Immer wieder angelogen werden

Hier ist Raum für eigene Erfahrungen mit der Abraham-Lehre

Re: Immer wieder angelogen werden

Beitragvon bliss » 16. Dez 2011, 12:40

Hallo Amadea,

wirklich interessant, wie Du im zweiten und dritten Absatz Deines Postings die Perspektive wechselst. Merkst Du gar nicht, dass Du hiermit:
Amadea55 hat geschrieben:und ich selbst lügen manchmal von herzen gerne:-) wenn jemand mit voller freude mit etwas kommt, dass nicht unbedingt meinem geschmack entspricht, unterstütze ich ihn in seiner freude, weil mir die freude von ihm mehr spass macht, als meinen subjektiven geschmack:-


genau diese Machtspielchen spielst, denen Du im ersten Absatz widersprochen hast? Du stellst Dich nämlich auf den Standpunkt, dass der andere darauf angewiesen wäre, in seiner Freude durch Dich unterstützt zu werden. Und wie ist es dann in dem Fall, wenn der andere, den Du mit Freuden angelogen hast, DICH durchschaut? Ich würde mich - sorry - verarscht fühlen, wenn jemand so tut, als fände er irgendwas an oder von mir gut, und in Wirklichkeit ganz anders denkt.

Im übrigen finde ich: Wenn Abraham sagen, dass wir von anderen Menschen keine Verhaltensänderung erwarten sollen, damit wir uns besser fühlen, gilt umgekehrt ebenso, dass WIR unser Verhalten nicht den Wünschen der anderen Menschen anpassen sollten, damit SIE sich besser fühlen. Entweder wir spielen das "mein-Wohlgefühl-ist-von-deinem-Verhalten-abhängig"-Spiel weiter oder nicht. Und zwar aus beiden Perspektiven... Ich übernehme lieber MEINE Verantwortung und lasse die des anderen beim anderen.

Liebe Grüße
Bliss
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Re: Immer wieder angelogen werden

Beitragvon Amadea55 » 16. Dez 2011, 14:36

hallo bliss

nein, ich stelle mich nicht auf den standpunkt, ich reagiere gefühlsmässig und das ist stärker als ein schwarz weiss denken. es ist ein sowohl als auch:-)

lieben gruss
amadea
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Re: Immer wieder angelogen werden

Beitragvon daniela » 12. Mär 2013, 16:37

bliss hat geschrieben:Mir gehen, während ich das hier schreibe und in die Thematik einsteige, so einige Kronleuchter auf. Eine Lüge, die mir (oder Dir) entgegengebracht wird, hat überhaupt nichts mit mir (oder Dir) zu tun... sondern eben nur mit der Angst des Lügners, sich so zu offenbaren, wie er/sie wirklich ist.


Hallo! Für mich trifft dieser Satz am Besten, warum gelogen wird. Daran ist keine Verurteilung, sondern eben ganz sachlich dargestellt, wie es ist, ohne Schonung, aber auch ohne Herabsetzung.

So wie HerbertG erklärt hat (ich kann es nur sagen aus seinem Bericht hier), ist es wohl die Verantwortung seiner Frau alleine, wenn sie ihn belügt hat. Das darf nicht relativiert oder beschönigt werden. In einem weiteren Schritt geht es darum, daß Herbert selbst für sich findet, wie er damit umgehen möchte, und die Verantwortung dafür übernimmt. Dabei muß man anderen nicht belehren oder gar beurteilen – es reicht zu wissen, was man selbst will und dafür zu stehen.

In der Eso-Szene wird die Verantwortung oft eher bei einem selbst gesucht – das ist zwar wichtig, aber eben nur ein Teil der Geschichte. Man sollte damit etwas vorsichtig sein. Es gehört zur Selbstverantwortung nur das zu nehmen, was einem gehört. So kann die Verantwortung sich weiter dorthin verlagern, wo sie hingehört. Also keinesfalls sich für die Taten anderer verantwortlich machen.

Lieben Gruß
Daniela
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Re: Immer wieder angelogen werden

Beitragvon Winterbraut » 9. Apr 2013, 07:42

Hallo Ihr Lieben,
liebe ZaWo,

jetzt kaue ich schon einige Zeit auf dieser Aussage von Dir herum, und ich komme nicht weiter, drehe mich im Kreis...
ich verstehe natürlich inhaltlich was Du meinst, aber auf nicht LoA bezogen.. :102:

ZaWo hat geschrieben: wie sich deine Gefühle in der Verarsche-Situation gestaltet haben. Hast du auf sie gehört? Oder warst du mehr auf die Aussagen anderer konzentriert?

In der Rückschau kann ich sagen, dass - bei mir - die Gefühle Alarm schlugen, wenn ich im Begriff war in eine solche Situation zu kommen. Ich habe sie mir früher dann wegrationalisiert, mich zu Vertrauen gezwungen ("in dubio pro den anderen" und so'n Käse) und bin sehenden Auges reingetappt. Habe mich quasi selbst belogen.


