Unterbewusstsein, Verdrängung usw.

Hier ist Raum für eigene Erfahrungen mit der Abraham-Lehre

Unterbewusstsein, Verdrängung usw.

Beitragvon Sonrisa » 9. Jan 2011, 14:49

Hallo Ihr Lieben,

dem kleinen Greenhorn brennt mal wieder eine Frage unter den Nägeln. :oops: :nachdenk: Wenn man den Fokus von einem unerwünschten, Unwohlsein auslösenden Gedanken abzieht, inwiefern lebt der Gedanke eventuell weiter und fungiert trotzdem noch als attraction point? In der klassischen Psychologie spielt doch auch das Unterbewusstsein / Unbewusste (diese Begriffe benutze ich gerade etwas schwammig, ich weiß) eine Rolle und soll viel mehr Einfluss auf uns haben, als uns bewusst ist. Wann kann das Fokusabziehen und ihn auf etwas Schönes lenken, auch Verdrängen sein? Ich habe in den Workshops nach den Stichwörtern Verdrängen, repress, suppress gesucht, finde aber nichts.

Was sind eure Gedanke, was ist euer Wissen darüber?

Liebe Grüße,
Pamelina
Sonrisa
 

Re: Unterbewusstsein, Verdrängung usw.

Beitragvon ZaWo » 9. Jan 2011, 14:59

Hallo Pamelina,

guck mal hier

Die Rolle von innerem Wesen und Unterbewusstsein

Ansonsten denke ich, ist es eine persönliche Entscheidung, sich an der "klassischen Psychologie" mit deren Menschenbild oder an der Lehre Abrahams orientieren zu wollen. In vielen Fällen gibt es da keine Schnittmenge.

Lieber Gruß
ZaWo
ZaWo
 

Re: Unterbewusstsein, Verdrängung usw.

Beitragvon Sonrisa » 9. Jan 2011, 15:53

Danke, Zawo, für den aufschlussreichen Link. Das dauert etwas, bis es sickert. Ich habe auch noch das gefunden (über die allgemeine Suche zu suchen, darauf bin ich erst durch dich gekommen :idea: )

Ich gönne mir das Neue

Hier schrieb Loa:


Es ist wirklich nicht das gefürchtete Unterbewusstsein, das für uns Pandora´s Box bereithält und hinterrücks überfällt. Solange etwas im Unterbewusstsein schlummert, hat es keine Manifestationskraft. Erst wenn es ins Bewusstsein steigt, wenn Gedanken immer wieder gedacht werden, haben sie schöpferisches Potential.


Das trifft genau das, was mich dazu bewogen hat, diese Frage zu stellen. Die Angst davor, unbewusst geleitet und beeinflusst zu werden, und gar nicht so viel Einfluss zu haben, weil das Unterbewusstsein mehr Macht haben könnte mit den dort schlummernden Überzeugungen als mein Bewusstsein es je haben könnte. :rleye:

Wieder ein Puzzleteil. :genau:

Liebe Grüße,
Pamelina
Sonrisa
 

Re: Unterbewusstsein, Verdrängung usw.

Beitragvon schwimmerin » 19. Jan 2015, 12:10

Hallo an alle

ich bin eine begeisterte Leserin hier in diesem Forum, vor allem der Thread "Reichtum" hat's mir angetan. Durch das Armutsthema bin ich jetzt hier her in den alten Thread gekommen, wg. dem Unterbewußtsein.

ich habe zu diesem Thread mal noch eine Frage, die mir unter den Nägeln brennt:
Loa schrieb mal:

Es ist wirklich nicht das gefürchtete Unterbewusstsein, das für uns Pandora´s Box bereithält und hinterrücks überfällt. Solange etwas im Unterbewusstsein schlummert, hat es keine Manifestationskraft. Erst wenn es ins Bewusstsein steigt, wenn Gedanken immer wieder gedacht werden, haben sie schöpferisches Potential.[/quote]

so haben doch verdrängte Ereignisse aus der Kindheit, Traumata zum Beispiel, die im Unterbewußtsein ruhen und niemals bewußt werden, solche eine Macht über uns, dass sie ein freudvolles Leben verhindern oder blockieren ? oder hat das Unterbewußtsein gar nicht so viel Macht ? dass heißt, was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss ? Bin da ganz durcheinander

LG die Schwimmerin :hä:
schwimmerin
 

Re: Unterbewusstsein, Verdrängung usw.

Beitragvon katgirl » 19. Jan 2015, 13:14

Hallo.
Wenn ich das gefürchtete Unterbewußtsein umdefiniere zu Unbewußtsein, im Sinne von unbewußt gedachten Gedanken und unbewußt verfestigtem Glauben, wird es greifbarer. Und ich kann es handeln wie jeden anderen Gedanken auch. Lg
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Re: Unterbewusstsein, Verdrängung usw.

Beitragvon lawofattraction » 19. Jan 2015, 14:33




Das Unterbewustsein ist doch kein Lager von Greueln und Schlimmigkeiten, die da im Keller verborgen rumoren und unser Leben vergällen. Natürlich ruht dort einiges, auch Unerfreuliches, aber so lange es nicht an die Oberfläche des Bewusstseins und in unsere Gedanken kommt, richtet es keinen "Schaden" an.

Ganz deutlich: Es sind unsere Gedanken, die erschaffen. Gedanken erzeugen Emotionen und die wiederum weitere Gedanken. Gedanken erfordern Bewusstheit, das heisst auf irgendeiner Ebene muss die da sein. Da wir allerdings nur einen Bruchteil unserer täglichen Gedanken bewusst registrieren und weitgehend den Autopiloten anschalten, kann da einiges per default ablaufen, was wir dann als "un- oder unterbewusst" bezeichnen. Wir sind schlichtweg nicht aufmerksam genug, können es garnicht sein, die schätzungsweise 70.000 täglich gedachten Gedanken zu registrieren. Das bedeutet aber nicht, dass sie nicht existiert haben.

