Natürlicher Wissensdurst vs Fokus

Hier ist Raum für eigene Erfahrungen mit der Abraham-Lehre

Natürlicher Wissensdurst vs Fokus

Beitragvon Summersun » 2. Aug 2012, 19:58

Hallo meine Lieben,

also ich weiß nicht so recht, ob mein Threadtitel so richtig den Kern meines Themas trifft.

Also ich versuche es mal zu beschreiben:

Wissensdurst und Neugierde sind meine zweiten Vornamen. Nicht immer, vor allem in den letzten Jahren nicht mehr so sehr. Der Alltag mit Kinder und Beruf nimmt mich oft so in Beschlag, dass ich einfach zu müde und nicht mehr aufnahmefähig bin. Aber manchmal kommt meine "Natur" wieder durch und ich habe total Lust, mich über alles möglich zu informieren.

Heute Abend zum Beispiel, da habe ich Tagesschau gesehen und es ging um die sogenannte Eurokrise. Da flogen wieder die Abkürzungen herum: EZB, ESM oder was weiß denn ich.... Mein Impuls war: "Jetzt setzt du dich hin und googelst diese Fachbegriffe und Abkürzung, bis du den Durchblick hast". Warum? Einfach so. Weil ich gerne lerne und gerne durchblicke. Das ist nur ein Beispiel für viele Dinge, die mir so begegnen.

Aaaaber:

... dann fällt mir wieder das LoA ein und ich denke: "Mist, das sollte ich jetzt nicht tun, ich sollte meine Aufmerksamkeit nur auf Dinge lenken, die mir Wohlgefühl bereiten" - und was die Nachrichten bestimmt, ist ja meist nicht gerade Topthema für eine Wohlgefühl-Liste. Und ich lese hier, dass andere Foris kein TV mehr schauen oder keine Tageszeitung mehr lesen. Und ich komme mir dann vor wie jemand, der Zucker essen möchte obwohl er Diabetes hat.

Aaaaber:

.... dann denke ich wieder: "Mensch, es kann doch nicht sein, dass ich mich nicht informieren kann, nichts lernen kann". Ein Leben ohne TV und Zeitungen ist natürlich denkbar. Aber für mich ist kein Leben erstrebenswert, in dem ich meinen ureigenen Trieben nicht mehr nachgehen soll, wenn ich ein angenehmes Leben führen möchte.

Manche Menschen werden von ihrer kreativen Ader angetrieben, andere gehen in der Fürsorge für Menschen, Tiere oder Pflanzen auf. Für mich ist der Wissensdurst und die positive Neugierde solch ein elementarer Antrieb. Ich kann zeitenweise sehr gut alles um mich herum ausblenden, aber das geschieht mehr aus Müdigkeit und Überlastung.

Geht es jemand von euch genauso? Wie habt ihr das für euch gelöst?
Seht ihr auch ein kleines Dilemma darin, den Wissendurst und das LoA unter einen Hut zu bekommen? Oder lässt sich das für euch wunderbar vereinen?

Hier hat vor längerer Zeit irgend ein Mitglied geschrieben, dass sie sich aus beruflichen Gründen zwingend über das Tagesgeschehen und die Politik informieren muss. Ich weiß nicht wer, wer das war. Ich wüsste sehr gerne, wie diejenige diesen Spagat schafft.

Vielen Dank vorab für eure Rückmeldungen,
Summersun
Summersun
 

Re: Natürlicher Wissensdurst vs Fokus

Beitragvon Maria » 3. Aug 2012, 06:25

Hallo liebe Sommersun,

ich gehöre zwar zu denjenigen, die sich aus Politik und Nachrichten weitgehend heraus halten, aber ich denke, wenn Du Dich dabei dennoch wohl fühlst ist es doch in Ordnung.

Das kommt eben auf Deine Fähigkeit zu fokusieren an, wenn Du Dich nicht mitreisen lässt, sondern eher die Lösung fixierst dann fühlst Du Dich sicher auch dabei wohl.

