Immer wieder angelogen werden

Hier ist Raum für eigene Erfahrungen mit der Abraham-Lehre

Immer wieder angelogen werden

Beitragvon HerbertG » 12. Dez 2011, 01:41

Hallo und guten Tag allerseits,

ich habe schon einiges hier gelesen, auch einige Ansatzpunkte gefunden, aber ich bitte noch um ein paar praktische Hilfen. Bin ein Greenhorn.

Mein großes Problem: Ich werde immer wieder angelogen.
Und: es gibt nichts Schlimmeres für mich, nichts fürchte ich mehr!
Ich selbst bin ein sehr aufrichtiger Mensch (wirklich!), habe zumindest noch nie jemanden so richtig derbe belogen. Bin auch nicht der Typ, der sog. "kleine Notlügen" benutzt. Habe schon als Kind erlebt, dass mein Vater viel gelogen hat. Nicht mal immer in "wichtigen" Situationen, sondern einfach eher so ganz alltäglich. Ich fand das schon immer schlimm, wenn man auf das Wort eines Menschens nichts geben kann.

Ich weiß, dass ich diese Erfahrung des Belogenwerdens selbst in mein Leben ziehe. Und ich meine Schwingung verändern muss. Aktuell habe ich wieder eine schmerzliche Enttäuschung zu verkraften und hadere damit, wie ich mit dem Lügner und der Situation umgehen soll bzw. kann. Dass ich dem, der mich belogen und verarscht hat, nichts zu verzeihen habe, da ich selbst mir diese Erfahrung immer wieder schaffe, sage ich mir. Ich finde aber nicht so recht den Dreh, dieses Problem zu lösen.

Bin im Moment ziemlich down deswegen.
Habt Ihr ein paar Gedanken/Hilfestellungen für mich, wie ich in der Praxis da ran komme?
Danke!
Viele Grüße, HerbertG
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Re: Immer wieder angelogen werden

Beitragvon Phoenix » 12. Dez 2011, 07:53

Guten Morgen Herbert,

ich würde versuchen trotz der momentanen (es ist ja vorübergehend) Ent-Täuschung, die Situationen zu erinnern, in denen du nicht angelogen wurdest, in denen Menschen ehrlich zu dir waren. Die gibt es sicherlich auch und es ist schön und beruhigend, sich das vor Augen zu halten.
Dein Vater ist sehr dominant in deiner Schwingung. Lass ihn sein, wie er ist, manche Menschen können nicht anders als sich durchs Leben zu schummeln, es fällt ihnen garnicht mal mehr auf. Es ist aber auch nicht dein Problem.
Ich habe das Gefühl, es steckt bei Dir die Angst dahinter, die Dinge nicht unter Kontrolle zu haben (wenn man sich auf das Wort eines Menschen nicht verlassen kann, fühlt man sich verlassen und hilflos).
Übe Vertrauen, du kannst Dir vertrauen, du kannst dem Leben vertrauen - es gibt nichts zu fürchten :hug:

EInen schönen 12.12. und eine gute Woche :fee:
Phoenix
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Re: Immer wieder angelogen werden

Beitragvon Zaungast » 12. Dez 2011, 08:31

Hallo Herbert

Ich finde es sehr schwierig, zu so einer Situation etwas zu sagen, da irgendwie nur Spekulation möglich ist.

Spontan fiel mir ein:
Vielleicht ist Deine Angst vor dem Belogenwerden so dominant, dass sie in einer extremen Forderung nach Ehrlichkeit resultiert, die von anderen als übermässige Kontrolle aufgefasst wird. Um sich dieser Kontrolle zu entziehen können sie nur lügen. Diese Lügen sind Zeichen mangelnden (Selbst-)vertrauens, und Deine Kontrolle ebenfalls. Da hättest Du das Gleiche, das Gleiches anzieht, auch wenn es augenscheinlich nicht so aussieht.

LG,
Z.

Übrigens war vor ein paar Tagen das Tageszitat genau zu dem Thema Lügen- ich fand das wunderbar. Such Dir das mal raus...
Zaungast
 

Re: Immer wieder angelogen werden

Beitragvon Zaungast » 12. Dez 2011, 09:30

Und Phoenix hat dann sehr schön beschrieben, wie Du da rauskommen kannst :clown:
Denn das war ja eigentlich Deine Frage... :oops:
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Re: Immer wieder angelogen werden

Beitragvon Seeadler » 12. Dez 2011, 12:01

Hallo HerbertG,

aus der sozialpädagogischen Jugendarbeit kenne ich das Angelogenwerden, auch von meiner Mutter,
aber für mich war es nicht enttäuschend, weil ich mit dem Herzen erkennen konnte, dass sie aus verschiedenen Gründen wie: Geltungsbedürfnis, Angst bestraft zu werden, wenn sie die Wahrheit sagen, usw. logen (man darf von einem Ochsen nicht mehr als ein Stück Rindfleisch erwarten, obwohl Ochsen sehr liebenswert sind).

Wenn du es schaffst diese Menschen einfach so zu lieben wie sie sind und nicht erwartest, dass sie so sind wie du - denn du bist sicher nicht sauer, wenn jemand nicht so gut Fahrrad fahren kann wie du - dann kann es dich nicht mehr treffen, dann lächelst du nur und denkst vielleicht, wie gut, dass ich das nicht nötig habe.

Außerdem kann man, wenn man, wie du einen Zugang zur Wahrheit hat, lernen am Tonfall zu hören, ob man angelogen wird, manchmal hilft dann ein naives Nachfragen , so etwa: " Echt, Wirklich??" und im Gesicht des Anderen ist viel zu lesen 8-).

Hier gibt's ein Video, von dem ich denke, dass es dir Erleichterung verschaffen kann:
http://www.youtube.com/watch?v=RLVwT4jL ... h_response

LG
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Re: Immer wieder angelogen werden

Beitragvon ZaWo » 12. Dez 2011, 12:09

Hallo Herbert,

mich würde interessieren, wie sich deine Gefühle in der Verarsche-Situation gestaltet haben. Hast du auf sie gehört? Oder warst du mehr auf die Aussagen anderer konzentriert?

In der Rückschau kann ich sagen, dass - bei mir - die Gefühle Alarm schlugen, wenn ich im Begriff war in eine solche Situation zu kommen. Ich habe sie mir früher dann wegrationalisiert, mich zu Vertrauen gezwungen ("in dubio pro den anderen" und so'n Käse) und bin sehenden Auges reingetappt. Habe mich quasi selbst belogen.

