Selbstmitleid/ Kindheit

Hier ist Raum für eigene Erfahrungen mit der Abraham-Lehre

Selbstmitleid/ Kindheit

Beitragvon backagain » 23. Aug 2015, 10:18

Hallo zusammen

Ich versuche konsequent, alles möglichst positiv zu sehen, nach vorne zu schauen, in Alignment zu kommen...
Bei vielen Gelegenheiten merke ich, wie gut das funktioniert. Das Leben läuft.
Aber gerade in den letzten Tagen hat mich das Unwohlsein übermannt, und heute wurde mir klar, woran das liegt.

Neulich war meine Mutter ein paar Tage zu Besuch.

Und solche Besuche sind für mich jedesmal eine große Herausforderung. (Die bei meinem Vater ebenfalls, aber das ist gerade nicht aktuell.) Dabei dachte ich, ich hätte mit all dem Kram abgeschlossen. Mit meiner Kindheit räume ich seit Jahren auf, habe Vieles erkannt, Vieles losgelassen....und war sehr zufrieden mit mir.

Aber jetzt werde ich zurückversetzt, wenn ich erlebe, wie meine Eltern jeweils mit meinen Kindern umgehen. Meine Mutter so lieblos wie eh und je....(Mein Gott, sie war acht Tage hier und hat ihren Enkeln insgesamt 20 Minuten vorgelesen. Mehr echtes Miteinander gabs nicht.)
Sie gibt sich Mühe, "zu loben", was aber gar nicht nötig ist. Sie könnte nur einfach mal entspannt sein. Stattdessen wird kritisiert, erzogen, gemahnt, gemeckert, widersprochen. Ich könnte mich hier in Rage schreiben....aber ich lasses mal.

Dabei habe ich wirklich sehr nette Kinder. Die schreien nicht rum, benehmen sich meistens gut, sind total lieb miteinander, sind schlau und aufgeweckt...lustig...einfach wunderbar. Meine Mutter kriegt davon nichts spürbar mit - sie kreist um sich selbst, wie ein dicker, aufgeblasener Luftballon. :evil: Und bemerkt die guten Schulnoten meines Sohnes. Das schon. Aber viel mehr kriegt sie nicht mit....

Das ist schade. Aber es ist vor allem nicht mein Hauptpunkt. Meine Kinder haben ja mich. (Und ihren Vater...aber das ist noch ein anderes Thema.) Aber ich? Wen hab ich? Ich wurde ja als Einzelkind von diesen beiden Menschen erzogen. Wobei mein Vater offiziell der "Problematischere" ist - als diagnostizierter Borderliner. Aber bei ihm spür' ich immer mal noch sowas wie Liebe. Aber meine Mutter....???

Was immer ich sage legt sie auf die Goldwaage, betrachtet es kritisch und hat dann ein "Aber" einzuwenden. Bewertet und kritisiert...und jammert über ihr Schicksal. (Ja, sie hat sich selbst so allerhand versemmelt, und besonders leid tut es mir nicht.)

Normalerweise konnte ich darüber hinwegsehen und -hören und bin längst nicht mehr auf ihre Themen eingegangen. Aber jetzt, in Verbindung mit der Live-Erinnerung an meine eigene Kindheit... und jetzt mit dem Unterschied vor Augen....wie gut ich mich mit meinen Kindern verstehe, und wie "nicht gesehen", "nicht wertgeschätzt" ich mich immer gefühlt hab....boah. Das ist zu viel. Das Selbstmitleid übermannt mich - und es tut gut. (Das finde ich erstaunlich. Ich habe mir Selbstmitleid jetzt lange Zeit verboten. Aber doch - es tut tierisch gut! )

Und dann merke ich, dass ich da noch längst nicht losgelassen habe. Dass das vielleicht gar nicht geht? Und ich frage mich, inwieweit das überhaupt gut zu machen ist. Reicht es wirklich, in Alignment zu kommen? Plötzlich kommt mir die Verbindung zur Quelle als müdes Hilfsmittel vor...wenn da schon niemand konkret ist, dann kann wenigstens das Universum für mich da sein... :tja:

Oder anders: Geht wirkliches Alignment (dauerhaft), wenn man diese Erfahrung des Geliebtwerdens als Kind nicht gemacht hat? Oder bleibt dann immer eine Restwut?

Wie soll ich sagen..... Es war plötzlich eine große Erleichterung zu spüren, dass ich mich immer noch sehr nach jemandem sehne, der mich so liebt, wie ich bin...und zwar mit der Intensität von Eltern.

Das ist aber halt immer das Problem, wenn man erwachsen ist...sowas gibt's nicht mehr. :clown:

Immerhin fühlt es sich sehr befreiend an, das zu bemerken, und nicht mehr zu versuchen, darüber hinweg zu sehen.

Hinzu kommt gerade jetzt, dass meine Kinder nicht da sind sondern eine lange Zeitspanne bei ihrem Vater. Und das zieht mich halt runter. Wenn sie wieder zurück sind, und die Arbeit wieder losgegangen ist, sieht die Welt wieder anders aus.

Aaaber - ich frage mich, wie ich grundsätzlich und fundamental mit allem aufräumen kann. Denn diese Gefühle bedeuten nunmal, dass da ein Mangel ist. Und der kommt immer mal wieder raus. Bringt Wut mit sich und andere negative Gefühle. Und ist nicht einfach so durch: Ich denke über xyz jetzt mal ein bisschen positiver....in den Griff zu bekommen. (Wobei ich das, wie gesagt, sehr sehr konsequent übe...)
Und: Es ist ja nicht Aufgabe meiner Kinder zu machen, dass ich mich besser fühle. In zehn oder 15 Jahren ziehen sie endgültig aus...und dann steh ich vor dem gleichen Problem. Und überhaupt - schon jetzt dürfen sie nicht Lückenbüßer sein. Das ist für sie auch ganz wichtig.

Ich frage mich also, wie ich diesen Mangel - Liebe, Nähe, Wärme, Geborgenheit, Anerkennung in der Kindheit - endgültig beiseite räumen kann und ob das überhaupt geht. (Und nee - ich möchte keine Therapie machen. Es ist ja nicht so, dass ich irgendwas nicht wüsste, was rausgeholt werden muss. Und...ich liebe mich auch selbst. Also....mein Selbstwert ist, soweit möglich....in Ordnung. Aber manchmal fühlt es sich an, als wäre ich eine unreife Kastanie, zu früh aus ihrer Schale geholt..und ich hätte dann halt in Eigenregie jetzt braune Farbe drauf gestrichen....aber so richtig ok ist das nicht.)

Wie geht ihr mit sowas um?
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Re: Selbstmitleid/ Kindheit

Beitragvon Lumo » 23. Aug 2015, 12:43

Hi Backagain,

ich schreib dir mal, wie und was ich diese Woche geübt habe und mir immer wieder verinnerlichte.

meine LOA Definition sieht jetzt mittlerweile ganz simpel aus:

Ich sehe / höre / beobachte bzw. denke an etwas. Dieser Gedanke löst ein Gefühl in mir aus. Dieses Gefühl sendet eine Schwingung ins Universum.

Positive Schwingungsebene: Freiheit, Liebe, Anerkennung, Wertschätzung, Begeisterung, Leidenschaft, etc.

Negative Schwingungsebene: Minderwertigkeit, Schuldgefühle, Hass, Neid, Angst, Eifersucht, Ärger, Unsicherheit, Sorgen, Zweifel, Enttäuschung, etc.

Aufgrund dieser Schwingung ziehe ich etwas / jemanden an, das / der sich genau auf derselben Schwingungsebene befindet.

Dann hab ich für mich eine 5 Schritte Methode ausprobiert, die klappt.

1) wenn mich etwas oder jemand gerade total stört, schreibe ich es auf - schreibe es sozusagen von der Seele, damit ich es direkt vor mir habe. Ich hab ein Smartphone wo man Memos erstellen kann, dh. wenn ich gerade in Gesellschaft bin, dann tippe ich es da einfach rein (sonst in ein Word-Dokument), wenn gerade etwas passiert ist oder gesagt wurde, was mir gar nicht gefällt. :kgrhl: Das kann alles mögliche sein: ZB Husten, ungewaschener Wäscheberg, jemand sagt etwas was man absolut nicht witzig findet & die anderen lachen sich schlapp.

2) Ich frag mich, was mir besser gefallen hätte & was ich lieber hätte und welcher Gedanke sich besser anfühlt. Entweder wähle ich Affirmationen aus von Louise Hay oder schreib selber eine. Ich lese sie ein paar Mal durch und fühle in mich hinein: Fühlt sie sich gut an oder nicht? Ich gehe dann wirklich jeden Punkt durch.

3) Ich versuche tatsächlich etwas Positives an der Person bzw. an der Sache zu finden. ZB bei Husten sagt Louise Hay, wir würden uns gerade verändern und man soll, jedes Mal wenn wir husten, sagen "Ich bin bereit mich zu verändern". Oder der Wäscheberg...ha immerhin habe ich Klamotten zum Anziehen usw. und ich freue mich über meine Jeans und schätze es, wie gut sie an mir aussieht usw. Oder dass was der eine Mitbewohner sagte....naja eigentlich hatte die Mitbewohnerin begonnen. Wir kennen jemanden, der ziemlich groß ist und dick. Ich bin nur 1,66 und sehr schlank. Zudem kennen wir noch eine die an Anorexie leidet - sie sieht wirklich schon aus wie ein Skelett. Naja und die zwei sagten plötzlich: wenn er mit dir oder mit ihr Sex hätte, würde er euch gar nicht sehen, weil er so groß und dick ist. Ja ich tippte das sofort ins Memo im Handy. Ich erinnerte mich, nachdem ich das eintippte, an meine LOA Definition:

Ich sehe / höre / beobachte bzw. denke an etwas. Dieser Gedanke löst ein Gefühl in mir aus. Dieses Gefühl sendet eine Schwingung ins Universum.

Positive Schwingungsebene: Freiheit, Liebe, Anerkennung, Wertschätzung, Begeisterung, Leidenschaft, etc.

Negative Schwingungsebene: Minderwertigkeit, Schuldgefühle, Hass, Neid, Angst, Eifersucht, Ärger, Unsicherheit, Sorgen, Zweifel, Enttäuschung, etc.

Aufgrund dieser Schwingung ziehe ich etwas / jemanden an, das / der sich genau auf derselben Schwingungsebene befindet.

Das gilt ja für jeden, auch für die zwei, die keine Ahnung vom LOA haben und nicht dran glauben. Und dann dachte ich: ich weiß nicht was die zwei wirklich denken und fühlen & ich muss ja nicht hier sitzen bleiben, wenn ich das nicht möchte. Allein das fühlte sich auch wieder besser an :)

4) Ich lösche die Memos bzw. das Word-Dokument wieder und konzentriere mich nur noch auf meine Affirmationen und auf Dinge / Menschen, die ich wirklich wertschätze. ZB Akita Inus, meinen Salomon, Eros Ramazzotti, Strauß-Walzer usw.

5) ca. 15 Min höre ich dann entweder die Well-being Meditation von Abraham, singe ein Gute Laune Lied oder tanze oder schaue das Image Video vom neuen Ferrari :gvibes:

Meine Lieblingsbücher bezüglich LOA (PRAXIS) sind momentan: Sara und die Eule, The Goddess Attitude von Sonja Szielinski & Aufwachen-dein Leben wartet von Lynn Grabhorn. Letzteres ist wirklich mein absoluter Favorit. Das war mein Ansporn für "meine 5 Punkte Methode". :loveshower: vielleicht hilft dir das auch :)
Lumo
 

Re: Selbstmitleid/ Kindheit

Beitragvon backagain » 23. Aug 2015, 13:51

Hallo Lumo

Ich freue mich, dass Du so dezidiert auf meinen Beitrag eingehst.

