracht, weil
mich bestimmte Gedanken und Gefühle so aufgewühlt haben, dass ich mich auf nichts anderes konzentrieren konnte. Ich dachte schon, dass ich eine Depression habe, rückblickend denke ich aber, dass ich eine riskiert hätte, hätte ich mich nicht ausgeklinkt.

Ich könnte mir vorstellen, dass eine Erkrankung, der physische Tod vieler Menschen aus deinem Umfeld und alles andere dich halt auch verändert haben. Wenn du das Gefühl hast, noch Zeit und Ruhe zu brauchen, um es zu verarbeiten und zu dir zu finden oder dich sogar gelähmt und blockiert fühlst, ist jetzt wahrscheinlich einfach gar nicht die Zeit, um nach Außen aktiv, sondern erst einmal innerlich wieder freier und leichter zu werden und die solltest du dir dann auch schaffen :hug: .

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Re: Kreisverkehr oder Stillstand

Beitragvon gib_mir_fünf » 25. Feb 2018, 11:57

Hallo Winterbraut,

ich kenne total das Gefühl, welches du ausführlich beschreibst.
Unter Druck zu stehen, keine Perspektive zu haben; wenn alle die angelernten Techniken der Kommunikation und Selbstkontrolle nicht - oder nicht mehr - greifen wollen. Womöglich sich dann noch das ein oder andere Schuldgefühl dazugesellt nach dem Motto: "Eigentlich solltest du es ja inzwischen wissen - oder die Situation drehen können. Schließlich bist du ja schon soooo lange auf deinem Weg unterwegs..."

Eigentlich könnte ich mich gerade ebenso auf ein Kellergefühl niederlassen. Anlassgründe gebe es da schon. Letzte Woche habe ich eine Diagnose auf einen Riss im Meniskus erhalten, ich habe Schmerzen in dem betroffenen Bein, auch wenn ich mich nicht bewege. Vor einer Stunde bekam ich von meiner Mutter bei einem Telefonat zwar gute Besserungswünsche, jedoch auch einen Schuss Besserwisserei nach dem Motto: "Dein regelmässiges Joggen ist da nicht gut, ich solle nicht soviel auf Asphalt laufen (was ich gar nicht mache) und auf ein gutes Schuhwerk achten. (Was ich sowie so mache.) Nun, das Telefonat war nicht lange und ich kann da inzwischen gut raus gehen, ohne mich auf diese Ebene hinunter ziehen zu lassen.

Dann weiter: Meine kleine freiberufliche Selbständigkeit kommt zwar voran, doch die Aussicht auf Erfolg steht noch in den Sternen. Vorab stehen Investitionen, die Geld kosten (Welches ich eigentlich nicht habe.)

Als Fazit ist das natürlich traurig. Und mir sind diese Woche schon ein paar Mal leicht die Tränen auf die Wange gekullert. Ob das jetzt abrahamscher Kontrast ist; ich stelle mir da nicht zu viel Fragen. Denn es ist, wie es ist. Wenn ich die Trauer, auch gerade den Ärger über das bescheuerte Verhalten meiner Mutter, zulasse, dann tun sich mir kleine Türchen auf. Ich kann schon ein bisschen etwas durch den Spalt erkennen. Ich sehe da nämlich mich als einen Menschen, der schon mit ähnlichen - oder größeren Herausforderungen umgegangen ist. Und dann schließen sich da, ganz im 17-Sekunden-Takt, andere blühende Hoffnungsprossen an.

Ich weiss nicht wie das bei anderen Menschen geht, bei mir geht das alles nur über das Gefühl. Wenn ich das vernachlässige, dann verhake ich mich. Doch in das echte Grundgefühl oder in das Selbstmitleid / Anklage zu gehen, sind bisweilen jedoch zwei grundverschiedene Dinge.
Beim Selbstmitleid und der Anklage grüble ich nach und komme in Denkspiralen und Glaubensmuster, welche mich eher nach unten ziehen und schädigen. Das sind dann eher Besuche in Kinderzimmern aus Vortagen. Wo ich mich nicht selten ohnmächtig gefühlt habe, eher verängstigt war, kraftlos.

