Umsetzung der Lehre Abrahams im Eltern-Sein

Hier ist Raum für eigene Erfahrungen mit der Abraham-Lehre

Re: Umsetzung der Lehre Abrahams im Eltern-Sein

Beitragvon lawofattraction » 24. Okt 2015, 10:44




Liebe Lichtblume,

weisst Du, es gibt ja gerade bei diesem Kinder-Eltern-Erziehungs-Thema - fast mehr als bei allen anderen - eine Riesen-Diskrepanz zwischen der Sichtweise Abrahams und dem, was Eltern als ihre Pflicht gegenüber ihren Kindern empfinden, nämlich sie sicher und liebevoll durch die Jahre zu begleiten und zu führen und auch an bestimmten Dingen zu hindern, um sie dann ins Leben gehen zu lassen, damit sie sich selbst versuchen können.

Ich muss zugeben, dass mich die extreme Sichtweise Abrahams auf gerade diesem Gebiet manchmal fast schockt, und ich kann mir vorstellen, dass das erst recht der Fall ist für Dich und andere Eltern ist, die Kinder haben und aktiv in diesem Prozess stecken und versuchen, eine Linie zu finden, die nicht nur den Kindern gerecht wird, sondern auch ihrem eigenen Wohlgefühl. Das nur mal als Vorwort, da ich mir durchaus dieses Konflikts bewusst bin.

Lichtblume hat geschrieben:
lawofattraction hat geschrieben: Irgendwie gibt es ja immer Diskrepanzen zwischen Eltern- und Kindergenerationen. Diejenigen, die länger auf der Welt sind, denken immer, dass sie den Jungen gegenüber Vorteile an Wissen und Erfahrung haben. Dabei betonen Abraham, dass es die Kinder sind, die uns lehren.


Ja da kann ich dir bepflichten... Das erlebe ich aber vielmehr im Bezug auf meine Eltern als auf meine eigenen Kinder.


Und Deine Kinder erleben es in Bezug auf Dich ... Einschränkung, Beschneidung ihrer Freiheit, Verhinderungs-Versuche, sich auszuprobieren etc.

Lichtblume hat geschrieben:Bei Morgensternchen klappt es sehr gut, bei den älteren darf ich üben :pfeif:


Bei Morgensternchen hattest Du schon einiges Abraham-Wissen im Gepäck, und Deine kleine Tochter bestätigt Dir das dadurch, dass Du sehr viel entspannter mit ihr umgehen kannst. Sie ist die Reflexion Deiner Schwingung in Bezug auf Eure Beziehung.

Nach meinem Empfinden hast Du bei den beiden älteren Kindern viel mehr Widerstand - und auch eine grössere Erwartungshaltung. Da wäre mein Ansatz, nämlich das, was Du bei Morgensternchen mit Erfolg tust, auch bei den Grossen anzuwenden.

Eine gute Methode wäre hier die Schweizer Käse Technik, indem Du Dich bei Problemen mit den grossen Kindern an die Gefühle erinnerst, die Du bei der Kleinen hast, Dich der Situationen erinnerst und alles andere ausblendest. Dann kann sich über diesen gezielten Fokus auch die Beziehung zu den Grossen verändern. Du solltest vielleicht auch lernen, diesen Unterschied zwischen der Kleinen und den Grossen nicht mehr so zu betonen, weil das eine künstliche Diskrepanz und einen unguten Vergleich befürwortet.

Für Dich läuft es wirklich darauf hinaus, diese Gratwanderung zu meistern zwischen dem Respektieren der Wünsche der Kinder und Deinem eigenen Wohlgefühl. Das schaffst Du aber nur über Alignment, anderenfalls wird immer eine der Seiten den Kürzeren ziehen. Lies Dir dazu nochmals die Workshops der Bedingungslosigkeit durch, da ist auch der des bedingungslosen Eltern-Seins.

Wenn ich Dir einen Rat geben darf: Take it easy, mache Dir nicht so viel Druck, lerne damit zu leben, dass es kein "ideales" Familienleben gibt und dass das Spiel getreu dem "you never get it done" immer neue Facetten auflegt. Familienleben und Beziehungen sind oft enorme Herausforderungen und als solche die Königsdisziplin des Alignments. Sei nicht so kritisch mit Dir und stelle Deine eigenen Bedürfnisse mindestens auf die gleiche Stufe der der anderen. Und wenn das Contrast bringt für die Kids - so what? Auch sie müssen lernen, mit Contrast in ihrem Leben umzugehen.

Also, wende Dich mal dem Schweizer Käse zu und beglückwünsche Dich dazu, dass Du alles schon ganz ganz gut machst und es immer wieder Möglichkeiten zur Ausdehnung geben wird.

Lieben Gruss
Loa



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Re: Umsetzung der Lehre Abrahams im Eltern-Sein

Beitragvon Lichtblume » 24. Okt 2015, 11:28

Liebe Loa,

wow, was für einen Augenblick eben. Ich war vertieft in das lesen deiner Zeilen und war gerade bei "unserem Schweizer Käse :lol: " gelandet, da stand Morgensternchen nehmen mir und brachte mir ein Stück Brot und da sah ich ein Rotkelchen auf dem Fensterbrett setzen, da ich mich ein wenig schnell bewegte, folg es dann weg...! Aber es war da. Gerade als ich gelesen habe, dass ich mich mehr auf meine kleine fokussieren soll, und alles andere ausblenden soll. Da stand Morgensternchen da und der Vogel!!! :gvibes: :loveshower: :gvibes: :loveshower: :loveshower: :gvibes: :loveshower:

So lese weiter...

Alles Liebe
Lichtblume
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Re: Umsetzung der Lehre Abrahams im Eltern-Sein

Beitragvon Lichtblume » 24. Okt 2015, 11:31

So weiter geht es... sollte zwar Mittagessen kochen :lol: Nur ganz schnell..

ja das mit den Bedürfnissen von mir .... da ist viel wahres dran... aber da habe ich soviel Sachen im Kopf die ich gerne schreiben will.... Muss nun warten...

Versuche wieder heute Nacht mich zu melden, wenn ich die Ruhe im Haus am geniessen bin...

Bis dann.

Alles Liebe dir und DANKE Loa!

Lichtblume
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Re: Umsetzung der Lehre Abrahams im Eltern-Sein

Beitragvon katgirl » 24. Okt 2015, 20:59

Hallo Lichtblume,

frag Dich doch mal ganz ehrlich warum Dich das Verhalten Deiner Kinder so ärgert?
Da können ja die verschiedensten Gründe dahinter stehen, wie zB das Gefühl unzureichender Wertschätzung oder Neid, daß sie einfach ihr Ding durchziehen oder Abkehr vom Familienleben oder Überforderung oder oder
Du hast das ja schon mit Deinen Bedürfnissen angedeutet.

Meist hilft es ja einfach schon diesen Punkt genau benennen zu können oder halt aufzuschreiben.

LG katgirl, die grad heilfroh ist, um 03.21 Uhr ihren Schönheitsschlaf schlummern zu können :pfeif:
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Re: Umsetzung der Lehre Abrahams im Eltern-Sein

Beitragvon Lichtblume » 25. Okt 2015, 00:03

Hallo Zusammen,

katgirl hat geschrieben:Hallo Lichtblume,
LG katgirl, die grad heilfroh ist, um 03.21 Uhr ihren Schönheitsschlaf schlummern zu können :pfeif:


:kgrhl: :kgrhl: :kgrhl: :kgrhl:

Tja. heute ist es 00:15 und nicht 03:21 :gvibes:

Habe jetzt 2 Stunden schon mal geschlafen und widme mich nun anderen Dingen zu, bevor ich dann noch die 2 hälfte meiner Nacht schlafe. :gvibes: vorausgesetzt die Kinder lassen mich schlafen. Bin auch schon um 00:30 aufgestanden, habe für mich etwas gemacht und dann waren die Kids nacheinander die restliche Nacht wach, so dass mein "plan" von nochmals schlafen flöten gegangen ist. Mal schauen....