Du hast die Aussagen anderer nicht nötig. Sie sind immer nur wackelige Momentaufnahmen und spiegeln deine aktuelle Schwingung. Ich finde, die Sensibilisierung der eigenen Gefühle, ein paar Erfolgserlebnisse diesbezüglich und ein wachsendes Vertrauen in diese - eigene - Führung, könnte der Weg sein.

Wenn du dir selbst nichts mehr vormachst, dann kann es auch kein anderer mehr tun. Benutze deine Führung!

Liebe Grüße
ZaWo
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Re: Immer wieder angelogen werden

Beitragvon MyWay » 12. Dez 2011, 16:10

Hallo Herbert,

du schreibst, dass es für dich nichts schlimmeres gibt, dass du nichts mehr fürchtest, als angelogen zu werden.

Wenn man vor irgendetwas so richtig Angst hat, wenn man ständig befürchtet, dass es einem widerfährt, dann tut es das auch. Und je größer die Angst, umso schneller und heftiger das Eintreten des befürchteten. Ständiges Misstrauen ist also der beste Garant dafür auch tatsächlich bemogelt zu werden.

Überleg dir doch mal, warum dir das so eine Angst macht. Ein paar Anregungen hast du ja schon bekommen.

Du kannst auch einfach erstmal den Druck rausnehmen.
Denke dir nicht „xy hat M I CH angelogen“ sondern nur „xy hat gelogen“. Punkt. Das macht es gleich weniger dramatisch.

Außerdem lügt kaum jemand aus Spaß an der Freud’. Lügen fühlt sich auch für den der lügt immer mies an.

Lieben Gruß
MyWay
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Re: Immer wieder angelogen werden

Beitragvon HerbertG » 12. Dez 2011, 21:04

Hallo,

erst mal möchte ich allen danken für die großartigen Feedbacks! Danke, dass Ihr Euch die Zeit genommen habt, mir Eure Gedanken zu schreiben. Sie sind allesamt sehr, sehr hilfreich für mich. :lieb:

Viele Punkte treffen den Nagel auf den Kopf!
Sowohl mich als auch den jeweiligen Lügner betreffend.

@ ZaWo: Du fragst, wie meine Gefühle in der Situation jeweils waren. Da ich ja von den unterschiedlichsten Menschen belogen werde, gestaltet es sich auch jeweils unterschiedlich. Manchmal habe ich wirklich nichts geahnt und fiel aus allen Wolken, z.B. wenn sich herausstellte, dass ein Handwerker dreist gelogen hatte. Aber leider belügt mich auch meine Frau und da spürte/wusste ich es meist in der Situation, aber es war oft wie ein Sog, die Story glauben zu wollen. Meist kam es aber dann irgendwann doch immer ans Licht. Zu Vertrauen gezwungen habe ich mich dann auch oft, nach dem Motto „man muss auch eine Chance geben“.

@ Phoenix: Du hast es genau getroffen. Ich fühle mich verunsichert, wenn ich dem Wort eines Menschen nicht glauben kann. Brauche das als Basis im Leben. Ich finde, dass egal, was passiert ist, nichts schlimmer sein kann als die Lüge, die vielleicht deshalb in die Welt gesetzt wird. Was auch immer ist, so schlimm wie Vertrauen zerstören durch eine Lüge, kann es nicht sein. So fühle ich.

@ Zaungast: Danke für den Gedanken zum mangelnden Selbstvertrauen – beim Lügner und bei mir , quasi als gemeinsamer Nenner! Ja, damit kann ich direkt etwas anfangen und verstehe, wie wir so auf gleicher Welle schwingen. Der Lügner und der Ehrliche.

@ Seeadler: Vielen Dank für den Video-Link, ich muss gestehen, dass mein Englisch nicht ausreicht, um dem Dialog wirklich zu folgen. Kannst Du mir vielleicht die Essenz dessen sagen?

@ MyWay: „Denke dir nicht „xy hat M I CH angelogen“ sondern nur „xy hat gelogen“. Punkt. Das macht es gleich weniger dramatisch.“
Danke!! Das ist tatsächlich ein hilfreicher Gedanke. Funktioniert zwar nicht so gut, wenn meine Frau oder andere nahe Menschen mich belügen, aber z.B. beim Handwerker wirklich gut.

Mir ist völlig klar, dass ich das, was ich so fürchte auch einlade! Daher auch mein Post hier bei Euch.
Ich suche den Weg raus aus der Endlosschleife. Die Stärkung meines Vertrauens und die veränderte Fokussierung sind der Weg. Denn es kommt ja nicht von ungefähr, dass „es mir immer wieder passiert“. Das ist mir völlig klar.

Was aber tun, wenn ich wieder mal eine Lüge spüre oder sie „auffliegt“, wie gehe ich dann damit um?

- Verständnis finden (er/sie hat aus Angst, Geltungsbedürfnis, mangelndem Selbstbewusstsein, Feigheit gelogen, er/sie fühlt sich dabei auch nicht gut ), zur Rede stellen, Aussprache und „verzeihen“,……

Oder

- Nur zu mir selber sagen: Schau, was Du Dir da wieder manifestiert hast. Arbeite an Deinem Vertrauen, dem Vertrauen zu Dir selbst und zum Leben, erhöhe Deine Schwingung, lenke Deine Aufmerksamkeit nicht darauf,……

Danke Euch nochmals für diesen hilfreichen Austausch!!
Viele Grüße, HerbertG
HerbertG
 

Re: Immer wieder angelogen werden

Beitragvon Beautiful Mind » 12. Dez 2011, 22:48

Hallo Herbert,

das Abrahamzitat vom 7.12. hilft dir vielleicht weiter:


"Wenn Ihr Euch zu jemandem hingezogen fühlt, aber ungehalten seid, weil Ihr denkt, sie erzählen Euch irgendwelche Lügen, dann versucht darüber hinweg zu schauen und Euch auf Euer Gefühl zu konzentrieren. Die Menschen sagen allerlei Worte aus den unterschiedlichsten Gründen. Die meisten Lügen werden ausgesprochen, um die Dinge in Ausgeglichenheit zu belassen. Wir möchten das Lügen nicht ermutigen, aber normalerweise ist das Motiv hinter einer Lüge ehrenwert.