Wer kennt das denn nicht, dass man in die Gedanken abtaucht und mit einem Mal feststellt, dass 10 Minuten vergangen sind? Wenn wir nicht geschlafen oder tief meditiert haben, war da Gedankentätigkeit. Wir denken immer. Und zwar in einer endlos sich aneinanderreihenden Kette von Assoziationen. Ein Gedanke führt automatisch zum nächsten und weiter und weiter und weiter. Wenn wir dann aus dieser selbst induzierten Trance aufwachen und den letzten Gedanken der Kette erkennen, fragen wir uns oft, wie wir denn dahin, zu diesem Thema gekommen sind.

Beim Autofahren geschieht so etwas gerne dann, wenn die Umgebung eintönig ist oder zum Beispiel die Schatten regelmässig am Rande stehender Bäume wie das Pendel eines Hypnotiseurs uns in dieses "Zwischenstadium" lullen.

Daher ist doch das Erlernen des auch Gefühls so ausserordentlich wichtig. Denn wenn wir auch nicht nachhalten können, was wir alles gedacht haben, so ist es unvergleichlich leichter, auch die subtilen Gefühlsschwankungen zu erkennen und zu verändern. Selbst leichte Gefühlsveränderungen erfahren wir durch ein verändertes Körpergefühl und andere Körperspannung. Unser Körper ist ein Gefühls-Seismograph.



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Re: Unterbewusstsein, Verdrängung usw.

Beitragvon lawofattraction » 19. Jan 2015, 14:40

schwimmerin hat geschrieben:so haben doch verdrängte Ereignisse aus der Kindheit, Traumata zum Beispiel, die im Unterbewußtsein ruhen und niemals bewußt werden, solche eine Macht über uns,


Nur dann, wenn sie in die Gedanken steigen. Sie werden via Schwingung angetriggert. Wir hören etwas, riechen etwas oder sehen oder fühlen es - alles Schwingung - und es bringt die Erinnerung an vergangene Erlebnisse hoch.

Unbewusst werden solche Traumata deshalb gerne genannt und auch so erfahren, weil es oft schmerzhaft ist sie anzuschauen und sie daher beim geringsten Bemerken des Auftauchens schnell wieder in die Kellerhaft verbannt werden. Sie werden nicht zugelassen, "dürfen nicht sein, dürfen nicht hochkommen", weil noch mehr Verletzung gefürchtet wird. Es werden interne Schutzmechanismen gesucht, die Gedanken nicht zu registrieren. Wobei das natürlich doch registriert wird - daher der Rückschluss, dass es das Unterbewusstsein ist, das rumort.


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Re: Unterbewusstsein, Verdrängung usw.

Beitragvon schwimmerin » 19. Jan 2015, 14:50

Hallo Kat,

danke für deine Antwort, ..kann es so einfach sein ?

Hallo Loa,
du hast inzwischen geschrieben, danke dir

das hiesse, dass ein Mensch, wenn er noch so Schlimmes erlebt hat (was aber unbewußt bzw. verdrängt ist), trotzdem ein Sonnenschein-Leben führen kann ? Dieses Erlebnis muss keinen Einfluss haben auf den Alltag ?

Also nicht graben im UB, sondern immer nur zum Wohlgefühl kommen ?

LG Schwimmerin
schwimmerin
 

Re: Unterbewusstsein, Verdrängung usw.

Beitragvon lawofattraction » 19. Jan 2015, 15:19

schwimmerin hat geschrieben:das hiesse, dass ein Mensch, wenn er noch so Schlimmes erlebt hat (was aber unbewußt bzw. verdrängt ist), trotzdem ein Sonnenschein-Leben führen kann ? Dieses Erlebnis muss keinen Einfluss haben auf den Alltag ?


Verdrängen ist Ablehnen. Ablehnen ist eine Energie, die Anziehungspotential für mehr hat. Bei Tageslicht haben die Schatten lange nicht mehr die Macht, die sie in der Nacht zu haben scheinen. Es kann reichen, anzuerkennen, dass es "etwas" gibt, das aber nun keinen Einfluss mehr haben soll. Oder zu erkennen, dass professionelle Hilfe gut tun würde. Ich sage nicht pauschal, dass alle Kindheitserlebnisse und Traumata einfach beiseite treten. Oft sind das tiefsitzende und immer wieder einstudierte Muster.

Es braucht aber immer, egal, für welche Alternative man sich entscheidet, die bewusst getroffene Entscheidung, dass man sich wohlfühlen will. Denn da ist unser Weg, da ist unsere Bestimmung und da ist unser Inner Being, das beständig aus dem Vortex lockt "hierhin, hierhin". Es lockt zu der Unversehrtheit, aus der wir herausgefallen sind.



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Re: Unterbewusstsein, Verdrängung usw.

Beitragvon schwimmerin » 19. Jan 2015, 15:36

Hallo Loa,

danke dir, für diese wieder mal sehr erhellende Erklärung.

Wünsche allen noch einen wunderschönen Tag - LG Schwimmerin :danke:
schwimmerin
 

Re: Unterbewusstsein, Verdrängung usw.

