Für Poesie und Poeten

Dies und Jenes

Für Poesie und Poeten

Beitragvon Salome » 26. Jun 2011, 15:57

Ihr Lieben, :uns:

ich werde immer mutiger und traue mich jetzt meine Gedanken in Versform mit Euch zu teilen - mit-zu-teilen.

Ich schreib so gern Reime,
wenn´s Herz mir fließt über.
Seit ich wandle auf Abrahams Spur,
genieß ich des Lebens frohe Natur.
Der Worte glockenheller Klang,
durchdringt mich wie ein Lobgesang.


Der Vögel Lobgesang

Lieblich aus der Bäume Wipfel
munter Lied um Lied erschallt.
Eines Hier und eines Dort
setzt sich fort von Ort zu Ort.
Und der Lebensfreude Lobgesang
hat gar einen wundersamen Klang.

Sollt mich mal ein Kummer plagen
höre ich mich selbst dann sagen,
schweig still mein Herz und lausche,
lausch der Vögel Lobgesang.
Mit dem wundersamen Klang
flieht der Kummer eins, zwei, drei
und ich fühl mich wieder frei.

Salome :herzen:
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Re: Für Poesie und Poeten

Beitragvon Salome » 26. Jun 2011, 18:26

Mit heutigem Wissen bekommt dieses, mich seit jungen Jahren begleitende, Lied noch eine zusätzliche Note.
Eingeübte und eingefahrene Gedankenwege zu verlassen und mich an Neues zu wagen, doch nicht mehr in der Still und schon gar nicht wie es sich schicket.
Die jubilierende, frohlockende Melodie des Refrain > Die Gedanken sind frei < geht mir seit Tagen immer wieder durch den Sinn.

Die Gedanken sind frei

Die Gedanken sind frei,
wer kann sie erraten?
Sie fliegen vorbei
wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wissen,
kein Jäger erschießen
mit Pulver und Blei.
Die Gedanken sind frei!

Ich denke, was ich will
und was mich beglücket,
doch alles in der Still',
und wie es sich schicket.
Mein Wunsch und Begehren
kann niemand verwehren,
es bleibet dabei:
Die Gedanken sind frei!

Und sperrt man mich ein
im finsteren Kerker,
ich spotte der Pein
und menschlicher Werke;
denn meine Gedanken
zerreißen die Schranken
und Mauern entzwei:
Die Gedanken sind frei!

Drum will ich auf immer
den Sorgen entsagen,
und will mich auch nimmer
mit Grillen mehr plagen.
Man kann ja im Herzen
stets lachen und scherzen
und denken dabei:
Die Gedanken sind frei!


Volkslied, ca. 1790
bearbeitet von
Hoffmann von Fallersleben, 1842

In diesem Sinne wünsche ich uns allen immer häufiger befreiende und beglückende Gedanken
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Re: Für Poesie und Poeten

Beitragvon loveandstardust » 26. Jun 2011, 19:01

wow salome ...

schön dass du so einen thread eröffnet hast ... :danke:


die gedanken sind frei waren sowas wie die HYMNE meiner jugendzeit ... :danke: wie schön sich zu er-inner-n :loveshower:

ich schreibe manchmal HAIKU s ... sie gelten als die kürzeste gedichtform der welt... kommt aus japan ...im deutschen werden Haiku in der regel dreizeilig geschrieben... mit der Vorgabe von 5-7-5 Silben...unverzichtbarer bestandteil von Haiku sind konkretheit und der bezug auf die GEGENWART und die natur ... als wesensmerkmal gelten auch die nicht abgeschlossenen, offenen texte, die sich erst im erleben des lesers vervollständigen... im text wird nicht alles gesagt ... gefühle werden nur selten benannt... sie "sollen" sich erst durch die aufgeführten konkreten dinge und den zusammenhang erschließen....

das kommt mir alles sehr entgegen ... wie eine versprachlichte momentaufnahme ... jetzt und jetzt und jetzt ...