Ironiemodus Ende.

Aber mal ehrlich...ich habe nicht das Gefühl, dass Du wirklich liest, was andere schreiben. Sondern dass Du vor allem sehr gerne erzählst, was Du so treibst....

Manchmal lese ich das ja auch echt gern und stell mir vor, ich wär auch nochmal Ende 20. :mrgreen:
Aber hier passt es grad nicht so wirklich.

So, aber da muss ich mich auch selbst am Schlafittchen packen...ich neige auch dazu. Also, watt solls.

Nochmal zur Erläuterung: Ich habe schon seit vielen Jahren meine eigenen Methoden. Die sind immer mehr von Abraham inspiriert und jedenfalls damit sehr konform. Dadurch habe ich es geschafft, meinem Leben eine Wendung zu geben, nach der es erstmal nicht unbedingt aussah. Das Meiste läuft gut.

In Einzelsituationen bin ich meist sehr reflektiert, weiß, was ich denke, weiß auch, warum ich das denke, kann die Gedanken loslassen oder umwandeln und die damit verbundenen Gefühle tatsächlich beeinflussen und finde immer schneller in eine - optimistische - Haltung zurück, den einzelnen Dingen oder Menschen gegenüber. Bzw. ist das oft gar nicht nötig - es gibt so Vieles, das ich ohnehin einfach schön finde.

Aber: Ich werde das Gefühl nicht los, dass da etwas in der Tiefe schlummert, was so einfach nicht wegzukriegen ist.

Meine Frage an Euch lautet: Kennt ihr das? Und wie geht ihr mit hartnäckigen Verstimmungen um, die ihre Wurzeln in der Kindheit und einem damals empfundenen Mangel haben.

Sofern Du solche Gefühle nicht kennst, Lumo, bist Du eher nicht angesprochen. Das meine ich nicht böse. Aber Deine Antwort und Deine Beispiele beziehen sich eben auf Einzelerscheinungen. Sowas hab ich auch, natürlich. Gestern im Park wollte ich in Ruhe arbeiten, und meistens ist es dort sehr ruhig, aber plötzlich tauchte eine Riesengeburtstagsparty auf. Die meisten sprachen zu laut, alle waren jung, schick, gut gekleidet, mit Sonnenbrillen, so wahnsinnig fröhlich und gut drauf....Juppies, nannte man die früher....und ich kriegte die Krise. Der Hippieteil meiner Seele fühlte sich persönlich beleidigt. :mrgreen: Dann wurde mir klar, dass diese negativen Gedanken über diese Leute mir gar nichts bringen, mir wurde klar, woher die Gedanken kamen, und ich konnte sie loslassen.

Mir gehts aber um was anderes. Um Alignment.... das ich auch immer öfter spüre.

Klar - im Moment bin ich in einer kleinen Krise. Und ich kenne das - das habe ich immer, wenn mir Dinge bevorstehen, die mir Angst machen. Aktuell eine Prüfung, von der mein Job abhängt. Plus Einsamkeit.... meine Kinder sind drei Wochen weg und ich sitze mit einer Menge Arbeit zu Hause....

In diesen Situationen (Alleinsein, bevorstehende "Prüfung" (früher bei Konzerten ganz extrem) kamen immer diese Gefühle hoch. Früher noch viel schlimmer - plötzlich meinte ich, die ganze Sinnlosigkeit des Daseins auf einen Schlag zu spüren. Was dann aber auch sofort weg war, wenn die Aufgabe hinter mir lag oder ich nicht mehr alleine war.

Ich habe das heute viel besser im Griff...aber halt nicht immer.
Und der Besuch meiner Mutter hat mich viel mehr erschüttert, als ich gedacht hätte. Sodass ich denke - da ist noch was.

Und das, was da ist, trägt sich auch in zukünftige Beziehungen mit rein - und hat sicher die letzte mit beeinflusst.
Es beeinflusst meine Schwingung.

Und ich frage mich: Wie komme ich mit Abraham hier weiter.

Ich habe schon gemerkt - es geht, wie immer, ums Fühlen. Ich überprüfe jetzt jeden Gedanken, den ich zum Thema habe, auf sein Gefühl hin.
Aber manche Gefühle sind so unklar. Trauere ich beispielsweise über meine kühle Kindheit, so fühlt sich das in einem Moment erleichternd an. Im gleichen Moment fühlt es sich aber auch ungut an und ich möchte wegsehen. Und wenn ich laut sage, dass ich keine ...enge...oder gar keine...Beziehung zu meiner Mutter habe, dann denke ich, dass es nicht fair ist. Und dann: Doch, lass doch mal das ewige Beschönigen. Sei mal ehrlich.
Und dann: Aber ich verstehe doch, warum sie so ist. Und mittlerweile bist du groß - es kann dir total egal sein.

Alles begleitet von sehr widersprüchlichen Gefühlen.

Vielleicht sollte ich doch einfach wegschauen. Aber das habe ich ja jetzt lange gemacht. Und dann plötzlich das Gefühl, nur Farbe über etwas zu kippen oder gekippt zu haben. Also, das ist es nicht.

Keine Ahnung. Daher meine Frage an Euch....wie geht ihr mit so etwas um, sofern Euch die Problematik bekannt ist.
Wie können Abraham hier helfen? Oder welche Ideen gibt es sonst?

Lieben Gruß,

b.
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Re: Selbstmitleid/ Kindheit

Beitragvon Thomas » 23. Aug 2015, 15:42

Hallo backagain,

>Oder welche Ideen gibt es sonst? <

Vielleicht ist es für Dich einfacher - aus welchen Gründen auch immer - zunächst ohne Abe den Einstieg zum Frieden schließen mit Dir selbst bei dieser/diesen wichtigen Frage(n) zu finden.

Eine Möglichkeit, Du machst eine Familienaufstellung. Das Thema kennst Du. Und die Fragen, die Du geklärt haben willst, auch. Und durch die Aufstellungsarbeit kann noch das eine oder andere Moment zu Tage treten, das noch im Verborgenen liegt, Dir aber bei der Lösung Deiner Frage(n) den richtigen Weg weist.

Eine weitere Möglichkeit ist, Du liest - ein, zwei Bücher von Udo Baer und Gabriele Frick-Baer. Die beschäftigen sich u.a. mit Traumaarbeit und dem Weiterwirken von Familiengeschichten und -"wahrheiten" auf uns und unsere Generation bzw. die unserer Kinder. Damit bekommst Du dann Ideen, warum Deine Eltern so sind, wie sie sind. Die Auswirkungen der beiden (!) Weltkriege bei uns sind ganz enorm und wirken viel mehr nach als es uns bewusst ist. Familien, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden und sich eine neue Heimat suchen mussten, sind da ganz besonders belastet. Kann gut sein, dass Du da Antworten auf Deine Fragen findest.
Genau, je nach dem wie gut Deine Stadtbücherei sortiert ist, findest Du die Bücher dort. Und falls Du in einer Stadt mit einer Universität wohnst, die einen Fachbereich Psychologie hat, geh einfach zur Fachbereichsbibliothek.

Diese beiden Möglichkeiten fallen mir zum Einstieg in die Klärung der Elternfrage auf anderem Wege als über Abe ein. Nach dem Einstieg wirst Du vermutlich ganz schnell wieder mit Hilfe von Abe zu diesen Fragen Klärung finden.
Liebe Grüße
Thomas
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Re: Selbstmitleid/ Kindheit

Beitragvon Maike » 23. Aug 2015, 17:04

Hallo Backagain,

öhm, ich bin gerade verblüfft über die Zufälle hier. 8-) Thomas Antwort hätte exakt von mir stammen können.


Sich mit Abraham zu beschäftigen heißt ja nicht, nichts anders mehr auszuprobieren. Über die Fühlschiene zu gehen und wieder zu sich selbst finden, sein Wohlbefinden von anderen unabhängig zu gestalten, schließt alles andere nicht aus. Umgekehrt genauso. Über das Wohlgefühl lassen sich auch ganz eigene Lösungswege finden.

Ich würde dir auch, wie Thomas, Familienaufstellungen vorschlagen. Diese Woche habe ich es das erste Mal ausprobiert, kurz vorm Einschlafen mein inneres Selbst um eine Lösung zu bitten. Ein oder zwei Tage darauf habe ich intuitiv nach einem bestimmten Thema gegooglet.

backagain hat geschrieben:Und der Besuch meiner Mutter hat mich viel mehr erschüttert, als ich gedacht hätte. Sodass ich denke - da ist noch was.


Vertrau deinem Gefühl. Dein Alignment wiederzufinden und dein Wohlbefinden von deiner Mutter abzukoppeln, bedeutet ja nicht, dass du keine Methoden oder Ansätze außerhalb von Abraham anwenden könntest.
Im Gegenteil ist Abraham ja auch keine Methode, sondern eine Lebenseinstellung. Und innerhalb des eigenen Glaubenssatzsystems finden sich die persönlichen Ansätze mit den einzelnen Lebensbereichen umzugehen. Das Wichtigste ist dabei auf die Lösung ausgerichtet zu sein.

Alles Liebe
Maike
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Re: Selbstmitleid/ Kindheit

Beitragvon backagain » 23. Aug 2015, 17:22

Hallo Thomas

Vielen lieben Dank für Deine Antwort.

Ich habe gerade mal geguckt, was die von Dir genannten Autoren geschrieben haben und es sieht sehr vielversprechend aus. "Bibliothek der Gefühle". Passt doch zu Abe. :clown:

Und: "Der kleine Ärger und die große Wut"....perfekt. Genau das treibt mich gerade um.
Ich schau mir die auf jeden Fall an. Vielen Dank dafür!!!

Familienaufstellung....finde ich schwieriger. Da jemanden zu finden, der/die wirklich gut darin ist.

Ich glaube sehr an die Ideen dahinter. Und ich habe im Leben schon viel Erleichterung erfahren, indem ich zum Beispiel nur mal ein Buch von Hellinger gelesen habe. Danach habe ich so Vieles verstanden....und gefühlt...und erlebt. Und mein Leben hat dadurch ganz positive Wendungen genommen.


Aber ich habe einmal eine Aufstellung mitgemacht ..das war nicht so überzeugend. Aber ist ja egal....auch das unterliegt dem Loa. :clown: Wahrscheinlich müsste ich da vorher ein paar Widerstände loslassen, um dann automatisch an die "richtigen" Leute zu geraten.


Warum meine Mutter so ist wie sie ist, und andere Menschen ihrer Generation....da merke ich gerade, dass ich momentan keine Lust habe, das noch besser zu verstehen. Ich weiß, wie ihre Kindheit war. Ich weiß, woher Vieles kommt....aber ich habe keine Lust mehr, mir über andere Gedanken zu machen. Gerade ist es erleichternd, mal (wieder - nach 15 Jahren oder so) zu sagen: Mann ey, das war nix, was du da "Erziehung" oder "Kind großziehen" genannt hast.
Ich bin es mir selbst aber wert zu denken, dass ich eine nettere, liebevollere Mutter verdient hätte.

- Mmh...an dem Satz fühlt sich auch schon wieder etwas schräg an. -

Wie auch immer: Während ich das schreibe, merke ich, dass es sich schön anfühlt sich vorzustellen, wie das denn gewesen wäre, wenn ich eine Mutter gehabt hätte, die mich nicht permanent "erzieht" bzw. null Zeit für mich und kaum Interesse an mir hatte, sondern mit der ich über die Dinge hätte reden können, die mich in Kindheit und Pubertät bewegten...die mich öfter mal einfach in den Arm genommen und eben bedingungslos geliebt hätte.