Beitragvon Viereichen » 20. Jan 2015, 15:23

Hallo Sonrisa,
hallo schwimmerin,

sicherlich kann man viel durch Affirmationen und Arbeit an - und mit sich selbst- erreichen. Sehr viel. Das ist schön und unser ganzes Wesen tanzt, wenn wir auf einer hohen Disk des Wohlgefühls schwingen. Wir sind dann der - oder die - in vollem Potential. Genau so, wie wir urprünglich gemeint sind.

Ich habe mir nach dem Lesen dieses Threads auch den von ZaWo vorgeschlagenen Link: "Die Rolle vom inneren Wesen und Unterbewußtsein" durchgelesen:
Nun greife ich die darin beschriebene Metapher vom Computer einmal auf, um etwas zu erläutern. Bestimmt hatten viele der Forumsleser/innen schon einmal einen Hänger mit dem PC. Dann, wenn plötzlich alles wie "eingefroren" scheint. Die Tastatur nicht mehr reagiert, dem nicht profunden PC-Nutzer dann nur noch ein Ausschalten und erneutes Hochfahren des PC´s bleibt.

Um in der hier im Thread geführten Unterbewusstseinsdiskussion redlich zu bleiben, kann ich nicht sämtliche psychische Erscheinungsformen und Äusserungen vom kindlichen Erlebnis bis Traumata in eine Kiste werfen. Und würde ich sie auch "Pandoras Box" nennen.
Konkret: Ein Traumata ist eine Verletzung, ein psychologisch-biologisches Phänomen beim Menschen, welches allein durch kognitive Bewusstseinsarbeit nicht geheilt werden kann. Es sprengt jetzt hier den Rahmen, allein den Ablauf einer traumatischen Verletzung darzustellen, daher das Bild vom PC (man nehme den traumatisierten Menschen anstelle des PC´s) im eingefrorenen Zustand. In diesem Zustand kann ich von Seth bis Abraham auf der Tastatur hämmern, es wird sich nichts bewegen. Für mein Gefühl sollte man auch ganz klar die Grenzen der Abrahamlehre benennen können - und erkennen wollen. Um so mehr kann man sich dann an den Dingen erfreuen, die mit Abraham möglich sind. (Und derer sind - wie ich finde - viele...)

lawofattraction hat geschrieben:Unser Körper ist ein Gefühls-Seismograph.

Wie wahrlich, bei einem Traumata reagiert unser Körper teilweise - oder größtenteils in einer Art Erstarrungsreaktion. Oder es können schematische Handlungsfolgen entstehen, z.B. wenn traumatisierte Menschen nach einem Autobahnunfall scheinbar ziellos durch die Gegend laufen. Kognitive Ansätze können nur lindern, Kontrolle über die Symptome ermöglichen, jedoch nie ein Traumata vollständig auflösen. Dissoziationen sind auch ein Spektrum dieses Bereiches, wenn sich Teile der Persönlichkeit abspalten. Eine ganze Wissenschaft für sich. Wer sich interessiert, Somatic Experiencing, der führende Forscher Peter Levine. Es gibt eine Reihe guter, lesbarer Bücher zu dem Thema. z.B. "Verwundete Kinderseelen heilen" Peter Levine, Maggie Kline, Kösel-Verlag 2005. Ein prima Buch, nicht nur für Betroffene.

Herzliche Grüße
Viereichen
Viereichen
 

Re: Unterbewusstsein, Verdrängung usw.

Beitragvon shaoli » 22. Jan 2015, 17:07

Hallo Viereichen ,

ich habe mich schon in einem anderen Thread gefragt , wie du dazu kommst , zu behaupten , das Beste
für einen Alkoholiker sei , ihm eine Flasche Bier hinzustellen .
und jetzt das :

Konkret: Ein Traumata ist eine Verletzung, ein psychologisch-biologisches Phänomen beim Menschen, welches allein durch kognitive Bewusstseinsarbeit nicht geheilt werden kann. Es sprengt jetzt hier den Rahmen, allein den Ablauf einer traumatischen Verletzung darzustellen, daher das Bild vom PC (man nehme den traumatisierten Menschen anstelle des PC´s) im eingefrorenen Zustand. In diesem Zustand kann ich von Seth bis Abraham auf der Tastatur hämmern, es wird sich nichts bewegen. Für mein Gefühl sollte man auch ganz klar die Grenzen der Abrahamlehre benennen können - und erkennen wollen. Um so mehr kann man sich dann an den Dingen erfreuen, die mit Abraham möglich sind. (Und derer sind - wie ich finde - viele...)


Mal abgesehen davon , dass überhaupt niemand wissen wollte , was ein Trauma ist und
LoA ganz wunderbar und einfach die Zusammenhänge zwischen Un-oder Unterbewußtsein ,
sogenannten Traumata und bewußter Realitätsgestaltung erklärt hat :

Die Behauptung , dass einer bestimmten Personengruppe mit bestimmten Erfahrungen Grenzen
und Einschränkungen auferlegt sind , setzt sich über alles hinweg , weswegen die meisten
von uns hier sind . Das LoA ist unbegrenzt gültig , in allen Lehren , ob Abrahams , Seths , Ramthas ...
geht es um die ewige Gültigkeit der " Seele " und das absolut unbegrenzte Potential , das uns
allen zur Verfügung steht , und zwar vor allem , wenn wir etwas - uns - heilen wollen oder
müssen .