So, aber nun will ich schreiben.

Liebe Loa,

du hast geschrieben wegen "meinen" Bedürfnissen.... Diese Frage geht sehr tief bei mir.

Meine Bedürfnisse, so fühle ich es, kommen meistens ganz am Schluss...

Warum das den?

Diese Frage habe ich mir oft gestellt. Warum nur stelle ich die Bedürfnisse meiner Kinder über meine eigenen...?

Ich denke, ich bin als Mami da so reingerutscht. Einerseits, weil ich selber erlebt habe, dass meine eigene Mutter ihre Bedürfnisse immer zurückgesteckt hat und andererseits weil es ab dem Moment, wo ein Kind nun dein Leben teilt, GAR nicht anders möglich ist!

Ein Säugling und besonders ein Neugeborenes Kind, braucht 24 Stunden betreuung. Meine Kinder haben sich nicht darum gekümmert, als sie noch so klein wären, ob Mami nun ihre Bedürfnisse erfüllt hat oder nicht. Alle 3 Kids verlangten als Babys "sofortige" Bedürfnisbefriedigung. Egal um welche Uhrzeit! Egal, ob Mami nun genug geschlafen hat oder nicht.

Klar je älter, dass sie werden, desto länger können sie auch mal warten. Aber das geht nicht immer. Besonders bei Müdigkeit etc. ist die Geduld der Kinder gar nicht mehr da. Das heisst, dass ich die ganze Nacht/ Tag quasi auf "Piket" bin. Wenn ein Kind ruft, dann heisst es für mich, mein Bedürfnis nach Schlaf etc. zurück zu stellen.

Und so ist es auch zu weilen am Tag. Wenn Morgensternchen müde ist, oder gestillt werden will, dann kommen zuerst ihre Bedürfnisse nach Schlaf, Nähe etc. dran und dann meine. So kommt es oft vor, dass ich meine " Grundbedürfnisse" nach Nahrung, Schlaf zurück stellen muss. Inzwischen nimm ich das oft ganz gut hin... aber eben auch nicht immer. Dann werde ich auch wütend, eben weil meine "Grundbedürfnisse" auch mal geachtet werden wollen.

Uns so bin ich irgendwie reingerutscht. Zuerst die Kids......und irgendwann am Schluss ich...

Klar viele denken nun, dass die Kids das doch lernen müssen, Auch kleine Kinder müssten lernen zu warten. ...

Aber das können sie nicht. Sie leben total im Jetzt. Sie haben JETZT hunger, Sind JETZT müde. Wollen JETZT schlafen etc. Sie können nichts damit anfangen, wenn wir ihnen sagen, dass sie noch eine Stunde warten müssen.

Ausser man hat wirklich eine tiefe Bindung zum Kind, das heisst, wenn das Kind immer gespürt hat, dass man auf seine Zeichen reagiert, dann können die Baby auch schon einen Moment warten. Das habe ich bei Morgensternchen besonders erlebt. Sie spürte von Anfang an, dass ich Ihre Bedürfnisse wahrnehme, dass ich da bin, dass ich so schnell wie möglich mich um sie kümmere... so musste sie nie für lange Zeit ihr "Weinen" dafür gebrauchen, damit ich merke, dass sie ein Bedürfnis hat. Oft ist weinen nämlich das "Letzte" Mittel für ein Baby, sich aus zu drücken, dass es ein Bedürfnis hat, welches nicht gehört oder gesehen wurde. Grad dank der Windelfreien Kommunikation habe ich so ein tiefes Gespür dafür entwickelt, was Morgensternchen mir mitteilen will und wo ihre Bedürfnisse sind. Umgekehrt hat diese tiefe Verbindung mit ihr bewirkt, dass auch Sie "mich" als Mami sehr oft schon sehr gut versteht und das, seit sie schon recht klein war. Ich traute ihr schon sehr früh vieles zu. Eben im Wissen, dass Sie dieses Wissen schon hat. Dass sie ihr Können schon recht gut selber abschätzen kann.

Auch merke ich, dass das "wahrnehmen " der Bedürfnisse der Kinder so wichtig ist. Dass die Kinder spüren, dass sie gesehen werden, dass ihr Bedürfnisse anerkannt werden und dass ich als Mami da bin wenn sie mich brauchen. Schwierig wird es eben dann, wenn mein Akut leer ist... das kommt zuweilen nicht mehr so oft vor, da ich meine Aktlaufzeit schon sehr rauszögern kann. Da hilft mir das Wissen von Abraham extrem. Gerade was auch das "annehmen" des "JETZT" angeht. Ich kann das "JETZT" nicht verändern, sondern nur annehmen. Wenn ich mich über das "JETZT" ärgere verändert das nichts. Nur das ich mich dann schlechter fühle...

Annehmen, diese Bedingungslose Eltern-Liebe, ja das ist eine riesen Herausforderung. Das heisst für mich immer mehr, dass ich meine Kids erst bedingungslos annehmen kann, wenn auch ich mich bedingungslos annehmen. Das bedingt aber, dass ich auch mir selber diese starken Gefühle, egal ob nun oben von der Leitscala oder eher unten auch zu gestehe. Ich habe lange Zeit geglaubt, dass ich als Mami nicht wütend sein darf... dass meine Kinder nicht sehen dürfen, wenn ich mal aus Überforderung weine.... aber das ist nicht so.. Sie dürfen meine Gefühle sehen, dürfen sie auch spüren... ich bin keine Marionette die immer lächelt...

Aber ich merke auch, dass ich nun Stück um Stück, mir meine Bedürfnisse auch zu gestehe. Sie wahrnehme und ihnen Platz einräume. So wie in der Nacht. Es tut mir gut. 1-2 Stunden Zeit für mich zu haben oder je nachdem auch mit meinem Mann. Denn das ist ein weiteres Thema. Wen ein Paar, Eltern wird. Die Zeit als Paar zusammen, die rückt total in den Hintergrund... auch das fehlt oft. Wenn ich bei meinem Mann einschlafe und gerne bei ihm liegen bleiben würde, sobald eines der Kids wach ist, heisst es für mich, wieder zurück ins Familienschlafzimmer zu den Kinder um die restliche Nacht bei ihnen zu sein. Auch da sind die Bedürfnisse der Kids an 1. Stelle. Jedenfalls bis sie hoffentlich älter sind und auch begreifen können, dass Mami da ist, auch wenn ich nicht immer im Zimmer bin.

Oder auch am Tag, wünschte ich mir, mehr Gesprächszeit mit meinem Mann... (dazu später gerne mal noch ein paar Gedanken dazu...)

Liebe Katgirl,

du hast mich gefragt, was mich denn so wütend macht am Verhalten der Kinder.

Eben weil in diesen Momenten "Meine Bedürfnisse" nicht gehört wurden und sich das dann bei mir mit Wut oder ärger anzeigt. Oder auch, weil vermutlich übernommene Glaubenssätze oder Vorstellungen über das Leben mit Kinder durchdrücken. Jedenfalls, sehe ich in diesen Momenten die Situation nicht aus den Augen der Quelle. Daran werde ich arbeiten.

So, ich lasse das mal so stehen.

Liebe Grüsse in die Nacht hinaus.

Lichtblume
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Re: Umsetzung der Lehre Abrahams im Eltern-Sein

Beitragvon Lichtblume » 25. Okt 2015, 06:30

Liebe Katgirl,

ja du hast recht. Ich habe jetzt noch lange über deine Frage nachgedacht. Vielleicht könnte es wirklich manchmal Neid sein, den Kindern gegenüber. Neid, da sie den ganzen Tag mehrheitlich ihrer Inspiration folgen können. Vermutlich erinnert mich das an meine eigene Kindheit... und ich wünsche mir das auch wieder. Einfach mal schlafen, wenn man schlafen will.. essen wenn man essen will.... an der Sonne spazieren gehen..wann ICH will... ein langes Bad nehmen... etc.

