Mit Verlusten umgehen

Hier ist Raum für eigene Erfahrungen mit der Abraham-Lehre

Mit Verlusten umgehen

Beitragvon Downstream » 29. Nov 2009, 01:25

Ich habe diese Woche meinen kleinen Kater gehen lassen müssen. Und ich merke jetzt schon wieder, bei diesem Satz, wie Traurigkeit hoch kommt, weil Assoziationen zu „Tod“ und „zu Ende“ und „Nie mehr“ auftauchen.

Dieser kleine Kerl ist vor gut einem Jahr in mein Leben gekommen, womit ich überhaupt nicht gerechnet habe, da ich noch zwei weitere Katzen habe. Obwohl ich mich erst etwas distanziert habe war es Liebe auf den ersten Blick, keine Chance sich dem zu entziehen. Jeder einzelne Tag der vergangenen 12 Monate wurde einfach wunderbar sobald ich in seine Augen sah. Ich bewunderte seine unbefangene, freundliche und vertrauensvolle Art mit der Welt umzugehen und hab mir das mit der Zeit auch wieder zu eigen gemacht. Er hat quasi den Schutzwall um mein Herz zum Einstürzen gebracht. Schneller als ich das mit einschlägiger Literatur oder Meditation geschafft habe.

Jetzt hat es in diesem Jahr eine ziemliche Umwälzung in meinem Leben gegeben, die ich doch sehr gut gemeistert habe, nicht zuletzt weil es mir so leicht fiel, meinen Widerstand aufzugeben. Damit verbunden war ein Umzug, wo ebenfalls alles super gut und einfach verlief. Kurz vor dem Umzug hat mir eine gute Freundin „Ask and it is given“ empfohlen, das ich in den letzten Wochen mit wachsender Begeisterung studiert habe. Das hat mir enorm über einige Komplikationen hinweggeholfen, bei denen ich es geschafft habe, trotzdem im Einklang mit mir zu bleiben. Und siehe da, der Silberstreif am Horizont kommt näher.

Zurück zu meinem Kater. Irgendwann im Frühjahr kam der Gedanke hoch, dass er mich doch sehr an eine frühere Kätzin erinnerte, sowohl vom Charakter als auch von der Farbmischung, mit der ich auch eine wunderbare Verbindung hatte. Sie musste ich vor ca. 12 Jahren leider gehen lassen, und wie ich heute denke, hat sie damit eine wichtige Veränderung in meinem Leben vorangetrieben. Aber ich habe damals schrecklich unter dem „Verlust“ gelitten.

Bei meinem Kleinen hatte ich dieses ganze Jahr latent das Gefühl, dass sein Aufenthalt nicht von langer Dauer ist. Ich konnte nicht sagen warum, es war so ein Gefühl. Daher habe ich wahrscheinlich auch sehr, sehr viele Fotos von ihm gemacht.

In der neuen Umgebung haben er und die beiden anderen sich in den letzten drei Monaten wunderbar eingelebt und waren bzw. sind sehr zufrieden mit Garten und Freiheit. Da ich im zweiten Stock wohne, habe ich sie abends immer im Garten abgeholt, was ihnen sehr recht ist. Der Kleine kam gerne mal zu spät und jedes Mal wurde ich angespannt. Ich habe mit dem „Wäre es nicht schön, wenn“ experimentiert, meine Gedanken besser formuliert oder auch einfach mal energisch darum gebeten, er möge jetzt kommen. Das hat sehr gut funktioniert, was mich immer sicherer werden ließ.