Wenn ein Kind seine Eltern anlügt, so geschieht das normalerweise deshalb, weil es frei sein möchte zu tun, was es tun will und die Eltern damit nicht beunruhigen möchte. Es geht darum, Ausgeglichenheit zu suchen. Aber für physische Ohren ist das schwer zu hören. Ihr sprecht immer davon "Du musst ehrlich sein". Dazu möchten wir sagen, dass wir keinen einzigen von Euch kennen, der ehrlich ist. Selbst diejenigen, die in Anspruch nehmen, die Tugendhaftesten zu sein, sind unehrlich. Eure Schwingung aber ist immer ehrlich. Wir würden den Gefühlen mehr als den Worten vertrauen.
"

LG, Beautiful Mind
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Re: Immer wieder angelogen werden

Beitragvon bliss » 12. Dez 2011, 23:06

Hallo Herbert,

HerbertG hat geschrieben:Was aber tun, wenn ich wieder mal eine Lüge spüre oder sie „auffliegt“, wie gehe ich dann damit um?


Was bedeutet es denn, wenn Dich jemand anlügt? Es bedeutet, dass derjenige nicht den Mut hat, sich Dir so zu zeigen, wie er/sie wirklich ist. Das hat überhaupt nichts mit Dir zu tun. Ich kenne es sehr gut, sich in einem solchen Moment "hintergangen" zu fühlen - aber tatsächlich zeigt sich in einer Lüge nur die Feigheit des Gegenübers, authentisch zu sein. Woraus resultiert diese Feigheit? Aus der Angst vor negativen Konsequenzen.

Mir gehen, während ich das hier schreibe und in die Thematik einsteige, so einige Kronleuchter auf. Eine Lüge, die mir (oder Dir) entgegengebracht wird, hat überhaupt nichts mit mir (oder Dir) zu tun... sondern eben nur mit der Angst des Lügners, sich so zu offenbaren, wie er/sie wirklich ist.

Das war jetzt sicherlich nicht abrahem-like... aber mir hat es gerade geholfen zu verstehen, warum überhaupt gelogen wird. Und ich könnte mir vorstellen, dass Dir das helfen könnte, weniger Angst oder Abwehr oder Abscheu davor oder dagegen zu haben, belogen zu werden. Es hat nichts mit Dir zu tun - es ist nur ein hilfloser Versuch Deines Gegenübers, einen Schein aufrecht zu erhalten. Du kannst Dich also entspannen... was wahrscheinlich der erste Schritt dahin ist, in Zukunft nicht mehr angelogen zu werden.

Liebe Grüße
Bliss
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Re: Immer wieder angelogen werden

Beitragvon HerbertG » 13. Dez 2011, 01:14

Liebe Bliss, hallo Beautiful Mind,

Bliss, danke für Deinen Kommentar! Ich kann sehr viel damit anfangen. Er kam zur rechten Zeit und tat mir gut!

Und seit Stunden denke ich über diesen Satz von Abraham nach

....... normalerweise ist das Motiv hinter einer Lüge ehrenwert.


Diese Aussage macht mir Probleme. Kann im Moment wenig damit anfangen.
Ist Feigheit ehrenwert? Ist es ehrenwert zu lügen, weil man zu etwas einfach keine Lust hatte und das nicht sagen will, deshalb lieber den bequemen Weg geht und lügt? Und durch die Lüge vielleicht einem anderen etwas aufbürdet, was man selbst erledigen sollte? Wenn jemand lügt, weil er Konsequenzen nicht tragen will? Oder weil er lügt, weil er sich einer Diskussion nicht stellen möchte? Wenn jemand lügt, um sich einen Vorteil zuverschaffen, auf Kosten anderer?

Ehrenwert finde ich das alles nicht gerade, aber ich kann mir sagen, dass ich dieses (für mich) nicht ehrenhafte Verhalten als Erfahrung in mein Leben gezogen haben.

Und das Kind? Lügt ein Kind, wenn es frei sein will zu tun, was es selbst möchte und nicht das, was die Eltern möchten, um die Eltern nicht zu beunruhigen? Oder lügt es einfach um sich selbst "Diskussionen" zu ersparen?

Hmmhh......... also über dieses obige Abraham-Statement werde ich weiter nachdenken.
Vielleicht kann mir noch jemand diese Aussage näher erklären?

Viele Grüße, HerbertG
HerbertG
 

Re: Immer wieder angelogen werden

Beitragvon lawofattraction » 13. Dez 2011, 08:20




Hallo Herbert - und herzlich Willkommen bei uns,

HerbertG hat geschrieben:Ist Feigheit ehrenwert? Ist es ehrenwert zu lügen, weil man zu etwas einfach keine Lust hatte und das nicht sagen will, deshalb lieber den bequemen Weg geht und lügt? Und durch die Lüge vielleicht einem anderen etwas aufbürdet, was man selbst erledigen sollte? Wenn jemand lügt, weil er Konsequenzen nicht tragen will? Oder weil er lügt, weil er sich einer Diskussion nicht stellen möchte? Wenn jemand lügt, um sich einen Vorteil zuverschaffen, auf Kosten anderer?


Wir verknüpfen manchmal eine Sache mit einer anderen und stellen eine Verbindung her, die kausal gar nicht besteht - das Lügen in diesem Fall mit der Ehre. Würdest Du die beiden trennen, so stünde da einfach eine Lüge, eine Unwahrheit als Fakt und zum anderen die Ehre. Erst die Verknüpfung der beiden macht es für Dich so schmerzhaft, da Ehre und das, was Du damit verbindest, für Dich wichtig zu sein scheint.

Abraham haben schon oft davon gesprochen, dass wir Menschen nach Gleichmacherei streben, dass wir allen anderen unsere eigenen Vorstellungen, unsere Lebensart und auch unseren Moralkodex überstülpen möchten. Sie erklären im gleichen Zug aber auch, dass das alles aus Angst geschieht. Und zwar Angst desjenigen, der alle gleich machen möchte. Das gibt scheinbar Stabilität und Verlässlichkeit. Aber es bremst den lebendigen Lebensfluss.

Es ist ein trügerisches Denken, dass durch Regeln des Verhaltens, der Moral und durch Gesetze das Leben berechenbar wird und wir keine Angst zu haben brauchen. Das lebendige Leben will in jedem Moment neu erfahren werden, immer wieder nur aus dem Jetzt heraus. Nicht mit der Versicherung starrer Regeln, die etwas Unabwendbares abwenden sollen. Das ist eine Schein-Sicherheit, die immer wieder nur in Enttäuschung enden kann.