Das Familienleben ist etwas ganz wunderbares. ich würde es nicht anders wollen. Aber ich merke, dass ich selber eben auch Bedürfnisse habe... und es eine Herausforderung ist, immer bereit sein zu müssen, auf diese Bedürfnisse zu verzichten... weisst du was ich meine?

Kinder sind die wahren Lehrer. Ja das stimmt! Sie zwingen einem auf liebevolle oder manchmal auch auf intensive Art und weise dazu, die Reise zu sich selber zu machen und sich selber immer wieder neu kennen zu lernen.

So, später hoffentlich noch mehr...

Bis bald

Lichtblume
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Re: Umsetzung der Lehre Abrahams im Eltern-Sein

Beitragvon backagain » 25. Okt 2015, 08:33

Liebe Lichtblume

Wenn ich deine Zeilen lese, habe ich zwei Empfindungen: Die eine ist, dass ich es sehr schön finde, was du deinen Kindern geben willst. Die andere ist Erschütterung:

Was du tust, tut teilweise weder dir noch deinen Kindern gut!

Ich kann dich verstehen: Auch ich möchte, dass sich meine Kinder (10 und 6) zu freien, glücklichen Wesen entwickeln. Und dafür tue ich sehr viel und ich denke sehr viel darüber nach, wie sich das verwirklichen lässt.

Aber ich glaube, eine Grundfrage ist wirklich die, wie Kinder sind und was sie brauchen. Wie gut sie ihre eigene Inspiration führt, und inwiefern diese zu vereinen ist mit dem Leben in Gemeinschaft, in Familie und Gesellschaft. Wie man es schaffen kann, dass ihre Bedürfnisse genauso erfüllt werden wie die der Eltern oder anderer Mitmenschen.

Und da ist zum Beispiel die Frage nach der Freiheit...

Dazu eine Geschichte: Ich habe an einer freien Schule eine Woche lang hospitiert. Dort konnten die Kinder (zwischen 6 und 15) tun, was sie wollten. Die großen durften sogar ihre Handys benutzen und darauf spielen. Die Idee dahinter: Kinder haben ein natürliches Bedürfnis zu lernen - und wenn man ihnen nichts vorgibt, holen sie sich alleine, was sie brauchen. Es gab kaum Vorgaben, wenig Strukturen und viel viel viel Freiheit.

Hm....

Tief eingeprägt hat sich mir folgendes Erlebnis: Ich guckte einmal in den Sportraum. Dort standen mehrere Kinder an der Wand, in Reih und Glied, und ein älteres auf einer Matte und schrie irgendwas, was die anderen dann taten.
Ich ging rein und fragte, was sie spielten. Und das war: Er (der auf der Matte) ist der König und wir sind die Untertanen. Wir müssen immer machen, was er sagt. :shock:
Die Schule nannte sich "demokratische Schule".....die Kinder spielten König.

Meine Interpretation: Sie vermissten klare Vorgaben und holten sich diese in einem Spiel - das allem widersprach, was in der Schule an Theorien über das Wesen von Kindern kursierte.

Die Theorie ist: Kindern keine Strukturen vorgeben, damit sie sich in Freiheit entwickeln können. Die Praxisi: Kinder haben ein großes Bedürfnis nach Strukturen.

Noch eine Geschichte: Seit mein Ex-Mann und ich getrennt sind und ich voll arbeite, müssen meine Kinder größere Herausforderungen meistern. Sie müssen mehr helfen, der Große muss sich mehr um die Kleine kümmern.
Ergebnis: Ich sehe es beiden an, dass sie stolz darauf sind, Verantwortung übertragen zu bekommen und mit zu helfen. Sie wachsen daran - es tut ihnen sehr gut!

Wir - auch Kinder - brauchen nicht nur Freiheit. Kinder sind mit unstrukturierter Freiheit zumeist sogar vollkommen überfordert. Sie brauchen auch Orientierung, Verantwortung, Aufgaben, Strukturen, Vorbilder.....

Aber natürlich auch, dass sie ernst genommen werden, dass man Zeit mit ihnen verbringt, ihnen zuhört, Nähe, Liebe, Geborgenheit....und Freiheit.

Wo haben hier jetzt Abraham Platz? Wieviel eigenes Wissen bringen Kinder in diese Welt, das man als Erwachsener möglichst unangetastet und unbeschnitten lässt? Wieviel Bedürfnisse von Kindern müssen erfüllt werden - sodass man als Erwachsener nicht verloren geht? Wie lässt sich individuelle Freiheit mit Familienleben und dem Glück aller vereinen?

Ich halte es so: Ich folge weiterhin MEINEM Wohlgefühl. MEINER Inspiration und Intuition.

Wenn ich Theorien darüber entwickle, was meine Kinder brauchen oder nicht und was ich dafür tun muss - halte ich mich in der Realität der anderen auf. Und das ist verkehrt.

Aber natürlich dient es meinem Wohlgefühl, meine Kinder glücklich zu sehen. Sie - und mich. Und das versuche ich, hinzukriegen.
Wie ich das mache, schreibe ich im nächsten Post....
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Re: Umsetzung der Lehre Abrahams im Eltern-Sein

Beitragvon backagain » 25. Okt 2015, 09:01

Also: Ich folge im Umgang mit den Kindern meinem Wohlgefühl.

Dazu gehörte und gehört durchaus, dass ich sehr viel für und mit meinen Kindenr tue. Zum Glück mag ich ähnliche Dinge wie sie. Ich freue mich, mit ihnen zu spielen, ich fahre gerne in die Natur und stapfe durch Wiesen und Wälder, ich liebe es, Kürbisse auszuschneiden, ich spiele sogar immer noch gerne mit Lego. :clown:

Ich habe ein altes, nicht sehr hübsches Sofa gekauft, das aber viele Kissen hat, damit sie drauf toben können und Höhlen bauen - denn ich weiß, wie sehr ich das als Kind geliebt habe. Das schicke Sofa kaufe ich mir, wenn die Kinder groß sind.

Aber wenn sie mir Witze erzählen, die ich nicht lustig finde, sage ich: Das bitte lieber anderen Kindern erzählen - damit kann ich nichts mehr anfangen. Am Spielplatz lese ich nebendran ein Buch. Und wenn ich arbeiten muss, sage ich: Leute, ich hab zu tun, lasst euch selbst was einfallen.Wenn ich müde bin, sage ich, dass ich müde bin und Ruhe möchte.

Tja, und dann das Thema Ordnung. Für die Ordnung im Haus sind alle mitverantwortlich. Und mein Wohlgefühl geht komplett verloren, wenn ich alles alleine machen muss. Sie müssen mithelfen - auch wenn sie selbstverständlich auch lieber Filme gucken würden.

Hier kommt die Frage nach deiner inneren Haltung - deiner Schwingung und dem Zulassen deiner Wünsche ins Spiel. Wenn du ein schlechtes Gewissen hast, weil du denkst, du schränkst die Freiheit deiner Kinder ein, du aber andererseits etwas von ihnen möchtest, dann wirst du unsicher und wirst mit einem bittenden Ton in der Stimme (einer unsicheren, widersprüchlichen Schwingung) sagen: Ich finde, ihr könntet auch mal ein bisschen mithelfen.

Ergebnis: Sie tun es garantiert nicht. Und du wirst sauer.

Hörst du auf deinen Wunsch und bist sicher, dass das richtig ist, sagst du im Brustton der Überzeugung: So Leute, aufräumen!

Dann tun sie es.

Ich mache es außerdem ähnlich wie du: Ich denke mir trotzdem manchmal Spiele dazu aus. Aufräumen kann Spaß machen - und das kann man den Kindern auch vermitteln. Und die Ordnung hinterher genießen die Kinder ja selber.


