Verzeihen - oder was ?

Hier ist Raum für eigene Erfahrungen mit der Abraham-Lehre

Re: Verzeihen - oder was ?

Beitragvon lawofattraction » 21. Mär 2011, 10:40

zimtstern hat geschrieben:Was es mir so schwierig macht, - mir ist schon lange klar (jedenfalls vom Verstand her) dass ich niemanden die Schuld für etwas geben kann. aber ich bin so fest darin verwurzelt dass es immer einen Schuldigen gibt, und am Ende gebe ich mir dann selbst die Schuld. Denn es heißt ja, ich, nur ich, bin die Verantwortliche... wenn es mir also schlecht geht, dann habe ich etwas falsch gemacht. (Bin dann Opfer und Schuldige gleichzeitig).
Ich weiß, letzteres stimmt nicht mit dem LOA überein... Ersteres, also "meine Verantwortung = meine Schuld" ist aber schon irgendwie missverständlicher.


Hallo Zimtstern,

es wird für Dich mit dem Verständnis einfacher werden, je mehr Du Dir klar machst, dass das Gesetz der Anziehung ein unbestechliches, immer und für alle gültiges und nicht wertendes Gesetz ist. Es reagiert einfach auf der Basis von Schwingung und zieht das Entsprechende an. Genau so, wie Du auch ein Thermometer nicht verantwortlich machen würdest für eine für Dich unpassende Temperatur "Du bist schuld, dass es mir zu kalt ist", gibt es auch beim LoA keine Schuldigen im Sinne von dafür zu Bestrafenden.

Wenn im Zusammenhang mit dem LoA von Verantwortung die Rede ist, dann geht das vielmehr in die Richtung, dass der Fokus dabei darauf liegt, dass man als bewusster Mensch unendliche viele Möglichkeiten des Verhaltens hat. Man hat die Wahl. Das ist eine Verantwortung sich selbst gegenüber. Das Gesetz der Anziehung reagiert nur, unparteiisch und neutral. Was Du denkst, was Du tust wird sich durch ein Aussen vertreten wieder bei Dir einfinden.

Mach Dir nochmals klar, dass jeder Mensch sich so verhält, wie es in einem gegebenen Moment sein bestes Vermögen ist. Jeder unbewusste Mensch würde eine "bessere" Alternative des Verhaltens wählen, wenn die für ihn zu einem gegebenen Zeitpunkt zugänglich wäre. Daher ist es auch nicht korrekt davon zu sprechen, dass man etwas falsch gemacht hat. Es war zu jenem Zeitpunkt das Beste, dessen man möglich war und stand als "beste" Alternative zur Verfügung.

Überhaupt - wer möchte denn urteilen, was "richtig" und was "falsch" ist? Wo legt man den Massstab an? An den Gesetzen unserer Gesellschaft, die schon von Land zu Land und Kultur zu Kultur variieren? An den Regeln der Gesellschaft, der Familie, eines Einzelnen? Wer bestimmt, was falsch und was richtig ist?

Lass solche Überlegungen einmal in Dir nachklingen, ich bin sicher, dass sich dann das Opfer-Täter-Schuld-Thema bei Dir etwas klären wird. Auch in Bezug auf Deinen Vater. Jeder Mensch trifft in jedem Moment die beste Entscheidung zum Handeln, zu der er fähig ist. Das gilt auch für die Menschen, die andere verletzen bis hin zum Begehen von Greueltaten. Diese Menschen sind vollkommen von ihrer Quelle abgetrennt und daher nicht in der Lage, andere Vorgehensweise überhaupt zu erkennen. Auch wenn das von aussen betrachtet horrende Dinge sein können, es ist im Grunde das Unvermögen, Alternativen zu finden.

Lieben Gruss
Loa



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Re: Verzeihen - oder was ?

Beitragvon zimtstern » 21. Mär 2011, 21:21

Hallo Loa,

danke für deine Antwort,
ich glaube die Tatasache "Das Loa funktioniert immer und ausnahmslos bei allen gleich, es reagiert einfach auf der Basis von Schwinungen und zieht das Entsprechende an, ganz neutral und ohne Wertung." habe ich einfach noch nicht genug verinnerlicht.
Eigentlich sagt das ja schon alles.

Vielleicht sollte man auch gar nicht von Verantwortung sprechen, also auch nicht sich selbst gegenüber,
denn in dem Wort steckt irgendwie "antworten", als müßte man auf eine Anklage antworten, sich rechtfertigen.
Vielleicht sollte man das Wort besser durch "Möglichkeiten" oder so ersetzen. Sagen "es liegt in deiner Macht".

Mach Dir nochmals klar, dass jeder Mensch sich so verhält, wie es in einem gegebenen Moment sein bestes Vermögen ist. Jeder unbewusste Mensch würde eine "bessere" Alternative des Verhaltens wählen, wenn die für ihn zu einem gegebenen Zeitpunkt zugänglich wäre.


