Zwischenmenschliche Beziehungen

Hier ist Raum für eigene Erfahrungen mit der Abraham-Lehre

Zwischenmenschliche Beziehungen

Beitragvon Maiglöckchen » 29. Sep 2016, 09:29

Hallo!

Normalerweise bin ich "stille Leserin" hier im Forum. Da mich aber eine Angelegenheit ziemlich zermürbt und fertig macht, schreibe ich euch nun und freue mich auf eure Ansichten / Gedankenanstöße.

Man sollte ja immer die positiven Aspekte eines Menschen sehen. Was aber, wenn man an einer Person einfach keine positiven Aspekte findet? Genauer gesagt geht es nur um eine einzige Person in meinem Familienkreis, mit der ich absolut nicht klar komme und die ich auch seit Beginn an nicht wirklich leiden kann. Ich fühle mich in ihrer Gegenwart nicht wohl. Diese Person lässt mir und meiner Familie gegenüber oft taktlose, respektlose, unhöfliche, beleidigende Sprüche von sich und ich sitze da wie gelähmt und ärgere mich dann, mich nicht "zur Wehr" gesetzt zu haben und dass ich mir die Sticheleien gefallen lassen habe.
Hinzu kommt, dass ich mir dann auch noch ständig (negative) Gedanken über all die Vorkommnisse (und seien sie auch noch so lange her) mache und dadurch das Gefühl von "nicht mögen" bis hin zu Hass auf diese eine Person noch verstärkt wird. :cry:

Nun ist es ja so, dass man gewissen Menschen, die einem nicht gut tun, einfach nicht "ausweichen" kann.
Ich versuche dann, mich auf die Menschen in meinem Umfeld zu konzentrieren, die in mir gute Gefühle wecken und auch dankbar zu sein für all die positiven Personen in meinem Umfeld.

Im Moment befinde ich mich aber in einer Phase, in der die negativen Gedanken an diese eine spezielle Person überwiegen.
Tief in mir weiß ich, dass ICH meine Einstellung zu diesem Menschen ändern muss, auch wenn er noch so unerträglich für mich ist.
Habt ihr einen Vorschlag für mich, wie ich aus diesem Strudel von Negativität herauskomme und auch kein Unbehagen mehr spüre, wenn ich weiß, ein Treffen mit ihr steht wieder an? :hä:
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Re: Zwischenmenschliche Beziehungen

Beitragvon Maike » 29. Sep 2016, 11:03

Hallo Maiglöckchen,

wenn du keine positiven Aspekte finden kannst, ist das halt so. Es gibt ja keine Auflagen, die man zu erfüllen hätte.
Ich handel so etwas sehr schnell mit mir ab, ist aber auch eine Übungssache. Ich gestehe mir meine Antipathie zu und damit ist das für mich abgehakt. "Ich kann sie nicht leiden. Punkt." Das schreibe ich mir in der gleichen Manier auf, wie einen Einkaufszettel. Dabei verliere ich mich ja auch nicht in den Gedanken an Milch oder Weintrauben. :P
Am allerwichtigsten ist, dass DU dich gut fühlst. Wenn das dein vorrangiges Ziel ist, findest du immer etwas, das du fokussieren kannst, nicht um dich von der Person abzulenken, sondern weil es sich gut anfühlt, sich gut zu fühlen.
Bei meiner letzten Arbeitsstelle habe ich Frieden mit meinen Antipathien geschlossen und bin ohne mein Dazutun von meinem Brechmittel-Büro ins Büro meiner Lieblingskollegin versetzt worden. :gvibes:

Lieben Gruß
Maike
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Re: Zwischenmenschliche Beziehungen