Und genau in dieser Angst vor dem Unberechenbaren begegnen wir wieder dem Lügner in gleicher Schwingung, der das auch aus Angst tut. Hier wurden ja bereits ganz viele wunderbare Gedanken dazu aufgeführt, die alle zum Puzzle beitragen können. Angst vor Strafe, Angst, das wahre Gesicht zu zeigen, Angst vor Auseinandersetzung, Angst, zu den eigenen Ideen und Wünschen zu stehen .... und viele andere Motive mehr.

Stell Dir ein Leben vor, in dem alle gleich handeln, sich gleich verhalten und das Gleiche denken. Abraham weisen uns immer wieder auf den notwendigen Contrast hin, der dazu dient, dass das Universum Ausdehnung erfährt - aber nicht nur das, sondern auch wir auf einer persönlichen Ebene erleben eine Ausweitung unserer selbst durch Erfahrung. Contrast macht unser Leben vielfältig, bunt, aufregend, berauschend, faszinierend - eben deshalb, weil es unberechenbar ist.

Sicher ist es nicht schön, belogen zu werden, wer kennt nicht aus Erfahrung dieses unangenehme Gefühl. Würde ich es für mich heute analysieren im Rückblick auf solche Situationen, so wäre da weniger eine Anklage gegenüber dem, der mich angelogen hat, sondern eher eine Traurigkeit, dass ich dazu beigetragen habe, dass der Lügner kein Vertrauen hatte, sich mir so zu zeigen, wie er wirklich war. Es ist immer ein Zusammenspiel, hat immer etwas mit beiden zu tun. Wir begegnen nun ganz einfach nichts im Aussen, das wir nicht eingeladen haben.

Hast Du schon einmal überlegt, dass Deine Frau Dich vielleicht deshalb belügt, weil sie Deinem anspruchsvollen Ehrenkodex nicht gerecht werden kann, weil sie sich dadurch eingeengt und überfordert fühlt? Manche Menschen geben dann von vorne herein auf und sagen resigniert "es hat keinen Zweck, die Ansprüche sind viel zu hoch, denen kann ich ohnehin nicht gerecht werden".

HerbertG hat geschrieben:Dass ich dem, der mich belogen und verarscht hat, nichts zu verzeihen habe, da ich selbst mir diese Erfahrung immer wieder schaffe, sage ich mir. Ich finde aber nicht so recht den Dreh, dieses Problem zu lösen.


Das ist aus Deinem ersten Post. Wenn Du diese Erkenntnis wirklich hast, gibt es kein Problem mehr. Es löst sich auf. Geh mal hinein ins Fühlen und Du wirst wahrscheinlich feststellen, dass es trotzdem immer noch schmerzt, auch wenn der Kopf das Gegenteil bereits weiss. Gerade dann, wenn frühkindliche Ereignisse wie bei Dir beteiligt sind, sind die Glaubenssätze sehr verhärtet.

Menschen haben eine unwahrscheinlich grosse Bandbreite des Verhaltens. Und sie meinen immer, dass durch ein bestimmtes Verhalten ihr Leben besser oder glücklicher werden wird. Auch die, die lügen. Sie tun das niemals, um jemand anderem Schaden zuzufügen, sondern empfinden das Lügen in dem Moment als ihren besten gangbaren Weg. Wie kann man jemandem dieses Unvermögen vorwerfen, wenn ihnen eine andere Handlungsweise gar nicht zugänglich ist? Das wäre ein Verständnisansatz, der alle Details ausser Acht lassen kann.

Abraham empfehlen in Angelegenheiten wie dieser, sich nur auf die positiven Aspekte einer Person zu konzentrieren und das Reizthema nicht mehr anzuschauen. Es ist wirklich eine reine Übungssache, wenn Du einmal diesen Entschluss gefasst hast. Gepaart mit dem Verständnis, dass jede weitere Aufmerksamkeit auf das Lügen es nur noch präsenter in Deinem Leben macht, ist es die beste Voraussetzung für weniger rigide Lebensparameter, mehr Verständnis für andere und letztendlich auch für Dich. Letzteres deshalb, weil ich vermute, dass Du an Dich selbst genau so hohe Anforderungen stellst wie an andere Menschen und manchmal genau so unglücklich damit bist wie mit dem, was Dir daraufhin von anderen gezeigt wird.

Und das wird Deine wertvollste Erkenntnis sein: Wir werden immer wieder auf uns selbst zurück geworfen, brauchen uns gar nicht bei den anderen aufzuhalten. Denn wir haben das, was uns da begegnet, selbst erschaffen. Wir legen ihnen die Worte in den Mund und fordern ihr Verhalten durch unsere Gedanken heraus. Das Wunderbare dabei ist, dass wir es auch wieder verändern können.

Life is supposed to be fun!

Lieben Gruss
Loa



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Re: Immer wieder angelogen werden

Beitragvon lawofattraction » 13. Dez 2011, 09:45

HerbertG hat geschrieben:Ich fühle mich verunsichert, wenn ich dem Wort eines Menschen nicht glauben kann. Brauche das als Basis im Leben. Ich finde, dass egal, was passiert ist, nichts schlimmer sein kann als die Lüge, die vielleicht deshalb in die Welt gesetzt wird. Was auch immer ist, so schlimm wie Vertrauen zerstören durch eine Lüge, kann es nicht sein. So fühle ich.


Lieber Herbert,

ich bin bei der Nachlese :clown: hier nochmal hängen geblieben. Vertrauen. Nach meinem Weltbild, das meine eigene Verantwortung für das, was mir geschieht, vollinhaltlich einschliesst, sehe ich hier einen Widerspruch.

HerbertG hat geschrieben:Zu Vertrauen gezwungen habe ich mich dann auch oft, nach dem Motto „man muss auch eine Chance geben“.


Kann man sich den wirklich zu Vertrauen zwingen? Vertrauen bedeutet ja, dass wir überzeugt sind, dass wir mit dem anderen auf einer gemeinsamen Moral- oder Überzeugungsbasis operieren und dass Handlungen des anderen diesen Vorstellungen entsprechen und uns nicht enttäuschen. Dass wir von den gleichen Voraussetzungen der Handlungsweise ausgehen. Vertrauen ist ein überzeugter Glaubens-Vorschuss in einen anderen Menschen, allerdings aufgrund der eigenen Erfahrungen ganz konkret emotional und oft unlogisch gefärbt. Vertrauen bedeutet, dass wir für die Gegenwart und Zukunft erwarten, dass dieser Glaube an den anderen nur dem unserer Überzeugung entsprechendes Positives hervorbringt.