Das ist wirklich wichtig, und das hilft mir auch dabei Verständnis aufzubringen (für meinen Beschuldigten). Aber auch grade da ist wieder der Haken : ) (für mich), es geht ja nicht um Verständnis (und den schwarzen Peter "Schuld" dann an einen anderen weiter zu reichen für den man weniger Verständnis hat, das bin letztendlich dann meistens ich selbst) sondern um das umfassende Verstandnis dass es keine Schuld gibt.

Das Thema "Schuld" ist einfach zu sehr mit den ganzen anderen Themen wie Wertschätzung, Erwartungen etc. verzahnt. Eigentlich geht es ja nur darum wirklich zu erkennen dass man selbst in Verbindung zur Quelle steht, und es keinen Umweg über andere Menschen/Dinge geben kann, noch das dieser überhaupt nötig ist. (Genau genommen verliert man ja auch die Verbindung zur Quelle, wenn man zu sehr auf andere fokusiert ist).

Niemand würde auf die Idee kommen beim Nachbarn um einen Schluck Wasser zu betteln, wenn man selbst eine Quelle im Garten hat. Und den anderen dann auch noch beschuldigen dass er einem kein Wasser gibt, weil dieser nur nicht weiß dass er ebenfalls an der unerschöpflichen Quelle angebunden ist, und keinen Mangel fürchten muss.

So ist es doch im LoA Sinne oder?

Ganz lieben Gruß,

Zimtstern
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Re: Verzeihen - oder was ?

Beitragvon lawofattraction » 22. Mär 2011, 08:00




Ja, so ist, es, liebe Zimtstern.

zimtstern hat geschrieben:Das Thema "Schuld" ist einfach zu sehr mit den ganzen anderen Themen wie Wertschätzung, Erwartungen etc. verzahnt.


Schuld ist ein ziemlich hinterhältiges Prinzip. :mrgreen: Wenn man andere beschuldigt, fühlt man sich selbst ja "rein", da der Böse auf der anderen Seite sitzt und man selbst die weisse Weste trägt. Schuld auf sich nehmen hat oft etwas von Selbsterniedrigung, im Verborgenen aber auch noch etwas ganz Fieses, nämlich den Gedanken "ich habe es ja nun anerkannt, also kann ich es auch weiterhin tun". Beides absolut Vortex-fern und von sehr unangenehmen Gefühlen begleitet.

Grundsätzlich ist es meine Erfahrung, dass bei anfänglicher Beschäftigung mit der Abelehre noch ziemlich viel Verwirrung herrscht, weil das ganze Weltbild ins Wanken kommt. Wer die Konstanz aufbringt, sich damit eingehend zu beschäftigen, wird irgendwann voller Freude feststellen, dass viele Dinge ganz automatisch integriert wurden und zur zweiten Natur geworden sind. Voraussetzung ist die Verinnerlichung durch ständiges Anwenden und ständiger Beschäftigung damit.

Der Gewinn daraus ist unermesslich.

Lieben Gruss
Loa



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Re: Verzeihen - oder was ?

Beitragvon ZaWo » 22. Mär 2011, 11:56

zimtstern hat geschrieben:Niemand würde auf die Idee kommen beim Nachbarn um einen Schluck Wasser zu betteln, wenn man selbst eine Quelle im Garten hat. Und den anderen dann auch noch beschuldigen dass er einem kein Wasser gibt, weil dieser nur nicht weiß dass er ebenfalls an der unerschöpflichen Quelle angebunden ist, und keinen Mangel fürchten muss.


Das - finde ich - ist großartig beschrieben. :stimmt: :gvibes: :loveshower:
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Re: Verzeihen - oder was ?

Beitragvon LICHT » 22. Mär 2011, 12:09

ZaWo hat geschrieben:
zimtstern hat geschrieben:Niemand würde auf die Idee kommen beim Nachbarn um einen Schluck Wasser zu betteln, wenn man selbst eine Quelle im Garten hat. Und den anderen dann auch noch beschuldigen dass er einem kein Wasser gibt, weil dieser nur nicht weiß dass er ebenfalls an der unerschöpflichen Quelle angebunden ist, und keinen Mangel fürchten muss.


Das - finde ich - ist großartig beschrieben. :stimmt: :gvibes: :loveshower:


danke Zimtstern, danke ZaWo,

der satz wäre mir doch durch die latten gegangen, wenn ZaWo ihn nicht noch mal zitiert hätte, der ist echt spitze, der ist dermaßen aussagekräftig -

:danke:
Sorget Euch nicht
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Re: Verzeihen - oder was ?