Heilung , und gerade die eines Traumas , ist ein höchst intimer , individueller Prozeß , wie
überhaupt jede Manifestation , auch die Schritte , die zu der schmerzlichen Erfahrung geführt
haben . Es bedeutet , alle Krücken wegzuwerfen , an denen man gegangen ist und sich
im wahrsten Wortsinn zu erheben , nämlich über das Gefühl , früheren Erfahrungen
immer weiter ausgeliefert , machtlos gegen ihre Auswirkungen zu sein
oder sie ohne Hilfe von Außen nicht steuern zu können .
Ich sage nicht , das mein Weg der Weg für alle ist , aber ich behaupte , dass
jeder , der wirklich " heilen " will , Erleichterung bei dem Gedanken empfinden müßte ,
dass aus ihm selber heraus alles möglich ist . Das alles schon " da " ist und nie wirklich
" weg " war .

Man muß natürlich seinen eigenen Kopf benutzen , um eigene Wege zu gehen , und
nichts ist geeigneter als die Lehre des LoA ( egal , von wem in Worte gefaßt ) ,
um sich als Individuum , als absolut einzigartiges ( Schwingungs ) Wesen zu begreifen ,
anstatt die Macht und die Verantwortung für das eigene Wohlbefinden zwischen
Tätern und Helfern hin und her zu schieben . Das ist Begrenzung .
Wo der Gedanke ist, da ist der Denkende.
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Re: Unterbewusstsein, Verdrängung usw.

Beitragvon backagain » 23. Jan 2015, 06:31

Morgen

Shaoli, und Viereichen, ich verstehe Euch beide.
Viereichen sagt, wenn ich das richtig verstehe, dass die Lehren Abrahams ihre Grenzen hätten und gelegentlich doch eine Therapie her müsste. Shaoli sagt, dass der zielgreichtete Einsatz des Wissens ums loa ausreicht, um alles zu heilen.

Ich sage: Beides stimmt - und schließt sich auch nicht aus. Das hängt vom Einzelnen ab.

Ich zum Beispiel könnte mit einer Therapie nicht viel anfangen, weil ich viel lieber alleine "an mir arbeite", ohne mir auch noch ständig die Frage stellen zu müssen, was jetzt Projektion ist und wie mein Gegenüber wohl gerade insgeheim meine Aussagen bewertet. Ich bin mir am liebsten selbst Autorität.

Andersrum kann es aber sein, dass ein Therapeut durchaus mit abrahamschen Methoden vorgeht. Der Knackpunkt ist eigentlich nicht die Methode sondern die Frage, inwieweit ein anderer Mensch involviert sein muss.

Und - ganz richtig - inwieweit man selbst bereit ist zur Selbsterkenntnis, zur Veränderung, zur Verantwortungsübernahme. Ist das nicht gegeben, hilft die beste Therapie nichts. (Allerdings kann einen ein Therapeut da vielleicht hinführen, was vielen Menschen alleine nicht gelingt. )

Bei manchen Menschen ist der Widerstand so groß, dass weder reines Workshophören noch Therapie helfen, und andere haben sich in der Tat nach und nach immer weiter "emanzipiert", befreit, geheilt....mit dem Nachdenken über diese Dinge, von denen auch Abraham sprechen, ohne Hilfestellung von außen - die je nach Fähigkeit des Therapeuten tatsächlich sogar schaden kann....

Man kann hier keine Pauschalurteile fällen, denke ich.

Schönen Tag,

b.
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Re: Unterbewusstsein, Verdrängung usw.

Beitragvon backagain » 23. Jan 2015, 07:00

Wobei ich mich gerade selbst wieder eines "Glaubenssatzes" oder einer Grundhaltung überführt habe. :clown:

Es gibt Therapeuten, die bieten einfach Hilfestellung. Und es gibt Traumata, die sind so heftig, dass sie ohne Halt von außen wahrscheinlich nicht zu bewältigen sind. Nicht, weil der "Therapeut" etwas besser wüsste, sondern weil man das alleine einfach nicht aus - halten könnte.

Ich habe aber automatisch von "Autorität" geschrieben, was andeutet, welche Haltung ich dazu habe. Weswegen ich wahrscheinlich auch solche Leute anziehen würde, um sie dann fluchtartig zu verlassen. :clown:

Es gibt Therapeuten, die lassen einen immer spüren, dass ihnen etwas klar ist, was man selbst nicht verstehen würde ohne sie....und es gibt solche, die sind da und geben Dir das Gefühl, dass alles Wissen schon in Dir selbst steckt und sie nur Beistand leisten und das Wissen mit Dir zusammen herauskitzeln.

Letztere sind wahrscheinlich viel abrahamkompatibler oder wenden, wie gesagt, eben genau solche Methoden an.
Und eine solche Therapeutin würde sich mit Shaolis Annahmen bestens vertragen.

Von daher....

Es kommt, lieber Viereichen und liebe Shaoli, immer auch darauf an, was ihr unter "Therapeut" oder "professioneller Hilfe" versteht.

Tschö,

B.
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Re: Unterbewusstsein, Verdrängung usw.

Beitragvon Viereichen » 23. Jan 2015, 11:04

Liebe backagain,

danke auch dir für die Rückmeldung. In deinem Beitrag und der darin vorgenommenen Differenzierung kann ich sehr gut mitgehen.
Irgendwo verstehe ich auch shaoli, die für mein Gefühl eher wie eine Mutterglucke auf ihrem Abrahamei sitzt und es meint, gegen mich verteidigen zu müssen. Dabei ist diese Abwärtsbewegung in untere disk-Regionen unnötig; und man kann für mein Dafürhalten auch einen abstrahierenden Blick (NLP´ler sagen in die Metaebene gehen) auf die Abrahamlehre werfen, ohne sich dabei zu verlieren. Doch das mag (momentan) nicht jedem gelingen. Ich kann das gut sehen und annehmen.