Zum Thema Filme und Computerspiele: Meine Erfahrung ist: Wenn man Kinder machen lässt, gucken sie unendlich viele Filme und essen unendlich viele Süßigkeiten und keine natürliche Inspiration hindert sie daran. Denn beides verschafft intstantane Befriedigung. Vor allem Computerspiele: Hier erfährt man Selbstwirksamkeit, man kann Dinge bewirken, man fühlt sich "mächtig" - und muss sich dafür kaum anstrengen.

(Hier kommt die Überlappung mit Kein_Schnees Thema: Freude und Leichtigkeit vs. Disziplin und Anstrengung. Kein einfaches Thema - ich umgehe es mal.....)

Also: Auch meine Kinder würden einerseits gerne den ganzen Tag Filme gucken und Computer spielen.
Sich hier zu beschränken bringen sie nicht automatisch mit - kaum ein Kind, das ich kenne, tut das.
Aber ich sage dir: Es tut ihnen nicht gut!!!

Es sind Erlebnisse aus zweiter Hand. Filme verschaffen uns keine erfüllten Erinnerungen - anders als das Stapfen durch Blätterhaufen, der Geruch von Natur, das Bauen von Baumhäusern oder das Selbermachen von Butter. (Das hast du mal erzählt :clown: - ich habs nachgemacht. :ros: )

Echte menschliche Nähe, Dinge gemeinsam erleben....etwas selber planen, sich Spiele ausdenken, etwas bauen....daran wächst man, das macht wirklich froh, das sind Erlebnisse, die dich als Mensch formen.

Aber: Oft muss man sich dazu überwinden, denn es ist viel einfacher, den Laptop anzuschalten. Vor dem Laptop muss man sich auf niemanden einlassen, man muss sich nicht einigen, was gespielt wird, man muss niemandem zuhören, man muss sich nicht anziehen, man muss sich nicht bewegen....

(Ich habe an meiner Schule, an der ich jetzt arbeite, viele Kinder, die viel viel Filme gucken und viel viel Süßigkeiten essen - weil niemand sie in dieser Freiheit beschneidet. Das Ergebnis ist gruselig, und die Kinder sind alles außer glücklich!!!! Und: Sie sind außerdem noch sozial ziemlich inkompetent. Sie sind kleine Egoisten, die nicht gelernt haben, mit anderen gemeinsam etwas zu organisieren....ihre aktuellen Bedürfnisse zurückzustellen zugunsten eines gemeinsamen Ziels....kleine Tyrannen, die "ich, ich, ich" schreien... )


Ich mache es so: Meine Kinder dürfen auch Filme gucken. Sie dürfen auf dem Handy spielen. Aber - eine ganz begrenzte Zeit. Danach sorge ich dafür, dass wir bzw. sie andere Dinge tun.
Eben zum Beispiel, indem ich dieses Sofa gekauft habe und ihnen vorschlage, eine Höhle zu bauen.
Sie dürfen phasenweise das ganze Wohnzimmer in eine Legolandschaft verwandeln (und müssen dann aufräumen wenn ich merke, dass ich meinen Platz wiederhaben will.)
Wir haben jetzt in den Ferien gemeinsam ein Theater gebastelt und im Internet recherchiert, wie man Schattenfiguren macht. Wir haben Lichtquellen ausprobiert und überlegt, warum manches Licht streut und manches so gebündelt ist, dass es für Schattentheater geeignet ist. Wir fahren raus, wir unternehmen Sachen - alles Dinge, die du ja mit deinen Kindern auch machst.
Aber: Bei mir gibt's dann keine Diskussion darüber, ob mitgemacht wird oder nicht. :clown:
Und: Sie machen gerne mit. Beide - auch der Große immer noch.
Der hat aber natürlich auch viele Freunde, mit denen er sich selbstständig verabredet ...und wenn die da sind, dürfen sie eine halbe Stunde Handy spielen, und mehr nicht. Punktum. Ohne Diskussion. Dekret von oben. :clown:


So, nochmal eine Zusammenfassung, und dann reicht es. :clown:
Zuletzt geändert von backagain am 25. Okt 2015, 09:31, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Umsetzung der Lehre Abrahams im Eltern-Sein

Beitragvon backagain » 25. Okt 2015, 09:14

Nochmal das Wesentliche:

Ich habe das Gefühl, du denkst darüber nach, was deinen Kindern gut tut, wie du dich verhalten musst, damit sie ihre Realität ungehindert gestalten können.

Du denkst, die Kinder sind dein Lehrmeister und hast Theorien darüber im Kopf, wie Kinder sind und was sie unbedingt brauchen.

Aber das ist NICHT Abraham. Das ist sogar ein komplettes Missverständnis. Und deine Wut zeigt dir dann an, dass da irgendwas komplett schief läuft.

Was schief läuft ist aber nicht, dass du es noch nicht gut genug machst - für deine Kinder.
Was schief läuft ist, dass du Dich selbst total aus den Augen verlierst und aktiv nicht deine - sondern ihre Realität gestalten willst.

Du musst darüber nachdenken, wie du DEINE Realität haben willst. Nichts anderes. Dein IB ist DEINE Führung.
Und das Uni orchestriert es dann so, dass das mit der Realität der anderen passt.

Der Lehrmeister auf deinem Weg zu dir selbst bist du! Nur du alleine.

Schön - wunderschön - dass das Glück deiner Kinder darin eine große Rolle spielt. Aber: schau auf dich selbst.

Und damit gibst du ihnen dann übrigens viel viel mehr, als wenn du sie uneingeschränkt Filme gucken lässt. Du bist dann nämlich ein echtes Vorbild und nicht Handlanger, der nicht ernst genommen wird. Sie sehen an dir, wie man für sich selbst eintritt. Sie erleben an dir, was Freiheit ist - wirkliche Freiheit....nämlich die, die eigene Realität zu gestalten.

b.
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Re: Umsetzung der Lehre Abrahams im Eltern-Sein

Beitragvon Lichtblume » 25. Okt 2015, 09:50

Liebe backagin,

danke für deine ausführliche Antwort!

Es ist doch schön, dass es so viele Ansichten gibt über das" Erziehen" der Kinder. Wobei ich für mich persönlich eben glaube, dass die Kinder "nicht Erzogen" werden müssen. Jedenfalls nicht so, wie es heute von vielen Menschen geglaubt wird.

Und doch... meine Kinder sind meine Lehrmeister. Sie zeigen mir, was ich vergessen, verlernt etc. habe. Sie sind meine Inspiration! Denn meine Kinder zeigen mir eine Welt die ich auch gekannt habe als kleines Mädchen!

Und mein grösster Wunsch ist es. MIT MEINEN KINDERN HAND IN HAND ZU GEHNEN!

Mein Wohlfühlweg bin ich immer noch am suchen.. Ein teil habe ich schon gefunden, der rerst wird sich so wieso immer wieder ändern.

So wir gehen nun in den Wald. Mein Sohn will äste Suchen, dass er darauf Skulpturen machen kann und sie zwei kleinen wollen bestückt mit Schaufeln für unseren Igelhaufen Blätter sammeln....

Liebe Grüsse
Lichtblume
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Re: Umsetzung der Lehre Abrahams im Eltern-Sein

Beitragvon backagain » 25. Okt 2015, 10:31

Hallo Lichtblume

Dann wünsche ich euch einen wunderschönen Tag im Wald.

Aber ich frage dich: Wieso hast du diese Welt vergessen. Und wieso ist es Aufgabe Deiner Kinder, dir diese Welt wieder zu zeigen? Wieso zeigst du nicht ihnen, welche wunderbare Welt es zu entdecken gibt?
(Ich weiß, dass du das tust. Aber ich meine die Haltung dahinter....)