Beitragvon Mik » 29. Sep 2016, 12:54

Hallo all!
Ich schließe mich Maike an, in dem Sinne das die Akzeptanz erst einmal deine eigenen Gefühle betrifft. Gestehe dir zu , diese Gefühle ganz zu fühlen. Ja du findest sie ätzend! Heißt natürlich nicht das sie Objektiv ätzend ist. Gibt ja vermutlich sogar Irre, die sie lieben :kgrhl:
Tststsssss
Aber dir drückt sie die Knöpfe!
In solchen Situationen nehme ich mir gerne die Reaktion meines Hundes zum Vorbild. Es gibt Situationen in denen möchte jemand Kontakt zu ihm haben, in bester Absicht. Und manchmal will mein Hund das einfach nicht und geht weg. Ohne Firlefanz und schlechtem Gewissen.
Auf menschlicher Ebene sieht das vielleicht etwas anders aus. Aber wenn du selbst mit deinem Gefühl im reinen bist (in dem Sinne das es halt dein Gefühl ist und nicht in dem Sinne, dass dein gegenüber wirklich ein vollhonk ist) dann kann es möglich sein ehrlich zu dem anderen zu sein. " Weisst manchmal sagst du so Sachen, die verletzen mich und dann würde ich am liebsten zur tur raus und mag gar nicht mehr länger mit dir zusammen sein."
Ich habe mit dieser Art v Offenheit gute Erfahrungen gemacht, aber es darf kein Groll o Vorwurf darin liegen.
Es hilft auch, sich mal alleine hinzusetzen und diese Situation geistig durchzugehen.
Wie auch immer, ändern kann sich erst etwas, wenn du das was jetzt ist und was dieser Mensch in dir auslöst annimmst. Es ist deine Schöpfung.

LG Mik
Wundervoll ! Der Weg zur Gesundheit ist mit guten Gefühlen gepflastert
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Re: Zwischenmenschliche Beziehungen

Beitragvon Maike » 29. Sep 2016, 22:37

Einer meiner Lieblingsmethoden in solchen Situationen ist es, mir den anderen als kleines, schleimiges, ulkiges Monster vorzustellen. So Gremlin-mäßig. :mrgreen: Überhaupt macht es mir sehr viel Spaß, meine Gefühle oder Wünsche in eine Figur zu verwandeln und eine Situation drumherum zu erfinden, einen kleinen Film, eine kleine Szene. Gremlins in einem Käfig und ich entscheide, wann sie raus dürfen. :twisted: Das ganze entzerren, es verulken und sich selbst damit zu entkrampfen.
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Re: Zwischenmenschliche Beziehungen

Beitragvon Beautiful Mind » 30. Sep 2016, 05:42

Liebes Maiglöckchen,

dein Post könnte von mir sein.

In meinem familliären Umfeld gibt es auch eine Person, die menschlich gesehen eine Katastrophe ist - also, für mich ist sie das.

Seit 5 Jahren bin ich damit konfrontiert und am Anfang ging es mir wie dir, ich habe mich tagelang nach einem Treffen noch fürchterlich aufgeregt und es ist mir extrem schwer gefallen, ganz abrahamisch gute Seiten an ihm zu entdecken. Aber irgendwann musste ich zugeben, dass er in seinem Grundwesen eigentlich recht freundlich ist.

Aber es kamen auch Rückschläge, bei denen ich dachte : oh nein, ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass Gott diesen Typen genauso liebt wie alle anderen Menschen.

Am meisten habe ich mich allerdings geärgert, dass seine Äußerungen so extrem sind, dass ich in eine Starre verfallen bin (so wie du es auch beschreibst) und mir in dem Moment einfach keine Antwort einfiel. Und das Schlimme ist, es gibt ihm auch kein anderer Kontra.

Mittlerweile ist die Starre bei mir aber aufgelöst. Ich sage meine Meinung und vor allem habe ich den anderen Familienmitgliedern neulich meine Meinung dazu gesagt.

Der Typ leidet an einer narzistischen Persönlichkeitsstörung und es ist mir völlig egal, ob das nun spirituell bedeutet, dass ich ihn ja kraft meiner Schwingung irgendwie in mein Leben gezogen haben muss.

Ich habe den Kontakt, so weit dies möglich ist, auf ein Minimum runter gefahren. Ich sehe ihn jetzt vielleicht noch 4- 5 mal im Jahr und dann kriegt der Kontra von mir.

Meine Entwicklung in der Existenz dieses Menschen ist, dass ich gelernt habe, dass es ok ist jemanden nicht zu mögen; dass ich ein Mensch bin mit allen Gefühlen, der auch mal hassen darf und dass ich gelernt habe, meine Meinung zu sagen auch wenn es unangenehm wird.

