Wittwen-Sömmerchen...

Hier ist Raum für eigene Erfahrungen mit der Abraham-Lehre

Wittwen-Sömmerchen...

Beitragvon Sanaei » 15. Okt 2009, 07:10

hallo zusammen,

gestern las ich etwas zum Altweiber-Sommer... der Begriff kommt ja nicht von "alten Weibern" sondern jungen Spinnen, die sich mit ihren Fäden durch die Luft treiben lassen...

Auf jeden Fall stand da so was in Beziehung mit dem, was früher die Frauen gemacht haben: weben und spinnen... es ging um die Erfahrungen, die die weisen Frauen hatten und den Rhythmus der Jahreszeiten... und es ging darum, wie in der Zeit, in welcher dann der Altweibersommer wirklich in den Herbst übergeht, wie es still wird, geruhsam, ruhig, langsamer...

Und genau diese Erfahrung konnte ich die letzten Tage auch machen... alles um mich herum (also folglich auch in mir drin) wird ruhiger, entspannter, gemässigter, stiller... ich sehe mich in der Lage (zum ersten Mal eigentlich so richtig bewusst), aus der Ruhe heraus handeln zu können. Also keine gehetzen Ad-Hock-Entscheidungen, kein überstürztes Agieren oder keine Handlungsübersprünge...

Es ist ruhig, still... es gibt Momente, da kommt es mir vor wie Kaugummi - zäh und klebrig... und dann gibt es immer mehr die wertvollen Momente darin, die Momente, die in allen Herbstfarben leuchten, die spektakulären Sonnenaufgänge, die alles in ein zauberhaftes rosa-farbenes Licht tauchen - alles Momente, die mir früher gar nie und nimmer aufgefallen sind. Alles Momente, die ich früher "verpasst" habe, weil ich ja ständig nur am hetzen, rennen, organisieren war und die Hälfte gar nicht mitbekam - nein schlimmer noch, ich bekam es mit, verdrängte es oder aber schob es auf die körperliche Ebene und wurde noch vor Weihnachten krank...

Jetzt im Moment herrscht wieder so ein Moment der Ruhe, Stille... es ist nicht zäh und klebrig, es pulsiert ganz sanft. Ich spüre das Leben, das ich im Moment habe... es ist ein ganz intimer Moment mit mir... ein Resumée ziehen, und danach nicht in hektische Aktivitis ausbrechen, sondern auch ein stilles zu Kenntnis nehmen, dass das, was ich bis heute nicht machen konnte, ich vielleicht auch erst nächsten Frühling wieder anfangen kann, ohne "was verpasst" zu haben, ohne Groll ohne das Gefühl: hätte ich doch... ein zu Kenntnis nehmen, wo ich gut war, was ich alles erledigt habe, was ich geleistet habe und ein Gefühl von Dankbarkeit spüren - für mich.

Es ist eines der ersten Jahre in welchem ich die Jahreszeiten-Wechsel so deutlich und klar in mir drin vernehme... die Wechsel der Zeiten, die Wechsel der Aktivitäten, die Wechsel der Qualitäten... ein Gefühl von Freude in mir, mir dies in der Geschäftswelt zu erlauben (wenn auch nur für mich ganz alleine) und daraus Stärke zu schöpfen für meine Tage. Ein Gefühl von Zufriedenheit, mit dem, was vorhanden ist. Ein Gefühl von Dankbarkeit für das, was ist. Ein Gefühl von Wertschätzung mir und allem was mich umgibt. Und das Wissen, das aus diesen Gefühlen resultiert, dass alles gut ist, wie es ist.

Ich wünsche Euch allen einen wunderschönen Herbsttag,
Sanaei
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Re: Wittwen-Sömmerchen...

Beitragvon ranna » 15. Okt 2009, 08:55

Liebe Sanaei

Herzlichen Dank für Deinen schönen Beitrag.

Ganz genauso, wie Du es beschreibst, geht es mir auch. Dieses Gehetze und Gerenne kannte ich auch. Von mir selbst nahm ich nichts wahr.
Heute ist alles anders. Auf dem Weg zu mir selbst, nehme ich auch die Natur und deren Schönheiten viel mehr wahr und schätze es. Das Leben ist viel reicher geworden und das macht glücklich.

Alles Liebe
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