3 kostproben :


frisches warmes brot

schmelzende butter - im mund

der EINE geschmack


...

ein rundes fenster

zeigt einen runden himmel

draussen ist nur raum

...


tiefes einatmen

raumgebend wölbt sich der bauch

gott kommt auf besuch

....


alles liebe

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Re: Für Poesie und Poeten

Beitragvon Salome » 27. Jun 2011, 08:57

Liebe Loveandstardust,

:ros: :danke: :ros:

Als „Hymne“ der Jugendzeit, ich hab es in der Schule gelernt – 5. / 6. Klasse.
Was machen schon drei Jährchen aus :teuflischgut:


Haiku - ich lerne dazu


welch ein Duft – ne Pfütze auf der Zunge - köstlich


Funkstille


schlicht – alles gesagt - anbetungswürdig


liebe Grüße
Salome :lieb:
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Re: Für Poesie und Poeten

Beitragvon Salome » 27. Jun 2011, 16:24

gelesen, gestaunt, bewegt, aufgewühlt, ergriffen, beeindruckt

von Freude erfüllt, mitgerissen

staunend schauend unendliche Weite wunderbarer Wortbilder

Leichtigkeit schauend – Freiheit gekostet – Liebe empfangen

Einzigartig – aber nicht „artig“

mutig erklimmend der Worte Spiel

nicht denkend – fühlende Offenheit – Verletzlichkeit

zauberhafte Bilder – Welt – zauberhafte Welt

zutiefst bewegt – bewegte Tiefe

den Untergrund lockend ans Licht

Lichtgestalt aus Träumen geboren


Wer bist du, die das schreibt?

verborgene Seele vom Zwang befreit

frei fließende Gedanken bar jeder Kontrolle

fern der Rolle in Ordnung gepresst - Schubladen – Stempel - Ablagen

Leichtigkeit in der Worte Spiel

Vergnügen pur – Freiheit die ich meine

Freiheit du bist mein

fließender Worte überschäumender Fluss

Fluss des Lebens trägt mich fort – fort in unendliche Weite

Weite die nie geschaut – nie getraut

ich hab dich erkannt - nehm mich bei der Hand

fort in ein unbekanntes Land

ein Land so schön und weit - von sanften Flügeln umgeben

auf Wolken schwebend – von Liebe getragen - in Vertrauen gebettet

vor Freude tanzender munterer Reigen – Seelenfreunde

Leichtigkeit - der Worte glockenheller Klang

in lichtdurchflutete Räume – meiner Gedanken Raum

kein ferner Traum – JETZT kann ich dich schau´n

Salome
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Re: Für Poesie und Poeten

Beitragvon loveandstardust » 27. Jun 2011, 17:54

... und wieder 3 haikus


geöffnetes buch

gedankenloses blättern

klar ruhender geist

.....


fliegen im zimmer

ausgelassenes tanzen

nur in der mitte

......

glänzende tropfen

feuchter sich öffnender kelch

bebende flügel

...
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Re: Für Poesie und Poeten

Beitragvon Phoenix » 28. Jun 2011, 09:03

:danke:

Sommermorgenblau
Bienen summen - Kirschenduft
Butterblumengelb
Leap - and the net will appear!
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Re: Für Poesie und Poeten

Beitragvon loveandstardust » 28. Jun 2011, 10:02

:danke: liebe phönix :ros:

hast eine erstaunliche sowohl-als-auch-erfahrung in mir möglich gemacht ...

was in 17 silben alles rüberkommen kann !

ich kann ihn fühlen, schmecken, riechen ,spüren ... den sommer von früher in österreich ....

und das obwohl ich hier- mitten im atlantik - von ganz anderen sinneseindrücken umgeben bin ...

z.b

unaufhaltsam

dem fels entgegenwogen

hart und weich wird eins


...


kühler wind vom meer

frierende salznasse haut

stacheln aus kristall


....



das meer weit entfernt

die wasserfälle ganz nah

in der mitte - ich



alles liebe

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Re: Für Poesie und Poeten

Beitragvon Phoenix » 28. Jun 2011, 17:36

Freut mich liebe Sternenstaub, dass mein Wortbild eine Erinnerung aus dir rausgefühlt hat -
ich geniesse deine Meer-Bilder :ros:
Einen schönen meerumspülten Sommerabend wünsche ich ~~~~~
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Re: Für Poesie und Poeten

Beitragvon katgirl » 29. Jun 2011, 19:26

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Re: Für Poesie und Poeten

Beitragvon Gio » 2. Jul 2011, 19:24

Tief im Selbst ist die Kraft.
Absichtslos fließt sie,
gewollt versiegt sie,
Gedanken vertreibt sie,
Sehnsucht verheißt sie.
Ich will nirgendwo hin, ich bewege mich nur gern.
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Re: Für Poesie und Poeten

Beitragvon loveandstardust » 2. Jul 2011, 21:20

:danke: gio :kniefall: :ros:
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Re: Für Poesie und Poeten

