Sich innerlich gehetzt fühlen...

Hier ist Raum für eigene Erfahrungen mit der Abraham-Lehre

Sich innerlich gehetzt fühlen...

Beitragvon zimtstern » 13. Sep 2014, 06:58

Guten Morgen ihr Lieben,

in letzter Zeit fühle ich mich ständig gehetzt, vor allem bei Dingen die ich eigentlich nur genießen will.

Ich freue mich zum Beispiel in der Stadt im Cafe einen Kaffee zu trinken, aber kaum sitze ich da und trinke meinen Kaffee, spüre ich innerlich den Drang das ganze hinter mich zu bringen.
Das gleiche beim spazieren, Film schauen, schwimmen gehen... Bei Unterhaltungen würde ich am liebsten vorspulen. :lol:

Manchmal ist allerdings auch genau das Gegenteil der Fall, ich sitze zum Beispiel irgendwo, schaue in die Ferne, und kann mich einfach nicht aufraffen aufzustehen und etwas anderes zu tun. Meine Gedanken sind auf irgendetwas fixiert, aber ich kann weder sagen was es ist noch wie ich mich dabei fühle.
Wenn ich auf die EGS schaue dann stehe ich vielleicht so zwischen Entmutigung und Langeweile.

Ich fühle mich wie ein Marathonläufer der läuft und läuft aber gar nicht weiß wohin eigentlich...

Laufe ich vor irgendetwas davon? Es fühlt sich grade an als hätte ich ein Brett vor dem Kopf.

Hmm... ich werde mal aufschreiben was mir spontan zu den einzelnen Stufen zwischen Entmutigung und Langeweile in den Sinn kommt, vielleicht hilft mir das erst mal weiter...

Ich freue mich über jede Anregung,

ganz lieben Gruß,

Zimtstern :lieb:
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Re: Sich innerlich gehetzt fühlen...

Beitragvon summersun » 13. Sep 2014, 07:48

Lieber Zimtstern,
dieses Gefühl hatte ich den letzten Wochen häufig.
Mir hat geholfen, erst einmal anzunehmen, dass das so ist.
Das gab schon für den ersten Moment Erleichterung.
Ich habe mir dann bewußt schöne Gedanken geholt, z.B ein geschenktes Lächeln im Job, das Gefühl an die Geburt meiner Kinder, ein plötzlicher Sonnenstrahl, der das Zimmer erleuchtete...., wirklich teilweise ganz einfache Sachen, die aber dazu geführt haben, dass ich aus diesem *gehetzt sein Gefühl* raus kam.
Später habe ich auf den Gedanken *Geschwindigkeit* geschaut ( in welcher Zeit will/ muss ich was erreichen? ), immer nur soweit es sich gut anfühlte, merkte ich, es ist zu schwer, wurde ich allgemeiner.Dan kamen Hinweise hier im Forum: Muß, Tempo, auf der EGS viel zu hoch beginnen....alles so hilfreich.
Ich selbst bin ja zur Zeit in einem recht verwirrten Zustand, aber diese Dinge haben mir wirklich geholfen und ich wünsche dir, dass auch dir das für diesen Moment weiter hilft.
Liebe Grüsse,
summersun
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Re: Sich innerlich gehetzt fühlen...

Beitragvon Winterbraut » 13. Sep 2014, 08:15

Moin,

Das ging mir das letzte Jahr genauso...für mich war es ein Zeichen dass ich zuviel Dinge mache die nicht gut für mich sind, die aber unerkannt waren weil alle anderen das ja auch so machen.

Und ich hatte mir zuviel Termine aufgehalst, ich hatte nicht richtig Zeit innezuhalten.

Jetzt, nach einer grossen langen Pause in Job, Beziehungen, Freundeskreis, bin ich in der Lage mich neu zu fühlen und neu zu sortieren und meine Gedanken neu auszurichten.
Das ist mir in meinem ganzen Alltagsgesummse nicht so gut gelungen - ich hab jedoch hier auch schon von Live to Paint (heisst er so? :nachdenk: ich schreibe vom Handy und kann nicht nachsehen, sorry) gelesen, der das auch mit Familie und Selbständigkeit hinbekommen hat, nämlich wertschätzen ganz im konkreten Moment nur konzentriert auf die jeweilige Sache, zum Beispiel beim Windelwechseln sich bewusst machen wie gern man Zeit mit seinem Kind verbringt.
Ich schätze das ist Übungssache, den Fokus so konzentriert zu halten - er hatte von einer App geschrieben die ihn ans Wohlfühlen erinnert... :stimmt:

Alles Liebe
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Re: Sich innerlich gehetzt fühlen...