Wie aber ist es dann möglich, dass jemand belogen wird, wenn man jemandem vertraut? Das würde dem LoA widersprechen. Hättest Du volles Vertrauen, so würde Dir keine Lüge begegnen. Ich möchte da nochmals anknüpfen an meinen obigen Gedanken der Angst vor dem fliessenden Leben. Vielleicht gilt es, Vertrauen in diesen Lebensfluss zu setzen, ganz egal, was er bringt, statt Vertrauen an Verhaltensansprüche an den anderen zu messen.

Das nochmals als Gedankenanstoss.

Lieben Gruss
Loa



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Re: Immer wieder angelogen werden

Beitragvon MyWay » 13. Dez 2011, 10:33

Hallo Herbert,

mir ist zu dem Thema noch eine weitere Ansatzmöglichkeit in den Sinn gekommen.

Oft gilt die Annahme, dass Menschen lügen, weil sie sich fürchten was ein anderer über sie denken könnte, würden sie die Wahrheit aussprechen.

Ein wichtiger, wenn nicht sogar wichtigerer Faktor ist aber, was man über sich selbst denkt im Zusammenhang mit der nicht ausgesprochenen Wahrheit.

Ich spekuliere jetzt nur, bzw. teile nur mit, was mir durch den Kopf geht.

Du bist jemand, der für sich den Ehrenkodex, der ja „nur“ DEIN Ehrenkodex ist, sehr hoch hält. Vielleicht genügst du dem ja manchmal selbst nicht. Nicht weil du nicht ehrenhaft wärst, sondern weil du ihn sogar für dich selbst viel zu hoch gehängt hast.

Da ließe sich dann nämlich eine Brücke finden, wie du Lügen anziehst.
Ich konstruiere zum besseren Verständnis mal ein Beispiel:

Du fragst deine Frau: „Was hast du heute Nachmittag gemacht?“
Sie sagt. „Ich war einkaufen“.
Tatsächlich hat sie sich aber mit Freundinnen zum Kaffee getroffen.
Vielleicht denkt sie sich in dem Moment „Herjeh, ich wollte gestern schon einkaufen. Heute habe ich wieder nur herumgebummelt. Das war nicht richtig, ich bin nicht o.k.“

Wenn du gegen deinen sehr hohen Ehrenkodex verstößt, hast du sicher ein ähnliches Gefühl.
Du denkst dann nicht gut über dich. Und da könnte der Zusammenhang liegen.

Hänge deine Meßlatte doch einfach mal etwas tiefer.

Wie gesagt, einfach nur eine Idee von mir.

Lieben Gruß
MyWay
MyWay
 

Re: Immer wieder angelogen werden

Beitragvon Kia » 13. Dez 2011, 10:58

Guten Morgen Herbert,

Du hast hier so viel wunderbare Informationen bekommen, dass ich denke, es reicht erst mal diese zu verdauen.

Möchte Dich nur kurz aufmerksam machen auf einen Thread, dem man das Thema Vertrauen von aussen nicht ansieht, weil der Titel anders ist hier

Be who you are

Ich habe absichtlich das Thema Vertrauen da weggelassen, da ich das Gefühl hatte, allein das Wort erweckt in vielen Menschen schon Ängste und Schmerz, in anderen natürlich Freude und Glück. Und meine Erfahrung ist die, dass in diesem Gewahrseinszustand, den Abraham als Vortex bezeichnen, Vertrauen und Liebe ganz natürlich da sind und nicht irgendwie erarbeitet werden müssen.

Vielleicht magst Du mal reinlesen. Bei mir hat das Fühlen von Vertrauen im Laufe weniger Monate immer mehr Vertrauen erweckt, das ist ja ganz natürlich wegen dem Law of Attraction, doch zunächst musste ich mich wegbringen schwingungsmässig von einem Ereignis, das mein Vertrauen vor 7 Jahren erschüttert hatte. Und dieses Ereignis war mir immer wieder im Weg und hatte mich behindert.

Abraham sagen, wenn Dich etwas erschüttert und Du versucht dem auf den Grund zu gehen, wird es schlimmer und schlimmer, denn Dinge, die erschüttern haben keinen "Boden":

"Never try to get to the bottom of it. The more you focus on it, the more you activate it, the more specific it gets the worse it feels, the worse it feels, the more you are doing the opposite... Never try to get to the bottom of things that don`t feel good. There is no bottom. It's a bottomless pit. It will just get worse and worse and worse and worse." Phoenix Workshop 10.12.2011

Ich würde unter Beherzigung all der guten Dinge, die Dir oben von den Anderen gesagt wurden, jetzt entweder:

- den Fokus vom Thema Lüge, Verrat u.s.w. wegnehmen und Vertrauen üben oder

- eine oder mehrere Methoden anwenden das Thema zu bereinigen...

Ich finde es geht auch beides kombiniert. Bei mir hat sich diese "Chain of Pain", was das alte Ereignis angeht im Laufe der letzten Monate aufgelöst und ich habe wieder dieses ursprüngliche Vertrauen in die, die ich wirklich bin und ziehe aufgrund dieser Schwingung absolut liebenswürdige, vertrauenswürdige Menschen in mein Leben. D.h. die kooperativen Komponenten sind einfach da, niemand muss ich irgendwie verbiegen, um sich "sicher" zu fühlen.

Allerdings hat sich meine Naivität auch aufgelöst in dem Sinne, dass ich out of Vortex-Zustände bei mir und anderen Menschen viel schneller erkenne, d.h. meine Alarmglocken schrillen, wenn die Verbindung zur Quelle in mir weg ist. Dann bin ich schlicht handlungsunfähig, sprechunfähig, es fühlt sich derart ungut an, dass ich freiwillig erst mal wieder innerlich zur Ruhe und in Frieden gehe...bevor ich überhaupt "Pieps" sage :oops:

Ich wünsche Dir, dass Du das für Dich richtig anfühlende tun und sein kannst...

