Was mich meine Tomaten gelehrt haben

Hier ist Raum für eigene Erfahrungen mit der Abraham-Lehre

Was mich meine Tomaten gelehrt haben

Beitragvon lawofattraction » 29. Okt 2009, 13:44




Ich bin mir mal wieder selbst auf die Schliche gekommen:

Ich stand heute in der Küche und mein Blick fiel auf eine grosse Schüssel Tomaten, die ich vor zwei Tagen geerntet habe. Ich wusste, dass einige geplatzt waren, und "unterbewusst" wusste ich auch, was mit denen innerhalb von zwei Tagen geschehen kann.

Was passierte: Ich schütte die Tomaten in das Spülbecken, und es sind natürlich darunter welche, die angefangen haben zu schimmeln. Natürlich war auch ein Zeuge anwesend für diesen schrecklichen Beweis meiner Schlamperei und der Verschwendung von Lebensmitteln. Zeuge: "Das hättest Du Dir aber vorstellen können ...." Ich: "Warum sagst Du mir das, meinst Du, ich wüsste das nicht selbst und würde mich nun ärgern?" Abwehr einer "berechtigten Anklage". Und dann kam auch noch eine Rechtfertigung *arrrghhhhh*: "Ich mache halt heute Tomatensauce und nicht gestern ...."

Während ich dann meine Tomaten aussortierte, habe ich auch mal meine Gedanken sortiert. Was war denn eigentlich passiert? Ein paar Tomaten sind schlecht geworden und ich habe sie entsorgt. Punkt. Ich fühlte mich aber schlecht ob der "Verschwendung" - wer sass denn da im Kopf und leierte einen Glaubenssatz herunter? Ich weiss schon, jemand aus einer Generation, die Entbehrerungen erlitten hat und einem aktiven Mangeldenken, das mich viele Jahre begleitet hat. Mehr Tomaten hätten weder die hungernden Kinder in Afrika gefüttert, noch meine Familie zu Notzeiten während des Krieges, und wir haben heute Abend wegen ein paar Tomaten mehr oder weniger trotzdem reichlich zu Essen auf dem Tisch - dann kommen eben noch ein paar Dosentomaten dazu - schmecken eh besser als das unter nördlicher Sonne gereifte Gemüse.

Zweiter Punkt: Ich habe mich erstens durch die Situation aus der Mitte bringen lassen - mich über mich selbst aufgrund meiner Glaubenssätze geärgert. Das hat dann den Zeugen ge-loa-t und seine sanfte Kritik. Die hat sich mit meiner potenziert und ich fühlte mich - schlecht. Und dann der Versuch, durch Abwehr und Rechtfertigung das alles "besser" zu machen, zu vertuschen, zu erklären.

Wenn ich das nächste Mal was "Vergessenes" im Kühlschrank finde (übrigens, geht das auch mal hier jemandem so??) werde ich es nehmen und wegschmeissen und meines Weges gehen. Mein "Zeuge" hat, nachdem wir das zusammen aufgedröselt haben, übrigens auch gesehen, wie überflüssig es ist, jemanden auch noch auf seine Fehler aufmerksam zu machen. Wenn jemand die erkannt hat, dann wird er was dagegen tun, und zwar aus der eigenen Erkenntnis, und wenn nicht, dass nützt alles Predigen nichts.

Danke, Ihr lieben Tomaten, für die Lektion.


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Re: Was mich meine Tomaten gelehrt haben

Beitragvon Sanaei » 29. Okt 2009, 14:19

ja, liebe Loa, mir geht es dann und wann so...

Meist kaufe ich vor dem Wochenende ein, was wir denn alles so essen könnten... dann kommt spätestens am Samstag alles anders und ich vergesse die Lebensmittel - und nach einer Woche kaufe ich wieder ein und beim Einräumen der neuen Sachen exhumiere ich dann die alten... und werde meist auch sehr wütend über mich. Ich komme zwar nicht aus der Generation, die Entbehrungen hat erleiden müssen, aber ich weiss wieviele Menschen für das Essen, das ich kaufe, gearbeitet haben und ich wertschätze Essen sehr.