Für mich ist das noch nicht Bedingungslosigkeit. Und: Es geht nur eine begrenzte Zeit. Deine Kinder werden älter. Sie wollen vielleicht nicht immer mit dir Hand in Hand gehen. :clown:
Oder sie wollen es nicht, wenn sie dich führen müssen. Sie wollen irgendwann frei neben dir gehen und deine eigene Kraft spüren. Und irgendwann gehen sie ganz woanders....und kommen gerne immer wieder.....wenn es in Freiheit geschieht.

Das ist übrigens ein sehr aussagekräftiges Bild, finde ich.

Meine Tochter hat nach der Trennung eine Weile wieder bei mir im großen Bett geschlafen. und manchmal ist sie nachts aufgewacht und wollte dann meine Hand halten. Ich mag das selbst sehr - also bitteschön. Ich habe es sehr genossen.

Allerdings kommt es jetzt nur noch ganz selten vor. Und meistens möchte sie wieder im Kinderzimmer schlafen. Und morgens möchte sie lieber aufstehen als noch stundenlang mit mir zu kuscheln.

Mein größer Wunsch ist auch das Glück meiner Kinder. Ihnen Kraft, Entscheidungsfähigkeit, Geborgenheit und Freiheit zu geben. Und sie so sein zu lassen, wie sie sind.

Aber: Dazu gehört auch Loslassen. Und das geht am einfachsten, wenn man bei sich bleibt. Dieses Bei-sich-bleiben ist ja kein Egoismus, sondern Alignment.

Und: Es gehört dazu, den Kindern Vorbild zu sein. Denn Kinder brauchen das.

(Das klingt widersprüchlich - und das ist ja genau die Gratwanderung. Kinder brauchen Führung und Freiheit, und Erwachsene brauchen Freiheit und die Möglichkeit, Dinge vorgeben zu können....Dinge, die nicht ihrem Egosimus dienen sondern dem Funktionieren von Abläufen. Und die der Erziehung der Kinder dienen in eine Richtung, die diesen nützt ist und ihnen zu mehr Glück und Freiheit verhilft. )

Ich glaube nicht, dass "heute" viele Menschen denken, Erziehung müsse so und so vonstatten gehen. Ich habe eher den Eindruck, heute denken viel Menschen, Erziehung ist etwas Überflüssiges.
Kinder sind aber keine kleinen Erwachsenen, die automatisch wissen, wo es lang geht. (Und Erwachsene sind oft kleine Kinder...die nicht gelernt haben, wo es lang geht. :clown: )

Kinder brauchen Strukturen, Vorbilder, Orientierung. Ich weiß nicht, ob das abraham-konform ist. Aber es ist abraham-konform, in eigene Wünsche die anderen möglichst nicht einzubeziehen. Und "Hand-in-Hand gehen" ist eine ziemlich starke Einbeziehung....auch wenn ich weiß, was du meinst.

Aber jetzt höre ich auf - ich habe das Gefühl, hier auch eine Grenze zu überschreiten. :ros: Du kennst deinen Weg. Oder wirst ihn finden. Ich versuche nur, Gedankenanstöße zu liefern. Denn das Thema interessiert mich sehr.

Und du hast mir auch viele Gedankenanstöße geboten. Ich denke - logischerweise - viel über Erziehung, Schule, Kindheit, Freiheit nach...als Mutter und als Lehrerin. Und bin selbst noch längst nicht am Ende meiner Gedanken.

Viel Erfolg weiterhin - und viel "Glück". Viele Glücksgefühle für dich und deine Kinder!

b.
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Re: Umsetzung der Lehre Abrahams im Eltern-Sein

Beitragvon backagain » 25. Okt 2015, 12:03

Wie immer, ein Nachtrag.
Ich merke selbst, dass meine Beiträge voller Widersprüche sind.
Andere nicht in die eigenen Wünsche mit einzubeziehen hieße ja genau, den Wunsch nach Ordnung - eigenständig zu verwirklichen.
Aber wir leben nunmal in einer Gemeinschaft....
Und: Kinder haben ebenfalls den Wunsch nach Ordnung.

In der Schule erlebe ich auch oft, dass es einerseits sehr sehr laut ist, andererseits ein großer Wunsch auch seitens der Kinder vorhanden ist nach Stille. Es atmen alle auf, wenn es mal ruhig wird. Alle lieben meine Klangschale und lauschen den leisen Tönen andächtig nach. Aber von selbst wird es nicht ruhig....

Mir fällt jetzt nicht mehr viel dazu ein ... ich denke weiter darüber nach.
Und halte meine Kinder weiterhin zum Aufräumen an....in Maßen und mit Bedacht. Aufgebaute Spiellandschaften, die noch genutzt werden, dürfen stehen bleiben, wer gerade total müde ist muss auch nicht aufräumen....ich achte auf geeignete Momente, ich schaue darauf, wie es allen geht....und so läuft das ziemlich gut.

Genauso auch in allen anderen Bereichen....

Und noch etwas zum Thema Computer:

Mein Sohn hat ein eigenes Spiel entwickelt, das "Geschichte" heißt. Es ist wie ein Computerspiel, nur denkt er sich die Geschichte aus, die Levels, die Waffen und Hilfsmittel....und seine Phantasie ist dabei unbegrenzt.
Seine Freunde lieben es, das mit ihm zu spielen...und die Kinder sitzen stundenlang da, träumen und reden.

Das heißt, auch der Computer kann Inpiration sein. Aber eben: alles in Maßen.

Meine Antwort heißt: Achtsamkeit. Auf den Moment achten. Und gelegentlich vorsichtig steuernd eingreifen....

b.
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Re: Umsetzung der Lehre Abrahams im Eltern-Sein

Beitragvon Lichtblume » 25. Okt 2015, 12:42

Liebe Loa,

magst du mir ein Beispiel nennen? Ich kenne nur die Workshops die du bis jetzt übersetzt hast und auch diese sollte ich wieder mal in ruhe durchlesen :gvibes:

lawofattraction hat geschrieben:
Ich muss zugeben, dass mich die extreme Sichtweise Abrahams auf gerade diesem Gebiet manchmal fast schockt, und ich kann mir vorstellen, dass das erst recht der Fall ist für Dich und andere Eltern ist, die Kinder haben und aktiv in diesem Prozess stecken und versuchen, eine Linie zu finden, die nicht nur den Kindern gerecht wird, sondern auch ihrem eigenen Wohlgefühl. Das nur mal als Vorwort, da ich mir durchaus dieses Konflikts bewusst bin.


Danke dir!

Liebe Grüsse
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Re: Umsetzung der Lehre Abrahams im Eltern-Sein

Beitragvon Lichtblume » 25. Okt 2015, 12:43

Liebe Backagin,

ich muss das mal setzen lassen, was du alles geschrieben hast.

Danke, dass du dir die Zeit genommen hast.

Liebe Grüsse
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Re: Umsetzung der Lehre Abrahams im Eltern-Sein

Beitragvon lawofattraction » 25. Okt 2015, 13:11

Lichtblume hat geschrieben:magst du mir ein Beispiel nennen?


Sie sagen, dass Kinder halt lange aufbleiben sollen, wenn sie nicht schlafen wollen - weil sie dann offensichtlich nicht müde sind - oder beim Thema der Videogames etc. dass sie halt dann spielen sollen. Kinder folgenden ihrem Bliss noch viel eindrücklicher als Erwachsene, weil sie noch keine erlernten Konventionen berücksichtigen und halt das machen, was ihnen in dem Moment als gut erscheint.

Aber ich möchte mir das Chaos gar nicht vorstellen, wenn jedes Kind zu einer anderen Zeit ins Bett gehen oder essen will oder die ganze Nacht vor dem TV sitzen möchte. Aber eine alignte Mutter mag wohl die richtigen Worte finden, um das eben nicht zu Chaos werden zu lassen. :pfeif:

Ich schau mal, ob ich da etwas für Dich finde.