Lieben Gruss

Kia
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Re: Immer wieder angelogen werden

Beitragvon Kia » 13. Dez 2011, 11:27

Noch ein Nachtrag:

Ausserhalb des Vortex, also ausserhalb der Verbindung mit der Quelle (in jedem einzelnen), „lügen“ wir alle in jedem Moment und zwar in dem Sinne, dass wir unsere Wahrheit im Sein, (jeder Mensch hat seine eigene innere Wahrheit) gar nicht wahrnehmen und somit diese verzerrten Projektionen in die Welt aussenden, die dann genau so verzerrt und verdreht zurück kommen. Also langfristig hilft Dir nur die Verbindung von Dir in menschlicher Form und DIR als Quelle, d.h. Verbindung mit der Quelle als eins rein zu halten und das auszuschwingen.
Alles andere erschafft früher oder später wieder Leid und Schmerz in irgendeiner Form, da ja das Law of Attraction ohne Unterbrechung wirkt, d.h. Du schwingst aus, es kommt zurück, du schwingst aus in die Welt, die Welt reflektiert, was Du schwingst, u.s.w.

Für mich fühlt es sich gut an zu wissen, dass ich täglich mehr die werde, die ich eigentlich bin. Ich bin in dieser Ausdehnung zu meiner inneren Wahrheit, in diesem Prozess drin, und die Welt widerspiegelt mir, wo ich genau stehe. Abraham sagen alle um uns sind „Vibrational Indicators“, also Schwingungsanzeiger. Das ist doch eine wunderbare Sache.
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Re: Immer wieder angelogen werden

Beitragvon HerbertG » 13. Dez 2011, 17:23

Hallo in die Runde,

Eure Beiträge sind großartig und helfen mir in vielfacher Weise!
Danke auch Dir, Kia, für Deine Worte und den Link.
Kia hat geschrieben:Meine Realität ist eine Nachricht, eine Botschaft von mir an mich.................. Und die Realität, die ich sehe, heiße ich immer willkommen, egal welche Form sie hat, ich habe sie erschaffen, ich anerkenne das und ich weiß, dass ich es auch wieder verändern kann. Denn das, was jetzt da ist, habe ich ja auch so erschaffen. So what?


Danke! :ros:

Einige Gedanken von Euch hatte ich natürlich auch immer wieder mal selbst, wie z.B. eben dass Angst im Hintergrund steht, dass andere vielleicht das Gefühl haben, meinen hohen Anspruch nicht erfüllen zu können oder sich eingeschränkt fühlen könnten. Wobei ich selbst den Anspruch gar nicht hoch finde…….

Ihr wisst ja, dass es trotz allem nicht so leicht ist, Erkenntnisse, die über den Kopf da sind, auch im Gefühlsleben zu etablieren…….und möglichst von jetzt auf gleich.

Ich möchte Euch nochmal sagen, dass ich wirklich sehr, sehr froh bin, diese Unterstützung durch Eure Statements zu erfahren. Ihr merkt ja, dass ich mich aktuell sehr intensiv mit diesem Thema auseinandersetze, um einen Weg zu finden, mir nicht immer weiter selbst die Erfahrung des Belogenwerdens zu realisieren. Noch holpere ich ziemlich dahin. Fühle aber, dass diese Richtung die richtige ist und Ihr habt mir so viele Sätze gegeben, die ich mir kopiert habe, weil sie wie Kraftspender auf mich wirken.
Ich fühle sehr viel Dankbarkeit, von Euren Erfahrungen und Eurem Wissen profitieren zu dürfen!

Viele Grüße, HerbertG
HerbertG
 

Re: Immer wieder angelogen werden

Beitragvon HerbertG » 13. Dez 2011, 17:42

Liebe Loa,
ich danke auch Dir sehr herzlich für Deinen hilfreichen Beitrag!!

Ergänzend zur Verknüpfung von Lüge und Ehre bitte noch eine Anmerkung.
lawofattraction hat geschrieben:Wir verknüpfen manchmal eine Sache mit einer anderen und stellen eine Verbindung her, die kausal gar nicht besteht - das Lügen in diesem Fall mit der Ehre.


Diese Verknüpfung habe nicht ich gemacht, sondern ich bezog mich auf das Zitat von Abraham, die sagten, dass das Motiv hinter einer Lüge meist ehrenhaft ist. Das verstehe ich halt nicht und daher schrieb einige Beispiele von möglichen Motiven fürs Lügen, denen ich nichts Ehrenhaftes abgewinnen kann.
Wie haben Abraham das gemeint, dass das Motiv meist ehrenhaft wäre?

Auch bei dem Beispiel mit den Kindern, wäre mein Empfinden, dass eher Egoismus dahintersteht, als die Eltern nicht beunruhigen zu wollen, wenn sie sich über etwas hinwegsetzen und lügen. Aber vielleicht habe ich den Gedankenansatz noch nicht wirklich verstanden!

Ich möchte mal ein ganz konkretes Beispiel geben, was „meinen Anspruch an Aufrichtigsein“ vielleicht verdeutlicht:
Meine Frau hat sich 5 Jahre lang heimlich mit Ihrem Ex-Freund getroffen. Rein freundschaftlich, das steht außer Zweifel. Und nicht häufig, ca. 2 Mal im Jahr. Sie hat mich dann immer angelogen, weil sie wusste, dass ich nicht sehr begeistert darüber sein würde. Grund: es ist allgemein bekannt, dass er immer noch in sie verliebt ist und nicht aufhört, zu hoffen, sie wieder für sich gewinnen zu können. Diese unverdrossene „Anbaggerei“ von ihm fand ich mir gegenüber immer ein unschönes Verhalten und daher finde ich ihn auch nicht sehr sympathisch. Meine Frau sieht ihn nur noch als Ex-Freund. Ich fand es aber sehr schlimm, dass sie mich in dem Glauben gelassen hat, dass sie keinen Kontakt mehr zu ihm hat, aber ca. 2 Mal im Jahr mit ihm Essen war und mir erzählt hat, dass sie mit einer Freundin ausgeht. Für mich ein schmerzhafter Vertrauensbruch.

Was wäre nun meine Vorstellung von Umgang miteinander?
In jedem Falle NICHT, einer Auseinandersetzung mit dem Thema bequem (oder feige) aus dem Wege zu gehen, indem ich es einfach heimlich mache, (Auseinandersetzung ist für mich nicht Streit, sondern sich konstruktiv mit dem Punkt auseinanderzusetzen!) sondern dass sie sagt: „Ich weiß, dass Du es nicht so toll findest, wenn ich XY ab und zu treffe, ich würde es aber gerne tun. Lass uns zusammen überlegen, wie wir eine Lösung finden können, mit denen wir beide gut leben können.“
So wäre es mein Wunsch.

bliss hat geschrieben:Ich kenne es sehr gut, sich in einem solchen Moment "hintergangen" zu fühlen - aber tatsächlich zeigt sich in einer Lüge nur die Feigheit des Gegenübers, authentisch zu sein. .......Es hat nichts mit Dir zu tun....

