Noch einmal Familie

Hier ist Raum für eigene Erfahrungen mit der Abraham-Lehre

Noch einmal Familie

Beitragvon shaoli » 1. Apr 2012, 15:59

Über den Familienaufstellungs-Thread bin ich ins Grübeln gekommen und nun kommt das heutige Zitat hinzu, in dem es
heißt, wir sollten die Gefühle, die andere in uns auslösen, ignorieren und in einer Virtualy World leben, in der wir schon das sind, was wir zu sein wünschen, was eigentlich die Antwort auf die Fragen ist, die mich seit ein paar Tagen beschäftigen, nur...wie stellt man das an ?

Ich möchte mich hier nicht negativ einbringen, also schreibe ich das folgende nur, um nachvollziehbar zu machen, wo der Schuh drückt. In meiner Ursprungsfamilie gibt es eine Menge, was in der Psychologie als ziemlich grenzwertig
eingestuft werden würde und ich habe als Kind sicherlich eine Menge davon mit auf den Weg genommen. In letzter Zeit stelle ich fest, dass ich zu manchem gar keinen
bewußten Zugang hatte und entdecke erst im Nachhinein die schwingungsmäßige Übereinstimmung mit der Erfahrung. In den letzten Jahren, mit Abraham, ist es leichter geworden, aber ich komme nicht umhin, zuzugeben, dass ich eine schwingungsmäßige Entsprechung anbiete, mit der ich vereinzelt Menschen in mein Leben ziehe, die - aus meiner Sicht - ein ebenso grenzwertiges Verhalten haben, so dass Eskalation unausweichlich ist. Das heißt, jetzt, wo ich das enttarnt habe, wird es mir nicht mehr passieren, also bleibt der harte Kern.

Erfahrungsgemäß trete ich, wenn ich dafür sorge, dass es mir gut geht, in meiner Ursprungsfamilie, also, bei denen, die vor mir da waren, recht schnell Reaktionen los, die vernichtend sind, obwohl ich die Person/en in gar keinster Weise angegriffen habe. Das hatte ich schon x-mal und jedes Mal bin ich irgendwann eingeknickt, obwohl ich festgestellt habe, dass, wenn ich keinen Kontakt habe, dieser Sog, von dem ich neulich schrieb, schwächer wird und irgendwann gar nicht mehr spürbar ist.

In meiner eigenen Familie, sogar, was meinen Ex-Mann ( ! ) angeht, aber vor allem unter den Kindern und in ihrer Beziehung zu uns Eltern, gibt es nichts, was diese Energie fortsetzen würde. Hier habe ich einfach Vertrauen, zum Leben, in die Kinder und sogar zu ihrem Vater. Ich habe ja schon einmal geschrieben, dass mir Gezerre und Machtkämpfe hier völlig fremd sind ( die Trennungssituation jetzt mal ausgenommen, wobei ich Beziehung anders einordne als das, was man Kernfamilie nennt ).

Der Graben meiner Erfahrungen mit der Familie könnte nicht tiefer sein und ich verstehe es einfach nicht. Ich bin ja quasi das verbindende Glied und empfinde es so, als wäre es auf der einen Seite immer warm und sonnig und auf der anderen bestenfalls wechselhaft.

Als ich das Zitat gelesen habe, hatte ich das Gefühl, dass, würde es mir gelingen, es umzusetzen - also diesen jahrzehntealten, verkrustet-klebrigen Familienkram zu ignorieren - ich wahrscheinlich eine nie gekannte Freude erfahren würde, an mir, meinem Leben... ich habe einfach nur Angst, dass ich dann nicht mehr alles zusammenhalten kann, was da an Familie ist und da ich das Gefühl nicht loswerde, dass das meine Aufgabe ist...

Vielleicht fällt jemandem etwas dazu ein, ich bin dankbar für jeden Gedanken.

LG
Shaoli













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Re: Noch einmal Familie

Beitragvon Zaungast » 1. Apr 2012, 17:32

Hallo Shaoli

Du gibst Dir doch die Antwort schon selbst...
Und Du findest sie beinahe auch im Zitat von gestern :clown:
..naja...nicht ganz
Du musst gar nichts zusammenhalten. Das geht ja auch gar nicht, jedenfalls nicht mit einem befriedigenden Ergebnis.