Was ich versuchte habe aufzuzeigen ist, dass speziell ein Trauma mit autodidaktischen Selbsthilfeversuchen erheblich an Grenzen führt. Und das schreibe ich nun nicht in´s Blaue hinein.
Um es ganz einfach, ohne wissenschaftliches Blaba.. auszudrücken. Die Eigendynamiken eines wirklichen Traumas sind zu stark. Ebenso wird ein an stofflichen Süchten manifest erkrankter Mensch sich nicht wirksam und dauerhaft selber den Kopf aus dem Sumpf ziehen können. In Bezug auf die Kraft von psychisch-biochemischen Kreisläufen und Wechselprinzipien ist deshalb ein Vergleich eines Traumatas mit einer Alkoholsucht durchaus vorstellbar. Das abrahamsche, universelle Prinzip der Richtungssteuerung von der Denk- auf die Gefühls- Schwingungsebene ist bei diesen Krankheitsformen aus dem Gleichgewicht.
Ein Beispiel zur Erläuterung: Wer sich etwas mit Elektronik auskennt weiß, dass eine Diode die Grundeigenschaft aufweist, den Strom nur in eine Richtung durchzulassen. Mit Abraham lernen wir die Gefühlssteuerung über die Gedanken, Affirmationen oder im abrahamschen Wortlaut, mit Wertschätzung. Nun funktioniert diese Diode aber in diesen Krankheitsformen nicht oder nicht richtig. Sie läßt Energien rückwärtsgewandt (von der körperlichen-biochemischen Ebene des physichen Seins) zu. Das Denken wird dann von diesen Energien überlagert, mit ganz manigfaltigen Folgen und Erscheinungsformen. Eine Art "Selbstkontrolle" wird dadurch erschwert, deshalb kommt man bei traumatisierten und suchterkrankten Menschen mit kognitiven Ansätzen der Selbsterkenntnis, bzw. meditativer Affirmationsarbeit nicht unmittelbar weiter. Natürlich mit Einschränkungen, denn eine gute Therapie wird in ganzheitlichem Ansatz das eine nicht vom anderen ausschließen.

backagain hat geschrieben:Der Knackpunkt ist eigentlich nicht die Methode sondern die Frage, inwieweit ein anderer Mensch involviert sein muss.


"Das Ich entsteht am Du". Mein Lieblingszitat von Martin Buber muss an dieser Stelle mal wieder herhalten. :lieb: Klar brauchen wir uns nicht darüber unterhalten, dass es viel Therapeuten- bzw. Ärztefrust geben kann, ich habe dergleichen auch schon viel erlebt. Jedoch auch das andere, das ist bei mir jedenfalls ganz stark verankert: Gute Ärzte mit viel Einfühlungsvermögen, gerade im Jahr 2004 als ich mit diesem physischen Leben Schluss machen wollte und zum Glück über meinen Hausarzt in der Psychiatrie gelandet bin. Dort hat mich ein Arzt begleitet, sehr menschlich begleitet. Oder eine Psychotherapeutin, die mir über Jahre mit einfachen Mitteln, z.B. viel Zuhören, geholfen hat, mein Selbstwertgefühl hinter dem verstaubten Kleiderschrank wieder hervorzukramen. Diese Beispiele mögen vielleicht mehr vermitteln, als wenn ich lange Plädoyers dafür ausspreche, sich nicht (nur) im Tagebuch, Internetforum oder auf Selbstheilungsversuche zu fixieren.

backagain hat geschrieben:Und es gibt Traumata, die sind so heftig


...und da fängt es schon an. Was ist denn ein "heftiges" Trauma? Das ist gar nicht so einfach zu beantworten. Mit Bestimmtheit wohl dann, wenn Abspaltungen und Realitätsverlust meine eigene Lebensgestaltung und mein eigenes autarkes Handeln beeinträchtigen. Mit dem "alleine nicht aus-halten können" hast du das für mein Gefühl ganz gut beschrieben, backagain.

Nun hoffe ich, dass ich etwas näher erläutern konnte, was ich unter "professioneller Hilfe" verstehe. Dass ich verständlich war.

Liebe Grüße
Viereichen.
Viereichen
 

Re: Unterbewusstsein, Verdrängung usw.

Beitragvon Winterbraut » 23. Jan 2015, 11:59

Hallo Ihr Lieben, hallo Viereichen,

das was Du unten schreibst fühlt sich für mich ganz ganz komisch an, und ich bin keine Mutterglucke die auf dem Shaoli-Ei sitzt, und sie kann bestimmt selbst etwas dazu sagen, ich frage mich aber die ganze Zeit, was für ein "Ich" hier an dem Du entstehen soll oder kann.... denn ich finde es ein wenig überheblich. Würdest Du auf einer oberen Disk schwingen wäre eine solche Bemerkung überflüssig?

Viereichen hat geschrieben:Liebe backagain,

danke auch dir für die Rückmeldung. In deinem Beitrag und der darin vorgenommenen Differenzierung kann ich sehr gut mitgehen.
Irgendwo verstehe ich auch shaoli, die für mein Gefühl eher wie eine Mutterglucke auf ihrem Abrahamei sitzt und es meint, gegen mich verteidigen zu müssen. Dabei ist diese Abwärtsbewegung in untere disk-Regionen unnötig; und man kann für mein Dafürhalten auch einen abstrahierenden Blick (NLP´ler sagen in die Metaebene gehen) auf die Abrahamlehre werfen, ohne sich dabei zu verlieren. Doch das mag (momentan) nicht jedem gelingen. Ich kann das gut sehen und annehmen.



Ich wünsche allen einen schönen Start ins Wochenende.
Herzlich
Winterbraut
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Re: Unterbewusstsein, Verdrängung usw.