Aber es hat insofern mit mir zu tun, dass doch mein Vertrauen missbraucht wurde. Das tut weh. So fühle ich es.

lawofattraction hat geschrieben:Und genau in dieser Angst vor dem Unberechenbaren begegnen wir wieder dem Lügner in gleicher Schwingung, der das auch aus Angst tut.......................Auch die, die lügen. Sie tun das niemals, um jemand anderem Schaden zuzufügen, sondern empfinden das Lügen in dem Moment als ihren besten gangbaren Weg. Wie kann man jemandem dieses Unvermögen vorwerfen, wenn ihnen eine andere Handlungsweise gar nicht zugänglich ist? Das wäre ein Verständnisansatz, der alle Details ausser Acht lassen kann. Abraham empfehlen in Angelegenheiten wie dieser, sich nur auf die positiven Aspekte einer Person zu konzentrieren und das Reizthema nicht mehr anzuschauen. Es ist wirklich eine reine Übungssache, wenn Du einmal diesen Entschluss gefasst hast. Gepaart mit dem Verständnis, dass jede weitere Aufmerksamkeit auf das Lügen es nur noch präsenter in Deinem Leben macht.........

Danke, dass Du diese Punkte noch einmal so klar betont hast. Dass ist auch das, was ich tief innen spüre und was mir die Richtung weist! Dieser Austausch ist auch ein Stück „Verdauen“ für mich und zeigt mir auch noch einmal ganz klar, dass jetzt die neue Ausrichtung eingeübt werden muss, abziehen der Aufmerksamkeit davon.

Viele Grüße, HerbertG
HerbertG
 

Re: Immer wieder angelogen werden

Beitragvon bliss » 13. Dez 2011, 23:35

Lieber Herbert,

nachdem ich nun zweimal angesetzt hatte, wieder die tiefere Psychologie hinter dem Phänomen der Lügen zu beleuchten... schwenke ich jetzt doch lieber wieder ganz zum Loa um. Du hast eine Erfahrung gemacht - Aua! Durch die Erfahrung des Schmerzes weißt Du, dass Du DAS nicht magst. Du weißt auch, dass Dir im Außen nichts widerfahren kann, was in Deinem Innern keine Resonanz hat. Also ändere Deine Frequenz von "Lüge" zu "Wahrhaftigkeit". Wechsele Deinen Fokus von den zwei Tagen pro Jahr, an denen sie gelogen hat, zu den 363 Tagen, an denen sie nicht gelogen hat.

Aber dahinter steckt ja doch noch was anderes... eben doch was Psychologisches. Du sagst, es war ein Vertrauensbruch. Aber tatsächlich hatte SIE nicht das Vertrauen, Dich in diese Treffen einzuweihen. Warum ist es Dir nicht egal, dass sie sich mit ihm trifft, wenn Du doch sicher bist, dass ER für sie nur der Ex-Freund ist? Letztlich läuft es darauf hinaus, dass Du wünschtest, sie wäre anders (nämlich ohne diesen Wunsch, sich mit ihm zu treffen), damit Du Dich gut fühlst. Und das ist der Loa-Holzweg schlechthin: Vom anderen ein anderes Verhalten zu wünschen, damit man sich besser fühlt.

Sorry, ich habe Dich jetzt nicht mit Samthandschuhen angefassst - ich hoffe, ich habe Dir nicht zu sehr zugesetzt. Und Du kannst mir glauben, dass ich gerade nur mit Begeisterung den Splitter im Auge meines Gegenübers betrachte, während ich für den Balken in meinem eigenen meistens blind bin. Du meine Güte! :oops: (Das ist eben das Schöne an so einem Forum - im Austausch mit anderen lernt man über sich selbst am meisten. :teuflischgut: )

Nimm's leicht. Versuche mal, von dem "Vertrauensbruch" weg zu kommen dahin, was Loa geschrieben hat: Sie wusste sich in der Situation einfach nicht anders zu helfen, als Dich anzuschwindeln. Und das meinte ich auch, als ich schrieb, dass es nichts mit Dir zu tun hat. Es war IHR Problem, nicht offen zu Dir sein zu können.

Liebe Grüße
Bliss
bliss
 

Re: Immer wieder angelogen werden

Beitragvon HerbertG » 14. Dez 2011, 01:17

.

Liebe Bliss, :hug: DANKE!!

Viele Grüße, Herbert
HerbertG
 

Re: Immer wieder angelogen werden

Beitragvon Kia » 14. Dez 2011, 08:24

Danke Dir auch, Herbert, für Deine Offenheit und Dein Vertrauen :hug:
Der Paradigmawechsel wird für Dich dadurch einfach.

Kia :danke: Euch allen.
"Contrast is the teacher." Abraham
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Re: Immer wieder angelogen werden

Beitragvon Salome » 14. Dez 2011, 09:38

Hallo und guten Morgen Ihr Lieben,

zu dem Thema ist schon so vieles gesagt worden und sehr treffendes, doch ich möchte meinen Senf auch noch dazu geben.
Es wird wohl mehr als 1001 Grund geben warum gelogen wird. Mir geht es auch nicht mehr so sehr darum die Lüge zu verstehen, sondern darum eine Lüge nicht als den Weltuntergang anzusehen, oder als einen persönlichen „Angriff“. In dem Moment in dem mir eine Lüge aufgetischt wird und ich erkenne das ich angelogen wurde, geht es mir nur noch darum, wie gehe ich damit um.

Abraham erklären immer wieder, frag nicht nach wie und warum, richte dich auf dein Wohlbefinden aus. Es ist wie es ist und es ist gut.

