Über Unangenehmes sprechen

Hier ist Raum für eigene Erfahrungen mit der Abraham-Lehre

Über Unangenehmes sprechen

Beitragvon Sonrisa » 6. Jan 2011, 20:15

Hallo Ihr Lieben,

danke für dieses interessante Thema. :danke: Dem würde ich gerne eine Frage anschließen. Warum fühlt es sich dennoch für viele Menschen so gut an, über etwas zu sprechen? Warum haben sie oder glauben es zu haben, ein Gefühl der Erleichterung? Gängig ist ja die Annahme "Sprich drüber, dann ist es raus".

Gespannt auf eure Gedanken dazu,

Pamelina :bussi:
Sonrisa
 

Re: Unangenehme Erlebnisse trotz Vortex?

Beitragvon Kia » 6. Jan 2011, 23:02

Liebe Pamelina,

die Menschen sind ja sehr verschieden. Auch die Entwicklungsstufe der einzelnen Menschen ist verschieden. Es erleichtert nicht alle Menschen über Schwieriges, Belastendes zu sprechen. Es erleichtert nicht alle zu jammern und zu klagen, obwohl viele es geniessen, ohne freilich das Dicke Ende kommen zu sehen.

Ausserdem, Abraham sagen oft, "jetzt benehmt ihr Euch wieder wie Menschen". Ich verstehe das so, dass Abraham sehr wohl einen Unterschied machen zwischen Leading Edge Beings, Divine Beings oder God Force, Source und Menschen, die damit nichts am Hut haben, die aber sehr wohl auch vorwärts kommen, indem sie z.B. - ich früher auch try and error anwenden, also einfach ausprobieren, wie es ihnen am besten geht. Und korrigieren.

Dann noch: das Sprechen über etwas kann auch erleichtern das benennen der gefühlten Gefühle, um sie erst mal zu erkennen und dann das Akzeptieren, also "making peace with where you are" zu praktizieren. Und auch das Benennen, wo ich hin will, also den Contrast geschickt nutzen für die Ausdehnung.

Abraham sagen ja nicht, habt keinen Contrast, sondern schlagt nicht die Trommel des gleichen Contrast wieder und wieder, weil das ja nicht weiterbringt.

Und dann finde ich auch, alles, jedes menschliche Verhalten ist völlig o.k. Ich kenne tatsächlich auch Menschen, die jammern und klagen und sich dabei köstlich fühlen, sie sind gar nicht identifiziert, sie schwingen nicht im Leid mit, sondern haben eine gewisse innere humorvolle Distanz, grade in England hab ich das erlebt. Sie bleiben irgendwie recht fröhlich innerlich; es ist ein Gesellschaftsspiel in manchen Kreisen. Mir ist das zu gefährlich, also dieser schwarze Humor kann zu leicht kippen. Und ich weiss nicht wirlich, was sozusagen in den Escrow geht; zynisch und sarkastisch sein ist starke Negativität, die erst mal ganz witzig tönt, doch das nicht ist.

Also, kurz: Spirituell Praktizierende schwimmen wahrscheinlich erst mal gegen den Strom der allgemeinen menschlichen Gewohnheiten; doch schau mal, was bei 90 Prozent der Menschen auf dem Planeten herauskommt dabei, nämlich sich ständig repetierende Gedankenkarusells, die leidvoll sind, sich ständig wiederholende Erfahrungen, die leidvoll sind, auch wenn sie tapfer überdeckt werden manchmal, z.B. wenn jemand stolz die Lebensleidensgeschichte erzählt immer wieder mit schaurigen Inhalten, und das wird dann als tragisches Schicksal dargestellt, und was erlitten werden musste. Um geläutert zu werden oder so was, oder um Lerninhalte zu lernen.
Realitätsgestaltung ist da sehr gradlinig: You create your own reality und fertig.