Aber interessant: Bei mir ist es genau andersrum.
Ich habe mich von meiner Familie - den "neg. Einflüssen" - komplett befreien können; sie haben schwingungsmäßig keine Macht mehr über mich, da ich sie komplett losgelassen habe. Auch dieses Verantwortungsgefühl ( ich kann mich noch gut daran erinnern) konnte ich schon vor mehr als zehn Jahren ablegen. Gleichzeitig übrigens auch alle Vorwürfe...aber viell. wars auch einfacher bei mir. Wie auch immer - mir fiel in Deinem anderen post das "Zurückgeben von Lasten" auf, das mir überhaupt nicht zielführend vorkommt. Im Gegenteil...
Ich weiß gar nicht, ob das geht....jedenfalls klingt es nicht sehr befreiend.

Viell. kannst Du da ansetzen?

Im Gegensatz dazu ist aktuell zwischenmenschlich bei mir noch keineswegs eitel Sonnenschein angesagt, aber es wird besser, und gleich nochmal ganz merkbar mit dem Ablegen des inneren "Eichhörnchens" :mrgreen: ..

Egal; der Rat für Dich: Lass sie alle los und schau zu, wohin sie flattern.... :clown:
Nichtmal Deine Familie is your pie....oder sogar am wenigsten, wenn es sowas gibt :P

LG,

Z.
Zaungast
 

Re: Noch einmal Familie

Beitragvon shaoli » 1. Apr 2012, 22:16

Hi,

meine Eltern haben so gedacht und auch gehandelt: ein Kind ? Not my pie ! Auf einer anderen Ebene kann ich fühlen, dass es ihr Recht war, das zu tun, womit sie sich gut gefühlt haben und ich mag mir genau diese Erfahrung sogar ausgesucht haben, aber da ich weiß, wie es sich anfühlt, niemandens pie zu sein ... habe ich, in letzter Konsequenz,
Skrupel, dieselbe Haltung für mich zu beanspruchen.

Und ich sehe doch, dass " sowohl als auch " nicht nur möglich, sondern viel einfacher und erfüllender für alle Beteiligten ist. Jeder kann ein völlig eigenes Wesen haben, sich in seine Richtung entwickeln und dabei ganz andere Vorstellungen, Wünsche und Ziele entwickeln als der andere und dass, doch oder gerade deswegen, ein harmonisches Miteinander möglich ist, in dem contrast vorkommt, aber relativ zügig abgewickelt werden kann, weil alle darauf ausgerichtet sind, nicht in ihm zu verharren und womöglich zu erstarren.

Was den anderen Teil meiner Familie angeht, funktioniert das nicht. Ich habe kein Bedürfnis, über die Vergangenheit zu reden, aber die anderen schon. Nicht unbedingt mit mir, auch mit den Menschen, die mir nahestehen, also mit meinen Kindern oder bei Feiern auch mit meinen Gästen, ein unglaubliches Bedürfnis, gerne zu erzählen, wie schwer sie es hatten, und ein noch größeres, zu erzählen, wie lustig und gut ICH es doch hatte.

Nicht mißverstehen, ich möchte nicht, dass ich beachtet werde oder mein früherer Schmerz, das ist nicht der Punkt. Über den bin ich schon lange hinweg. Dass Geschichten umgeschrieben werden, okay . Dieser Zwang, sie zu erzählen und darüber hinaus von mir bestätigt haben zu wollen, ist auch nur ein Gezerre um etwas, dass ich für mich als unwichtig erkannt habe. Not my pie eben.

Aber es auch ein immer wieder `reingestoßen werden in das Gefühl, dass ich unwichtig bin. Und das ist dann eben my pie :genau:

Und doch lasse ich es zu, denn wenn ich es nicht zulasse, habe ich Feinde.

Jetzt habe ich mich sozusagen in eine noch einmal neue Gewißheit hineingedacht und geschrieben, dass die einzig wichtige Beziehung die zwischen mir und MIR ist und das Zitat verstanden. Virtuelle Realität ist mir ja nichts neues, aber dass man die Gefühle, die andere in einem auslösen, ignorieren sollte, hat mich verwirrt, weil ich mich in diesem Zusammenhang nur als Empfänger gesehen habe und nicht als Sender. Es verblüfft mich immer wieder, dass ich letztlich , obwohl ich nun wirklich dauernd daran denke, dass das LoA nur durch mich wirkt, meine Gefühle manchmal gar nicht richtig wahrnehme, sie nicht in Worte fassen kann und deshalb anfange, um mich herum nach Ursachen zu tasten. Eigentlich könnte ich mich jederzeit zurücklehnen, mir anschauen und genießen, was ich wirklich gut hingekriegt habe und mir das angebunden-sein, die Klarheit vergegenwärtigen, die das hevorgebracht hat und dieses Gefühl in alle anderen Bereiche fließen lassen...