Am vergangenen Dienstag Abend hatte ich endlich einen Punkt erreicht, wo ich innerlich wusste, der kommt immer wieder. Ich wurde plötzlich so sicher und entspannt und war beruhigt. Er kam auch. Am Mittwoch dann war ich schon seit dem Morgen wahnsinnig angespannt und nervös, was auch meinem Computer auffiel, denn er reagierte prompt mit dem Gegenteil von dem was ich wollte. Ich schob diese Anspannung auf ein schwieriges Gespräch, das aber viel besser verlief als ich dachte. Dennoch wich die Spannung nicht. Am frühen Abend, als ich noch bei der Arbeit saß, wurde ich auf einmal so müde, dass ich mich eine halbe Stunde hinlegte. Dabei erfasste mich aber plötzlich eine Unruhe, die in einen unerklärlichen Weinkrampf überging. Eine Stunde später kam meine Nachbarin zu mir rauf und teilte mir, selber völlig fassungslos, mit, dass mein Kater überfahren wurde.

Das hat mich so erschüttert, dass ich noch den ganzen nächsten Tag starkes Herzklopfen hatte und mir alles weh tat. Ich bin sozusagen in meiner Gefühlsskala sehr, sehr weit runtergefallen. Ich möchte gar nicht wissen, wie es mir jetzt ginge, hätte die gute Freundin, mir nicht in einem langen Gespräch geholfen, mein, aus dem Buch und den VideoClips von Abe, gesammeltes Wissen wieder zu festigen. So ein vermeintlicher „Verlust“ kann einen ganz schnell wieder in die alten Prägungen zurückwerfen, in denen dann nur noch Schrecken, Angst und Einsamkeit herrschen.

Und in den Köpfen vieler Menschen in meinem Umfeld sind diese Prägungen noch sehr aktiv, wie zum Beispiel „man kann sich dem Leiden nicht entziehen, so ist das Leben nun mal“. Also, von da ist keine große Hilfe zu erwarten.

Nach einer großen Dosis Esther/Abe (From Grief to Joy) und den immer hilfreichen Tipps der Freundin ging es mir am nächsten Tag schon sehr viel besser, da ich darauf bestand, dass es mir gut gehen soll. Während ich um den kleinen Kater geweint habe, fiel mir aber auch auf, dass da noch viel tiefere Dinge hoch kamen, die vielleicht die Gelegenheit für günstig hielten, mit rausgeschwemmt zu werden.

Jetzt habe ich wieder etwas bessere Gedanken, lache auch mal wieder, singe und tanze zwar noch nicht wieder, erinnere mich aber an so schöne Filme wie „Solange du da bist“, „Ghost“ oder das Buch „Mieses Karma“. Und ich mache mir die Gedanken, die ich will. Und in diesen Gedanken ist mein Kleiner immer bei mir. Und damit geht es mir gut.

PippiL
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Re: Mit Verlusten umgehen

Beitragvon Isi » 29. Nov 2009, 11:02

Isi
 

Re: Mit Verlusten umgehen

Beitragvon Downstream » 29. Nov 2009, 11:44

Danke Isi, das ist wunderschön und tut unendlich gut.

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Re: Mit Verlusten umgehen

Beitragvon Diana » 30. Nov 2009, 10:03

Hallo Downstream!

Wahnsinn, was für eine tolle Nachbarin du hast!

Diese Liebe zum Detail, die aus deinen Worten kommen, sind unglaublich inspirierend und regen zum Nachdenken an.
Auch, wenn es ein "trauriges" Thema ist, stecken in deinen Sätzen so viel Wertschätzung.

Der kleine Kerl war sicherlich sehr glücklich, dass er bei dir sein durfte.

Alles Liebe. Diana.
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Re: Mit Verlusten umgehen

Beitragvon lawofattraction » 30. Nov 2009, 11:06




Hallo liebe Downstream,

Dianas Worten kann ich mich nur anschliessen. Ich habe Deinen Bericht auch mit tiefer Bewegung und trotzdem Freude gelesen. Irgendwie empfand ich ihn so stimmig und in sich geschlossen, dass ich dazu garnichts mehr sagen konnte. :gvibes:

Aber für Wertschätzung und Anerkennung ist es schliesslich nie zu spät. Danke für Deine Schilderung. Und alle guten Wünsche, dass es immer heller in Dir wird.