Beitragvon Liebeszauber » 13. Sep 2014, 13:00

Hallo Zimtstern,

hast du es mit dem "Wie will ich mich fühlen?" probiert?

Ich freue mich zum Beispiel in der Stadt im Cafe einen Kaffee zu trinken, aber kaum sitze ich da und trinke meinen Kaffee, spüre ich innerlich den Drang das ganze hinter mich zu bringen.
Das gleiche beim spazieren, Film schauen, schwimmen gehen... Bei Unterhaltungen würde ich am liebsten vorspulen.


trinke meinen Kaffee = ich will mich..... fühlen ( entspannt - geborgen)
spazieren = ich will mich ....fühlen ( erfrischt - vergnügt)
Film schauen = ich will mich... fühlen ( wunderbar - ...)
schwimmen gehen = ich will mich ...fühlen ( stark - ...)

Ich selbst habe soeben herausgefunden, dass ich gern an manchen Tagen mir am Morgen zwei Gefühle heraussuche, wie ich mich für den Vormittag fühlen will ( während meiner beruflichen Tätigkeit); zwischen diesen beiden hin- und her zu fühlen fühlt sich großartig an! Für den Nachmittag - nach einem kleinen power nap - merkte ich, wollten zwei neue, weitere Gefühle gewählt werden, welche mich hervorragend auf den zweiten Teil des Tages einstimmten. (Hier gehe ich gern joggen oder spazieren usf., und die beiden Gefühle lassen mich glücklich und zufrieden sein bei dem, was ich mache.)

Warum nicht für eine bestimmte Tätigkeit ein, zwei Gefühle wählen? Das sind alles Abwandlungen des abschnitt- weisen Intendierens und sie lassen sich leicht umsetzen.

Alles Liebe,
Lz
Erinnere dich daran, dass Lachen der schnellste Weg ist, deine Seele zu fühlen
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Re: Sich innerlich gehetzt fühlen...

Beitragvon Viereichen » 13. Sep 2014, 14:00

Hallo liebe Zimstern,
(das ist übrigens mein Lieblings-Weihnachtsgebäck, ist ja auch bald wieder so weit....)

Gute praktische Vorschläge zu deinem Anliegen sind ja bereits von Liebeszauber geschrieben. Da brauche ich nicht zu ergänzen. Du schreibst, dass du dich über "jede Anregung" freust. So teile ich dir einfach mit wie es mir ergangen ist, als ich mich versuchte, in deine Zeilen hinein zu versetzen.

Zum Glück kann ich sagen, dass ich mich in diesem Jahr bisher kaum einmal innerlich gehetzt gefühlt habe. Das war aber vor einigen Jahren öfters so. Ich kann mich gut daran erinnern. Bei mir war bei derartigen Situationen häufig das Grundgefühl Angst, bzw. Furcht dahinter. Gedankliche Abwärtsspiralen, antrainierte innere Programme, Einstellungen, Contrast pur.
Und irgend jemand hat mir mal gesagt, dass hinter vielen Schattierungen von Ängsten und Sorgen die eigentliche große Angst steht. Die Angst vor dem Tod. Begrenztheitsdenken in Hardcore-Form.

Lange Zeit in meinem Leben habe ich mich einigermaßen in der christlichen Religion aufgehoben gefühlt. Doch eine befriedigende Antwort auf die Frage nach dem Tod hat mir der christliche Glaube auch nicht gegeben. Das war mir alles zu löchrig. Lange Zeit verging.
Erst mit Abraham begann sich da fortlaufend was Entscheidendes zu ändern. Das war und ist nicht löchrig. Für mich ist es schlüssig, dass wir mit dem Eintritt in den physischen Körper zwar konkret-irdische Lebens- Kontrast- und Wachstumserfahrungen machen, uns jedoch durchgehend - davor und danach - immer im Wirbel aufhalten. Das ist entscheidend. Es wird mir einmal nicht die Angst vor dem Sterben nehmen, (das Gewohnte, vormals Geliebte zu velassen), es nimmt mir jedoch jetzt schon die Angst vor dem Tod. Und mit Tod meine ich die Angst vor der ansonsten lähmenden Frage: "Was kommt eigentlich danach?"