In diesem Sinne gute Nacht.
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Re: Noch einmal Familie

Beitragvon lawofattraction » 2. Apr 2012, 07:09

shaoli hat geschrieben:meine Eltern haben so gedacht und auch gehandelt: ein Kind ? Not my pie ! Auf einer anderen Ebene kann ich fühlen, dass es ihr Recht war, das zu tun, womit sie sich gut gefühlt haben und ich mag mir genau diese Erfahrung sogar ausgesucht haben, aber da ich weiß, wie es sich anfühlt, niemandens pie zu sein ... habe ich, in letzter Konsequenz, Skrupel, dieselbe Haltung für mich zu beanspruchen.


Hallo Shaoli,

es geht gar nicht um Recht oder Unrecht, es geht darum anzuerkennen, dass es so war und Punkt. Deine Probleme stammen daher, dass Du denkst, Dein Leben wäre so viel schöner und toller und reicher gewesen, wenn sie präsente Eltern gewesen wären.

Manchmal hilft es, ein Thema zu relativieren, auch wenn es sich dabei um uns unbekannte Menschen handelt. Lies mal die Geschichten der Leute, deren Eltern sich in alles eingemischt haben, alles verboten haben, das Kind (und oft auch der Erwachsene) keine, auch nicht nur kleinsten, eigenen Entscheidungen treffen konnte, keinen Bewegungsradius hatte - und dann siehst Du eine andere Seite der Medaille. Wobei keine besser oder schlechter ist.

Tatsache ist, dass Du, solange Du meinst, Dir sei etwas vorenthalten worden und das Leben sei so viel schöner gewesen, wenn Deine Eltern sich anders verhalten hätten oder Du in eine andere Familie geboren worden wärst, diese Gedanken Dir die Freude und Zufriedenheit im Jetzt verbieten. Es kann gar nicht anders sein, da die Vergangenheit so war, wie sie war. Darum machst Du auch immer wieder Rückschritte - denn Du hast schon so viel erreicht, auf das Du stolz sein kannst - und hängst dann wieder in der Vergangenheit gefangen.

Merkst Du denn nicht, dass Du immer noch die anderen "brauchst", auf die anderen schaust und wünschst, sie wären anders (gewesen), damit Du glücklich sein kannst?

shaoli hat geschrieben:Und doch lasse ich es zu, denn wenn ich es nicht zulasse, habe ich Feinde.


shaoli hat geschrieben: ich habe einfach nur Angst, dass ich dann nicht mehr alles zusammenhalten kann, was da an Familie ist und da ich das Gefühl nicht loswerde, dass das meine Aufgabe ist...


Familienzusammenhalt wird nicht durch aktives Tun zustandegebracht, sondern durch Schwingung. Auch die eigenen Bedürfnisse vernachlässigen, um keine Feinde zu haben, führt nicht zu Harmonie. Bis Du verstanden hast, dass alles auf Schwingung basiert und Du nur auf dieser Basis verändern kannst, wirst Du weiterhin diesen Kraftakt unternehmen, der einmal zum Scheitern verurteilt ist und zum anderen Deine ganze Energie an diesen Punkt bindet.

Verändern kannst Du jetzt, jetzt, jetzt - genau in diesem Moment. Der Kraftpunkt liegt im Jetzt.

Lieben Gruss
Loa



*Resistance means feeling Singular instead of Plural* Abraham


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Re: Noch einmal Familie

Beitragvon shaoli » 9. Apr 2012, 20:59

Hallo liebe LoA,

ich mußte das, zugegebenerweise, erst einmal sacken lassen. Im ersten Moment habe ich, auch zugegeben, zwischen Lachen und Weinen geschwankt, als ich deine Worte las.

Also, ich glaube nicht, dass ich ein erfüllteres Leben gehabt hätte, hätten meine Eltern sich anders verhalten. Aber ich habe mir immer ein erfüllteres Leben gewünscht.