Das war damals so. Heute ist das anders. Ich halte nicht nur äußerlich Abstand zu Menschen und Situationen die mir nicht gut tun. Ich glaube viel mehr an mich, als ich es je getan habe. Umgebe mich mit stärkenden Begegnungen.
Ob das viel ist? Ich denke schon. Mir hilft das gerade eine ganze Menge.

Herzliche Grüße,
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Re: Kreisverkehr oder Stillstand

Beitragvon Kirasunny » 25. Feb 2018, 12:25

Hallo gib mir fünf,

was verstehst Du denn unter echtem Grundgefühl?

Ist beispielsweise Selbstmitleid nicht auch "echt"?

Grüße
Kirasunny
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Re: Kreisverkehr oder Stillstand

Beitragvon gib_mir_fünf » 25. Feb 2018, 14:29

Hallo Kirasunny,

gute Frage.

Ich gehe als Basis von den Grundgefühlen: Schmerz, Trauer, Angst, Freude, Wut (Scham), wie sie von verschiedenen Psychologen in dieser oder ähnlicher Zusammenstellung benannt. sind. "Selbstmitleid" würde ich da eher als sekundäres Gefühl einstufen. Auch ein Selbstmitleid ist in der Situation für die betreffende Person ein echtes Gefühl, weil die Person voll darin involviert ist. So könnte man es besser ausdrücken.... aber eben ein Gefühl, welches auch nicht so leicht zu identifizieren ist. Bsp. Wenn ein Mensch sich freut :danke: dann ist das oft durch einen äusseren Ausdruck erkennbar. (Mimik, Gestik...). Selbstmitleid ist da schon schwieriger erkennbar.

Grüße
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Re: Kreisverkehr oder Stillstand

Beitragvon lawofattraction » 26. Feb 2018, 10:29

Kirasunny hat geschrieben:was verstehst Du denn unter echtem Grundgefühl?


Ein "echtes Grundgefühl" ist etwas, was wir als "Bewegung" im Inneren wahrnehmen. Über unsere Sinnesorgane tritt etwas als Impuls und Empfindung in unser Bewusstsein, das Empfinden bringt körperliche Symptome hervor, die ihrerseits wieder Emotionen verursachen. Ein Gefühl erlebt keine Bewertung, es taucht auf und ist vorhanden. Es wird einfach festgestellt, da ist etwas, ohne ein Urteil darüber zu fällen, ob das gut oder schlecht, angenehm oder unangenehm ist.

In dem Moment, wo eine gedankliche Reaktion auf ein Gefühl entsteht, wird es zu einem nach aussen gerichteten Gefühl, das eine Bewertung erfährt. Wobei eine solche Bewertung natürlich oft ganz unbewusst ist. Die Bewertung ist aber nicht in sich selbst begründet, sondern geschieht als Reaktion aufgrund unserer Konditionierungen, Erfahrungen, Glaubenssätze und Überzeugungen.

Als Beispiel: Du rutschst auf dem Eis aus, fällst auf den Rücken und liegst da wie ein hilfloser Maikäfer. Gefühl: Schmerz. Jetzt gehst Du in die Bewertung der Situation "hoffentlich hat das niemand gesehen, das ist doch peinlich" - Resultat der Bewertung: Scham. Scham ist also kein Grundgefühl, sondern das Ergebnis der gedanklichen Bewertung einer Begebenheit aufgrund Deiner Konditionierungen.

So kannst Du eigentlich alle Gefühle/Emotionen daraufhin kontrollieren, ob sie spontane echte Gefühle sind oder entstanden sind dadurch, dass Du sie aufgrund Deiner GS etc. bewertet hast.

Kirasunny hat geschrieben:Ist beispielsweise Selbstmitleid nicht auch "echt"?


Selbstmitleid ist also nicht echt. Da ist ein Schmerz, den man erfährt und durch eine Bewertung zu relativieren oder mindern versucht.