Beitragvon zimtstern » 23. Mär 2011, 06:07

lawofattraction hat geschrieben:
Schuld auf sich nehmen hat oft etwas von Selbsterniedrigung, im Verborgenen aber auch noch etwas ganz Fieses, nämlich den Gedanken "ich habe es ja nun anerkannt, also kann ich es auch weiterhin tun".


Hmm...,darüber habe ich grade länger gegrübelt,
meinst du das im Sinne von einem Art Freibrief, also "man kann nicht zwei mal für das selbe belangt werden"?, und man dadurch nicht (mehr) merkt dass man weiterhin im selben Muster verharrt?

Vielleicht ging dein Gedanke aber auch in eine ganz andere Richtung ; )
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Re: Verzeihen - oder was ?

Beitragvon lawofattraction » 23. Mär 2011, 08:37




Hallo Zimtstern,

lies mal diesen Thread. Es geht um das Entschuldigen, das ja die Forderung an einen anderen ist, die Schuld von einem selbst fortzunehmen. Ich habe darin ausführlich auch zum Thema Schuld Stellung genommen.

Lieben Gruss
Loa

EDIT: Ich sehe gerade, dass es in dem Thread ordentlich "gewirbelt" hat. Nun ja, das ist anschauliches Material zum Thema direkt aus dem Leben :clown: , daher werde ich diesen Post nicht löschen. Erspart mir zumindest einiges an Arbeit.



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Re: Verzeihen - oder was ?

Beitragvon zimtstern » 1. Apr 2011, 18:16


"Schuld ist die Währung, die Leute benutzen, um für das Schlechte zu bezahlen, das sie tun, sich vorstellen zu tun oder sich lediglich vorstellen. Was immer es ist, sobald ausreichend mit Schuld bezahlt worden ist, sind Sie bereit, es wieder zu tun. Schuld ist also eine Währung .... dazu dient, die Wiederholung verschiedener Muster des Verstandes zu rechtfertigen - trotz des Urteils, dass Sie schlecht sind." (Ron Smothermon)


Schuld ist sinnlos, da sie für das Beenden einer Sache vollkommen irrelevant ist. Er meint, Schuld sei unehrlich, ein unehrliches Gefühl, da sie der Welt sagt "ich tus nicht wieder", aber man vom Verstand her weiss, dass die Gebühr bezahlt ist und es wieder getan werden kann. Ich kann das gut nachvollziehen und finde es auch interessant, es mal aus einem anderen Blickwinkel anzuschauen.


Ich glaube, das Aufgeben des Schuldgedanken kristallisiert nach einiger Zeit klar heraus, was man von Beziehungen erwartet. Und was man da auch durchsetzen möchte. Wenn der Vermeidungsmechanismus der Schuldzuweisung oder Schuld auf sich zu nehmen wegfällt, muss Ehrlichkeit gelebt werden. Die Nebenstrasse des Drama ist gesperrt. Und die Ehrlichkeit sich selbst gegenüber, da man ja nun keine Absolution mehr bekommt und nicht weiterhin etwas "Schuldhaftes" tun kann, führt zu anderem Verhalten anderen gegenüber.

Er sagt "Schuld basiert auf der Angst, der Mensch zu sein, der Sie zu sein fürchten".



Das ist wirklich total interessant... grade auch der letzte Satz, ich glaube da ist wirlich was dran... seltsamer weise war mir das vorher noch nie bewußt...
Ich habe mir inzwischen das Buch "Meisterschaft im Leben" von Ron Smothermon bestellt, ich glaube es wird keine leichte Kost... aber es sind ja meist diese Sachen, die sich nicht sofort "runter gehen wie Butter", die dann auch tatsächlich zu einer Veränderung führen, wenn man es verstanden und nicht sofort aufgegeben hat.
Ironischerweise reagiert man beim lesen ja meist mit den selben Mustern die angesprochen werden (zB. gibt man dem Author die Schuld sich kompliziert auszudrücken oder arrogante Thesen zu vertreten.. oder man macht sich selbst Vorwürfe zu dumm zu sein, um das zu verstehen...)
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Re: Verzeihen - oder was ?

Beitragvon lawofattraction » 1. Apr 2011, 18:41

zimtstern hat geschrieben:Ich habe mir inzwischen das Buch "Meisterschaft im Leben" von Ron Smothermon bestellt, ich glaube es wird keine leichte Kost...


Hallo Zimtstern,

da hast Du recht, aber es hat so interessante Denkansätze, dass ich darauf gar nicht verzichten wollte. Wenn man ein solches Buch liest, sollte man sich über die Absicht dazu klar sein. Denn - wie Du richtig sagst - zu schnell fühlt man sich abgewatscht und klein gemacht.

Mit dem richtigen Ansatz, nämlich eine Information zu bekommen, der man folgen kann oder möchte oder auch nicht, sind da echte Goldnuggets drin versteckt.

Viel Spass beim Lesen
Loa



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