Beitragvon loveandstardust » 2. Jul 2011, 21:29

heben und senken

tiefe geheilte wunde

der abnabelung

....

gleissende sonne

mit geschlossenen augen

kann ich dich schauen


haiku auf wienerisch ?? alles is möglich ...


es is wi es is

schau ma moi - dan segn ma scho

fix is : nix is fix



:tja:
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Re: Für Poesie und Poeten

Beitragvon loveandstardust » 3. Jul 2011, 13:40

„das fischernetz ist da um fische zu fangen …
wir wollen die fische behalten und das netz vergessen …

die schlinge ist da um das kaninchen zu fangen …
wir wollen das kaninchen behalten und die schlinge vergessen …

worte sind da um einen sinn zu vermitteln …
wir wollen den sinn behalten und die worte vergessen … „


chuang tsu


in diesem sinn vergesst diese meine aus der stille geborenen worte … … oder eben nicht …


„ es gibt nur DAS

das EINE das alles ist was ist

ich überlasse mich total und vertrauensvoll der bewussten einheit mit dem EINEN

ich bin das EINE

ich erfahre und gestalte mein leben im einklang mit dem EINEN

es gibt nur einen geist

ich bin dieser eine geist

ich bin unendliches ewiges bewusstSEIN

ich .. die ich das schreibe … bin DAS

ich bin DAS in mir das ist .. lebt und liebt ………


amen “





Christa … die diese worte immer wieder mal vergisst …

… doch die „frohe botschaft“ IST …. mEINS …
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Re: Für Poesie und Poeten

Beitragvon Gio » 3. Jul 2011, 15:41

Inside’s insight in sight,
...outside’s out to lunch.

Im Vortex steht Einsicht in Aussicht,
...draußen regnets.


New Oxford Dictionary of English:
out to lunch - (informal) temporarily not in command of one's mental facilities
Ich will nirgendwo hin, ich bewege mich nur gern.
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Re: Für Poesie und Poeten

Beitragvon loveandstardust » 3. Jul 2011, 17:21

wolkengerippe

zwischen himmel und erde

lautlose auflösung


...


scheiben frisch geputzt

glasklare sicht in die welt

nahende wolken


...


europafahnen

buntes fröhliches flattern

ohne berührung
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Re: Für Poesie und Poeten

Beitragvon Alice » 14. Aug 2011, 12:52

eber Gott


ich sehe dich in jedem Menschen
in den Gesichtern spielender Kinder
auch in traurigen und müden Arbeitern
in gequälten Blicken von Verzweifelten, die nach dir rufen

ich treffe dich in der Stille
aber auch mitten im Leben
auf der Strasse, an der Ampel oder im Busli

und ich weiβ mich geliebt
unendlich geliebt

ich rede mit dir im Lärm von klappernden Töpfen in der Küche
in der Warteschlange im Supermarkt an der Kasse, höre ich deine Worte

ich sitze oft am Ufer des Ozeans und lausche
dem Rauschen der Wellen
und du sagst mir
dass wir auf einer Reise sind
von der Ewigkeit zur Ewigkeit




LG Ali :danke:
Alice
 

Re: Für Poesie und Poeten

Beitragvon Alice » 15. Aug 2011, 12:33

Wiederholen wir pausenlos die Rollen und Masken und Spiele
endlos in der Zeit und im Raum?
Entstehen die Universen und vergehen nur darum?
Verglühen Sterne, die einmal so hell waren wie tausend Sonnen
dreht sich das Kalachakra, das ewige Rad der Zeit
im unendlichen Tanz des Sansara
solange bis wir dieses Spiel beherrschen?
und du lachst über die mannigfaltigen Ideen, aus denen noch mehr Ideen
und erneut Ideen hervorgehen
und du lachst darüber
Ist wirklich alles ohne Ende und ohne Ziel, im groβen Atem der Zeit?
Und doch in einer solch unglaublich kosmischen Harmonie
wie nur du es vermagst, oh Vater!