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Re: Kreisverkehr oder Stillstand

Beitragvon Winterbraut » 7. Mär 2018, 14:06

Hallo Ihr Lieben,

momentan hab ich das Gefühl die Zeit rast wie ein D-Zug an mir vorbei.

shaoli hat geschrieben:Aber irgendwas gibts doch bestimmt, was du tun würdest, wenn du keine Angst hättest oder dir etwas sagen würde: "Aber das geht doch nicht " . Weil andere Menschen dann vielleicht etwas von dir denken würden, wovon du nicht willst, dass die es denken oder du selber denkst, dass man das nicht machen kann oder darf ? Vielleicht möchtest du dich noch ein bisschen ausruhen oder dich einem anderen Lebensbereicht widmen und hast Angst, dass andere das nicht gut finden würden oder Im Hinterkopf, dass es nur richtig ist, für seinen Lebensunterhalt zu arbeiten, dass man nicht faul sein darf ... ?


Liebe Shaoli, genau das weis sich momentan nicht. Ich fühle es einfach nicht. Ich bin so unter Druck - ich merke es an Kopfschmerzen, an Verspannungen, das Vergehen der Zeit ohne dass ich etwas schaffe, daran dass meine Projekte nicht besonders von Erfolg gekrönt sind. Ich fühle einfach nicht das dahinter.

Es ist wie ein verwickeltes Wollknäuel und die Unterscheidung ob Angst, oder einfach "nicht mein Ding", nicht mein Job, ... ich muss das wohl einfach Schritt für Schritt lernen, was ist meins uns was nicht. Solange ich nicht ausprobiere geht irgendwie nichts. Und natürlich die Angst ist auch da, meist die Angst es nicht zu können. Und wenn der Gedanke schon da ist.. .dann ist es auch eine Unfähigkeit die entsteht. Am Schreibtisch und nur wirres Zeug wird niedergeschrieben.

Ich beginne gerade nochmal ein feinstes Aussieben meiner Gedanken und das Sieb ist sehr feinmaschig, da wollen immer noch alte Suggestionen mit durchrutschen. Ich komme mir vor wie ein Kleinkind dass einfach nicht seine Kuscheldecke abgeben will.

Und Zeit haben können - das erlaube ich mir gerade mit aller Macht, die ich habe, ganz ausdrücklich, denn wenn ich eines weiss, dann dass ich eine gewisse Leere brauche, um mich da neu zu finden.

Und das ist etwas was ich auch zum ersten Mal im leben bewusst, ganz bewusst mache:
gib_mir_fünf hat geschrieben:Das war damals so. Heute ist das anders. Ich halte nicht nur äußerlich Abstand zu Menschen und Situationen die mir nicht gut tun. Ich glaube viel mehr an mich, als ich es je getan habe. Umgebe mich mit stärkenden Begegnungen.
Ob das viel ist? Ich denke schon. Mir hilft das gerade eine ganze Menge.


Das ist sehr viel liebe(r) Gib-mit-fünf - da merke ich dann doch Freude oder konkretes Unbehagen - wer mir gut tut und wer mich runterzieht. Ich kann viel viel besser alleine sein als vor noch recht kurzer Zeit.

Und ich hangel mich an Suggestionen entlang, die mir gut tun, die meine "eigenen automatisieren" Gedanken stoppen.

:gvibes:

habt alle eine schönen Tag :loveshower:
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Re: Kreisverkehr oder Stillstand

Beitragvon gib_mir_fünf » 7. Mär 2018, 18:46

Liebe Winterbraut,

das mit dem "verwickelten Wollknäuel" ist eine Metapher, welche ganz gut die von dir geschilderte Situation beschreiben könnte. Sonst hättest du das Bild nicht gewählt.

Und es spielt mir den Ball zu, hier ein wenig in meinen Verwicklungserinnerungen zu kruschteln. Und da fällt mir sofort ein, dass ich mit Faden- bzw. Schnurknäuel (mit Wolle habe ich nichts zu tun... :pfeif: ) am ehesten Probleme habe, wenn ich beim Entwirren mit einem gewissen Zeitdruck vorgehe.

Dagegen wenn ich zuvorderst meine innere Schwingung angehoben habe, ist das überhaupt kein Problem. Dann kommt eins nach dem anderen und ich produziere nicht ein schlimmeres Chaos als zuvor. So kürzlich als ich beim Sockenflicken (ich mache das noch ab und zu, obwohl das irgendwie "out" scheint), als ich einen Fadenknäuel zu entwirren hatte. Ich war selber verblufft, wie leicht das ging.

So hilft Abraham auch beim Sockenflicken.

Mit lieben Gruß in alle Abendwohnzimmer,
gib-mir-fünf
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