In den letzten Tagen habe ich darüber nachgedacht, dass mein Interesse an jeder Lehre vorwiegend das war, die Lebensbereiche, an denen ich ( jahrzehntelang ) zu knuspern habe, in eine andere Erfahrung zu verwandeln. Also habe ich sehr viel überlegt, was ich falsch mache, wie ich es besser machen kann und bei jeder gegenteiligen Erfahrung habe ich noch tiefer in meinen GS gegraben und versucht, zu erkennen, was da noch in meiner Schwingung ist oder sein könnte, dass noch nicht bereinigt ist - ohne, dass mir aufgefallen wäre, dass ich so alles, was ich nicht will, durch die Suche darin, immer weiter in meiner Schwingung aktiv halte. Ich habe mich von Haus aus für eine Baustelle gehalten, auf der es viel zu tun gibt, weil meine Kindheit so war, wie sie war.

Heute sehe ich durchaus, dass es nicht vorbestimmt war, aber auch, dass ich das damals NICHT wissen konnte. Ich weiß, dass ich mein Bestes gegeben habe - beispielsweise habe ich die, die ich als Täter empfunden habe, in keiner Weise angeklagt, die über gelegentliche stille Wut, Hilflosigkeit oder Einsamkeit hinausging, weil ich sie tatsächlich, irgendwie, verstehen konnte und nie wirklich geglaubt habe, dass sie einfach nur böse sind und es mir besser geht, wenn sie bestraft werden. Was wirklich tief sitzt, ist, dass mir nichtsdestotrotz ( oder gerade deswegen ) vorgeworfen wurde, ich sei Schuld an wirklich allem.

Die "Täter" sind längst aus meinem Leben verschwunden und ich habe nie wieder auch nur ähnliche Erfahrungen manifestiert. Mein konkretes Problem ist, dass ich, hin und wieder, noch Angst und mich immer nach einem Menschen gesehnt habe, dem ich zutraue, mich zu beschützen, sollte mich da irgendetwas oder -jemand einholen.

Und gleichzeitig , und das ist schwer auszudrücken, habe ich das ( bisher sicher nicht bewußte ) Gefühl, wenn ich " diese Rolle " weiterspiele, bin ich in Sicherheit, denn so, wie ich bin, muß sich niemand in irgendeiner Weise von mir bedroht fühlen - denn ich habe ja keine Macht. Solange " sie " dieses Gefühl haben, also, machtvoller als ich zu sein, droht mir nichts. Insofern hast du Recht, ich schaue auf die anderen. Natürlich denke ich nicht täglich solche Gedanken, es ist eigentlich sogar das erste Mal, dass ich versucht habe, Worte für einen Teil meines Lebensgefühls zu finden.

Ich weiß, dass sich bis hierher recht kläglich anhört, aber ich wollte dir und mir antworten.

Dass ich keinen Menschen finden werde, der mich vor meinen Gedanken und Gefühlen beschützen kann, habe ich inzwischen sozusagen vollumfänglich verinnerlicht - und auch, was es bedeutet, wenn ich mit diesem, wenn auch sehr unterschwelligem Anspruch, einen Partner wähle. In meiner letzten Partnerschaft habe ich sehr viel Liebe erfahren ... für das Kind, dass beschützt werden will. Aber nicht für die, die ich wirklich sein will und zu einem nicht minder großen Teil bin, wenn auch gut versteckt.

Ich denke, dass mich, was Abraham betrifft, eben auch nur erreichen konnte, wozu ich die schwingungsmäßige Entsprechung bin, nämlich, etwas oder jemanden zu brauchen, der mich anleitet und mir sagt, " wies geht ", wie ich das, was " die anderen " irgendwann vor langer Zeit in mir aktiviert haben, ausschalte - wie ich " groß " werden kann. Was aber immer noch dem Selbstbild eines kleinen Menschen mit wenig Selbstwertgefühl entspricht, bei allem ehrlichen mich als selbstverantwortlich sehen wollen.

In den letzten Tagen hat sich mein Gefühl für das, was Abraham sagen, ein wenig verändert - ich fühle mich angesprochener oder aufgeforderter, nicht so viel an mir ändern zu wollen oder zu müssen, bevor ich glücklich, erfolgreich oder bewußt sein kann, sondern zu sehen, dass ich es schon bin.

Liebe Grüße
Shaoli
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