Liebe Grüsse
Loa



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Re: Mit Verlusten umgehen

Beitragvon Downstream » 30. Nov 2009, 14:35

:danke: euch für die lieben Worte. Ja, ich schreibe wirklich gern, weil ich da am ehesten merke, wie es in mir aussieht. Und weil ich da noch dran feilen kann.

Also, das Leben hat mich dieses Jahr ganz schön aus der Bahn geworfen. Und jetzt fange ich langsam an zu merken, dass das auch die falsche Bahn war, in der ich saß.

Seitdem ich den oberen Text reingestellt habe, ist es in mir am arbeiten.
Mein Thema ist wohl, dass ich seit meiner Kindheit mit einem Gefühl des Vergessen wordens, des nirgends dazugehörens und der Verlassenheit rumlaufe. Irgendwie bin ich trotzdem immer gut durchs Leben gekommen, habe meine Tochter 16 Jahre allein aufgezogen und mich 2006 selbstständig gemacht. Das war so super, da hatte ich das erste Mal im Leben das Gefühl, dass etwas was ich erschaffe, auch wirklich sich realisiert. Es ging auch wirklich alles total im Flow. 2008 war ein super Jahr, viele Aufträge, viel Geld auf dem Konto, Urlaube, habe mir mein Leben so eingerichtet wie es mir Spaß machte, wie z.B. Montag morgens zum Reiten gehen, was lange schon ein Traum war. Also das war einfach Wow. Dann so kurz nach dem 16. Geburtstag, Mitte 2008, wurde dann meine Tochter „renitent“ (ich kürze das ab, weil ich kann mir vorstellen, dass es vielschichtiger ist). Ich wusste gar nicht mehr, was tun. Im November brachte sie dann dieses Zauberkaterchen vom Bauernhof mit. Im Frühjahr 2009 hat sie sich entschlossen, zu ihrem Vater zu ziehen.

Ich denke mal, Verdrängungskünstler, der ich bin, bin ich einfach in der Ecke geblieben, in der ich mich eingerichtet habe, wo mich so wenige Menschen wie möglich verletzen konnten. Das Kind lebt ja, ich habe jetzt mehr Zeit für mich. Bin umgezogen und wollte so weiter machen wie bisher. Dann blieben auf einmal die Aufträge aus. Habe meinen Fokus sofort darauf gerichtet mehr Geld in mein Leben zu bringen und Erfolg. Funktionierte nicht so richtig.

Anfang letzter Woche war ich wirklich „high“, also schwingungsmäßig. Ich hatte mich täglich mit einem Abe-Vortrag über Vortex beschäftigt und fühlte mich Anfang letzter Woche so gut, hatte so kreative Ideen und es kamen endlich wieder Aufträge rein. Ich hab sogar noch gerufen: “Bring it on world, I can handle it“. Dann ist mein Kater, auf den ich mich, ich gebe es zu, sehr fokussiert hatte, gegangen.

Und nachdem ich gestern noch mal zu viel Zeit mit Paddeln verbracht habe, habe ich heute Morgen zum ersten Mal ein ehrliches Focus Wheel gemacht, mit dem was ich jenseits von Geld und Erfolg gerne hätte, nämlich wieder zwischenmenschliche Beziehungen zu passenden Menschen. Ich habe in der Vergangenheit immer wieder Menschen angezogen, die nicht wirklich mit mir harmonisierten, mit denen ich nicht wirklich etwas anfangen konnte. die mich auch immer wieder runtergezogen haben. Ein Lichtblick ist, dass zwei alte Freunde sich dieses Jahr nach langer Zeit wieder gemeldet haben. Aber die wohnen beide weit weg.

Ich will aber da, wo ich jetzt bin, oder ist das eine Einschränkung?, Freunde in mein Leben ziehen und halten. Es war bisher ein ständiges Kommen und Gehen.