Die Abraham-Schulung ist Selbst-Ermächtigung als machtvoller Schöpfer der Realität. Dazu braucht es bestimmte spirituelle Gesetze zu kennen, sonst funktioniert es eben nicht. Und das Gesetz der Anziehung ist ein sehr machtvolles, das besagt: gleiche und gleiche Schwingung ziehen sich an, vergrössern sich, ich kann das nicht irgendwie umbiegen oder abmildern. In dem ich z.B. sage, nun ja, es tut doch gut, sich alles von der Seele zu reden, das ist vielleicht im Moment erleichternd für manche (für mich z.B. gar nicht) aber nur weil sie das abzuwälzen versuchen auf andere Menschen, um auch nicht allein die Verantwortung zu tragen. Ich kenne das bestens von mir von früher. Und alle Ratgeber wurden dann mit verantwortlich gemacht, wenn was schief ging. :teuflischgut:

Es ist ein einsamer Job manchmal, nur mit dem Inner Being zu konferieren. Weshalb ich es auch so unersetzlich gut und kostbar finde, dass es das Forum gibt, da hier auf NEUE ART gesprochen und Neues eingeübt wird.

Lieben Gruss, bitte beachte, ich bin keine alte weise Häsin, sondern Übende am Anfang des Pfades, doch bin eine alte Seele und erinnere mich an viel, wenn ich es von den alten Häsinnen und Hasen höre :loveshower:
Herzlich
Kia
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Re: Über Unangenehmes sprechen

Beitragvon Malea » 7. Jan 2011, 10:32

Das ist eine interessante Frage, habe ich mir auch schon gestellt, zumal ich gerade dabei bin, den für mich idealen Weg diesbezüglich zu finden.

Ich glaube auch, wie Kia schon schreibt, dass es für viele hilfreich ist, um überhaupt die Gefühle zu erkennen und im Anschluss herauszufinden, was will ich eigentlich und was nicht.

Ich selbst war ja lange Zeit auf dem Trip, dass es für mich sehr wichtig ist, alles gleich heraus zu lassen, nachdem ich als Kind und Jugendliche alles mit mir ausgemacht hatte, jedoch auch noch nicht in der Lage war, positiv mit Dingen umzugehen. Das ging so lange, bis ich einen richtigen Zusammenbruch hatte und ich empfand es als befreiend, von nun an wirklich alles mit anderen zu teilen. Musste das auch erst lernen.

In den letzten Jahren habe ich dann gemerkt, dass es vielelicht doch nicht immer hilfreich ist, und inzwischen sehe ich es so, dass man durchaus über Dinge reden kann und es mir teilweise auch hilft, doch ich gehe da ander heran.
Denke erst für mich darüber nach, bis ich mich beruhigt habe und etwas Abstand gewonnen habe, und dann kommt es auch nicht mehr so negativ rüber, dann bringe ich etwas an, ohne einen anderen direkt anzugreifen, ohne dabei total negtive Gefühle zu haben. Ich denke dann kann es durchaus hilfreich sein, zu sagen, was in einem vorgeht,denn ich stelle die Dinge einfach so hin, ohne jetzt eine Änderung erzwingen zu wollen.

Ich bin mir aber sicher, dass sch das für mich auch mehr und mehr wandeln wird, je mehr ich in mir selbst ruhe, es ist für mich sowas wie eine Übergangslösung. Und ich merke ja jetzt schon, dass das Bedürfnis weniger und weniger wird, vieles kann ich inzwischen wirklich supi mit mir selbst ausmachen :gvibes:
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Re: Über Unangenehmes sprechen

Beitragvon lawofattraction » 7. Jan 2011, 10:52




Guten Morgen Ihr Lieben,

was Kia sagt, kann ich uneingeschränkt unterschreiben. Es kommt noch ein anderer Aspekt hinzu. Abraham sagen des öfteren, dass wir uns abtrainiert haben, unsere Gefühle wahrzunehmen. Und dass wir uns daher in den niedrigeren EGS-Bereichen viel zu lange aufhalten ohne zu merken, wie schlecht es uns da gefühlsmässig geht.

Uns hat ja leider auch niemand beigebracht, immer nach den guten Gefühlen zu reichen und statt das Geschehen anzuschauen sofort den Fokus zu verändern - und es ist ganz einfach meist lediglich eine gut antrainierte Gewohnheit, über Geschehenes immer wieder sprechen zu wollen. Wer im Vortex ist, spricht nicht über Vergangenes oder Unangenehmes.

Dieses Wieder-Wahrnehmen der Gefühle kann man sich auch wieder antrainieren. Heute kann ich es nicht mehr ertragen, diese gesellschaftlichen automatisierten "wie gehts?" - "ach, .... jammer, jammer" verursachen mir Unbehagen. Vor kurzem wartete ich vor einem Geschäft auf meinen Mann und beobachtete zwei Frauen, die sich trafen, als er gerade herauskam. Als er ins Auto einstieg, gab ich ihm fast wortwörtlich die Begrüssung der Damen wie oben wieder. :mrgreen: Ab und zu höre ich den Gesprächen zu, im Supermarkt und wenn ich anderswo mal warten muss. Beklagen übers Wetter, Krankheiten, Familien- und andere "Tragödien", Klatsch ....