Diese Abrahamerkenntnis ist für mich eine mögliche Antwort auf die Ruhe, die ich inzwischen verspüre. Ob es für dich eine geeignete Antwort auf dein Anliegen ist. Keine Ahnung....

Liebe Grüße
Viereichen
Viereichen
 

Re: Sich innerlich gehetzt fühlen...

Beitragvon Juma » 13. Sep 2014, 22:37

zimtstern hat geschrieben:Ich freue mich zum Beispiel in der Stadt im Cafe einen Kaffee zu trinken, aber kaum sitze ich da und trinke meinen Kaffee, spüre ich innerlich den Drang das ganze hinter mich zu bringen.
Das gleiche beim spazieren, Film schauen, schwimmen gehen... Bei Unterhaltungen würde ich am liebsten vorspulen.

Manchmal ist allerdings auch genau das Gegenteil der Fall, ich sitze zum Beispiel irgendwo, schaue in die Ferne, und kann mich einfach nicht aufraffen aufzustehen und etwas anderes zu tun. Meine Gedanken sind auf irgendetwas fixiert, aber ich kann weder sagen was es ist noch wie ich mich dabei fühle.


Ich hatte das damals kurz vor meinem Burnout so. Ich will Dir jetzt damit aber bitte keine Bange machen.
Bei mir war das ein Hinweis meines Körpers auf Überforderung. Man macht dann immer noch irgendwelche "Freizeitbeschäftigungen" (Kaffee trinken, spazieren), aber das, was sie eigentlich bringen sollen, nämlich in Muse zu sein, passiert schon gar nicht mehr. Man passt das ins normale Tagesprogramm ein und spult es nur noch ab. Und hin und wieder ist man innerlich so leer, dass man nur noch sitzt und nicht mehr kann.

Wie würde es sich anfühlen, viele Dinge runter zu reduzieren? Was kannst Du delegieren? Was musst Du wirklich tun?

Vielleicht ist es erst mal fast angenehmer, nur zu sitzen und Löcher in die Luft zu schauen, bevor Du "Freizeitstress" (Kaffee, spazieren, Treffen mit Freunden) machst.
Spür mal in den Momenten in Dich hinein, ob Du wirklich wirklich Kaffee willst, oder ob es vielleicht mal die Sehnsucht danach ist, nur mit Dir selbst alleine zu sein.

Sind nur Gedanken, vielleicht auch nichts, was zu Dir passt, schau einfach mal.
Ich wünsche Dir gute Erkenntnisse!
:hug:
Juma
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Re: Sich innerlich gehetzt fühlen...

Beitragvon zimtstern » 14. Sep 2014, 06:56

Lieben Dank für eure Antworten! :lieb:

Ich würde am liebsten an jeden etwas schreiben, was mir aber grade zu viel ist.. ich konnte aber wirklich aus jedem Beitrag etwas mitnehmen.

Mir ging es vor ein paar Jahren schon mal so ähnlich, wie Juma schreibt war das kurz vor einem Art Burnout oder Zusammenbruch.
Damals war es Angst vor einer Veränderung (die ich zuvor eigentlich ersehnte) und mein Versuch am Alten festzuhalten.. eine ganze Weile ging das enigermaßen gut, bis ich mich immer überforderter fühlte.
Ich kam mir vor wie ein Jongleur der Angst hat, dass wenn er aufhört fällt ihm alles auf den Kopf.

Am Ende hatte ich regelrecht Panik (Angst vor dem Tod, Angst Angehörigen könnte etwas passieren.. Angst die Kontrolle zu verlieren, Ohnmacht).
Als das alles nach ein paar Monaten einigermaßen überstanden war (die Veränderung abgewendet werden konnte..) bin ich irgendwie wieder in den Alltag zurück gerutscht und wollte gar nicht mehr an die Zeit (und die Ursachen) denken.. Bloß nie wieder diese Ängste aushalten müssen.

Aber gut, so weit muß es jetzt ja nicht kommen.. ich kann ja jetzt anders damit umgehen.
:genau:


Ich glaube ich brauche jetzt grade mal eine Denkpause. Ich scheibe später weiter, wenn sich etwas mehr Klarheit eingestellt hat.

Ganz lieben Gruß,
Zimtstern
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