Liebe Grüße

Beautiful Mind :gvibes:
“Gute Gedanken sind die beste Investition in die Zukunft!” (B.J.W.)
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Re: Zwischenmenschliche Beziehungen

Beitragvon Maiglöckchen » 30. Sep 2016, 07:11

Ich danke euch von ganzen Herzen für eure raschen Rückmeldungen und Vorschläge. Allein vom durchlesen geht's mir schon besser! :danke:
Maiglöckchen
 
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Re: Zwischenmenschliche Beziehungen

Beitragvon shaoli » 1. Okt 2016, 14:40

Hallo liebes Maiglöckchen,


Maiglöckchen hat geschrieben:

Habt ihr einen Vorschlag für mich, wie ich aus diesem Strudel von Negativität herauskomme und auch kein Unbehagen mehr spüre, wenn ich weiß, ein Treffen mit ihr steht wieder an? :hä:


Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass sogar Beziehungen, die für mich ein Leben lang
mit Leidensdruck verbunden waren oder zu Menschen, die ich fast ebenso lange konsequent abgelehnt
habe, sich in eine positve Richtung entwickeln, seit ich sie und natürlich auch mich, in dem anerkenne,
was Abraham unsere natürliche Wertigkeit nennen. Auf diesen Gedanken ziehe ich mich auch ohne
besonderen Anlaß regelmäßig zurück. Im Laufe der Zeit ist mein eigenes Bedürfnis, das Verhalten
anderer Menschen in richtig und falsch einzuteilen, fast völlig verschwunden. Das tun wir ja, um uns
von Leuten, die sich in unseren Augen falsch verhalten, zu distanzieren, vielleicht auch zu schützen,
aber eben auch, um die Richtigkeit unseres eigenen Verhaltens zu unterstreichen oder zu betonen.
Im gleichen Maß, in dem ich das Gefühl hatte, mich nicht mehr distanzieren, schützen oder mit
solchen Personen vergleichen zu müssen, veränderte sich meine Wahrnehmung . Statt wütend machte
es mich dann oft ratlos, wenn jemand ein " mieses " Verhalten an den Tag legte, und aus Ratlosigkeit
heraus ist man ja eher geneigt, eine Sache nicht weiter zu beachten als aus Wut.

In meiner Familie gibt es einige Menschen, von denen man denken könnte, dass sie sich nur wohl -
fühlen, wenn sie andere demütigen oder wenigstens kritisieren können. Ich wurde als Kind dauernd
herabgesetzt und hatte später so viel Hilflosigkeit und Wut in mir, dass ich beruflich in die verstehende,
helfende, soziale Richtung flüchtete. Ich zog aber auch etliche Beziehungen mit " gleichgültigen ",
" opportunistischen " , " feigen " oder Menschen an, die sich noch einen Zacken schärfer gegen so
etwas auflehnen. Meine Wut hat mich zudem völlig angst - und schmerzfrei gemacht, selbst körper -
licher Gewalt gegenüber, und ich bin echt nicht zimperlich, verbal dahin zu zielen und da zu treffen, wo es
anderen richtig wehtut. Durchsetzungsvermögen und Mut werden meist als Stärke betrachtet und so bin ich
erst mit Abraham nach und nach darauf gekommen, dass ich mit den Machtkämpfen aufhören kann
und möchte. Es reicht, wenn ich weiß, dass ich Rückgrat habe und es mir niemand brechen kann, egal,
wie er mich behandelt. Ich muss es mir und anderen nicht mehr dauernd demonstrieren.


Mit wachsender Selbstkenntnis, nicht nur diesbezüglich, erlahmte mein Widerstand
gegen Menschen, die meine Werte nicht teilen, fast völlig. Beispielsweise dachte ich irgendwann, dass
ich es schon besser habe, wenn ich andere nicht herabsetzen muss, um mich gutzufühlen und erwischte
mich wenig später " im Kleinen " genau dabei. Wie ich abwertend über eine ungepflegte Frau oder
den Mann, der in der Früh schon Flachmänner kauft, dachte, also innerlich nachplapperte, was ich
irgendwann aufgenommen hatte, nicht selten von den Menschen, die ich als bösartig bezeichnet
habe :mrgreen: . Wenn man ganz ehrlich zu sich selber ist, dann hält man doch oft an einer
massiven, dauerhaften, " berechtigten " Ablehnung fest, weil es sich verdrehterweise gut anfühlt,
sich durch das negative Beispiel des anderen immer wieder bestätigen zu können, dass man der " bessere "
Mensch ist. Ich finde schon, dass es sinnvoll ist, sich zu fragen, warum man das ab und zu " braucht " und
sich unabhängig davon zu machen. Es geht ja bei der ganzen Abraham - Lehre nur darum, Wohlgefühl
einzig aus sich selber zu beziehen.