(Ich habe meiner Mutter mal gesagt: "Du "liebst" Menschen doch nur für ihre Leistungen." Da antwortete sie: "Ja klar. Wofür denn sonst? Das ist doch normal, oder?" :shock:

Ich finde das so krass. Ich meine...eigentlich kann es einem wirklich leid tun, wenn jemand so denkt. Das heißt, dass dieser Mensch liebesunfähig ist. Und es ist irgendwie auch typisch für viele Nachkriegsmenschen. Aber trotzdem.....ich mag das nicht mehr verstehen. Und ich denke, ich muss es auch nicht. Das wäre, sich in den Köpfen anderer aufhalten. )

Aber was ich sagen wollte: Zeit ist ja ohnehin nur ein Produkt des Verstandes, oder so. Vielleicht kann man ja die Realität auch rückwirkend für sich umschreiben. Also, quasi in die Vergangenheit visualisieren, wie man die Dinge gerne gehabt hätte. Wie sie sich gut angefühlt hätten. Das probiere ich jetzt auch mal aus....

Und beschaffe mir die Bücher, die du genannt hast.

Danke nochmal, lieber Thomas!

b.
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Re: Selbstmitleid/ Kindheit

Beitragvon backagain » 23. Aug 2015, 17:37

Hallo Maike


Maike hat geschrieben:Im Gegenteil ist Abraham ja auch keine Methode, sondern eine Lebenseinstellung.


Weißt Du was: Der Satz gefällt mir total gut.

Ich habe es in letzter Zeit - oder immer mal wieder - mit Abraham als Methode versucht. Und - wir haben uns ja eh schonmal drüber unterhalten - stoße damit immer wieder an Grenzen.

Aber wenn ich Abraham identifiziere mit dem Freiheitsgefühl, das ich damit schon immer verbunden habe, mit dem Glauben, dass es immer eine Lösung gibt, mit dem Glauben, dass sich Innen und Außen entsprechen, dass es keine Zufälle gibt, dass wir unsere eigene Realität gestalten, dass Alignment das höchste Glück ist und das Leben damit durch und durch sinnvoll wird....

Dann macht mich Abraham glücklich. :gvibes:

Abraham bieten auch Methoden. Fokus Wheel, EGS usw. sind Methoden. BOPA ist eine Methode.
Aber - das sind mir zu verkopfte Methoden. Mit denen komme ich nicht wirklich an meine Gefühle ran.
Tatsächlich komme ich über meine Gedanken und deren Transformation meistens nicht allzu weit.

(Das fühlt sich an wie das Gerede des Lehrers vorne an der Tafel, bei dem ich selbst immer schon nach drei Sekunden abgeschalten habe. :mrgreen: Oder wie das Gerede meiner Mutter, die immer schon auf meine Einsicht gepocht hat. (b., wenn du nicht so trödeln würdest, wärest du schon längst fertig....Und ich dachte immer: Ich seh's ja ein. Aber ich fühl mich trotzdem mies...und ich trödele weiter. ) Besser anfühlende Gedanken zu finden hat für mich was Zwangvolles. Sich besser anfühlende Gefühle zu finden über andere, intuitivere Wege hingegen hat was Befreiendes. )

Aber ich kann ja immer nach anderen Methoden suchen, mich besser zu fühlen. (Eine meiner Lieblingsmethode ist ja der Umgang mit inneren Bildern. Einfach, weil sie sich halt immer von selbst einstellen. Eine andere ist, auf Körper, Haltung und Atem zu achten. Oder eben zu versuchen, meine innere Stimme zu hören. ....es gibt so Vieles. Und ich hab das ja auch immer so gemacht. )

Jedenfalls hast Du gerade für mich mein Verhältnis zu Abraham geklärt. Danke :ros: Wunderbar! Großartig! Wieder was verstanden....

B.
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Re: Selbstmitleid/ Kindheit

Beitragvon backagain » 23. Aug 2015, 17:42

Wieder was verstanden. Und verstanden, warum ich in der Kindheitsbewältigung mit sich besser anfühlenden Gedanken im Sinne von Fokus abziehen und auf all das Schöne schauen, was es in der Welt so gibt, nicht weiter komme.
Das wollte ich eigentlich sagen....
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Re: Selbstmitleid/ Kindheit

Beitragvon labelle » 24. Aug 2015, 08:49

Hallo backagain,

ich glaube, das was Du geschrieben hast kennen so einige Menschen-- das macht es ja nicht leichter--
aber ich glaube, wenn man Dinge erstmal generalisiert , gibt es ein bisschen Erleichterung.

Ich kann mich Thomas und Maike auch nur anschliessen, es gibt so viele Möglichkeiten mit diesen
Dingen umzugehen, aber es braucht Zeit um diese auszuprobieren,
und für sich als stimmig zu empfinden.
Und dann glaube ich, wenn sich wieder etwas entwickelt hat, dann braucht es wieder etwas Neues.
Ich glaube auch, dass das Gehirn, immer mal wieder neue Impulse braucht, um an gewisse Gefühle zu kommen.

Aber ich möchte Dir noch eine Rückmeldung zu Lumo geben,
ich musste echt schlucken, als ich Deine Zeilen zu Lumo gelesen habe,
es geht nicht um Deinen Inhalt, sondern eher das Wie , das klang sehr hart,
und irgendwie kann man da zu Deiner Kindheit einen Bezug herstellen, Du fühlst Dich sehr hart an--was ich
lesen kann natürlich nur---
aber ich finde, da kann man so als Aussenstehender viel erkennen, und vielleicht ist es da wieder ein Stückchen
des Puzzles was man erkennen kann.
Ich empfinde, dass Du mit Dir sehr hart umgehst, und wenn Du ein wenig von Deiner Mutter Preis gibst,
ist das gar kein Zufall.
Aber da kann man dran arbeiten, jeder von uns hat ja irgendwelche komische Eltern gehabt,
die einen bestimmte Rollen aufgedrückt haben, und unser Ego immer schön so weiter macht.
Und je nach Ego ist es sehr langwierig das zu ändern, es dauert einfach sehr lange ,
weil das Gehirn einfach durch gewisse Dinge in der Kindheit "geschädigt" ist, und
dies gilt es im Jetzt wieder zu " beheben" .
Ich könnte viel dazu schreiben, aber um es jetzt auf den Punkt zu bringen,
ich glaube, erstens geht es nur über Akzeptanz du musst Deine Eltern und was in Deiner Kindheit passiert ist
akzeptieren, gefühlsmässig, und das muss erst mal in Deinem Gefühl ankommen.
Weinen und Wüten ist etwas gutes das erleichtert den Körper,
und dann einfach auch die Hoffnung aufzugeben, dass Deine Eltern sich jemals ändern oder
das Du denkst wie wäre es ,wenn meine Mutter anders gewesen wäre.---wie Du geschrieben hast---

Ich glaube, dass das an der Oberfläche funktioniert, aber in der Tiefe glaube ich funktioniert so was nicht,
weil Dein Energiesystem alles weiss, und Deine Energien möchten gefühlt werden.
Die Härte die Du zeigst--- kenne ich auch--- ist ja nur ein Schutz um den Schmerz nicht spüren zu müssen/wollen.

Annehmen........... und dann neu entscheiden, wie will ich mich fühlen.......

Robert Betz ist noch mein Tip... aber man kann Bücher noch und nöcher lesen,
es geht ums machen.
so das war es jetzt erst mal !!!!!!!!!!!

Einen fühlenden schönen Tag :loveshower:
labelle
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Re: Selbstmitleid/ Kindheit

Beitragvon backagain » 24. Aug 2015, 11:10

Hallo labelle

Lieben Dank für Deine ausführliche und ehrliche Antwort.

Ich fange mal von hinten an.
Die Hoffnung, dass meine Eltern sich ändern, habe ich...nun ja..nicht aufgegeben sondern verbucht unter: not my pie.
Keine Ahnung... und doch....beide entwickeln sich schon. Aber wie gesagt, das ist ja gar nicht meine Sache.

Das gedankliche "Umschreiben" ist was anderes. Ich habe das vorsichtig begonnen und festgestellt, dass das ein ganz guter Weg ist. Es ist ja nicht, dass ich gerne hätte, dass es anders gewesen wäre. Sondern ich liefere mir selbst Ideen, die mich innerlich festigen. Oder experimentiere damit herum.
Und merke auch, dass ich da an Glaubenssätze stoße, die ich so aus dem Weg räumen kann.
Zum Beispiel: Ich stelle mir eine Situation vor. Und dann kommt sofort: Sei doch nicht so naiv. Sowas (heile Welt) gibt es doch gar nicht. Das ist übertrieben....und auch ganz leise: Das steht dir nicht zu.
Und dann schau ich mir das an. Natürlich steht mir das zu. Und jedem anderen auch. Und natürlich gibt es eine heile Welt. Und natürlich dürfen wir uns wünschen, dass die Welt so und so wäre....wenigsten unsere persönliche Welt.

Ich versuche damit nicht, irgendetwas zu ungeschehen zu machen. Sondern nur mit neuen Gefühlen zu experimentieren.

labelle hat geschrieben:ich glaube, erstens geht es nur über Akzeptanz du musst Deine Eltern und was in Deiner Kindheit passiert ist akzeptieren, gefühlsmässig, und das muss erst mal in Deinem Gefühl ankommen.


Ja, das ist wohl wahr. Verstandesmäßig habe ich das schon vor langer Zeit akzeptiert, Mit viel Verständnis (die hattens schließlich auch nicht leicht...) usw. Aber das mit dem Gefühl eben - da sagst Du was. Wobei - ich hab auch schon geheult usw. Und es hat mich erleichtert. Aber irgendwie fehlt mich noch der nächste Schritt. Was ist dann, wenn es im Gefühl angekommen ist. Wie kann ich das transformieren und mich davon endgültig befreien. Oder alles so wenden, dass es keine Belastung mehr darstellt.

Was Du zu Lumo schreibst: Ja, ich dachte auch erst, dass das ganz schön hart ist.

Aber schau mal, ich habe geschrieben:
backagain hat geschrieben: wie "nicht gesehen", [...] ich mich immer gefühlt hab....


Und Lumos Antwort hat da genau reingepasst. Voll an mir vorbei - gefühlsmäßig. Ich dachte dann auch zuerst: Naja, sie lebt in einer ganz anderen Realität, hat andere Probleme (obwohl sie die mit ihren Eltern ja durchaus hat)....
das musst Du (also ich) verstehen. Du bist zu empfindlich....Das musst Du verstehen, dass es Lumo wichtig ist, über ihre Übungen zu schreiben...und Du selbst bist ja ähnlich, kreist auch ganz schön um dich selbst....usw.

Aber nein, ich habe, wie gesagt, keine Lust mehr, das zu verstehen.

Und ich empfinde mich auch nicht als besonders hart. :clown: Nur manchmal. Wenn mir Dinge zu sehr auf den Keks gehen.

Dennoch finde ich Deine Rückmeldung, labelle, sehr sehr wertvoll. Denn genau damit schlag ich mich immer mal wieder rum. Und Lumo selbst ja übrigens auch - mit dem Umgang mit Dingen oder Äußerungen, die einen stören. Mit negativen Gedanken über andere...und Ereignisse.

Bin ich das brave Mädchen, schau ich einfach weg oder sag ich, was ich empfinde?