Ich finde es gerade interessant wie mich das Thema Lügen beschäftigt. Da ich das Thema nicht so recht los lasse hat es wohl auch mit mir zu tun. Na klar, a) habe ich mich selbst als Wahrheitsfanatikerin gesehen; b) bin ich manches Mal belogen worden; c) habe selbst gelogen

Meine Tochter ist im ersten Schuljahr, es geht auf Weihnachten zu und sie glaubt noch an das Christkind. Aus Sorge, dass sie möglicherweise dafür ausgelacht wird erkläre ich ihr, so vorsichtig wie möglich, was es mit dem Christkind auf sich hat. Auf ihre Reaktion war ich nicht gefasst, voller Entrüstung schleudert sie mir entgegen: „Ihr habt mich alle belogen,“ da stand ich nun und wusste erst einmal nicht damit umzugehen.
Ich, die meinen Kindern immer und immer wieder erklärt hatte wie wichtig es sei die Wahrheit zu sagen, ich war des Lügens überführt. :oops:
Doch nicht nur dass, ich hatte die älteren Brüder angehalten ebenfalls zu lügen, was die beiden auch brav machten. Da forderte ich immer wieder ein schön brav die Wahrheit zu sagen und auf der anderen Seite erzählte ich Märchen und forderte die Älteren auch noch auf es mir gleich zu tun. Ja was denn nun?
Wie oft nahm ich es in Gegenwart meiner Kinder bei Kleinigkeiten mit der Wahrheit nicht ganz so genau? Doch tischten sie mir fantastische Ausreden auf, schwang ich die Wahrheitskeule. :kniefall:

Kinder sind so feinfühlig, sie bemerken die Diskrepanz zwischen dem was ich erwarte und dem wie ich mich verhalte. :stimmt:

Immer schön die Wahrheit zu sagen „verkaufte“ ich unter dem Deckmäntelchen des Vertrauen, ich will dir / euch vertrauen. Wem selbst Vertrauen abhanden gekommen ist, verlernt hat, der kann auch nicht vertrauen, sich nicht und anderen auch nicht. Dummerweise war ich mir lange darüber nicht im klaren und forderte munter von mir und anderen Ehrlichkeit und Wahrheit . :shock:

Aus heutiger Sicht haben die Ereignisse der Vergangenheit mit meinem verlorenem Vertrauen zu tun. Mit verlorenem Selbstvertrauen und mit verlorenem Vertrauen in meine Wahrnehmung.

Vor vielen Jahren habe ich mich heftigst belügen lassen und war voller Zorn und Wut über die Lügner, doch am Schlimmsten war, dass ich meinen Wahrnehmungen nicht getraut hatte. Ich vertraute mir und meinen Wahrnehmungen nicht, darüber war ich sehr traurig und auch voller Zorn.
Es war ein weiter Weg bis ich lernte mir und meiner Wahrnehmung wieder zu vertrauen.

Aus dem Schulkind ist eine hübsche, junge Frau geworden. Sie hat sich einen Pullover gekauft und präsentiert ihn mir voller Freude. Der sieht toll aus und fühlt sich gut an. Ich freue mich einfach mit ihr. Dann zieht sie ihn voller Stolz zum ersten Mal an und erwartet meine Bewunderung.
Nun stecke ich in der Zwickmühle, der Pullover gefällt mir, er steht ihr gut, doch für meinen Geschmack dürfte er etwas lockerer sitzen. Sage ich was ich denke oder schwindele ich und hoffe, dass sie es nicht bemerkt.
Würde ich sagen was ich denke, so würde sie sich wieder mal für dick halten, was ja in keinster Weise zutrifft. Sie ist so schön schlank und nicht mehr nur dünn, den Teufel werde ich tun, also hört sie was sie hören möchte. :teuflischgut:

Liebe Grüße
Salome
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Re: Immer wieder angelogen werden

Beitragvon MyWay » 14. Dez 2011, 10:17

Liebe Salome, liebe Foris,

das erinnert mich an eine Geschichte, die ich vor wenigen Tagen las.
Der Vater hielt seinem Kind eine Predigt darüber, wie wichtig es ist nicht zu lügen und immer ehrlich zu sein. Mitten im Gespräch klingelte das Telefon. Das Kind geht ran.

„Papa, es ist der Versicherungsmann.“
„Sag ihm, ich bin nicht da.“

Boinnnng.


Ich habe vor ewig langer Zeit mal einen Satz aufgeschnappt, den ich nie vergessen habe, weil er sich für mich so richtig anfühlt:
Nur wer vertrauensvoll ist, ist auch vertrauenswürdig.

Salome, in deinem Beispiel mit dem Pulli zeigst du - meiner Ansicht nach - das du deinem Kind nicht zutraust, mit dem was du sagst umgehen zu können. Ist das nicht ein Stück Entmündigung?

Du wirst deiner Tochter ja kaum etwas um die Ohren hauen (so was habe ich als Kind gehört, und das ist NICHT schön) wie: du siehst aus wie eine Mettwurst.

Ich sage in solchen Situationen, dass was meiner Ansicht nach wahr ist, nämlich: Wie ich das finde ist doch vollkommen egal. Wichtig ist nur, dass du dich in der Klamotte (mit dem Haarschnitt, was auch immer) wohl fühlst.
Oder einfach nachfragen: Wie gefällt es dir denn selber?
Wenn sie sagt: ich finde mich toll im Pulli - ist doch alles im Lack.
Vielleicht sagt sie auch: Etwas eng, oder?
Dann könntest du sagen: Wenn er dir etwas lockerer besser gefällt, lass uns schauen, was wir daran machen können.

Und du sagst ja auch .. für „deinen“ Geschmack.. und über Geschmack lässt sich eh nicht streiten :)

Ich glaube auch, dass das was wir am vehementesten „predigen“ einer genaueren Betrachtung wert ist. Ganz nach dem Motto: Was man kann das lebt man, was man nicht kann, lehrt man :)

Herzlichen Gruß
MyWay
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Re: Immer wieder angelogen werden

Beitragvon lawofattraction » 14. Dez 2011, 10:44

MyWay hat geschrieben:Ganz nach dem Motto: Was man kann das lebt man, was man nicht kann, lehrt man :)


Hui, MyWay,

was für ein trauriger Glaubenssatz .....

Abraham, Esther, Jerry, Deine Lehrer in der Schule, Universität, Vorbilder im Leben, Eltern - und ja, ich schliesse mich auch ein, ebenso wie die anderen Menschen, die täglich hier im Forum wunderbare Beiträge schreiben - leben Deiner Meinung nach nicht das, was sie lehren? Ich fühlte mich einen kleinen Moment lang so :shock:.

All die vielen Menschen, die Dir im Laufe Deines Lebens geholfen haben, Verständnis zu den vielfältigsten Dingen zu finden sollen hohle erkenntnisfreie Nachplapperer sein, die das nicht verinnerlicht haben oder nicht können oder anwenden, was sie lehren?

Fragt verwundert
Loa



*Resistance means feeling Singular instead of Plural* Abraham


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Re: Immer wieder angelogen werden

Beitragvon MyWay » 14. Dez 2011, 11:16

Liebe Loa,

bitte nicht den Satz aus dem Zusammenhang mit dem "predigen" reißen :)

Lieben Gruß
MyWay
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