Hätte von euch jemand Lust, mir einfach mal einen Input zu geben? Ich hätte auch gern einen Tipp dafür, dass ich nicht immer sofort in Aktion trete, wenn jemand diesen Mechanismus bei mir auslöst.

Ich sehe gerade, dass die Daily Quote heute super passt. ;)

Sorry, es fällt mir sehr schwer, mich kürzer zu fassen. Ich hab schon zweimal gekürzt ! :102:
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Re: Mit Verlusten umgehen

Beitragvon LillyB » 30. Nov 2009, 14:53

Hallo liebe Downstream,

das ist wirklich sehr berührend und eindrucksvoll geschrieben. Bitte nicht kürzen. Ein echter Genuss, Deinen Bericht zu lesen. Du bist auf dem richtigen Weg und wirst die Klarheit finden, bzw. die Klarheit wird Dich aus dem Inneren heraus von (vom) selbst finden! Da bin ich ganz ganz sicher. Es ist als kann man Deine Reise mitschnuppern. Sehr schöne Energien :lieb: *freu*.

Was den Freundeskreis angeht, sind wir beide auf gleichem ähnlichen Erfahrungslevel. Da kann ich selbst viel unterschreiben. Und ich möchte sagen, dass ich jedem der kam (und auch über kurz oder länger wieder verschwand) unendlich dankbar bin und irre schätze, was sie für mich getan haben.

Derzeit lese ich ein englisches Buch (lese nur noch in englisch - sowohl Romane als auch ABE und dies Dank "The Vortex", s. den Thread hier im Forum), ein Roman von Jane Green. Den will ich auch gar nicht empfehlen, doch er hat z.B. zum Thema dass sich ein Freundeskreis im Leben findet, der irgendwie etwas "anders" ist als üblich. Und ein Teil davon verwirklicht zusammen einen Traum. Da fiel es mir wie "Schuppen" aus den Haaren äh Augen, was ich brauche und wünsche für diesen Teil meines Lebens. Das Ver-rückte ist, dass oft jeder der einem begegnet hilft, dem auf die Spur zu kommen (einen Anteil davon mitbringt oder das Gegenteil) und wenn ich dann weiß, was es ist: WOW, dann bin ich sowas von glücklich, das ist unbeschreiblich. Dank dieses Hinweises in diesem Buch, weiß ich nun genau, WAS bzw. WIE es sich anfühlt.

Ein wunderschönes Gefühl. Siehst Du, und genau das wirst Du auf dem Abenteuerweg zu Dir selbst auch finden und zwar in jedem Bereich, dem Du Dich öffnen magst. Und das weiß ich ganz sicher, weil es der Mechanismuss ist, wenn ich mich immer mehr meinem inneren Sein anschließe und wie Du oben beschreibst das LOA wirklich bewußt anwende und übe.

:gvibes: ALOHA
Lilly

P.S.: Das heutige Zitat hat bei mir auch wie eine Zauberformel reingehauen :fee:
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Re: Mit Verlusten umgehen

Beitragvon Sunflower » 30. Nov 2009, 16:54

Hallo Downstream,
ich habe deinen Bericht auch gerührt gelesen,dein kleiner Kater hat es sicher sehr gut bei dir gehabt und du hast es gut mit ihm gehabt .
Ich wünscher Dir weiterhin viel Klarheit und Kraft dich wieder gut zu fühlen .
:uns: Sunflower
Guten Morgen,
hier spricht das Universum.Ich werde mich heute um all deine Probleme und Wünsche kümmern.
Dazu werde ich deine Hilfe nicht brauchen.
Also genieße den Tag
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Re: Mit Verlusten umgehen

Beitragvon Shiva » 30. Nov 2009, 20:54

Hallo liebe Downsteam,

sorry.. ob Du es glaubst oder nicht.. ich musste bei manchen Passagen in Deinem Beitrag lächeln, weil es mir so wahnsinnig bekannt vorkommt. Dieses: "keinen ranlassen - um nicht selbst verletzt zu werden" kenn ich nur zu gut. Das klingt sicher für jemanden der mich "kennt" komisch, denn ich bin ein eher umgänglicher Mensch, der lustig ist und gut mit den Leuten auskommt.