Und doch - manchmal bin ich irgendwie eingepanzert - halte die Dinge entweder von mir fern oder stelle mich darüber...über Dinge und Menschen. Und das ist nicht befriedigend.
Das ist vielleicht das, was Du als "hart" beschreibst. Und nee....so will ich nicht sein. Aber eben auch nichts runterschlucken....

Nun bin ich beileibe nicht immer das brave Mädchen - aber ich streite mich normalerweise nur mit bestimmten Menschen. Nämlich denen, die selbst eine gewisse Härte an den Tag legen. :P

Hier wollte ich mich gar nicht streiten. Mich auch nicht verteidigen. Aber das fand ich nunmal blöd - in genau dem Zusammenhang. Und Lumo weiß das jetzt - und wir können weiter friedlich miteinander reden.

Dennoch - Du sagst, das "Wie" war nicht ok. Ich lass das wirken!!


Witzigerweise geht es jetzt übrigens genau um das, worüber sie geschrieben hat. :clown:
Am Ende hängt ja alles zusammen. Wie wir in Einzelsituationen handeln und reagieren, wie wir zu anderen stehen....das hängt mit tieferen Einstellungen und Erlebnissen zusammen.

Und es gibt hier zwei Zugangsweisen. (Mindestens.) Die eine ist, mir jede einzelne Situation anzuschauen und meine Gedanken und Glaubenssätze zu bearbeiten. Das mache ich oft. Aber ich stoße an Grenzen.

Und meine Intuition sagt mir, dass das ein bisschen an der Oberfläche gekratzt ist. Aber jetzt habe ich ja schon viele Hinweise bekommen, um das Darunterliegende mir anzuschauen.

Soweit hierzu - sonst verliere ich den Faden komplett.

Danke nochmal,

b.

Edit: Ich habe jetzt nochmal mein Eingangspost und Lumos Antwort gelesen. Ich weiß jetzt, welcher Satz meiner Antwort komplett überflüssig war. Ok - Lumo, entschuldige! :ros: Aber ich führ' das jetzt nicht weiter aus....das ist nicht mehr Abraham.
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Re: Selbstmitleid/ Kindheit

Beitragvon labelle » 24. Aug 2015, 11:42

Hallo liebe backagain,

ich habe Deinen Post gerne gelesen,
Ich sag das jetzt einfach mal, obwohl ich Dich nicht kenne nur über dieses " Geschriebene Wort"
ich finde Du bist eine tolle Frau, und Du machst das richtig gut.

Ich finde wir sollten uns alle immer mal wieder sagen, wie gut wir sind, wie toll wir die Dinge tun
die wir tun............

Und ich finde es wichtig und richtig das zu sagen was man (Du und Ich und Wir) empfinden,
vielleicht nicht ständig, aber es war richtig , dass Du das gesagt hast.
Mir ist das aufgefallen, weil ich diese Härte, dieses von sich wegmachen kenne.

Und auch wenn mir das so aufgefallen ist, kann man auch mal so reagieren,
aber wie Du geschrieben hast,
es trifft immer auf die Richtige Energie.

Und die Akzeptanz muss im Gefühl ankommen, weil reflektiert bist Du bestimmt genug,
aber Veränderung geht immer nur über das Gefühl , die Energie die sich dann verwandelt.
Ich bin ja selber da dran, deswegen kann ich das auch nachvollziehen,
ich habe bei manchen Situationen so ein Gefühl davon wie sich die tiefen Themen sich dann anfühlen,
wenn sich die Energie / das Gefühl dazu verändert,
alle Gefühle möchten gesehen und gefühlt werden, und ich glaube auch dass das nicht mit einem Mal
getan ist, da diese Gefühle so lange in uns sind, und in so vielen Zellen vorhanden sind.

Aber nur darüber funktioniert es!!!!!!!!!!
Und wir wünschen uns alle so wie wir jetzt sind angenommen zu sein, und
das können wir nur uns selber geben, weil wir unser ganzes Leben mit uns zusammen sind,
andere Menschen kommen und gehen vielleicht bleiben manche auch länger ,
aber wir bleiben für immer bei uns bis zum Ende dieses Lebens............

Wow das sollte ich mir häufiger selbst schreiben...........
Es wäre so einfach wahrscheinlich ist es auch so einfach,
aber wenn Eltern uns nicht so geliebt und angenommen haben wie wir sind( weil sie es selbst sich nicht geben oder konnten) dann ist eine Überzeugung so tief drin,
und das zu entkoppeln ist eben schwierig.

So jetzt muss ich los
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Re: Selbstmitleid/ Kindheit

Beitragvon Kein_Schnee » 24. Aug 2015, 20:41

labelle hat geschrieben:Aber ich möchte Dir noch eine Rückmeldung zu Lumo geben,
ich musste echt schlucken, als ich Deine Zeilen zu Lumo gelesen habe,
es geht nicht um Deinen Inhalt, sondern eher das Wie , das klang sehr hart,


Liebe labelle, liebe backagain,

ich muss gestehen, dass ich backagains Reaktion auf Lumos Beitrag noch als sehr milde empfand, denn mir ist in verschiedenen threads aufgefallen, dass Lumo nicht auf Beiträge eingeht, sondern dieses Forum eher als Tagebuch benutzt. Dagegen ist nichts einzuwenden, wenn es ihre eigenen treads sind, aber als vermeindliche Antwort auf andere Fragestellungen nur um den eigenen Tagesablauf zu kreisen, finde ich völlig daneben, da kein Austausch stattfindet.
Und ich würde mir wünschen, dass es nicht als Härte eingestuft wird, wenn sich jemand klar äußert.
Wir sind ja nicht hier, um alles toll und ok zu finden, sondern um unseren falschen Glaubenssätzen auf die Spur zu kommen. Und einer davon ist meiner Meinung nach sicher: Ich bin schlecht, wenn ich sage, dass mich jemand nervt.

Liebe backagain, warum hast Du noch Kontakt zu Deiner Mutter?
Ich habe das Gefühl, dass Dir die Antwort weiterhelfen könnte.

Liebe Grüsse,

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Re: Selbstmitleid/ Kindheit

Beitragvon labelle » 24. Aug 2015, 21:20

Hallo kein_schnee,

kein_schnee hat geschrieben;
Und ich würde mir wünschen, dass es nicht als Härte eingestuft wird, wenn sich jemand klar äußert.
Wir sind ja nicht hier, um alles toll und ok zu finden,

wie Du vielleicht in meinen Posts gelesen hast,
hab ich das erklärt, und es ist meine Empfindung gewesen.
Ich habe gegen bestimmte Äusserungen und klare Aussagen nichts.
Ich hatte das Wie angesprochen, und warum muss man hart zu Menschen sein,
und glauben, das Menschen nur dann etwas verstehen............ :hä:

Ich glaube, dass es natürlich immer nur mit einem selbst zu tun hat.
Ich finde klare Ansagen super, und ich habe auch nichts gegen nicht so nette Ansagen, wenn es sein muss.
Aber ich finde, meine Rückmeldung ging in Analogie zu backagains Mutter,
und ich finde, man kann da schon ---nicht nur bei Ihr sondern bei vielen sehen, welche Eltern sie hatten,
wie sie mit ihren Kindern umgegangen sind.

Eine schöne Nacht
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Re: Selbstmitleid/ Kindheit

Beitragvon Kein_Schnee » 24. Aug 2015, 21:35

Liebe labelle,

wie gesagt, empfand ich backagains Äußerung nicht als hart.
Das ist dann wahrscheinlich der Punkt, an welchem wir auseinander gehen.
Ich empfinde es eher als hart, wenn jemand komplett ignoriert, was andere sagen, oder schreiben und sich dennoch äußert. Und da ist es meiner Meinung nach durchaus legitim zu sagen: Halt die Klappe!
Das hat dann nicht unbedingt etwas mit einem Mutterproblem zu tun, oder der daraus resultierenden Härte.
Und man muß nicht nette oder verständnisvolle Worte finden, wo man keine hat.
Mehr wollte ich nicht sagen.

Lieben Gruß,

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Re: Selbstmitleid/ Kindheit

Beitragvon backagain » 24. Aug 2015, 21:58

Hallo Kein_Schnee und labelle

Es lohnt jetzt nicht, da noch weiter drüber zu sprechen, ob ich Lumo jetzt korrekt behandelt hab' oder nicht. Tatsache ist, dass ich genervt war, und dass es leicht genervt rüberkam. Das war wahrscheinlich mal nötig... :pfeif:

Es wäre aber auch noch sachlicher gegangen. Denn grundsätzlich habe ich diese Seite und stoße immer mal wieder Leute auch ganz heftig vor den Kopf, wobei ich mir schreibend immer Mühe gebe, das noch abzumildern. Aber ich mag das nicht. Ich mag nicht Menschen vor den Kopf stoßen. Gerade in einem Forum..... wo noch andere mitlesen. Ich weiß nicht, ob das Gutmenschentum ist, wie Zawo das so gerne nennt. Oder Selbstverleugnung?

Aber ich erinnere mich noch gut, wie mich selbst sowas früher mitgenommen hat, wenn es "gegen" mich ging. Heute nicht mehr - heut kann man mir vor den Latz knallen, was man will. :mrgreen:
Aber früher...und deswegen fühl ich mich zwar einerseits gut, wenn ich mal ganz deutlich war, andererseits finde ich es aber immer ein bisschen fies. Und es tut mir leid.

Tja, wieder dieses einerseits, andererseits. Ich sollte da mal Position beziehen.

Und Kein_Schnee: Warum ich noch Kontakt mit meiner Mutter habe? Also, hauptsächlich hat sie ihn mit mir. Wobei das so auf die Distanz auch ok ist. Sie ruft regelmäßig an, ich gehe unregelmäßig dran....aber letztlich will ich schon immer mal wieder wissen, was sie so macht. Weil uns am Ende zumindest eine gemeinsame Geschichte verbindet. Weil sie mir irgendwie leid tut. Weil es mir damit definitiv nicht besser ginge, wenn ich den Kontakt abbräche. Sie würde ja nichtmal verstehen warum. Das ist ja das Leidige - sie versteht nicht, wie sie wirkt. Sie denkt, sie ist ganz wunderbar. Und das denkt sie wirklich. (Ich muss da immer an die Rose aus dem Kleinen Prinzen denken. Und dann, ja dann tut sie mir eben leid... ) Sie tut mir leid, weil sie als Kind regelmäßig von ihrem Vater verhauen worden ist. Weil sie ein "Versehen" war, als ihre Mutter gerade 18 war, weil ihre Eltern wegen diesem Kind geheiratet haben, obwohl sie nicht wollten, weil sie mit diesem Kind komplett überfordert waren, weil sie selbst definitiv keine Anerkennung erfahren hat als Kind, weil ihre Eltern immer und immer gestritten haben (oh ja, das habe ich auch noch miterlebt - ganz liebreizend....)....und dafür hat sie Einiges eigentlich sogar noch verhältnismäßig gut hingekriegt.

Ich bin allerdings trotzdem das nächste Mal, wenn sie kommen will, noch deutlicher, und bestehe auf höchstens fünf Tagen.