Mir ist aufgefallen, dass solche Infos (wenn ich mal im Internet auf etwas interessantes stoße) meist sehr viel Spekulation über die Zukunft enthalten und die harten Fakten sich auf ein Minimum beschränken. In unserer Gesellschaft ist es schick dramatisch zu sein und pessimistisch. Du kannst ja einfach mal unter diesen Kriterien die Nachrichten schauen – ganz sachlich neutral.

Meiner Meinung ist jede Info und jede Nachricht eben doch subjektiv gefärbt. Schon allein der Blickwinkel der Kamera verändert die Botschaft enorm (ich bin Hobbyfotografin).

Ich bin, genau wie Du ein neugieriger Mensch und bei Themen, die mich interessieren kaufe ich Bücher und schaue mir Youtupe Videos an. Und ich finde, dass bringt mir viel mehr, denn wenn ich mich mit etwas tiefer gehend beschäftige kann ich den subjektiven Standpunkt des jeweiligen Autors viel besser einschätzen – weil ich dann meistens mehrere Quellen nutze.

Ich habe mich in letzter Zeit sehr eingehend mit der Rohkostbewegung beschäftigt – trotz, dass Abraham ja sagen es sei o.k. alles zu essen womit ich mich wohl fühle und der Körper kann sehr vieles und sehr gut verarbeiten, wenn man ihn lässt.

Dennoch hat es mir Spaß gemacht diesen Schwung und die Begeisterung in dieser Bewegung zu beobachten. Ich habe entdeckt, dass sich einige sehr gut auf Jugendlichkeit und Gesundheit fokusieren, weil der Druck aus der Umgebung eben groß ist – sie müssen ihre Lebensform ja ständig verteidigen, weil es auffällt, wenn man so extrem anders isst.

Das war für mich sehr lehrreich, auch unter dem Aspekt des LoA und wieder einmal habe ich bemerkt, dass sich die unterschiedlichsten Possitionen finden lassen. Selbst in der kleinsten Gruppe gibt es widersprüchliche Ansichten und jeder zieht die Fakten an, an die er am meisten glaubt.

Fazit: Auch wenn man das Gesetz der Anziehung kennt kann man sich fortbilden und ein erfülltes neugieriges Leben führen. Ich würde sogar sagen genau dann macht es noch viel mehr Spaß.


Herzliche Grüße

Maria
Maria
 

Re: Natürlicher Wissensdurst vs Fokus

Beitragvon Salome » 3. Aug 2012, 09:34

Hallo Summersum,
ich glaube das Wissensdurst und das LoA - Abraham - kein Dilemma ist.

Das Gesetz der Anziehung bringt mir doch die gewünschten Informationen, auf welchen Weg die Information dann zu mir kommt …

Für mein Empfinden, sind die Nachrichtensendungen überwiegend stichwortartige Meldungen die sich mit Problemen befassen und sie unterschiedlich breittreten. Solange negative Nachrichten gute Nachrichten sind, habe ich wenig Verlangen mich damit zu befassen.

Ich bin dazu übergegangen in einer Unterhaltung über XY nach Lösungen zu fragen. Was wäre deiner Meinung nach angebracht :?: Wie könnte für dich eine Lösung aussehen :?: Das kann ich auch anwenden, selbst wenn ich die ursprüngliche Nachricht nicht mitbekommen habe. ... Absolut sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit ...
Ich bin bestrebt ein Gespräch in eine lösungsorientierte Richtung zu bringen, das gelingt mir unterschiedlich gut. Die Reaktionen der anderen darauf sind interessant und gelegentlich ist dann ein Gespräch ganz schnell zu Ende. :clown:

Vor kurzem habe ich für mich so eine Art Bilanz gemacht. Was habe ich vor etwa 30 Jahren geglaubt – wovor habe ich mich gefürchtet, was ging als Schreckgespenst durch die Medien, auf welchen Zug bin ich aufgesprungen?
Ich bin auf etliche Züge aufgesprungen und sehe heute, es waren nicht unbedingt meine …
Ich komme nicht umhin zu sagen, es gibt wohl keine Objektivität, weil niemand seine ureigenste Wahrnehmung ausblenden kann.