ABER. Ich habe gelernt, dass mich nicht jeder lieb haben muss. Dass habe ich mir hart erkämpft und mit so mancher Träne bezahlt. Ich habe immer gedacht, Gebe und Dir wird gegeben... so in menschlicher Art... Z.B. geschäftlich habe ich z.B. einer bestimmten Geschäftspartnerin sehr geholfen und sie unterstützt. So, wie es richig ist. Mit der Zeit bekam ich irgendwie ein komisches Geühl, so nach dem Motto: Was willst Du denn von mir, ich bin doch die bessere..." und als das auch noch von außen kam (keiner wusste, welche Untersützung die Person von mir bekam und ich habe es auch nicht an die große Glocke gehängt), ging es mir immer schlechter., selbst mit meinem Geschäft ging es bergab...

Als dann noch von außen zu mir getragen wurde, dass ohne mich "heimliche Treffs" abgehalten worden, und dann auch noch über Belanglosigkeiten gelästert, war ich am Tiefpunkt angelangt. Aber ich wusste, dass ich im richtigen Geschäft bin und hatte den unbedingte Willen, die Menschen zu finden, die zu mir passen und mit denen es Spass macht zusammen zu arbeiten... Lange Rede kurzer Sinn. Heute ein Jahr später bin ich besser denn je. Die "anderen" wissen, dass ich nicht auf sie angewiesen bin. Ich habe tolle neue Geschäftspartner gefunden, die mich mögen wie ich bin, die zu mir ehrlich sind usw.

In dem Moment, wo ich mich abgekoppelt habe.. aber richtig, ab dem Moment wurde alles besser. Ich konzentrier mich auf das, wohin ich will. Ich stell mir meine neuen Geschäftspartner vor, wie sie Erfolg haben und ihre Ziele erreichen und freue mich schon vorfristig. Ich bin weiterhin herzlich, freundlich und kameradschaftlich. und ich genüge in erster Linie mir selber... dann kommt alles andere von allein.

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Re: Mit Verlusten umgehen

Beitragvon Downstream » 2. Dez 2009, 12:28

Danke Shiva, du hast soooo recht.

Ich will noch mal auf deinen ersten Satz zurückkommen. "Sorry, du hast gelächelt, als du meinen Beitrag gelesen hast".

Darauf wollte ich auch noch antworten. Es erinnerte mich sofort an Situationen aus der Kindheit, ein Essen nach einer Beerdigung zum Beispiel, irgendetwas, wo man politisch korrekt traurig zu sein hatte, und nicht lachen durfte, was ja erst recht schwierig ist, wenn irgendjemand dich zum Lustig sein anstiftet. In dem Zusammenhang fallen mir zwei britische Filme ein, ich weiß nicht, darf man hier die Filme nennen?, sonst löscht es einfach. Das war einmal 4 Hochzeiten und ein Todesfall, wo über den Verstorbenen in der Kirche ein Witz gemacht wurde, und die Leute nach einer Schrecksekunde in Lachen ausgebrochen sind. Und der zweite Film, Love actually, wo der Ehemann eine Ansprache hielt und auf einmal ein Popsong von den Bay City Rollers lief, den seine verstorbene Frau so mochte.

Das ist doch einfach authentisch.