(Das war übrigens auch eine sehr witzige Manifestation. Ich war mit den Kinder auf dem Land und wollte am 07. August wiederkommen. Und nachdem ich mit ihr den Zeitraum (ohne genaue Tage) besprochen hatte, zu dem die Kinder danach noch bei mir wären, rief sie mich begeistert an: "Ich habe einen ganz billigen Flug für den 07. August bekommen und bleibe bis zum 19." :shock: Statt mal vorher zu fragen hat sie einfach gebucht. Ich habe gesagt: "Hey - an dem Tag kommen wir grad nach Hause. Ich möchte vielleicht erstmal in Ruhe ankommen, auspacken, - ehm, chillen.... " "Tja, was soll ich da jetzt machen", sagte sie. "Das kann ich jetzt nicht mehr umbuchen." :evil:
Ich war sehr sehr böse.
Und wie das so ist mit starken Emotionen: Einige Wochen später rief sie mich an: Die Fluglinie hatte doch glatt den Flug gestrichen. Einfach so. Ersatzlos. Sie habe das Geld erstattet bekommen und käme jetzt mit dem Fernbus. Und zwar dann erst am 10. August. Das war sehr gut so.

Aber ich muss selbst noch klarer sein in dem, was ich will. Ab und zu telefonieren und gelegentlich fünf Tage mit ihr verbringen. Das geht, aber mehr nicht. Zum Glück wohnt sie ziemlich weit entfernt.

Es ist halt so, dass sie - abgesehen von ihren Mutterqualitäten - auch Seiten hat, die ganz ok sind. Ich kann mittlerweile auch Vieles sehen, was ich Positives von ihr mitbekommen habe. Nur mit Kindern hat sie eben sehr wenig am Hut...und dafür viel mit langwierigen Grundsatzdiskussionen und Widerständen gegen alle Mögliche.

Was mich aber an der ganzen Sache vor allem stresst: Ich finde das faszinierend, wie wenig Ahnung sie davon hat, wie sie auf Menschen manchmal wirkt und was sie mit ihnen macht. Also, vor allem mit nahestehenden, von denen es aber gar nicht so viele gibt.

Und dann frage ich mich: Ist das bei mir vielleicht auch so? Bin ich vielleicht auch irgendwo total betriebsblind?
Ich meine, immerhin hab ich auch gerade eine gescheiterte Beziehung hinter mir. Irgendwo muss da ja auch mein Anteil sein. Und irgendwie haben Beziehung und Scheitern mir, mit meinem Sein, mit meiner Schwingung zu tun.

Übrigens hat das auch mit der Frage nach dem Kontaktabbruch zu tun. So ein Abbruch fühlt sich für mich nach Widerstand an. Lieber wäre mir eine echte Lösung. Das heißt, eine Umgehensweise, mit der alle klarkommen, kein radikaler Schnitt. Ach, ich weiß auch nicht...

Dass sie weit weg wohnt, ist schon ein Zeichen, dass es im Allgemeinen auf die friedliche Tour klappt. (Ist ja auch kein Zufall.)

Aber während ich hier so sitze und schreibe und lösche und schreibe und lösche....gehen mir gerade wieder ein paar Lichter auf. Zum Beispiel folgendes:

Ich habe die letzten Jahre gedacht, dass sie sich sicher nie ändern würde und nie eine Therapie machen würde, weil sie - bei "Aufwachen" - dem Scherbenhaufen ihres Lebens und ihrer Verantwortung dafür ins Gesicht blicken müsste.
Und das würde sie niemals aushalten.

Aber das zeigt ja auch, was ich über ihr Leben denke. Und welche Glaubenssätze ich habe bezüglich "gelungenes Leben". Da schwingt nämlich dieser Leistungsgedanke total mit. Also - der Gedanke kommt zwar aus ihrer Ecke bzw. der Ecke meiner beiden Eltern irgendwie, aber ich habe ihn doch übernommen. (Du musst was Besonderes leisten, sonst war das alles nix.)

Das ist mir jetzt gerade aufgegangen, dass ich diesen blöden Glaubenssatz immer noch mit mir herumtrage. Und dass das irgendwie mit ihr zu tun hat und ich ihr das aber jetzt zurückgebe, sozusagen. Und dass das irgendwie unsere Beziehung belastet. (Jede von uns muss der anderen beweisen, dass sie nicht gescheitert ist oder scheitern wird. Dabei gibt es doch gar kein Scheitern. )

Ich höre jetzt auf, das wird zu konfus!!! Aber ich denke da weiter. Danke, kein_schnee für die inspirierende Frage. Ich hänge dem weiter nach. Und ich denke, wenn ich mal mit mir und meiner Schwingung und meinen Gedanken im Reinen bin, dann braucht es keine Kontaktabbrüche ....

Schönen Abend,

b.
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Re: Selbstmitleid/ Kindheit

Beitragvon Klara » 24. Aug 2015, 22:37

Hallo ihr Lieben!
Liebe Kein Schnee, danke! Du sprichst mir mit deinen Beiträgen aus der Seele! Ich wollte auch noch was dazu schreiben, bin aber nicht wirklich dazu gekommen und jetzt muss ich es gar nicht mehr.

Liebe Backagain, ich habe gelesen, dass du nicht mehr darüber schreiben willst, ob du Lumo korrekt behandelt hast oder nicht...ich möchte dir dennoch sagen, wie ich dein Zurückrudern diesbezüglich empfunden habe:
Obwohl ich jetzt nicht alles gelesen habe was du zu der Beziehung zu deiner Mutter und Dir schreibst, kam doch ganz eindeutig rüber, dass Du Dir schlicht und ergreifend mehr Liebe und Zuwendung gewünscht hättest.
Dass Lumo da jetzt so reingrätscht (hallo Lumo und sorry, dass ich über Dich jetzt grad in der dritten Person schreibe) hätte mir an Deiner Stelle einen Stich versetzt, weil es genau das Thema ist: nicht wirklich wahrgenommen werden.
Ich fand es total gut, dass du was gesagt hast und das beim Thema bleiben und auf Dich eingehen eingefordert hast, bzw. eingefordert hast, dass halt dann nur Leutchen schreiben, die was dazu wirklich zu sagen haben... und fand es dann wiederum schade, dass Du es dann doch wieder irgendwie zurück genommen hast und unsicher ob Deiner Reaktion geworden bist.
Ich meine da irgendwie bei dem Thema zu Deiner Mutter auch eine gehörige Portion Wut zu spüren, die ja auch berechtigt ist: Dieses verdammte Verständnis bringen zu müssen, dass irgendwie so heilig wirkt und dass auch in Therapien so oft zelebriert wird. Dabei weiß dein Inneres ganz genau, dass du absolut nichts, aber auch gar nichts, damals dafür hättest tun müssen und auch jetzt hier nicht musst, um einfach geliebt/wahrgenommen/gesehen zu werden...nur um deiner selbst willen. Auch wenn du vielleicht meinst, dass du dich manchmal im Ton vergreifst, netter sein solltest oder whatever. Ich finde das ist gar nicht nötig, dass Du an Dir da rumerziehst. Du darfst es Dir zugestehen Deine Wünsche zu äußern und das hat auch was mit Respekt zu tun meiner Meinung nach. Mit Respekt Dir selbst gegenüber. So sehe ich das zumindest.

Ach, irgendwie liest sich mein Text holprig und ich kann es gerade nicht so wirklich ausdrücken, was ich meine. Ich hoffe, du weißt viell. dennoch, was ich damit sagen wollte.
Eine gute Nacht euch allen...

Klara
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Re: Selbstmitleid/ Kindheit

Beitragvon backagain » 24. Aug 2015, 23:32

Hallo Klara

Ich wollte auch schon längst ins Bett gegangen sein. Aber irgendwie guckte ich jetzt doch nochmal rein.

Ich habe ja anfangs geschrieben, dass ich hier doch irgendwie mit Abraham weiter kommen möchte. (Sonst könnte ich ja auch in einem anderen Forum drüber schreiben.)

Und dann ist es eben auch so: Ich habe zwar diese Wut verspürt. (Langsam ist sie abgeflaut.) Und auch diese Verzweiflung von wegen: Ich krieg das nie los und ein Teil von mir bleibt immer davon in Mitleidenschaft gezogen.

Und ja, man soll das einfordern, was man von anderen möchte.

Aber: Ich mochte diese Schuldzuweisungen in Richtung Eltern noch nie besonders gerne. (Und dann auch nicht in Richtung von Leuten, deren Verhalten einem grad nicht in den Kram passt. Deren Bier, nicht meins...)

Trotzdem habe ich den Titel "Selbstmitleid" gewählt, weil es sich nunmal so anfühlte. Ich schmollte herum, war wütend, traurig, besorgt etc. Und fand diesmal doch, dass es ganz klar eine Schuldige gab.

Aber letztlich ist es doch so: Mitleid führt nicht weiter. Nicht mit sich selbst und nicht mit anderen. Es tut mal gut, sich dem einfach hinzugeben. Aber dann muss es wieder anders weitergehen.

Und da hilft es dann nicht, einem Beitrag, der mal eben nicht passte, zuviel Aufmerksamkeit zu schenken.

Im Gegenteil. Ich habe diesen Beitrag ja auch irgendwie angezogen. Ich habe auch das Verhalten meiner Mutter, als sie hier war, selbst mit beeinflusst. Und, naja, nach Abraham habe ich mir diese Familie selbst ausgesucht. (Weiß der Geier, warum. :mrgreen: )

Mir geht der Satz von - ja von wem denn - ich weiß es nicht mehr durch den Kopf: Wir sind hier, um unsere Glaubenssätze zu überprüfen.

Der hat mich aufhorchen lassen.

Da ist es dann beinahe egal, woher die kommen. Es sind auch bei diesen Familiengeschichten Glaubenssätze, die im Hintergrund wirken.

Ich glaube ja schon auch an das Konzept von Familie als System. Und vielleicht - oder sicher - gibt es sowas wie familiäre Glaubenssätze. Die einen fesseln können...die aber auch die Leute davor schon gefesselt haben.

Seit mir das klar geworden ist, geht es mir viel besser. Das fühlt sich viel besser an als die Schmollecke... :clown:

Denn: Auch unsere Eltern schaffen wir uns irgendwie selbst. Und vielleicht entsprach auch der Umgang meiner Mutter mit meinen Kindern (der jetzt nicht so tragisch war, nur eben geprägt von Unzufriedenheit), ihr grundsätzliches Anzweifeln von Allem, was ich gesagt habe....meiner Schwingung. Bin ich konsequent, dann muss ich konsequent sein. :clown:

Allerdings ist mir klar, dass ich meine Schwingungsbereinigung nicht so schnell so vollständig hinbekomme, dass ich das komplett alleine steuern kann. Von daher bleibe ich dabei: Abstand halten. Ich bin sicher, es zöge mich sofort wieder runter, wenn sie länger als fünf Tage hier wäre.

Aber ganz grundsätzlich arbeite ich jetzt in dieser Richtung weiter: Glaubenssätze überprüfen.

Gute Nacht :gvibes:

b.
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Re: Selbstmitleid/ Kindheit

Beitragvon lawofattraction » 25. Aug 2015, 06:26

backagain hat geschrieben:Ich habe ja anfangs geschrieben, dass ich hier doch irgendwie mit Abraham weiter kommen möchte. (Sonst könnte ich ja auch in einem anderen Forum drüber schreiben.)


Erleichtert lese ich diesen Satz, nachdem ich mich durch lange Posts der Problemerörterung und der Behandlung eines Nebenschauplatz durchgelesen habe.

Ich fragte mich schon, ob ich im falschen Forum sei. :pfeif:



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Re: Selbstmitleid/ Kindheit

Beitragvon lawofattraction » 25. Aug 2015, 12:15




Liebe Backagain,

grundsätzlich möchte ich noch dazu sagen: Abraham-Lehre ist nichts, was man wie eine mathematische Lösungs-Formel anwendet und dadurch Dinge in eine gewünschte Richtung schieben kann. Die Abraham-Lehre ist eine Lebenseinstellung, eine Lebensphilosophie und als solche eine konkrete Handhabe, unser Leben auf die bestmögliche Weise so zu gestalten, dass wir uns als glückliche Menschen immer weiter dahin entwickeln, ein erfülltes und sinnvolles Leben zu führen.