Beitragvon Maike » 23. Jan 2015, 14:28

Hallo zusammen,

warum so kompliziert? Ich kann von jedem Punkt aus auf der EGS einen Lösungsweg finden, der genau zum jeweiligen SetPoint passt. Lösungswege, die von der Angst aus gewählt werden sehen sicherlich anders aus als jene, die aus Langeweile oder aus Optimismus heraus ausgesucht (angezogen) werden. Auch für Therapeut und Klient gilt, dass Gleiches Gleiches anzieht.

Wenn jemand ganz aktuell unter den Folgen eines Traumas leidet, sind auch bestimmte Gedanken dazu vorhanden. Und wenn jemand aus dieser Lage heraus sich eine bestimme Hilfe sucht, passt sie auch genau zu seinem aktuellen Anziehungspunkt und wird ihm auf dieser Ebene auch in seinem Sinne helfen und Erleichterung bringen. Wie nachhaltig ein Lösungsweg ist, steht auf einem anderen Blatt Papier und hat durchaus auch damit zu tun, wie ich fokussiere oder ob ich mich ins "arguing for my limitations" begebe.
Für mich heißt das, dass es keinen Grund gibt, gegen das eine oder andere zu wettern. Es gibt für Lösungswege kein richtig oder falsch. Das einzig Wichtige dabei ist mein Gefühlsanzeiger.

Die Abraham-Lehre ist für mich auch keine Hilfe, keine Stütze, um etwas zu reparieren oder "wegzubekommen". Es ist eine Haltung dem Leben gegenüber. Etwas ganz Grundsätzliches, das nichts mit Regeln, Normen, Normierungen oder dem Bewerten von individuellen Entscheidungen nicht tun hat. Ganz im Gegenteil empfinde ich die Lehren als Selbstermächtigung und das Bewusstsein für die eigenen Schöpferkraft (wieder) zu entwickeln. Was ich damit anstelle, welche kooperativen Komponenten sich sammeln, welche Abschnitte mein Weg beinhaltet, ist eine ganz individuelle Angelegenheit.

Liebe Grüße
Maike
Everything that you are is always easy to find. (Abraham)
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Re: Unterbewusstsein, Verdrängung usw.

Beitragvon Winterbraut » 23. Jan 2015, 15:13

:danke:
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Re: Unterbewusstsein, Verdrängung usw.

Beitragvon shaoli » 23. Jan 2015, 15:38

Hallo Viereichen ,

auf welche Erfahrungswerte greifst du zurück ? Bist du betroffen , hast du eine entsprechende Ausbildung
oder Erfahrung im Umgang mit Alkoholikern und psychisch kranken Menschen ? Bisher habe ich
lediglich gelesen , dass du wegen einer depressiven Diagnostik behandelt wurdest . Bedauer-
licherweise habe ich jetzt Eile , weil ich zur Arbeit muß , daher nur , was mir spontan
durch den Kopf geht und äußere mich auch nicht weiter zu den Eiern , auf denen ich
nicht sitze .

Was ich versuchte habe aufzuzeigen ist, dass speziell ein Trauma mit autodidaktischen Selbsthilfeversuchen erheblich an Grenzen führt. Und das schreibe ich nun nicht in´s Blaue hinein.


Hast du die Erfahrung eines Traumas gemacht ? Ich ja .
Die von dir beschriebenen Eigendynamiken eines Traumas haben in der Schulmedizin ihre Berechtigung ,
aber wir sind hier eben nicht in einem Ärzte-Forum , wobei es Therapeuten gibt , die
mit ähnlichen Ansätzen arbeiten , wie sie Abraham lehren , also Eigenverantwortung , Loslösung
aus der Opferrolle , weniger stochern in der Vergangenheit , dafür nach vorne gerichtete Strategien
erarbeiten . Ich war nie in Therapie , weil ich schon mit 18 einen Weg gesucht habe , der
mich nicht in eine Schublade mit der Aufschrift " kaputt " führt , daher kann ich LoAs
Ausführungen aus der Erfahrung heraus nachvollziehen . Solange etwas im Unterbewußten " ruht " ,
richtet es keinen Schaden an , was man verdrängt , schwingt und bestimmt mit , was man
zuläßt , kann schon halb überwunden sein und zwar ohne Hilfe von Außen .

Ebenso wird ein an stofflichen Süchten manifest erkrankter Mensch sich nicht wirksam und dauerhaft selber den Kopf aus dem Sumpf ziehen können.

Das Gegenteil ist der Fall . Will der Betroffene nicht den Kopf aus dem Sumpf ziehen , kann
keine Therapie der Welt ihn heilen . Will er , ist er mit Heilung in Resonanz und jede Therapie
wird erfolgreich sein . Dasgleiche gilt für Trauma-Patienten . Es muß nicht Abraham
sein , ich schrieb lediglich , dass das LoA unbegrenzt und uneingeschränkte Gültigkeit
hat , und wenn der Betroffene es möchte , dann kann er sehr wohl ohne Hilfe von
Außen " heilen " . Hilfe von Außen ist auch nur eine Krücke , ob
es ein Buch ist oder ein Therapeut , eine Begleitung auf dem , was Abraham " Die
Reise ins eigene Innere " nennen , die Unterstützung , die man meint , zu
brauchen und an die man glaubt - und das alles ist absolut ok . Auch das
ist LoA , ob man daran glaubt oder nicht .

Hilfe von außen , in Gestalt einer Person , die aufgrund ihrer Ausbildung und Erfahrung
" besser " weiß , wie " es " geht , ist jedoch absolut keine Bedingung , um zu
heilen , was immer geheilt werden soll . Das mag eine Beleidigung für alle
Ärzte und Therapeuten und deinen Intellekt sein , ist aber einer der Grundsätze
dessen , womit wir uns hier beschäftigen .
Wo der Gedanke ist, da ist der Denkende.
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Re: Unterbewusstsein, Verdrängung usw.