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Re: Umsetzung der Lehre Abrahams im Eltern-Sein

Beitragvon katgirl » 25. Okt 2015, 13:18

Hallo Lichtblume,
ok, ich gebe zu, daß es theroetisch immer leichter ist Ratschläge zu geben, als wenn man selbst in der Situation steckt.

Aber Du mußt wirklich versuchen, Dir selbst Freiräume zu schaufeln. Es ist doch egal ob es der Friseurtermin oder eine ruhige Tasse Kaffee oder ein Mittagsnickerchen ist oder ob Du alle 3 mal für eine Stunde bei Verwandten oder zur Betreuung ablieferst oder ob der Papa sich mal kümmert.
Wichtig ist doch nur, daß Du stetig auf Dich achtest. Frag Dich einfach zwischendurch, was Du jetzt gerne wollen würdest, immer und immer wieder.
Eine Idee wären auch Phantasiereisen für Kinder oder Kindermeditationen, die ihr zusammen machen könntet.

Mach Dir uneingeschränkt klar, daß Deine Kinder selbst erschaffen. Wenn Du akzeptierst, daß Du auch Bedürfnisse hast und nicht ihre einzige Bezugsperson bist, werden sich mehr Ereignisse einstellen und Personen kommen, die es Dir leichter machen.

Momentan bist Du auf der eingefahrenen Schiene von ' Ich muß'. Wäre es nicht schön, wenn die Kleine abgestillt ist und auch normales Essen entdecken will? Wäre es nicht schön, wenn die Großen sich mehr für Hobbies und Kontakt mit Kindern begeistern?
Wäre es nicht schön, wenn der Papa mehr Zeit mit ihnen verbringen will?

Verzieh Dich mit Block und Stift aufs Klo und schreib Dir den Kram von der Seele. Schreib das sie älter werden, daß sie vernünftiger werden, daß sie ja auch nicht ewig so klein bleiben wollen. Schreib das die Zeit für Dich läuft. Schreib Dir jeden Abend auf, was gut war. Geh allgemein über das nächtliche Aufwachen ' Absolut jeder Mensch wacht nachts auf. Es ist normal nachts aufzuwachen. Man kann auch schnell wieder einschlafen.' Ich meine damit nicht ignorieren oder happy face, sondern wirklich ehrlich nach einer besseren Formulierung suchen.

In diesem Spiel geht es nur um Dich. Im Prinzip existierst nur Du allein in Deiner Realität. (Keine Sorge, ich muß mich daran auch regelmäßig erinnern.)
LG
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Re: Umsetzung der Lehre Abrahams im Eltern-Sein

Beitragvon katgirl » 25. Okt 2015, 13:26

lawofattraction hat geschrieben:

Sie sagen, dass Kinder halt lange aufbleiben sollen, wenn sie nicht schlafen wollen - weil sie dann offensichtlich nicht müde sind - oder beim Thema der Videogames etc. dass sie halt dann spielen sollen. Kinder folgenden ihrem Bliss noch viel eindrücklicher als Erwachsene, weil sie noch keine erlernten Konventionen berücksichtigen und halt das machen, was ihnen in dem Moment als gut erscheint.



Ich als Kind hab immer gedacht, ich verpaß was, wenn ich im Bett bin. :pfeif:
Also müßte ich doch unbedingt noch aufbleiben, um ja alles mitzubekommen. Und dann ist es auch ziemlich doof pünktlich um 8 einschlafen zu müssen. Macht man ja als Erwachsener auch nicht. Oder?
Selbstbestimmt Abends ein Buch zu lesen kam dann später schon besser. Oder Musik hören. Freiheit! Selbstbestimmung! :stimmt:

Das Thema Games war ganz lustig bei einer Freundin, die ihren Kindern die Spielerei vorbeugend untersagte und PC Nutzung kontrollierte. Ist ja eigentlich normal. Also nix playdings und nur eine halbe Stunde am PC rumdillern.
Nur einige Zeit später schaffte sich ihr Mann ein smartphone an, was er seitdem mehr als ausgiebig nutzt, egal ob Frühstückstisch oder Bettkante.
:pfeif:
LG
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Re: Umsetzung der Lehre Abrahams im Eltern-Sein

Beitragvon Lichtblume » 25. Okt 2015, 13:42

lawofattraction hat geschrieben:
Lichtblume hat geschrieben:magst du mir ein Beispiel nennen?


Sie sagen, dass Kinder halt lange aufbleiben sollen, wenn sie nicht schlafen wollen - weil sie dann offensichtlich nicht müde sind - oder beim Thema der Videogames etc. dass sie halt dann spielen sollen. Kinder folgenden ihrem Bliss noch viel eindrücklicher als Erwachsene, weil sie noch keine erlernten Konventionen berücksichtigen und halt das machen, was ihnen in dem Moment als gut erscheint.

Aber ich möchte mir das Chaos gar nicht vorstellen, wenn jedes Kind zu einer anderen Zeit ins Bett gehen oder essen will oder die ganze Nacht vor dem TV sitzen möchte. Aber eine alignte Mutter mag wohl die richtigen Worte finden, um das eben nicht zu Chaos werden zu lassen. :pfeif:

Ich schau mal, ob ich da etwas für Dich finde.


DANKE LOA. Bin gespannt.

Liebe Grüsse
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Re: Umsetzung der Lehre Abrahams im Eltern-Sein

Beitragvon Lichtblume » 25. Okt 2015, 13:43

Danke Katgirl!

Melde mich später.

Liebe Grüsse
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Re: Umsetzung der Lehre Abrahams im Eltern-Sein

Beitragvon Klara » 25. Okt 2015, 13:47

Habe jetzt nicht alles von vorne gelesen, nur die letzten, aktuellen Beiträge und ich stimme Backagin zu :danke: Ich arbeite selbst an einer (Förder-)-Schule und ich empfinde es alles andere als positiv, wenn ich täglich Kinder und die Auswirkungen einer total freien Erziehung sehe.
Da ich keine Kinder habe, habe ich Abe zum Thema Kinder nicht allzu intensiv gelesen, doch ich bin der Meinung, dass Kinder durchaus sanfte Führung und Orientierung, Rituale usw. brauchen.

(Ich selbst bin übrigens sehr antiautoritär erzogen worden und es war für mich eher schädlich, immer alle Freiheiten gehabt zu haben, keine Grenzen aufgezeigt bekommen zu haben usw.
Klein Klara wollte Geige spielen mit 6 Jahren, also durfte ich das auch (was ich positiv finde), in der Pubertät hatte Klara aber so gar kein Interesse mehr am Geige spielen, sondern mehr an Jungs und als ich mich aufführte wie sonstwas, wurde Pubertäts-Klara also vom Geigenunterricht abgemeldet, was ich heute noch zutiefst bedaure, vor allem weil die Lehrerin mehrmals bat, diese Phase durchzustehen, da ich echt Talent hatte.
Klein Klara lispelte als Kind. Es kam eine Logopädin in die Grundschule, die mit mir am Lispeln arbeiten wollte. Ich führte mich mit 6 Jahren auf wie eine Wilde, weil ich ich nicht zur Logopädie wollte. Also, Klein-Klaras Wunsch ist Befehl an die Eltern. Ich musste nicht zur Logopädie. Heute als Erwachsene lispele ich noch immer und hab dann Stunden bei der Logopädin genommen. Ergebnis: null Verbesserung, ich sei zu alt, hätte man als Kind machen müssen.
Ich bekam in Sachen Beruf keine Orientierung, keine Hilfestellung, weil man mir immer alles selbst zugetraut hatte, und mit dieser freien Erziehung habe ich persönlich mehr Leid erfahren. Und zwar langfristig gesehen. Sicher war es damals toll, meinen Willen bekommen zu haben...Langfristig gesehen aber war das gar nicht mehr toll. Da ich jetzt teilweise immernoch mit meinen Kindheitsentscheidungen leben muss, die ich mal als 6-jährige getroffen habe. Eindeutig zu jung dafür. Ich habe mir immer gewünscht, Eltern zu haben, die mir Orientierung, Grenzen aufzeigen würden. Nicht autoritär! Ich finde nur beide Extreme nicht gesund (autoritär und total frei)
:nachdenk:
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Re: Umsetzung der Lehre Abrahams im Eltern-Sein

Beitragvon Lichtblume » 25. Okt 2015, 14:53

Nur ganz kurz... wenn wir als "Eltern" ja glauben, dass Kinder Strukturen etc. brauchen um aufzuwachsen, dann begegnen uns ja auch immer Situationen in denen wir erleben, dass Kinder solche Strukturen gut tun...