Dies obwohl mir bewusst ist, dass ich damit niemand anderem das Essen weggenommen habe, und obwohl ich es mir leisten kann - notfalls auch mal Essen wegzuwerfen. Aber ganz tief innerlich empfinde ich es immer noch als Verschwendung und schimpfe mit mir.

Aber grundsätzlich hast Du völlig recht - der Zeuge schüttelt zwar den Kopf aber sieht ein, dass da noch draufzeigen nichts bringt - und die Erkenntnis ist und bleibt weniger einzukaufen, eben mal was aus der Dose zu verwenden und wertzuschätzen, dass ich hier alles immer und jederzeit einkaufen kann. Notfalls bis 22 Uhr oder ab 7 Uhr morgens.

Danke Deinen Tomaten für das Erinnern an die Wertschätzung... liebe Grüsse, Sanaei
Auf die Dauer der Zeit nimmt die Seele die Farbe Deiner Gedanken an... (Marc Aurel)
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Re: Was mich meine Tomaten gelehrt haben

Beitragvon ZaWo » 29. Okt 2009, 14:37

Haha, da habe ich doch das Gefühl der Berg Topinambur - ein Geschenk meiner Nachbarin - spricht zu mir. Gestern sagte ich ihr, dass ich den Rest wohl entsorgen werde und da guckt sie mich etwas erstaunt, vorwurfsvoll an und meint "Fragen Sie doch den Herrn X, der mag die doch so sehr." Und was macht die pflichtbewusste ZaWo: Ich habe schon zweimal bei X geklingelt mit dem Wäschekorb Topinambur in den Armen, aber er ist nicht da. Hhhhmm.

Vor einer Stunde ist mir eingefallen, dass ich sie in einem meiner größeren Blumenkästen pflanzen könnte, wo ich noch einen passenden Sichtschutz brauche. Also, wenn die Dinger noch kackig sind zu dem Zeitpunkt, an dem ich Lust habe, sie zu verpflanzen, dann tue ich es. Ansonsten sind sie weg im Biomüll.

Das komische an der SAche wurde mir erst gerade bei diesem Post bewusst. Meine Nachbarin hat die Knollen deswegen ausgegraben, weil sie an der gleichen Stelle jetzt Rosen haben will......und ich bin dann quasi ihr Ventil für ihr Nicht-Wegschmeissen-Wollen. :rleye:

Wenn ich sie jetzt entsorge, bin ich die böse und nicht sie. :grllll:
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Re: Was mich meine Tomaten gelehrt haben

Beitragvon lawofattraction » 29. Okt 2009, 14:48




Jetzt habe ich den Faden mal ein wenig weiter gesponnen. Die Wertschätzung bringt natürlich einen weiteren - und wichtigen - Aspekt mit hinein. Als ich meine Tomaten erntete, habe ich die Fülle gewertschätzt. Mich gefreut, dass sie so überreich vorhanden waren.

Wenn ich sie fortwerfe, kann ich aber immer noch wertschätzen, dass sie in Fülle da waren. Verschwendung im Sinne von "wenn ich sie wegwerfe, hört die Wertschätzung auf" knüpft die Wertschätzung ja an Bedingungen. Der Gedanke "Verschwendung" impliziert, dass es nur Wertschätzung geben kann, wenn man etwas Sinnvolles damit fabriziert. Und das scheint mir ein selbstauferlegtes Muss, mit den Ressourcen etwas zu tun, was ihnen eine Daseinsberechtigtung gibt. Die kann ich meinen Tomaten übrigens auch dadurch geben, dass ich sie auf den Kompost gebe und damit die Früchte der nächsten Saison dünge.

Aber das ist meiner Meinung nach nach garnicht nötig - das Universum gibt bedingungslos - und zwar alles. Die Frage ist daher eher, ob wir das auch ohne Bedingung annehmen können.