Abraham haben die Metapher geprägt, dass jemand, der gerade aus dem Flugzeug fällt, nichts anderes tun kann als sich dieser momentanen Situation zu übergeben, da sie viel zu viel Momentum hat, um in dem Moment verändert zu werden. Dann kannst Du nichts tun, keine Lösung finden, sondern Dich nur „ergeben“. Genau das war die Situation, als Deine Mutter Dich besucht hat.

Jedes Mal, wenn Deine Mutter Dich besucht oder sie anruft, fällst Du wieder aus dem Flugzeug und aktivierst damit diesen jahrelangen Konflikt, der zwischen Euch besteht. Und das fühlt sich komplett schlecht an. In einer solch akuten Situation mit so vielen Gefühlen der Machtlosigkeit und Hilfslosigkeit lässt sich meiner Erfahrung nach nichts verändern.

Das wäre genau so, als ob Du eine Wunde hast und darin rumstocherst, um sie zu heilen. Deine Beziehung zu Deiner Mutter kannst Du nur dann für Dich auf die Reihe bekommen, wenn Du so wenig wie möglich Kontakt hast und auch gedanklicher Abstand vorhanden ist. Es ist alles dann, wenn Ihr zusammen seid, viel zu präsent, und das, was Du als schmerzhaft seit Jahren immer wieder erfahren hast, wird dadurch ständig aufgerührt.

Natürlich ist unser Leben durchsetzt von Glaubenssätzen. Darauf baut sich unsere Weltsicht auf und sie bestimmen die Art und Weise, wie wir uns in der Welt bewegen. Wenn Du gründlich aufräumen möchtest, dann betrachte einmal die Glaubenssätze, die Dir verbieten, den Kontakt mit Deiner Mutter (vorübergehend) abzubrechen oder ihn einzuschränken. „Man muss den Eltern gegenüber dankbar sein“ kann einer davon sein, der wie ein Dorn im Finger sitzt und immer wieder dann weh tut, wenn man das beim besten Willen nicht empfinden kann, stattdessen aber nur Wut und Traurigkeit empfindet und der Mutter dafür die Schuld gibt. Traurigkeit darüber, dass Du nicht wie andere eine glückliche Kindheit hattest und Wut, dass es immer noch so weiter geht, nachdem Du erwachsen bist.

Der Ansatz von Abraham ist doch, auf die Gefühle zu achten und diese Gefühls-Information unseres Inner Being als Grundlage des Lebens zu erkennen. Wenn sich etwas schlecht anfühlt – egal aus welchen Gründen auch immer – so ist es das Liebevollste, was wir für uns selbst tun können, zu schauen, wie wir dieses Negativgefühl auflösen können. Wenn das bedeutet, den Kontakt einzuschränken, so ist das auch der gangbare Weg - Dein Weg des geringsten Widerstandes.

Ich würde - und habe das auch selbst mit meiner Mutter getan - immer noch eine vorübergehende Sendepause vorziehen statt dieser kräftezehrenden und schmerzhaften Kontakte. Einmal führen die in immer erneute Aktivierung der alten Schwingung und zum anderen sind wir selbst dann hinterher oft von Schuld und Selbstvorwürfen geplagt, dass wir es nicht geschafft haben, die Situation friedlich zu entschärfen und zu einem liebevollen Miteinander zu kommen.

Ihr führt miteinander ein Spiel auf, das seit Jahrzehnten eingeübt wurde. Irgendwo in Dir ist die Hoffnung, dass sich Deine Mutter ändern wird. Das scheint wirklich Dein - verständlicher - Wunsch zu sein. Das aber kannst Du vergessen, zumindest so lange, wie Du in Dir keinen Frieden mit der Vergangenheit gefunden hast. Sie ist wie sie ist und findet wahrscheinlich keine andere Art, mit Dir, mit Deinen Kindern - und sich selbst - umzugehen, als das der Fall ist. Spekulationen darüber, wie unglücklich und unzufrieden sie in und mit sich ist, können wir uns sicher ersparen, das wird bei Deinen Schilderungen schon offensichtlich.

Nun hast Du Dich weiterentwickelt, aus der Situation heraus entwickelt, weisst, dass es hätte anders sein können und wünschst Dir das. Dein nächster Schritt zur Erleichterung, nachdem Du ja Deine Wut rausgelassen hast und Schuld zu ihr geschoben hast, geht dahin, Frieden zu schliessen mit der Situation. Sie ist, wie sie ist. Du kämpfst gegen etwas an in der Hoffnung, dass es sich dadurch verändern wird und begibst Dich dadurch immer wieder in schlechte Gefühle. Tu das nicht für sie, das Akzeptieren, das ist unwichtig, tu es für Dich, damit Dein Leben leichter und freudiger wird – trotz der Vergangenheit.

Kindheitsbewältigung ist so ein Schlagwort: Viele haben den Eindruck, dass nach einer KB nun mit einem Mal das Leben leicht wird und keine Probleme mehr auftauchen werden. Wo willst Du denn auskommen? Jetzt hier zu stehen und keine Erinnerungen mehr zu haben? Was in Deinem Leben geschehen ist, hat Dich doch erst zu dieser Backagain gemacht, die Du bist. Stell Dir vor, Du bist Du, aber ohne diese Erfahrungen. Wo die sind, ist ein schwarzes Loch. Gruselig, oder? Wer wärst Du dann?

Die erwachsene Backagain ist teilweise immer noch das kleine Kind, das nach Mutters Liebe hungert. Dieser Teil ist nicht mit gross geworden, um Dinge aus der Vergangenheit zu relativieren und Verständnis zu entwickeln dafür, dass es keine perfekten Menschen gibt. Dafür aber mehr oder weniger durch eigene Erlebnisse belastete Eltern, die ihre Kinder nach bestem Können beim Grosswerden begleiten. Denn jeder, auch die „schlimmsten“ Eltern, tun das Beste, zu dem sie in der Lage und fähig sind. Auch sie haben eine Geschichte, auch sie haben in ihrer Kindheit Entbehrungen und Wunden emotionaler Art erfahren und sind vielleicht gar nicht in der Lage, Gefühle in der Art und Weise zu zeigen, wie Du das für Dich brauchst oder zumindest als Kind gebraucht hast.

Im übrigen gibt es Techniken, die in der Vergangenheit Erlebtes relativieren und dem „damaligen“ Kind Ressourcen anhand geben, vielleicht sogar auch den Eltern und deren Eltern. Das ist Systemarbeit, die man selbst machen kann. Unser Gehirn ist unwahrscheinlich kreativ und unterscheidet nicht zwischen heute und damals und der Zukunft und ist daher in dieser Beziehung ziemlich gut „manipulierbar“. Vor dem Hintergrund der Gleichzeitigkeit macht das auch sogar für kopfbetonte Menschen Sinn.

Du kannst die kleine Backagain von damals gedanklich an der Hand nehmen und ihr zeigen, was für ein wunderbarer Mensch sie geworden ist, was sie alles gelernt und erfahren hat, dass sie erfolgreich studiert hat und zwei wunderbare Kinder bekommen hat und eine liebevolle Mutter ist und dass die Zukunft viel Freude und viele Versprechungen bereit hält. Und Du kannst ihr versprechen, sie auf diesem Weg durch die Zeit zu begleiten und bei ihr zu sein und zu helfen, wenn die Zeiten rauh werden.

Eine Systemaufstellung mag auch ein guter Weg sein, allerdings würde ich das zuerst einmal nicht mit einer eigenen Aufstellung tun. Wenn Deine Absicht am rechten Platz ist, wirst Du auch gute Aufsteller finden und Themen, mit denen Du Dein eigenes Anliegen gleich mit anschauen kannst. Beobachter werden ja oft als Stellvertreter gewählt und erleben dabei in Bezug auf eigene Themen ganz phantastische Lösungen, ohne dass konkret ihr Thema behandelt wird.

Als ersten Ansatz würde ich immer den Fühlweg wählen und mich in solch anstrengenden Momenten sofort fragen „wie will ich mich genau jetzt fühlen?“. Das sollte grundsätzlich eine automatische Reaktion werden. Oder Du fragst Dich „wie fühlt sich Liebe an, wie Vertrauen, wie Geborgensein“ und erlebst diese Gefühle. Das Verändern der Gefühle ist so unvergleichlich einfacher, als Gedanken zu analysieren, durch neue zu ersetzen und dadurch ein verbessertes Gefühl zu erfahren. Denn Du magst nicht in der Lage sein, Deine Gedanken oder Deine Lebensumstände und Bedingungen in genau dem Moment zu verändern, wohl aber die Art und Weise, wie Du Dich fühlst.

Wenn Du das konsequent übst, wirst Du immer einfacher in ein gutes Gefühl kommen. Bist Du immer öfter auf der Gutfühl-Welle, kommen auch immer weniger der Gedanken, die Du meinst verändern zu müssen. Ohne also in alten Sachen zu graben und alte unerwünschte Schwingungen zu aktivieren, hast Du auf leichtem Weg genau das gleiche Ziel erreicht.

Das Fühlen ist ein ständiger Wegweiser, der Dir sagt "hier gehts lang". Der Weg wird Dir immer offenbart. Du musst aber das Deine dazu tun, dass Du den Weg auch erkennen kannst. Was das ist? Ständig bereit sein, nicht dahin zu treten, wo es sich nicht gut anfühlt.

Lieben Gruss
Loa



P.S. Ich habe eine sehr grosse Sammlung von Videos von Systemaufstellungen zu den unterschiedlichsten Themen, die meisten von Hellinger. Die wollte ich schon lange auflösen, aber nicht durch Wegwerfen, dazu sind sie zu schade. Es sind allerdings VHS Kassetten. :lol: Wenn jemand interessiert ist, schicke ich gerne gegen Portoerstattung.



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Re: Selbstmitleid/ Kindheit

Beitragvon Peak » 25. Aug 2015, 16:14

Hallo LOA,

D A N K E für diese phantastische Antwort! :uns:

:five: viele Grüße Peak
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Re: Selbstmitleid/ Kindheit

Beitragvon backagain » 25. Aug 2015, 19:52

Hallo loa

Erstmal ganz herzlichen Dank für diese ausführliche Antwort.
Ich habe sie schon heute Mittag gelesen - jetzt gehe ich sie nochmal stückchenweise durch und schreibe meine Gedanken dazu auf.

lawofattraction hat geschrieben:eine konkrete Handhabe, unser Leben auf die bestmögliche Weise so zu gestalten, dass wir uns als glückliche Menschen immer weiter dahin entwickeln, ein erfülltes und sinnvolles Leben zu führen.


Eine konkrete Handhabe ist aber für mich das, was eine Methode ausmacht. Sonst wäre sie ja nicht konkret.
Und im Zuge dieses threads bin ich dahinter gekommen, dass es Punkte in den abrahamschen Methoden gibt, mit denen ich gelegentlich nicht weiter komme....(immer und zu allem sich besser anfühlende Gedanken finden, beispielsweise. Das geht manchmal, führt aber leicht zu happy face stickern und ist mir oft zu verkopft.)

Die Erinnerung an das Hinterfragen von allen möglichen Glaubenssätzen hingegen hat mir sehr weitergeholfen. Ich habe festgestellt, dass es nicht unbedingt meine Mutter ist, die mir Sorgen bereitet. Vielmehr sind es Glaubenssätze oder eingeübte Haltungen zur Welt, die ich bei ihr erlebe, die aber in mir ebenfalls noch vorhanden sind. So dass hier eine unangenehme Resonanz entsteht. Das war mein Aha-Erlebnis von gestern abend.