Baust du mit uns Menschenkindern zusammen die Sandburgen?
die wir voller Hingabe erschaffen und lachend erneut zerstören?

oder machst du dir Sorgen, oh mein Vater im Himmel und auf Erden
dass eine Welle kommt und unsere stolzen Türme im Sand zerstört?

und da lache ich mit dir, oh Vater
und wir lachen
und lachen
lachen
Alice
 

Re: Für Poesie und Poeten

Beitragvon Alice » 25. Aug 2011, 21:25

Ich denke an den groβen Strom der Zeit und an die vielen Menschen,
die dich anrufen seitdem es die Zeit gibt und der Raum besteht

Meine Gedanken kehren weit in die Jahrtausende zurück
in jene Tage der Karawanen als der kostbare Weihrauch vom Yemen und vom Oman,
nach Palästina gebracht wurden
Weihrauch der seit ewigen Zeiten dir zur Ehren von den Priestern verbrannt wird
der hinaufsteigt zusammen mit den Gebeten, den heiligen Gesängen und Psalmen

Dass wir auch Schöpfer sind, ist ein Quantensprung in unserer Evolution des Bewusstseins Unsere Gedanken sind Gebete und sie steigen wie Weihrauch zum Himmel empor
Endlich können wir uns unsere Welt bewusst erschaffen, als Ausdruck des göttlichen Willens
in völliger Reinheit kommen unsere Wünsche zum Ausdruck, sich selbst zu erkennen.
Du hast uns ermächtigt Verantwortung zu übernehmen und in deinem Willen zu handeln
Wir Menschen sind jetzt zu jenen heiligen Priestern von damals geworden
Unsere Gedanken sind Kräfte, das lebendige Wort
ich höre es aus meinem Herzen hervorquellen
das Wort dass alles erschuf
seit Urbeginn war das Wort
schon vor uns war das Wort
vor den Zeiten der Zeiten war das Wort und wird immer sein!

So mag der neue Tag beginnen
er ist ein Augenblick im Strom der Zeit
aber für mich ist er nicht klein
so wie du auch letztendlich nicht klein bist, lieber Gott
so ist ein Tag in meinem Leben groβ und voller Bedeutsamkeiten
angefüllt mit deinen Gaben und dem Gesang der Vögel
die sich um nichts sorgen, so wie auch ich es tue
denn ich weiβ es: „Der Herr ist mein Hirte!“


aus: Lieber Gott 2008
Alice
 

Re: Für Poesie und Poeten

Beitragvon Alice » 31. Aug 2011, 20:59

Benjamin der Esel sprachzu seinem Freund Esau dem Ochsen:

„Esau, ich habe heute Nacht mit Jesus Christus im Traum gesprochen“, rief er ihm vielsagend zu. „Ich habe groβes Vertrauen in alles und mich selbst!“
„Über was habt ihr gesprochen?“
„Wir sprachen über die Geheimnisse des Universums, die Evolution, auch über die Tiere und die Zukunft der Menschheit!“
„Und? Erzähl bitte, lieber Benjamin.“
„Was soll ich erzählen?“
„Die Geheimnisse…“
„Hm…Leider habe ich alles vergessen, darum sind und bleiben es ja auch Geheimnisse“, grinste er Esau an. „Sobald ich an unser Gespräch heute Nacht denke, fühle ich eine groβeWärme in meinem Herzen und so ein unsagbares Glücksgefühl. So als wüsste ich, dass ich nie allein bin.“


aus: "Der Esel Benjamin" 2010
Alice
 

Re: Für Poesie und Poeten

Beitragvon Alice » 3. Sep 2011, 13:39

Es ist das Erahnen meiner Grenzenlosigkeit
und so beuge ich vor nichts mein Haupt
nur vor dir, mein Herr
nicht immer bin ich mir bewusst
dass ich Flügel besitze und nicht durch alle Türen des Kleingeistes hindurchgelange
dass ich frei atmen soll und ohne Angst, die Wände zu sprengen
es ist kein Hochmut, das weiβt du, oh mein Gott, es ist nur Freude
denn ein Teil von mir ist grenzenlos und wohnt im Himmel
morgens nach der Stille der Nacht - kehre ich von dort zurück
höre leise Lieder in mir nachklingen
lausche noch den zarten Melodien meiner Träume
und trage in meinem Herzen den Tanz von Milliarden Sternen


ich erinnere mich dankbar für die Speise meiner Seele
wie könnte ich ohne deine Speise die Kraft für den Tag in mir tragen?
wie könnte ich sonst so Groβes in mir empfinden?
nur weil ich mich erinnern kann
kehre ich freudig zurück und begrüβe den neuen Tag
weil ich mich erinnern kann
vermag ich selbst die Lieder zu singen
und umarme den Tag und das Leben
genauso zärtlich wie ich von deiner Nacht umfangen wurde


meine Sehnsucht, oh Herr
sie ist deine Sehnsucht und dein Wille
dass ich deine Nächte in meine Tage verwandle
dass meine Tage strahlen
nur das ist meine Sehnsucht