Es ist natürlich nicht nett, sich eingestehen zu müssen, dass man ( manchmal ) nicht die Bohne besser
ist als die Menschen, die man verurteilt. Für unsere Schwingung macht es jedoch keinen Unterschied, ob wir
" nur " abwertende, kritisierende Gedanken haben oder sie laut aussprechen. Oder auf wen sie gerichtet
sind oder ob wir im Brustton der Überzeugung sagen, dass wir einen berechtigten Grund haben, so
über den anderen zu denken. Das Gefühl des Mangels und der Wunsch, den Mangel auszugleichen, wenn
wir geringschätzig über andere denken, ist immer gleich. Letztlich sind das Angewohnheiten,
die man schnell ändern kann, denn wir wissen ja alle, dass andere uns nichts angehen, wir nichts
über sie wissen und sie auch nicht kontrollieren können.

Was ich damit sagen will, du kannst tatsächlich nur deine Gedanken und Gefühle diesem Menschen
gegenüber in eine andere Richtung lenken. Dabei kann es helfen, zu denken, dass er sich nur
besser fühlen will, wenn er andere vor den Kopf stößt - es hat also mehr mit ihm, als mit euch
anderen zu tun. Das heißt nicht, dass du ihn lieben oder nur eine einzige positive Eigenschaft an
ihm finden mußt, aber mit ein bißchen Übung kann dir sicher gleichgültiger werden, wie er sich
verhält. Wenn es dir weitgehend egal ist, wie andere denken, leben und sich geben, wird sich wahr -
scheinlich deine Wahrnehmung und deine Schwingung verändern. Es ist ein himmelweiter Unterschied,
ob man Ablehnung, Wut und Auflehnung oder " egal, hat keinen Einfluß auf mein Wohlbefinden "
fühlt. Aus diesem Gefühl heraus sind viele Menschen schon nicht mehr ganz so ätzend und/oder
fällt es leichter, sich abzuwenden, anstatt wie hypnotisiert auf ihr unmögliches Benehmen zu starren
und/oder sie sind weniger präsent oder verschwinden ganz aus deinem Leben.

Bewährt hat sich auch, die jeweilige Person aus einer ausbalancierten inneren Haltung heraus
auf ihr Verhalten anzusprechen. Wenn ich befühlen kann, dass sie von einer höheren Ebene aus
betrachtet ein ebenso wertvoller Mensch ist wie die, die ich liebe und ich selber und es nicht meine
Aufgabe ist, sie zu ändern, entsteht bei mir meist echtes Interesse daran, mit ihr ins Gespräch
zu kommen und so vielleicht zu erfahren, wie unsere Rädchen ineinandergreifen.

Wenn ich ( dann ) das Gefühl habe, dass so eine Sache nicht bereinigt, sondern nur abgekürzt
werden kann, sage ich, dass ich jemanden und seine Ansichten nicht mag und breche den Kontakt
auch ab. Nur halt nicht, um ihn herabzusetzen, sondern, um uns beiden sozusagen Raum zu geben, so
sein zu können, wie wir sein wollen. Es kann halt auch gut sein, Gegensätze zu akzeptieren anstatt
sie partout miteinander vereinbaren zu wollen.

Liebe Grüße
shaoli
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Re: Zwischenmenschliche Beziehungen

Beitragvon carafunya » 5. Okt 2016, 07:23

Hallo Maiglöckchen,
ich hatte so eine Kollegin, die bei mir die Knöpfe drückte.
Jeden Samstag aufs neue.

Ich hab`s mit absichtsvollen Wünschen versucht.
Am Abend zuvor und am Morgen des besagten Tages machte ich mir zuerst gute Gefühle (Wertschätzung).
Dann machte ich mir klar, was ich bei diesem Treffen erleben will.
Es klappt !!!
Plötzlich war diese Person krank, im Urlaub oder zeigte plötzlich ganz andere Seiten von sich. :loveshower:

Ist auch bestens geeignet, bei schwierigen Telefonaten.

Liebe Grüße
Carafunya
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