Ich habe ja schon viele Glaubenssätze abgelegt. (Vielleicht könnte man sie tatsächlich besser Haltungen nennen, die zu Glaubenssätzen werden, wenn man sie verbalisiert.) Zum Beispiel fühle ich mich kaum noch verantwortlich für meine Eltern - was früher der Fall war....und somit gibts auch keine - wirklich keine - Schuldgefühle mehr.

Eine andere Sache ist das mit "Du musst etwas leisten, um Deinem Leben einen Sinn zu geben". Sowie damit verbundene Verhaltensweisen. Oder: Du bist klüger als die anderen. :clown:
Das ist für mich eine Art Glaubenssatz. Bei meiner Mutter äußert sich das darin, dass sie alles anzweifelt, stets mit "ja, aber" antwortet und immer Ratschläge erteilt.
(Gleichzeitig ist es bei ihr sicherlich eine Art Selbstschutz und Rechtfertigung dafür, dass eben Manches nicht so gelungen ist wie gewünscht.)
Ich habe aber festgestellt, dass ich dazu auch immer noch neige. Und gerade ihr gebe ich ebenfalls dann ungefragt Ratschläge...und es werden nervige Diskussionen daraus.

Ich werde das jetzt bewusst ersetzen durch: Ich gebe keine ungefragten Ratschläge mehr. Ich bleibe bei mir. Ich vertraue mir selbst. Ich weiß, was ich will, oder kann es herausfinden. Ich baue auf mich. Alles ist gut.

Das ist immer so ein Herumwerkeln im Außen und bei anderen, wenn man mit sich selbst nicht zufrieden ist.

Also - ich habe verstanden, dass mein Problem mit ihr letztlich eines von mir mit mir selbst ist. Ist so. Da habe ich keinen Zweifel dran.

Übrigens: Wenn sie anruft, falle ich gar nicht mehr aus dem Flugzeug. Das sind ja Unterhaltungen nur zwischen uns, ohne dass die Kinder involviert wären. Das ist ganz unproblematisch. Nur der Besuch, der hatte es in sich.
Aber wie schon gesagt: Ich habe ja auch negative Gedanken zu ihr, bzw. hängen die dann so in der Luft zwischen uns beiden.

Gedanklicher Abstand ist auch ausreichend vorhanden. Und räumlicher auch, wie gesagt.
Ich sagte ja, ich bin da schon sehr sehr weit gekommen. Der Knoten ist schon ziemlich aufgelöst. Und fühlt sich gerade jetzt nochmals deutlich lockerer an.

lawofattraction hat geschrieben:„Man muss den Eltern gegenüber dankbar sein“ kann einer davon sein, der wie ein Dorn im Finger sitzt und immer wieder dann weh tut, wenn man das beim besten Willen nicht empfinden kann, stattdessen aber nur Wut und Traurigkeit empfindet und der Mutter dafür die Schuld gibt. Traurigkeit darüber, dass Du nicht wie andere eine glückliche Kindheit hattest und Wut, dass es immer noch so weiter geht, nachdem Du erwachsen bist.


"Dankbar" war es nie. Aber irgendwie fühlte ich mich immer in die Verantwortung genommen. Allerdings vor 20 Jahren - das ist vorbei. Also, die Verantwortung und damit verbundene Schuldgefühle. Nur Wut kam diesmal hoch. Aber das ist auch vorbei.

(Das habe ich auch noch "bearbeitet" mit Gedanken, die mit meinen Kindern zu tun haben. Aber das würde jetzt wirklich viel zu weit führen.)


lawofattraction hat geschrieben:Der Ansatz von Abraham ist doch, auf die Gefühle zu achten und diese Gefühls-Information unseres Inner Being als Grundlage des Lebens zu erkennen. Wenn sich etwas schlecht anfühlt – egal aus welchen Gründen auch immer – so ist es das Liebevollste, was wir für uns selbst tun können, zu schauen, wie wir dieses Negativgefühl auflösen können. Wenn das bedeutet, den Kontakt einzuschränken, so ist das auch der gangbare Weg - Dein Weg des geringsten Widerstandes.


Wie gesagt - der Kontakt ist sehr eingeschränkt. Und zu schauen, wie ich dieses Negativgefühl auflösen kann, war Intention dieses threads. Der mir sehr viele Anregungen geliefert hat. Kontaktabbruch ist keineswegs mein Mittel der Wahl - es wäre hier echt fehl am Platz. Sondern eben das, was ich oben geschrieben habe: Bei mir bleiben. Zu mir stehen. Mit meinen eigenen Zweifeln aufräumen.

Das fühlt sich am dynamischsten und kraftvollsten an. Mein IB ist ganz zufrieden. :clown:

lawofattraction hat geschrieben:Ihr führt miteinander ein Spiel auf, das seit Jahrzehnten eingeübt wurde. Irgendwo in Dir ist die Hoffnung, dass sich Deine Mutter ändern wird.


Das mit dem Spiel, das stimmt. Das mit der Hoffnung nicht. Ich habe nur mal drüber nachgedacht, warum sie sich sosehr gegen eine Therapie wehrt. (Sie bringt das Thema immer wieder selbst aufs Tapet. Um dann zu unterstreichen, dass das für sie aus hundert Gründen (Geld, mangelnde Möglichkeiten etc.) nicht infrage kommt. Aber sie redet da immer von... :pfeif:

Und da hab ich mich halt gefragt, was in ihrer Psyche sie so sehr davon abhält. Bei der Gelegenheit ist mir aber aufgefallen, wie ich über sie denke. Und welche Glaubenssätze damit verbunden sind. Deswegen hatte ich das erwähnt. Ich fand das ganz ganz wesentlich.

Ich meine, es ist ja auch klar, dass man über Menschen, die einen früher mal "enttäuscht" haben, zumeist nicht gerade liebevoll denkt. Aber so entstehen halt diese Dauerdramen. Und ich habe mir ja jetzt auch nicht vorgenommen, besonders liebevoll über sie zu denken. Ganz sicher nicht. Aber ich habe gemerkt, dass ich mich besser fühle, wenn ich den Anteil dieser Gedanken, der mich selbst behindert, mal rausnehme. (Also: Du musst was leisten etc. pp. Oder: Das Urteil der anderen ist wichtig....)
Und ich schätze, dass sich unsere Beziehung merklich entspannen wird, wenn ich mich gedanklich rausnehme.
Dann hat sie nämlich auch nicht mehr das Gefühl, mir etwas beweisen zu müssen, was sie durchaus hat.

lawofattraction hat geschrieben: Viele haben den Eindruck, dass nach einer KB nun mit einem Mal das Leben leicht wird und keine Probleme mehr auftauchen werden. Wo willst Du denn auskommen? Jetzt hier zu stehen und keine Erinnerungen mehr zu haben? Was in Deinem Leben geschehen ist, hat Dich doch erst zu dieser Backagain gemacht, die Du bist. Stell Dir vor, Du bist Du, aber ohne diese Erfahrungen. Wo die sind, ist ein schwarzes Loch. Gruselig, oder? Wer wärst Du dann?



Absolut gruselig. Ich habe auch überhaupt nicht vor, meine Erinnerungen und Erfahrungen auszulöschen. Wo ich auskommen will? Bei einem Gefühl innerer Freiheit. Das in den letzten Jahren, wie gesagt, auch kontinuierlich zugenommen hat. Aber da geht noch mehr. :gvibes:

Und neben Freiheit ein paar konkretere Dinge. Zum Beispiel fühle ich mich immer noch oft nicht richtig verstanden. In Schubladen sortiert. In meinem Wesen nicht wahrgenommen.

Ja, das kann ja nur an meiner Schwingung liegen: Erstens mach ich's mit anderen immer mal wieder genauso....statt zuzuhören und mich auf sie einzulassen, mach ich mir schnell ein Bild.
Zweitens stehe ich immer noch nicht genügend zu mir selbst. Zweifle zu oft. Relativiere Dinge. Ändere Richtungen....welche Chance haben denn da die anderen? :tja:

Das kann ich nun meiner Kindheit in die Schuhe schieben (hätte ich mehr Bestätigung erfahren, wüsste ich jetzt viel besser, was ich will). Aber das fühlt sich verkehrt an.
Ich empfinde es jetzt auch schon wieder als irrelevant.
Nein - ich selbst muss noch klarer werden. Und dann nehmen mich die, die mir wichtig sind, vermutlich so wahr, wie ich....dann...bin.


lawofattraction hat geschrieben:Im übrigen gibt es Techniken, die in der Vergangenheit Erlebtes relativieren und dem „damaligen“ Kind Ressourcen anhand geben, vielleicht sogar auch den Eltern und deren Eltern. Das ist Systemarbeit, die man selbst machen kann. Unser Gehirn ist unwahrscheinlich kreativ und unterscheidet nicht zwischen heute und damals und der Zukunft und ist daher in dieser Beziehung ziemlich gut „manipulierbar“. Vor dem Hintergrund der Gleichzeitigkeit macht das auch sogar für kopfbetonte Menschen Sinn.


Das passt ja genau zu dem, was ich oben geschrieben habe. Natürlich macht das Sinn. Sehe ich genauso.

lawofattraction hat geschrieben:Als ersten Ansatz würde ich immer den Fühlweg wählen und mich in solch anstrengenden Momenten sofort fragen „wie will ich mich genau jetzt fühlen?“. Das sollte grundsätzlich eine automatische Reaktion werden. Oder Du fragst Dich „wie fühlt sich Liebe an, wie Vertrauen, wie Geborgensein“ und erlebst diese Gefühle.


Das ist eine Methode. Und es ist eine sehr gute Methode. :clown:

Ich wünsche allen einen schönen Abend mit vielen guten Gefühlen.

b.

Ach so, das PS: Ich habe festgestellt, dass für mich (und für die meisten, wahrscheinlich) Wohlgefühl sehr stark mit dem Gefühl von Selbstwirksamkeit zusammenhängt. Das heißt aber nicht unbedingt, dass ich etwas leiste. Sondern, dass ich nicht ausgeliefert bin sondern selbst Regie führe. Es ist das Gefühl, mich selbst konturiert wahrzunehmen und zu wissen, was - oder besser - wohin ich will; wie ich die Welt haben will, wie ich mich haben will. Und daran zu glauben, dass ich es erschaffen kann.

Glaubenssätze stellen hier dann oft ein Hindernis dar. Und deswegen mache ich es jetzt so, dass ich mich bei aufkommendem Unwohlsein zunächst nach den blockierenden Glaubenssätzen umschaue und die eliminiere. Dann stellt sich sofort ein besseres Gefühl ein.