Ich weiß aber nicht, Shiva, ob ich dich jetzt richtig interpretiert habe. Lass es mich wissen!
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Re: Mit Verlusten umgehen

Beitragvon lawofattraction » 2. Dez 2009, 12:59




Das ist total "abrahamisch". Sie sprechen ja immer bewusst despektierlich vom Tod, da sie sagen, es gibt keinen Tod. Und nennen es "krepieren". Im Abeforum ist ein Thread von einer Mutter, die ihren Dreijährigen durch einen Unfall verloren hat und ihr Bemühen, diesen Verlust und die ganze ihn umgebenden Ereignisse auf eine Art und Weise zu durchleben, die ihrem spirituellen Verständnis entspricht und trotzdem auch diejenigen Menschen respektiert, die dieses Verständnis noch nicht haben und die Schwierigkeiten, diese Balance zu finden.

Dies ist der Link http://theabeforum.com/view_topic.php?i ... ort+quotes - dabei sage ich vorsorglich "auf eigene Gefahr" - er hat zumindest auf mich einen grossen emotionalen Impakt gehabt, und ich habe manche Träne beim Lesen vergossen.


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Re: Mit Verlusten umgehen

Beitragvon Downstream » 2. Dez 2009, 21:29

Danke LoA für den Hinweis auf das andere Abe-Forum. Ich finde es wahnsinnig schön, auf einmal so viele Menschen zu finden, die mit dem übereinstimmen, was sich für mich so richtig anfühlt.
Und die Beiträge sind so wunderschön und hilfreich. Es stimmt schon, bei einem solchen Verlust kann man kurzfristig enorm die Skala runterfallen. Bei dem Beitrag, dass sie sich erlauben soll diese Erfahrung zu durchleben, denke ich, vielleicht ist das genau die Erfahrung, die sie machen wollte, warum sie sich dieses Leben so ausgesucht hat. Wunderschön. Und wie viele Menschen in so kurzer Zeit berührt wurden.

Ich habe mir heute ein paar Gedanken gemacht. Es wird oft so leicht gesagt, das Leben geht weiter, wenn es einen Verlust gab. Ich denke aber, nicht das Leben geht weiter sondern wir sind es, die weitergehen. Weil, wenn das Leben weiter geht und wir stehen blieben, blieben wir ja ständig mit dem Schmerz verhaftet. Das kann ja niemand wollen.

Ein anderer Gedanke war: Wenn ich die Gelegenheit bekäme, die Zeit noch mal zurückzudrehen, um ein Jahr, jetzt noch wissend was passiert und unwissend, wenn ich in die Zeit zurückversetzt würde, ich würde es ohne Zögern machen. Einfach weil es lustig war, niedlich anzusehen, noch mal ein Jahr in diese süßen Äugelchen zu blicken und Energie zu tanken. Nach dem Motto, the ride was worth it.
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Re: Mit Verlusten umgehen

Beitragvon Shiva » 3. Dez 2009, 17:41

Hallo liebe Downstream,


sorry wenn ich jetzt erst antworte... Ich meinte diesen jenen Deinen Satz:


Ich denke mal, Verdrängungskünstler, der ich bin, bin ich einfach in der Ecke geblieben, in der ich mich eingerichtet habe, wo mich so wenige Menschen wie möglich verletzen konnten. Das Kind lebt ja, ich habe jetzt mehr Zeit für mich.

Das kommt mir so bekannt vor.. ich bezeichne es immer als "mein Dornrößchenschloss" in eben diesem ich dann hocke und nach unten luge.. 8-)

Aber manchmal brauch man das.. eins zum anderen. Ich finde das nicht schlimm, Man muss nicht gott weiß wem die Ohren abkauen und man bekommt ständig andere Antworten.. Man muss seinen Weg finden.. Habe Kerkeling oder wie der geschrieben wird, rennt ja auch den Jacobsweg rauf und runter 8-) das macht er doch auch nicht, weil er so gut drauf ist.. das macht er und viele andere auch, um zu sich zu finden.

Wie gesagt, ich musste über den satz lächeln (nicht lachen) weil er zu mir gepasst hat..

Liebe Grüße Shiva
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