Hier wirkt ja das LOA auch....

Ist nicht einfach die Angst da, die Kinder einfach machen zu lassen? Angst, dass aus ihnen nichts wird? Angst, dass sie total von der Bahn kommen? Oder dass Kinder die falschen Entscheidungen treffen? Oder schon gar nicht wissen was sie brauchen?

Wenn wir als Eltern es schaffen, in Verbindung mit der Quelle zu bleiben und das vorzuleben, inspirieren wir ja die Kinder auch selber in Verbindung zu bleiben.. dann braucht es keine Regeln, Strukturen etc. sondern die Kinder werden inspiriert an den Strukturen die sich die Eltern selber geben, damit sie diese dann selber übernehmen oder eben im besten Falls, ihre eignen Strukturen und Abläufe zu finden...

Einfach so meine Gedanken....

Liebe Grüsse
Lichtblume
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Re: Umsetzung der Lehre Abrahams im Eltern-Sein

Beitragvon lawofattraction » 25. Okt 2015, 15:08

Lichtblume hat geschrieben:Ist nicht einfach die Angst da, die Kinder einfach machen zu lassen? Angst, dass aus ihnen nichts wird? Angst, dass sie total von der Bahn kommen? Oder dass Kinder die falschen Entscheidungen treffen? Oder schon gar nicht wissen was sie brauchen?


Nun, hier kommt ja wieder das LoA ins Spiel, das wir bei den ganzen Betrachtungen nicht vergessen sollten. Das ist so bei Klara mit ihren vermeintlich falschen Entscheidungen, als sie 6 war und genau so bei der Angst der Eltern, dass sie dann, wenn sie nicht kontrollieren, die Kinder auf die falsche Bahn geraten.

Kinder üben Schwingung aus und genau so ihre Eltern. Da kann noch so viel Kontrolle und Action nicht verhindern, dass das LoA mit Gleichem entspricht. Und das muss als erstes mit in die Rechnung genommen werden.

katgirl hat geschrieben:Nur einige Zeit später schaffte sich ihr Mann ein smartphone an, was er seitdem mehr als ausgiebig nutzt, egal ob Frühstückstisch oder Bettkante.


Denn sonst passiert so etwas. :pfeif:



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Re: Umsetzung der Lehre Abrahams im Eltern-Sein

Beitragvon backagain » 25. Okt 2015, 16:07

Hallo Lichtblume

Lichtblume hat geschrieben:Nur ganz kurz... wenn wir als "Eltern" ja glauben, dass Kinder Strukturen etc. brauchen um aufzuwachsen, dann begegnen uns ja auch immer Situationen in denen wir erleben, dass Kinder solche Strukturen gut tun...


Ich finde, das ist pauschal immer schwer zu betrachten. Und auch eher umgekehrt: Es ist das Fehlen, das keinem gut tut. Was ich auch erst mit der Zeit gelernt habe.
Ich tu mich selber schwer mit festen Strukturen. Mir Vorgaben wie: Um Acht wird geschlafen. Beim Essen sitzen immer alle gemeinsam am Tisch und keiner steht auf etc....womöglich noch mit der Begründung: "weil das immer so war."

Aber ich tu mich auch schwer mit dem Chaos, das ohne Strukturen ausbricht. Und stelle zumindest in der Schule deutlich fest, dass das Fehlen von Strukturen total ungut ist. Auch wenn es eine staatliche Schule ist - mir ist es oft viel zu unstrukturiert und ich erlebe das als starken, zeit- und energieraubenden Kontrast. Obwohl ich vorher festen Strukturen gegenüber sehr kritisch eingestellt war.

Zuhause löse ich Vieles mit flexibleren Regelungen. Beispiel essen: Manchmal mach ich die Ansage, dass alle am Tisch sitzen bleiben, sich keiner mit dem Ellenbogen aufstützt, die Füße ordentlich hingestellt werden, keiner schmatzt etc. Wir haben aber auch schon auf dem Fußboden gepicknickt, wir essen gelegentlich auf dem alten Sofa vorm Fernseher Pizza oder es gibt "Buffetessen" und jeder nimmt sich, wann und was er mag.
Das sind immer noch Strukturen, nur ziemlich differenzierte - und es klappt prima. Bin ich müde, muss ich nichts mehr mit Kraft durchziehen, aber ich kann mit meinen Kindern ins Restaurant gehen, und sie beherrschen das auch.
Und: Mir tut es vor allem gut, dass ich einen Weg gefunden habe, Strukturen und Offenheit zu vereinbaren.

Lichtblume hat geschrieben:Ist nicht einfach die Angst da, die Kinder einfach machen zu lassen? Angst, dass aus ihnen nichts wird? Angst, dass sie total von der Bahn kommen? Oder dass Kinder die falschen Entscheidungen treffen? Oder schon gar nicht wissen was sie brauchen?


Ich finde, das sind ganz unterschiedliche Dinge, die man nicht in einen Topf werfen darf.
"Einfach machen lassen" kann für die Umwelt einfach manchmal auch sehr schwer zu ertragen sein. Ich kenne Leute, die ihren Sohn immer einfach machen lassen - ich gehe dort nicht mehr gerne hin. Er brüllt rum, hat Wutanfälle, tobt - während wir essen - einfach durchs Wohnzimmer....sehr nervig! :teuflischgut:

Die Angst hingegen, dass aus den Kindern nichts wird: Das ist ein ganz anderes Thema. Ein viel übergriffigeres. Das damit zu tun hat, dass man sich über seine Kinder identifiziert.

Da kommen außerdem massig Glaubenssätze ins Spiel. Was heißt es denn, dass aus einem Menschen was wird? Was wünsche ich mir für ihn? Und warum sollte ich mir überhaupt etwas für ihn wünschen?

Ich finde, da müssen Eltern sehr aufpassen. Und - und darauf wollen Abraham wahrscheinlich hinaus - sehr darauf achten, ihren Kindern keine "Ziele" aufzuoktroyieren.

Wenn wir unsere Kinder "auf den rechten Weg" bringen wollen und damit behaupten zu wissen, wie der aussehen soll - dann ist das eine Art von Kontrolle, die auch ich tooooootal daneben finde.

Aber ich denke, es ist wichtig, den Kindern Mittel an die Hand zu geben, dass sie ihren eigenen Weg finden können.
Und diese Mittel bestehen - meineserachtens - nicht im "einfach machen lassen". Nicht immer.
Manchmal ja. Manchmal im Zuhören. Manchmal im Reden. Manchmal im Vorleben. Manchmal im Erzählen von Geschichten. Manchmal in Regeln und Strukturen.

Lichtblume hat geschrieben: Wenn wir als Eltern es schaffen, in Verbindung mit der Quelle zu bleiben und das vorzuleben, inspirieren wir ja die Kinder auch selber in Verbindung zu bleiben.. dann braucht es keine Regeln, Strukturen etc. sondern die Kinder werden inspiriert an den Strukturen die sich die Eltern selber geben, damit sie diese dann selber übernehmen oder eben im besten Falls, ihre eignen Strukturen und Abläufe zu finden...


Wir können aber selber nur in Verbindung bleiben, wenn wir uns nicht "aufopfern". Davon hat einfach keiner was.
Und: Wenn wir in Verbindung sind, finden wir in der Tat die passenden Worte oder "Steuerungsmechanismen".