Was sich geändert hat, ist mein gedanklicher Umgang mit Politikern, heute glaube ich, dass alle das Beste wollen, nur was das Beste ist und wie man dahin kommt … :pfeif:

Liebe Grüße
Salome
Im Optimismus liegt Magie
Benutzeravatar
Salome
 
Beiträge: 396
Registriert: 02.2011
Wohnort: in einem "Dorf" am Rhein
Geschlecht: weiblich

Re: Natürlicher Wissensdurst vs Fokus

Beitragvon lawofattraction » 3. Aug 2012, 10:36

Summersun hat geschrieben:Heute Abend zum Beispiel, da habe ich Tagesschau gesehen und es ging um die sogenannte Eurokrise


Summersun hat geschrieben:... dann fällt mir wieder das LoA ein und ich denke: "Mist, das sollte ich jetzt nicht tun, ich sollte meine Aufmerksamkeit nur auf Dinge lenken, die mir Wohlgefühl bereiten" - und was die Nachrichten bestimmt, ist ja meist nicht gerade Topthema für eine Wohlgefühl-Liste.


Hallo Summersun,

die Aufmerksamkeit war bereits da, bzw. schwingungsmässig war die "Krise" bereit, von Dir betrachtet zu werden. Dann wird es auch verständlich, dass Du genau darüber Bescheid wissen möchtest. Fokuswechsel ist in einer solchen Situation Vermeiden von Widerstand und ist daher auch nicht positiv.

Summersun hat geschrieben:Aber für mich ist kein Leben erstrebenswert, in dem ich meinen ureigenen Trieben nicht mehr nachgehen soll, wenn ich ein angenehmes Leben führen möchte.


Abraham weisen immer wieder darauf hin, dass unser vorherrschender Wunsch, Du nennst es Deinen "ureigener Trieb", das Wohlgefühl ist. Und sie empfehlen, sich zu fragen "why do I want, know, be something? - Warum möchte ich etwas haben, wissen, sein?" Die Antwort darauf ist immer, dass wir meinen uns besser zu fühlen, wenn wir das Gewünschte haben.

Das Wissen und Informiertsein-Wollen über Krisen und Katastrophen und all die anderen Dinge, die vorherrschend in den Nachrichten behandelt werden, kann Wohlgefühl dadurch bringen, dass es die Angst und Bedrückung und Ungewissheit mindert. Der Wunsch nach Information hat also - genau wie alles andere - einen emotionalen Hintergrund.

Lieben Gruss
Loa



*Resistance means feeling Singular instead of Plural* Abraham


Benutzeravatar
lawofattraction
 
Beiträge: 8976
Registriert: 09.2009
Wohnort: Im Hohen Norden
Geschlecht: weiblich

Re: Natürlicher Wissensdurst vs Fokus

Beitragvon Birdie » 3. Aug 2012, 12:11

Hi,
ich beschäftige mich mit allem, wenn es mir Spaß macht und keine schlechten Gefühle im Schlepptau hinterherhinken.

Ich sehe z.B gerne eine bestimmte Sendung, in der es rein um Veterinäres geht, alles über Erkrankungen, Verletzungen etc und deren Behandlung.
Interessiert mich einfach und ich habe dabei kein mulmiges Gefühl, obwohl das Thema ja Krankheit und Missbehagen beinhaltet.

Ich schaue mir gerne Krimis, Thriller, Mysterie, Dramen oder Horrorfilme an....(natürlich treffe ich da eine meinem Geschmack entsprechende Auswahl), obwohl das ja "negativ" besetzt ist...."müsste" ich jetzt, weil es angeblich "besser" ist, leichte Komödien oder heitere Liebesfilme anschauen würde ich mich langweilen und mein Gefühl wäre nicht mehr stimmig.
Da ich jetzt allein mir selber folge ist es mir auch nicht mehr wichtig ob andere Leute das bedenklich finden oder nicht.