Paare von Licht und Schatten
Schatten die verblassen und Licht werden
Licht das zum Schatten eines neuen Lichtes wird

Freiheit die wiederum zur Fessel einer gröβeren Freiheit wird
und ich beginne die Hieroglyphen überall zu lesen und vertraue
durch deine Liebe in mir, die sich in Weisheit verwandelt
durch Weisheit die wiederum zur Liebe wird

aus: "Lieber Gott"
Alice
 

Re: Für Poesie und Poeten

Beitragvon Alice » 6. Sep 2011, 17:29

Es ist Abend geworden

ich wage mich auf das weite Meer
durch das Tor hinaus in die Unendlichkeit


ich habe die Segel gehisst
mein Boot ist klein
mein Mut unbesiegbar

auf meiner Harfe erklingen traurige Lieder
von Sehnsucht nach dem verlorenen Teil meiner Seele

da stürzt der Himmel auf mich herab
bringt
Wellen und Sturm

meine Harfe spielt und ich singe die Lieder
über das Leid der Erkenntnis
von Trennung
und Tränen des Schmerzes

dem Wahn meiner Suche
und dem nahenden Tod


und wieder stürzt der Himmel auf mich herab
und Flammen lodern auf
ich glaub
ich sterbe in einem Meer aus Feuer


und dann der Himmel
so klar und süβ
und nah

und siehe
hoch oben
in den Lüften
der groβe Vogel Garuda

auf seiner Reise

durch den unermesslichen Raum


aus: "Es ist Abend geworden" 2010
Alice
 

Re: Für Poesie und Poeten

Beitragvon Alice » 7. Sep 2011, 13:09

Es ist Abend geworden


mein Boot beflügelt vom süβen Gesang in der Ferne
ich selbst festgebunden am Mast

treibt mich der Wind zwischen
die Felsen
Skylla und Charybdis

verlockende Stimmen der Sirenen
Täuschung


ihrem Zauber bin ich erlegen
doch zum Schutz festumwickelt mit
starkem Seil

mein Boot vermag ihnen zu entrinnen
leiser und leiser
verhallen die Lieder
erlischt der Gesang


durch den schmalen Spalt
muss ich gelangen
mein Boot schlingert
das Wasser greift gierig nach mir
zwischen Felsen
und Brandung
getrieben vom Sturm
steuere ich durch den Felsspalt hindurch


Meereswellen werfen mich aufs Land
mein Herz erwacht
ich fühle daβ mir Macht verliehen

nach dieser dunklen Nacht
meine Seele
ruht in der Weltenseele

Ich-Bin

verbunden mit der Weltenkraft




aus: "Es ist Abend geworden" 2010
Alice
 

Re: Für Poesie und Poeten

Beitragvon Alice » 7. Sep 2011, 20:11

Es ist Abend geworden

ich wurde still
und lauschte dem Wind

wer bin ich?
fragte ich leise
und der Wind flüsterte:

du bist
die sternenklare Nacht
der Stern im All


die Wellen des Wassers
am Meeresstrand

du bist der Ozean
erst wild
dann wieder sanft

du bist die Unruhe
du bist die Ruh



die Ebbe
die Flut
die Zukunft und Vergangenheit
Gezeiten im Sturm
und
Sternenstaub

du bist das Meer
und auch das Schiff


du bist das Feuer
die Verführung
und bist es nicht


du bist das Leben
im groβen Reigen
von Sonne und Mond

du bist die Freude
und auch das Schweigen

du bist
verloren


und
findest dich


aus: "Es ist Abend geworden" 2010
Alice
 

Re: Für Poesie und Poeten

Beitragvon Alice » 9. Sep 2011, 08:51

Es ist Abend geworden

die Spuren des Pfades
verlieren sich
in der herannahenden Dämmerung
gab es jemals einen Pfad?
die Vögel suchen ihre Nester auf

hoch oben
in den Lüften
der groβe Vogel Garuda

auf seiner Reise

durch den unendlichen Raum


eine Sicht
die gar nicht benannt werden kann



Vereinigung



der Himmel begegnet dem Ozean
in nie endender Ekstase

Glückseligkeit hinter der Glückseligkeit

Tanz im Weltensein
aus meines Wesens Tiefe
leuchtet

die heilige Flamme
heilige Liebe
heilige Klarheit
heilige Macht


von der Zitadelle

strahlt es
hinaus


in Raumesweiten
Alice
 

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