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Re: Was mich meine Tomaten gelehrt haben

Beitragvon lawofattraction » 29. Okt 2009, 14:57

ZaWo hat geschrieben:
Das komische an der SAche wurde mir erst gerade bei diesem Post bewusst. Meine Nachbarin hat die Knollen deswegen ausgegraben, weil sie an der gleichen Stelle jetzt Rosen haben will......und ich bin dann quasi ihr Ventil für ihr Nicht-Wegschmeissen-Wollen. :rleye:

Wenn ich sie jetzt entsorge, bin ich die böse und nicht sie. :grllll:


Ist doch einfach Klasse, wenn man mal hinter den Vorhang schaut, wie wir uns alle perfekt loa-mässig
auf dem Tanzparkett des Lebens bewegen.

Die Nachbarin hat natürlich ein "gutes Werk" getan, hat ja etwas gegeben und darf sich wohl fühlen. Der Empfängerin Zawo, obwohl ungebetene Empfängerin der Fülle, wird ein schlechtes Gewissen oktroyiert, wenn sie damit macht, was sie will und das nicht in das Konzept der Geberin passt. Und pflichtbewusst geht sie daher zu Herrn X., der wiederum nun ein weiteres Glied in der Topinamburkette wird - entweder, weil er sie gerne mag oder aber auch jemandem zu Gefallen sein will, der seinen Kram entsorgt.

Alles im Sinne des Vermeidens von Verschwendung. :kgrhl:



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Re: Was mich meine Tomaten gelehrt haben

Beitragvon LillyB » 29. Okt 2009, 15:09

Mercy und hallo,

das passt ganz wunderbar, wo ich bei "The Vortex" eben beim Wertschätzen und "In der Schwingung bleiben" lese und übe. Mir ging das mit Pflanzen so. Immer wenn sie nicht mehr so wollten, tats weh, sie wegzuschmeissen. Bis ich entdeckte, dass sie sich ja transformieren und etwas Neues aus ihnen wächst, bzw. wird. Seitdem fällt es mir leichter. Bzw. manchmal verabschiede ich mich noch und wünsche gute Reise :)

Interessant fand ich die Benennung "Zeuge". Frage an Loa: Ist damit das Gewissen oder Verstand gemeint?

Liebe Grüße und ALOHA
Lilly
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Re: Was mich meine Tomaten gelehrt haben

Beitragvon lawofattraction » 29. Okt 2009, 15:12

LillyB hat geschrieben:
Interessant fand ich die Benennung "Zeuge". Frage an Loa: Ist damit das Gewissen oder Verstand gemeint?



Nein, nein, ein echter Mensch aus Fleisch und Blut. :kgrhl:

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Re: Was mich meine Tomaten gelehrt haben

Beitragvon Sunflower » 29. Okt 2009, 16:21

Ohja das kenn ich auch :kgrhl: komisch gelle jeder hihi

aber ich habe eine liebe Freundin die mal mit mir zusammen aufgeräumt hat ,nicht grad den Kühlschrank aber sonst .
Die hat dann immer gesagt guckmal brauchst du das noch ? Das ist alt und hässlich das passt nicht zu dir da ging das dann ganz leicht die Sachen los zu lassen.

und alles was weg kommt kommt bei ihr in den Kreislauf der Dinge ,das erleichtert sehr..

Nebenbei gibt es bei mir vor dem Haus eine "Augiaslaterne" Alles was ich nicht mehr brauche aber noch ok ist stell ich da hin und das dauert meist nur ein paar Minuten und dann hat es einen neuen Besitzer gefunden.
Mit Flohmarkt und Inet verkaufen hab ich es irgendwie nicht so.

Sunflower
Guten Morgen,
hier spricht das Universum.Ich werde mich heute um all deine Probleme und Wünsche kümmern.
Dazu werde ich deine Hilfe nicht brauchen.
Also genieße den Tag
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