Also: Nur zu fühlen, wie sich Geborgenheit anfühlt, klappt nicht so ganz.
Besser anfühlende Gedanken zu einer Situation, in der ich mich verloren fühle (ich wertschätze meine Wohnung etc.) klappt auch nicht. Aber: Ich möchte mich so und so fühlen, und ich kann mir Situationen vorstellen, in denen ich dieses Gefühl erlebe, ich kann es erschaffen und dem steht nichts im Wege....das geht. :clown:
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Re: Selbstmitleid/ Kindheit

Beitragvon backagain » 25. Aug 2015, 20:48

Und, oh Wunder, hier haben wir die Essenz von Abraham:
Knowing what you want, believing it - and that's it. :gvibes:
Nur dass Punkt eins und zwei eben nicht ganz so einfach sind wie's immer klingt :P
Aber machbar!
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Re: Selbstmitleid/ Kindheit

Beitragvon segelbrot » 26. Aug 2015, 22:29

hallo backagain,

ich weiß gar nicht, ob ne antwort jetzt noch sinn macht, da ihr anscheinend schon viel aufgedröselt habt .. ich gestehe, ich konnt mich auf die vielen antworten nicht konzentrieren (hab im moment nicht die beste phase meines lebens), und beziehe mich somit nur auf dein eingangsposting.

ich habe mich vor 30 jahren von meinen erzeugern getrennt. meine kindheit empfinde ich als katastrophe - macht aber nichts, ich bin einfach froh, dass ich die hinter mir gelassen habe, ohne ernsthaft an der geistigen gesundheit geschädigt zu sein (mancher meint, geschädigt sei ich schon .. ich wiederum kann erwidern: mag sein, aber nicht ERNSTHAFT! :gvibes: ).

ich hab während dieser trennung einige gefühlszustände durchlaufen .. kurz nach dem kontaktabbruch war ich traurig, weil ich nun "keine eltern mehr habe" (hey, ich war jung und neigte zum drama!!). das währte nur kurz, danach kamen wut, hass, schuldzuweisungen, selbstmitleid, hadern mit dem eigenen schicksal. aus heutiger sicht dauerte auch diese phase viel zu lange, aber manches braucht halt seine zeit. heute sind diese menschen mir egal.

gerne "korrigiere" ich die leute, wenn mal wieder phrasen gedroschen werden:
blut ist MITNICHTEN dicker als wasser.
manche leute mag man einfach nicht - selbst wenn sie aus der verwandtschaft kommen.
mutterliebe ist lediglich ein romantischer begriff. schade. gibt aber schlimmeres.
ich muss niemanden lieben! (umgekehrt ist keiner verpflichtet, mich zu lieben - ganz blöde tatsache! :lol: ).
manchmal passt es einfach nicht. punkt.
nur weil xy mich nicht leiden kann, heißt das nicht, dass an mir was verkehrt ist.
und zuletzt:
alles gut!

backagain, es ist alles ok. du darfst in selbstmitleid versinken, so lange es sich gut anfühlt. wenn man pech im leben hatte, darf man sich auch mal bedauern - zumindest so lange, bis es langweilig (oder zur masche!) wird.
man darf auch wütend werden, wenn es erleichterung verschafft (ich persönlich mag wut immer noch recht gerne).
niemand muss eine therapie machen. du nicht, deine ahnen auch nicht.
du musst auch nicht krampfhaft aufräumen in deiner vergangenheit. wenn du unzufrieden oder traurig bist - nimms hin. bade nicht wochenlang in diesem gefühl, aber nimm es hin.
ist nicht alles optimal gelaufen, aber es ist wie es ist.

in den letzten 2, 3 jahren habe ich überraschende dinge über mich herausgefunden, die alle mit übernommenen glaubenssätzen zu tun haben. ein ganz banales beispiel gefällig?
jeder mag joghurt. joghurt ist süß und gesund und überhaupt ganz toll. ich dacht immer, ich mag joghurt, ich komme nur nicht dazu, ihn rechtzeitig zu essen. warum hats über 40 jahre gedauert, bis ich darauf gekommen bin, dass ich joghurt nicht mag?
das gleiche mit tee. ich mag keinen kaffee, aber tee trink ich natürlich. habe viel tee im küchenschrank. ich komm nur nicht dazu, ihn zu trinken.
fakt ist leider: ich mag keine heißgetränke. warum bin ich jahrzehnte mit dem gedanken abgezogen, wer keinen kaffee trinkt, trinkt stattdessen tee?

ganz vielleicht hilft dir ein skurriler ansatz:
welche in stein gemeißelten, von der wissenschaft abgesegneten glaubenssätze hast du verinnerlicht?
dass du deine mutter liebst, trotz allem, was schief gelaufen ist? weil jedes kind seine mutter liebt?
dass du irgendwelche gravierenden defizite hast, nur weil du als kind nicht akzeptierst wurdest, so wie du bist?
oder hängst du ein paar phrasen nach, die ich oben beschrieben habe?

ich finde, man macht sich selbst oft sehr gerne etwas vor. abe sagen, suche ein besseres gefühl.
das geht umso besser, wenn man seinen "verborgenen" gedanken erstmal auf die schliche gekommen ist.

(und überhaupt hab ich jetzt den faden verloren. aber da ich das alles nicht umsonst geschrieben haben will, lass ich das so stehen. evtl. kommt die korrektur später. und ganz evtl. bitte ich loa oder vertretung um löschung - wenn ich merke, dass mein beitrag so völlig neben der spur ist .. :lieb: )

konfuse grüße
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Re: Selbstmitleid/ Kindheit

Beitragvon Kein_Schnee » 27. Aug 2015, 04:51

Liebe backagain,

als ich Dich fragte, warum Du noch Kontakt zu Deiner Mutter hast, war dies aus dem Gefühl heraus, dass da ein Zwang in dir ist, der letztendlich das Problem darstellt.
Bisher hast Du ja keinen positiven Satz über Deine Mutter geschrieben, also ist die Motivation, warum Du den Kontakt weiterhin aufrecht erhälst nur durch Mangel oder Angst für mich zu erklären.
Loa hat das schon alles wunderbar im Sinne der Abe-Lehre dargelegt und ich möchte nur den einen Punkt hinzufügen, der mir selbst wirklich geholfen hat:
Ich habe irgendwann aufgehört, mich zu fragen, warum meine Mutter so ist, wie sie ist, warum sie dies tut und jenes.
Ich habe aufgehört, verstehen zu wollen, denn das war erstens unmöglich und zweitens hat es mich nur von mir weggeführt.
Ich habe den Satz von Bashar verinnerlich: Alles was Dich umgibt, bist Du und jeder Mensch ist die Version dieses Menschen, die zu Deiner Schwingung passt. Fertig.
Genau das sagen Abe auch, nur der Satz von Bashar war für mich sehr direkt und klar, wie auch der Begriff : YOUniverse.
Ich fing dann an, meine Mutter immer wieder so zu visualisieren, wie ich sie gerne haben wollte, mit verblüffenden Ergebnissen.
Keine Kindheitsbewältigung mehr, kein Ringen um Liebe und Verständnis und Gesehenwerden und vor allem: kein Analysieren meiner Mutter um von meiner Angst loszulassen abzulenken.
Mich hat das zum Teil so überrascht, dass ich bei Telefonaten mit ihr dachte: Was ist denn jetzt mit der los?
Wieso ist sie so anders…??? :kgrhl:

Es hat etwas von einem Sprung in eine andere Realität und ich fragte mich öfter: So einfach soll das sein?
Darf ich mich jetzt nicht mehr in meinem Jahrelang kultivierten Elend suhlen?…
Aber ganz so einfach war es natürlich nicht, da die neue Schwingung konsequent eingeübt werden muss, um sich dauerhaft zu etablieren. Rückfälle eingeschlossen.
Aber es funktioniert. Das LoA funktioniert.
Abe sagen immer wieder: schau nicht auf das, was Du nicht willst.
Doch selbst hier im Abraham- Forum beschäftigen wir uns schnell wieder mit dem psychotherapeutischen Ansatz, anstatt die Lehren anzuwenden und ich glaube, dass dies deswegen so ist, weil der "Sprung" in eine neue Realität so mysteriös erscheint und wir es nicht genügend geübt haben.
Ich kann von mir sagen, dass ich es einfach an Disziplin mangeln lasse, wenn ich mich wieder im Problemwust vergrabe, oder vielmehr - im Außen verliere, denn ich habe schon oft genug erfahren, dass dies nicht der Weg ist, der funktioniert.

Wie Loa es geschrieben hat, ist das Erkennen der eigenen Schwingung der Schlüssel und das Fokussieren der eigenen Wünsche, völlig ungeachtet der Realität.
Deine Mutter KANN so sein, wie Du sie Dir wünschst, doch dafür musst Du sie zuerst so sehen.

Liebe Grüsse, KeinSchnee
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Re: Selbstmitleid/ Kindheit

Beitragvon lawofattraction » 27. Aug 2015, 07:05




Guten Morgen, Ihr Lieben,

segelbrot hat geschrieben:wenn ich merke, dass mein beitrag so völlig neben der spur ist .. :lieb: )


ich finde den ganz und gar nicht neben der Spur, habe oft bestätigend genickt, weil das auch meine Erfahrung ist. Das Einzige, was ich dazu anmerken möchte ist dies:

segelbrot hat geschrieben:ich finde, man macht sich selbst oft sehr gerne etwas vor. abe sagen, suche ein besseres gefühl.
das geht umso besser, wenn man seinen "verborgenen" gedanken erstmal auf die schliche gekommen ist.


Meine Erfahrung zeigt, dass es umgekehrt ist. Im Suchmodus, mit der Absicht etwas zu reparieren, ist es sehr schwer eine Lösung zu finden, wenn nicht unmöglich. Bin ich aber in einer besseren Gefühlslage, sind mir auch Lösungen, das heisst das Auffinden von hinderlichen Glaubenssätzen möglich. Gerade deshalb, weil sie ja genau das sind, was die schlechten Gefühle verursacht.

Kein_Schnee hat geschrieben:Mich hat das zum Teil so überrascht, dass ich bei Telefonaten mit ihr dachte: Was ist denn jetzt mit der los?


Deine Erfahrungen und das, was Du ausführst, entspricht genau dem, was ich auch erlebt habe. Zu obigem habe ich eine Anekdote, über die ich später sogar zusammen mit meiner Mutter lachen konnte. :clown: Sie war meine grösste Kritikerin, natürlich in der besten Absicht von Kritik, die viele Eltern haben, nämlich ihre Kinder zu immer besseren Leistungen und "Rundum-Bessersein" anzuspornen. Dahinter steckt natürlich immer der eigene Wunsch nach Wohlbefinden.

Nachdem ich weitgehend Frieden mit ihr geschlossen hatte und wir nach meiner Rückkehr nach Deutschland auch räumlich wieder näher waren, rief sie mich an meinem Geburtstag zum Gratulieren an und begann: "Mein liebes Kind, ich möchte Dir gerne etwas sagen ..." und ich rollte schon die Augen und machte mich auf eine ihrer Predigten gefasst. Und konnte nicht glauben, was ich dann hörte ".... wie viel Freude mir das Zusammensein mit Dir macht und was für eine interessante und vielseitige und liebevolle Frau Du geworden bist." Ich war so verdattert, dass ich nur etwas stammeln konnte und trug das wie einen kostbaren Schatz mit mir herum und konnte lange mit niemandem darüber sprechen.

Sicher war der Weg nicht einfach, aber ich habe konsequent einmal anerkannt, dass sie es nicht anders konnte und jedes Dagegenangehen es nur schlimmer machte. Ich habe mich auf ihre positiven Seiten konzentriert und stellte irgendwann fest, dass ich in meiner Erinnerung nur die negativen abgespeichert hatte.

Danach fand ich mehr schöne Erinnerungen an meine Kindheit und meine Mutter verwandelte sich in meiner Vorstellung in die liebe und fürsorgliche Mutter, die sie auch war. Und sie veränderte sich in ihrem Umgang mit mir, so dass wir die letzten Jahre ihres Lebens entspannt und liebevoll miteinander umgehen konnten.

backagain hat geschrieben:Bei meiner Mutter äußert sich das darin, dass sie alles anzweifelt, stets mit "ja, aber" antwortet


Das fiel mir ein, als ich Deine Antwort auf meinen Post las. Und nicht nur da. :pfeif:

Liebe Grüsse
Loa





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