Und: Wenn wir in Verbindung sind, laufen hoffentlich die Strukturen und Abläufe innerhalb der Familie halbwegs synchron. Ich halte es nicht für so erstrebenswert, dass jeder für alles und jedes seinen eigenen Weg findet, das Rad immer neu erfindet und dann genau sein Ding macht. Mindestens nicht innerhalb von Gemeinschaften.
Im Gegenteil: Einige Regeln und deren Einhaltung schaffen Freiraum für interessantere Dinge, weil man sich bestimmte Gedanken nicht mehr machen muss.

Aber ich halte auch nichts von strikten Prinzipien um der Prinzipien willen.
Und schon gar nichts davon, Kindern etwas vorzuspielen.
Auch nichts von strikten Verboten. Ich würde nie Computerspiele generell verbieten. Und wenn doch, dann aus dem Alignment heraus - nicht aus Prinzip. Aber eben - das passt nicht.
(Daher die Erzählung oben: Mein Sohn erfindet nun seine eigenen Spiel - Geschichten und macht daraus erzählte Endlosabenteuergeschichten für seine Freunde. Vielleicht wird er mal selbst Entwickler von Computerspielen. Oder er verbringt sein Leben auf einer Parkbank und schaut Enten zu. :clown: Das ist seine Sache.
Aber ihn dahin zu führen, dass er zwischen diesen und weiteren Dingen wählen kann - das sehe ich als meine Aufgabe. Durch "einfach machen lassen" kommt er da aber nicht hin - er würde ein trotziger Zornbinkel werden. Sagt mir die Erfahrung. )

Ich würde auch nichts verbieten, das ich selber aber mache/nutze. (Beispiel Smartphone.)

Ich stelle Regeln auf, weil sie sinnvoll und nützlich sind - nicht aus Konvention. (Wer die ganze Nacht fernsieht, kann am nächsten Tag nicht in die Schule gehen - oder in die Arbeit.)

Und dann passt das letztlich doch sehr gut mit Abraham zusammen. Denn es fühlt sich stimmig an - und alignt.
Stimmig für alle. Nicht nur für die Kinder im Moment, während ich auf dem Zahnfleisch krauche, sondern auch nachhaltig und ausgeglichen.

b.
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Re: Umsetzung der Lehre Abrahams im Eltern-Sein

Beitragvon backagain » 25. Okt 2015, 21:12

Und nochmal ich....weil ich das Letzte doch nicht einfach so stehen lassen möchte.
Auch wenn es jetzt anders geklungen haben mag, weil ich viele Beispiele aus meiner Umwelt vor Augen hatte:

Das Wichtigste im Eltern-Sein ist sicherlich das eigene Alignment. Genauso wie du es sagst, Lichtblume.
Das Aufstellen von Regeln hat tendenziell immer auch etwas Künstliches. Das Erziehen durch Worte auch.
Beides ist nützlich, aber höchstens zweitrangig.

Bin ich mit mir im Einklang, überträgt sich das auf die Kinder. Und hat Vorrang vor allem anderen.

Die Frage ist also nicht die, welche Regeln ich aufstelle oder welche Strukturen ich bewusst etabliere, sondern - ob ich meiner inneren Stimme sicher folgen kann. Ob ich dabei bei mir bin oder mich verliere.

Aber es ist eben beinahe unmöglich, immer so mit sich selbst im Reinen zu sein, dass automatisch alles rund läuft.

Dann helfen äußere Strukturen ungemein.

Und wenn ich merke, dass mein Wohlgefühl leidet - weil ich alles alleine wegräumen muss - dann sagt mir meine innere Stimme, dass ich nun auf Mithilfe pochen muss.

(Übrigens habe ich auch dazu neulich ein "Spiel" gespielt, bei dem es für jede noch so kleine weggeräumte Sache einen Punkt gab. Und pro Punkt zwei Cent. Die Höhe des Betrags haben die Kinder sogar selbst festgelegt und sich vorher überlegt (also der Große), was wohl angemessen sein könnte. Am Ende kamen die Kinder zusammen auf 60 Punkte. Ich war um 1,20 Euro zwanzig ärmer und binnen einer halben Stunde um eine aufgeräumte Wohnung reicher. Und die Kinder waren erstaunt, dass es so viele Sachen gegeben hatte, die nicht an ihrem Platz lagen. Und manche, für die erst ein Platz gefunden werden musste. Seitdem wollen sie das Spiel unbedingt wieder spielen. :clown:
Ganz nebenbei haben sie dabei noch gelernt eine Strichliste anzulegen, und sie haben rechnen geübt. (Tja, die Lehrerin in mir wird immer dominanter. :mrgreen: ) )

Ich will nicht sagen, dass Abraham irren und Kinder keine eigene, mächtige innere Führung hätten.

Die haben sie in weiten Teilen. Aber manchmal kollidiert ihre Führung doch mit der der Umwelt....

...und dann finden sich friedliche Lösungen, wenn man kurz innehält und das IB befragt.

Und manchmal brauchen sie Orientierungshilfen....aber das ist auch nochmal ein anderes Thema. Auch hier ist aber das eigene Vorbild das Wichtigste - und das ist dann ideal, wenn es authentisch und angebunden ist.

Und jetzt gute Nacht.

b.
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Re: Umsetzung der Lehre Abrahams im Eltern-Sein

Beitragvon lawofattraction » 26. Okt 2015, 07:42




Guten Morgen, Ihr Lieben,

backagain hat geschrieben:Und wenn ich merke, dass mein Wohlgefühl leidet - weil ich alles alleine wegräumen muss - dann sagt mir meine innere Stimme, dass ich nun auf Mithilfe pochen muss.


das, liebe Backagain, würde ja nun wiederum bedeuten, aus dem Nicht-Alignment in Action zu gehen, um im Aussen solche Bedingungen zu schaffen, die dann wiederum das Wohlgefühl herstellen sollen. Genau das Gegenteil von dem, was Abraham raten. Ich denke auch nicht, dass Dir die Innere Stimme das sagt, sondern Deine Frustration in dem Moment. Wenn Du nämlich schon einmal auf den Missstand "ich muss alles alleine tun" schaust, ist das Inner Being nicht beteiligt. Sagen zumindest Abraham. :pfeif:

Es geht darum, so lange zu üben, wieder in Alignment zu kommen - und nicht nur bei diesem Thema - dass es eben nicht zu solchen Aktionen kommen muss, weil die Schwingung das übernehmen wird. Geübt wird das nicht in diesen "jetzt kann ich nicht mehr" oder "jetzt will ich nicht mehr"-Situationen, sondern ständig. Die stabile Schwingung wird wortlos Veränderungen bewirken - darum geht es bei der ganzen Schwingungsarbeit.

Angefangen mit den leichten Dingen, von denen manchmal angenommen wird, dass sie kein Gewicht haben, da der Widerstand nicht so gross ist, sie schnell wieder vorrübergehen und daher auch nichts unternommen wird. Das zu denken ist aber ein Trugschluss, es ist wie das Fahrradfahren mit Stützrädern, das Sicherheit gibt. Mitten aus dem Momentum ist so gut wie nichts zu erreichen.

Schwingungsmässig Veränderungen zu schaffen, die sich ohne Worte, ohne Kontrolle und ohne direktes Wissens der weiteren Beteiligten zeigen werden, kann zeitaufwändig und teilweise auch frustrierend sein. Die Versuchung, aktiv einzugreifen ist gross. Die Ergebnisse zeigen sich eben nicht so schnell wie ein "warum bist Du nur immer so unordentlich - räum jetzt auf".

Es ist Arbeit an sich selbst, um die niemand wissen muss, weil sie im stillen Kämmerchen und eben nicht "am Objekt" bzw. situationsweise geschieht. Und dabei ist es genau wie beim Fahrradfahren - wers einmal kann, kann es immer - oder immer besser.

Lieben Gruss
Loa



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