Beitragvon Viereichen » 23. Jan 2015, 16:16

Liebe shaoli,

woher die Aufregung?
shaoli hat geschrieben:Das mag eine Beleidigung für alle
Ärzte und Therapeuten und deinen Intellekt sein , ist aber einer der Grundsätze
dessen , womit wir uns hier beschäftigen .


da du nach eigenen Angaben dringend zur Arbeit mußtest hier noch eine Ergänzung:

Alle Worte und Sätze, alle Versuche in deinem letzten Beitrag, das sind das deine Erfahrungen und es ist deine Meinung, die es zu achten gilt.

Das ist schon alles. Ich denke es macht keinen Sinn hier in zwei Lager spalten zu wollen. Alles hat seine Berechtigung, warum sonst weisen Abraham immer wieder auf die Vielfalt hin?

Ich wünsche dir nach der Arbeit viel Entspannung. Das soll auch nicht nur so von mir dahin geschrieben sein...

Liebe Grüße
Viereichen
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Re: Unterbewusstsein, Verdrängung usw.

Beitragvon backagain » 23. Jan 2015, 19:12

"soll" oder "ist" ? :mrgreen:
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Re: Unterbewusstsein, Verdrängung usw.

Beitragvon Kein_Schnee » 23. Jan 2015, 20:00

Hallo, Ihr Lieben,

ich verfolge dieses Thema mit zum Teil gespaltenen Gefühlen.
Muss allerdings loswerden, dass mir Deine Ausführungen, Viereichen, ein wenig so vorkommen, als würde ich eine Ärztezeitschrift lesen... :kgrhl:

Ich selbst habe Erfahrung mit Trauma, da ich viele Jahre lang dadurch paralysiert war.
Und nachdem ich es tatsächlich überwunden habe, denke ich nicht mehr, ein Trauma ist schlecht und muss so schnell wie möglich weg und am Besten noch mit fremder "fachkundiger" Hilfe (Bevormundung) beseitigt werden.

Ein Trauma ist zunächst einmal ein Geschenk, denn es bewahrt einen davor, von etwas überschwemmt zu werden, was einen womöglich "töten" würde.
Es ist ein Puffer, ein Aufschub mit dem Versprechen, es später, wenn man sich stärker fühlt, Stück für Stück anzuerkennen. Und natürlich entwickelt man sich in dieser Zeit weiter und hat viele Möglichkeiten, sich zu stärken und sich selbst kennenzulernen.
Für mich war dabei auch entscheidend, den Mechanismus zu verstehen, der dieses Trauma überhaupt in mein Leben gezogen hat.

Ich habe dann auf Drängen mir nahestehender Personen eine Psychotherapie gemacht, doch es war wie Folter für mich. Mich krampfhaft öffnen zu müssen, mit dem Ziel, wieder zu funktionieren und wieder "die Alte" zu sein.
Ich habe noch nie so gut geschauspielert, wie in diesen Sitzungen, dafür hätte ich einen Oscar verdient!
Denn ich habe der Therapeutin genau das gegeben, was sie wollte, ohne einen Millimeter von mir preiszugeben.
Es war niederschmetternd, da mich diese Therapie noch weiter darin bestärkte, wie scheiße ich bin und wie sehr ich nicht in diese Welt passe.
Aber diese Therapeutin war gut, und das meine ich wirklich ehrlich.
Sie war liebevoll und schaffte es immer wieder, mir meinen Schmerz vor Augen zu führen und mir das Gefühl zu geben, aufgehoben zu sein, dennoch war alles an dieser Therapie falsch, denn ich wollte etwas ganz anderes:
Ich wollte so sein dürfen wie ich war, mit meinem Trauma.

Und das war es, was mich zu den Abrahams geführt hat.
Es war für mich solch ein Aufatmen, als ich ihre Botschaft hörte: Konzentriert euch NICHT auf das was ist oder war, sondern auf das was ich wollt! Wow! Das hat mir mehr geholfen, als alles andere was ich je erlebte!

Therapeuten erwarten etwas, selbst gute.
Sich selbst am Abgrund stehend zu fragen, will ich mehr, will ich etwas anderes und dies mit JA zu beantworten, ist die einzige Heilung die es gibt.
Und wenn es jemand in "diesem Leben" nicht kann, ist es auch in Ordnung.
Ich pflichte Shaoli bei, dass man sich ausschließlich aus sich selbst heraus heilen kann.

Lasst traumatisierte Menschen traumatisiert sein!
Das ist mein Appell.

Liebe Grüße,

KeinSchnee
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Re: Unterbewusstsein, Verdrängung usw.

Beitragvon backagain » 23. Jan 2015, 21:18

Hallo Kein_Schnee

Also, ich bin mir da nicht ganz so sicher.
Ich habe das Gefühl, sowohl Du als auch Shaoli als auch ich...als auch andere hier in diesem Forum - ziemlich starke Persönlichkeiten sind, auf gewisse Weise. Aber das ist nicht jeder, kann nicht jeder, will nicht jeder.

Es gibt Menschen, die sind so zurückhaltend und trauen sich selbst vielleicht so wenig zu, dass sie einfach jemanden an ihrer Seite brauchen, der sie rausholt, von wo auch immer.
Oder es gibt Menschen, die aus akuten Belastungssituationen alleine nicht rauskommen.

Ich sage das auch mal wieder eher mir als Dir...weil ich andererseits auch immer so denke: Das muss doch jeder alleine schaffen können.