Als ich mich ausklinkte aus diesem Verhalten, wurden natürlich auch die Unterhaltungen kürzer :clown: Aber damit kann ich gut leben. :gvibes:

Lieben Gruss
Loa



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Re: Über Unangenehmes sprechen

Beitragvon Lilith » 7. Jan 2011, 12:05

Guten Mittag, ihr Lieben,

über Unangenehmes sprechen hat mich immer nur dann weitergebracht, wenn ich absolut niedergeschlagen und hilflos war und das Gespräch mich dazu gebracht hatte, Wut zu verspüren. Jaaaa, dann habe ich mich in dieser Wut gesuhlt, weil es so viel besser war als der Zustand davor. :kgrhl: Heute weiß ich, dass das alles "niedrige Schwingungen" sind und ich da gar nicht hingehöre. Dann bin ich aber auch nie dabei geblieben. Emotional ging es dann in immer höhere Schwingungen, bis der Contrast sich in Zuckerwatte aufgelöst hat.

Jetzt habe ich seit geraumer Zeit so gut wie kein Thema mehr, das irgendwie zerredet werden müsste. In so gut wie allen Bereichen herrscht Harmonie. Und über die Baustellen spreche ich nicht, weil ich gemerkt habe, dass mich ein Gespräch darüber wieder "nach unten" ziehen würde. Da habe ich auch ganz einfach losgelassen.

Dafür ist meine Mutter verwirrt. :kgrhl: Gewöhnlich ruft sie wegen Kummeraustausch an. Sie und ich waren wie zwei Hündchen darauf trainiert, auf das Reden, Austauschen, Analysieren, Zerkleinern und nochmal Zusammenlegen. Ich habe aber nichts mitzuteilen. Es sind die seltsamsten Gespräche. :kgrhl: Ja, wie gehts, klasse, was machst du so, Dissen, habe eine super neue Idee, lecker gekocht habe ich auch, gestern war ich bei einer tollen Party, achso ja, das Geld vom Stipendium ist da, hm, und sonst? und sonst alles klar :mrgreen: ok, na gut, tschüss. :kgrhl:

Lieben Mainzelmädchengruß, eure Lilith
Ich bin ein Außenposten der Quelle auf dieser Welt.
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Re: Über Unangenehmes sprechen

Beitragvon Kia » 8. Jan 2011, 11:37

lawofattraction hat geschrieben:Uns hat ja leider auch niemand beigebracht, immer nach den guten Gefühlen zu reichen und statt das Geschehen anzuschauen sofort den Fokus zu verändern - und es ist ganz einfach meist lediglich eine gut antrainierte Gewohnheit, über Geschehenes immer wieder sprechen zu wollen. Wer im Vortex ist, spricht nicht über Vergangenes oder Unangenehmes.

Dieses Wieder-Wahrnehmen der Gefühle kann man sich auch wieder antrainieren.


Ja, und es geht schneller als gedacht, denn glücklich sein, lieben, sich freuen, ist unsere eigentliche Natur.

:danke:

Lieben Wochenendgruss
Kia
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Re: Über Unangenehmes sprechen

Beitragvon Sonrisa » 8. Jan 2011, 14:10

Hallo Ihr Lieben,

wieder einmal bin ich soooo froh, hier zu sein und an diesen erkenntnisreichen, lichtvollen Gesprächen teilnehmen zu dürfen oder sie auch nur zu lesen. :danke: :gvibes: Ihr seid einfach grandios!!! :kuss:

Mir ist wieder so vieles klar geworden und ich lese und lese und lese eure Worte immer wieder, sauge sie auf und lasse jede meiner Poren und Zellen bist in die Zehen- und Haarspitzen davon wissen. Was mir klar geworden ist, darüber werde ich nicht sprechen. :mrgreen: :clown: :kgrhl: :lol: :gvibes: :gvibes: :gvibes: Ich brauche nicht einmal mehr darüber nachzudenken. Ich habe mich ausgedehnt und kann nun weitergehen. :loveshower:

Herzliche Grüße,
Pamelina
Sonrisa
 


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