Das Tolle an Abraham ist doch gerade, dass sie kein Dogma "predigen" .....wir sind alle so verschieden.

Was dem einen sin Uhl ist dem andern sin Nachtigall

LG
LB
Mein Herz schlägt für den Vogel - den Gipfel, das Meisterwerk der Schöpfung
Gerald Manley Hopkins
Benutzeravatar
Birdie
 
Beiträge: 461
Registriert: 04.2011
Wohnort: Planet Bird
Geschlecht: nicht angegeben

Re: Natürlicher Wissensdurst vs Fokus

Beitragvon Summersun » 3. Aug 2012, 16:33

Vielen Dank für die bisherigen Antworten. Ich werde sie mir alle step by step nochmals in Ruhe ansehen, in jeder liegt ein Stein der Weisheit für mich.

Als Erstes hat mich der Hinweis von Maria angesprungen:

=> Tiefer informieren anstatt nur vorbeiziehende Schlagzeilen konsumieren! (wenn schon Krise, dann aber mit Durchblick)

Denn gerade in dem Eintauchen in ein Thema liegt ja das, was mir so Spaß macht.
Summersun
 

Re: Natürlicher Wissensdurst vs Fokus

Beitragvon TaraVela » 3. Aug 2012, 17:20

Hallo Summersun,

achte doch einfach darauf, wie du dich fühlst, wenn du dir Wissen -welches auch immer- aneignen möchtest. Mal kann es genau das Richige sein, weil du einfach völlig in deiner Leidenschaft aufgehst. Wenn du so fühlst, dann ist es doch egal, wie und durch welche Aktion Fragen in dir entstanden sind. Wenn du dich aber eher schlecht fühlst, vielleicht auf Grund des Inhaltes der Nachrichten, dann ist es wahrscheinlich besser erstmal nicht zu handeln. Ich denke, das ist nicht immer gleich. Ich meine, Inhalte können unseren Fokus lenken, aber die Frage ist doch, was dein inneres Sein jetzt gerade darüber denkt und was du darüber denkst. Wenn das passt, fühlst du dich gut, wenn nicht dann nicht und das ist eben mal so mal so und kann auch innerhalb eines Themas variieren. Wenn es irgendwo einen Unfall gab, kann ich denken: "Oh, wie furchtbar, der arme Mensch" oder auch "da macht jemand gerade eine wichtige Kontrasterfahrung". Das Thema bleibt dasselbe. Klar ist es einfacher, sich gut zu fühlen, wenn man sich nicht mit den Kontrasten des Lebens auseinandersetzt und es kann von großem Vorteil sein, sich die Negativität der Welt selten bis gar nicht anzutun. Aber bedingungslose Liebe bedeutet doch, so etwas zu sehen und sich trotzdem gut zu fühlen, zu wissen dass immer alles Gut ist. Und wenn du dann etwas nicht verstehst und total Lust hast, Antworten auf deine vielen Fragen zu finden, dann go for it. Und wenn du es doch tust, obwohl du dich damit nicht gut fühlst, hattest du eben eine weitere Kontrasterfahrung und die Erfahrung, dass eine unglückliche Reise nicht zu einem glücklichen Ende führen kann. Dann wünscht du dir wieder mehr, dich gut zu fühlen... und... ach, das Leben ist doch schön... 8-)
Danke, dass du deine Erfahrung mit uns geteilt hast. Ich wünsche dir noch ganz viel leidenschaftliche Suche nach mehr Wissen.
Einen ganz lieben Gruß wüscht
Tara
TaraVela
 
Beiträge: 6
Registriert: 07.2012
Wohnort: Köln
Geschlecht: weiblich


Zurück zu "Erfahrungsaustausch"


 

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Bing [Bot] und 1 Gast

web tracker