Aber das ist an vielen Menschen vorbei gedacht.

Wir haben, trotz aller Umstände (meine waren auch nicht extrem lustig, wenn auch nicht traumatisierend - würd ich mal sagen), uns durchgebissen, Shaoli ist selbständig, Du, Kein_Schnee stehst auf der Bühne, ich stand da mal....(nicht so oft....aber ein paar mal vor mehr als 100 Menschen)...)
Ich will überhaupt nicht angeben. Aber das gibt - oder ist ein Zeichen von - Rückhalt, den einfach nicht jeder hat.

Es gibt Leute, die sind ganz ganz anders drauf. Viel zurückhaltender...
Die brauchen das vielleicht wirklich, dass sie ermuntert werden, mehr Selbstvertrauen zu haben, ihren Weg zu gehen...

Oder man kanns auch andersrum sehen: Manch einer ist offener für Hilfe und Tipps von außen. :mrgreen:
Ich bekomme in letzter Zeit immer mehr, seit ich anfange, mich dafür zu öffnen und immer mehr davon absehe, die "Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben". :mrgreen:


Wie auch immer.....Maike hat schon recht: Auch darüber entscheidet das loa. Und wir ziehen diejenige Hilfe an - oder eben nicht - die passt.

Gute Nacht,

B.

PS: Ich denke, ein guter Therapeut oder eine gute Therapeutin wächst mit ihren Klienten. Verkündet eben keine Wahrheiten, sondern bietet Halt, geht dabei mit auf Entdeckungsreise und hat dafür auch noch echte Wertschätzung übrig.
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Re: Unterbewusstsein, Verdrängung usw.

Beitragvon Kein_Schnee » 23. Jan 2015, 21:39

Guten Abend, Backagain,

natürlich findet jeder durch Loa sowieso seinen Weg, aber zu glauben, es gibt Menschen, die von anderen an die Hand genommen werden müssen, ist eben genau das, was ich nicht glaube.
Die Menschen nämlich, die dann andere an der Hand in irgendeine Wohlfühl/Normalzone "zerren" wollen, haben null Einfluss auf jene, die sie glauben, retten zu müssen.

backagain hat geschrieben:Du, Kein_Schnee stehst auf der Bühne, ich stand da mal....(nicht so oft....aber ein paar mal vor mehr als 100 Menschen)...)
Ich will überhaupt nicht angeben. Aber das gibt - oder ist ein Zeichen von - Rückhalt, den einfach nicht jeder hat.


Vielleicht liegt es daran, dass Du noch nicht so oft auf einer Bühne gestanden hast, aber für mich ist es nichts was mir in meinem Leben einen Rückhalt gibt.
Es macht mir Spaß, wenn ich gut drauf bin und es macht mir keinen Spaß, wenn ich nicht gut drauf bin.
Auch hier wirkt wieder das Loa, denn was ich gebe, empfange ich.
Es gibt keine mysteriöse Kraft des Publikums, die mich pusht.
Ich bin zuerst gefragt und muss mich ausrichten: Auf einen guten Auftritt, oder auf einen schlechten.
Man ist für alles selbst verantwortlich. Für alles.

Danke, für Deine Antwort, Backagain!:-)

KeinSchnee
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Re: Unterbewusstsein, Verdrängung usw.

Beitragvon backagain » 23. Jan 2015, 21:48

Huhu Kein_Schnee

Letzte kurze Antwort für heute, dann schlafen oder schaffen.

Ich meinte es wohl eher andersrum: Du wirkst eher extrovertiert und musst es - jedenfalls teilweise - sein, sonst wäre das mit der Bühne ein Greuel für Dich. Auch ich gehöre nicht zu den zurückhaltenden Menschen.
Man kann einfach kein Musiker oder Künstler generell sein, wenn man nicht "seinen Mann steht" oder seine Frau - wenn man weiß, wie man etwas spielen will usw.

Also nicht: Die Bühne pusht, sondern: Du musst schon viel Eigenständigkeit mitbringen, um das hinzukriegen.

Ich nehme aber mal an, Du hast auch Schüler gehabt. Und da fällt schon auf, dass es ganz andere Menschen gibt. (Ach nee...)

Jetzt stehe ich vor Schulklassen und merke, dass meine Welt nur sehr wenig mit der Welt der meisten zu tun hat.

Die meisten wollen sogar dringendst an der Hand genommen werden.
Ein paar sind dabei, da merke ich: Jau, die sind so wie ich. (Die, die sich immer melden, immer auch dazwischenquatschen und ungefragt antworten, :oops: , die vor Ideen sprühen, die ihre Gefühle und Befindlichkeiten schön nach außen tragen, gerne über sich sprechen, den Unterricht aber auch beleben, lebendig sind und anstrengend....(also, das war jetzt so ein Rundumschlag, und der trifft auch nur noch - in Teilen - auf mich selbst zu.)

Es gibt aber ganz ganz viele, die gar nicht so sind. Und die froh sind - und von Dir verlangen - dass du ihnen sagst, wo's lang geht. Ich habe damit ein echtes Problem.....aber es wird langsam.

(Und es gibt auch nette, stille, zurückhaltende, die genau wissen was sie wollen oder sogar noch besser, u.s.w....es gibt einfach sehr sehr unterschiedliche Menschen. )

Und ich schätze, dass es bei Erwachsenen ähnlich ist.... :clown:

Trotzdem, wie gesagt, sollte der Weg immer zur Emanzipation führen. Finde ich.... :clown:

Gute Nacht - liebe Kein_Schnee, und weiterhin frohes Spielen. :clown:
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