Also wie ist das denn hier mit den Gefühlen, ich hatte das bislang so verstanden, das die negativen Gefühle Alarm schlagen, wenn ich ein "falsches", unvollkommenes Bild vom anderen habe...
Und das es so etwas wie ein "Vorsicht, Du tappst in eine Falle" gar nicht gibt?
Das mit dem Wegrationalisieren mache ich nämlich auch, weil ich dachte, das sei das gesunde Ignorieren der Realität...
Ich bin seit der Post hier steht relativ durcheinander, mal wieder :mrgreen:
Und würde mich riesig freuen, wenn ich nochmal Hilfestellung von Euch bekomme.... :loveshower:

Seid lieb gedrückt
:danke:
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Re: Immer wieder angelogen werden

Beitragvon ZaWo » 9. Apr 2013, 10:25

Hallo Winterbraut :huhu:,

naja der Thread ist ja schon ne Weile her und ganz genau weiß ich jetzt spontan auch nicht, worauf ich mich damals genau in meinem Leben bezog. Daher versuche ich es jetzt mal von Neuem mit meinem derzeitigen Verständnis.

Wenn man sich in einer Situation wiederfindet, wo man sich betrogen und hintergangen fühlt, dann kommt das nicht aus dem Nichts. Bevor sich da bei mir die ersten manifestierten Zeichen zeigten, hatte ich bereits ein schlechtes Gefühl und die "Idee", ich könnte da möglicherweise betrogen werden. Da kann ich mich bei mir an einen Situation in Gelddingen und an eine in Liebesdingen errinnern. Beides Mal war es so. Und ja, ein schlechtes Gefühl bedeutet durchaus "Achtung Falle", aber nicht in dem Sinne, dass da bereits was unveränderlich Schlimmes passiert ist oder sicher passieren wird, sondern, dass ich eben Gedanken denke, die für einen schönen und erfreulichen Ausgang nicht förderlich sind. Hinterher kann man dann zwar sagen "Ich hab's doch gewusst.", das trifft es aber nicht. Man hat es selbst kreiert.

Was ich wohl damals mit Wegrationalisieren meinte, ist die Verleugnung meiner selbst, meiner Zurechnungsfähigkeit und meines Ist-Zustandes. In gewisser Weise betrügt man sich ja damit selbst und da schließt sich dann wieder der Kreis von Innen und Außen.
Wenn Abraham empfehlen negative Situationen zu ignorieren, meinen sie damit, sich angenehmeren Gedanken zuzuwenden und nicht, sie sich schön zu reden. Mist darf Mist heißen und einmal als solcher bewußt erkannt, kann man sich der Korrektur seiner Realität zuwenden.

Ich hoffe, ich konnte da was klären. Falls nicht, frag gerne nach. :P

Liebe Grüße
ZaWo
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Re: Immer wieder angelogen werden

Beitragvon Winterbraut » 18. Apr 2013, 07:24

Guten Morgen liebe ZaWo,

vielen Dank, ich muss mich immer erst ein wenig 'einbuddeln' und die Worte auf mich wirken lassen... die Vergangenheit hat gezeigt dass ich mich sonst schon mal verzettele und hekisch werde :genau: .... diese Gefühlsgeschichte ist ja eine der wichtigsten in der Arbeit und daher habe ich auch so ein grosses Bedürfniss dies wirklich zu begreifen.
Es geht mir glaube ich generell um die Idee mit der rosa Sosse, die hier so schon genannt und auch schon oft hier besprochen wurde (aber irgendwie nicht haltbar in mir hängen bleibt :tja: ) und aber auch die 'Intuition', ... ich erinnere mich an einen Workshop von Abraham wo über Esther's Intuition gesprochen wird: Sie will in einer 30er Zone schneller fahren, tut dies auch, bis eine Stimme Stop sagt... die Polizei kontrolliert hinter der nächsten Ecke.

Also wenn Du sagst:

ZaWo hat geschrieben:Was ich wohl damals mit Wegrationalisieren meinte, ist die Verleugnung meiner selbst, meiner Zurechnungsfähigkeit und meines Ist-Zustandes. In gewisser Weise betrügt man sich ja damit selbst und da schließt sich dann wieder der Kreis von Innen und Außen.
Wenn Abraham empfehlen negative Situationen zu ignorieren, meinen sie damit, sich angenehmeren Gedanken zuzuwenden und nicht, sie sich schön zu reden. Mist darf Mist heißen und einmal als solcher bewußt erkannt, kann man sich der Korrektur seiner Realität zuwenden.


... dann geht es, für mein Verständnis, darum, nichts wegzumachen, sondern durch erstmal das Akzeptieren dass jetzt es so ist, bzw. für mich gerade SO anfühlt, sich annehmen, das Gefühl annehmen, das automatisch Erleichterung eintritt und ich weiter auf der 'Skala' klettern kann...?

Oft erkenne ich nicht was genau mich da wütend, ohnmächtig etc. macht... die Frage hatte ich schonmal, LoA meinte damals es sei nicht so wichtig den Glaubenssatz dahinter genau zu kennen... vielleicht ist es sogar so, dass wenn ich ganz loslasse, so etwas wie Erkenntnis von allein in mich hineintröpfelt, ich vergesse danach zumeist worum es ging, habe aber die Hoffnung, das doch alles in diesem Moment aufgelöst wird.

Ich finde diesen schmalen Grad zwischen schönreden, ignorieren oder aber auf seine Gefühle hören und sich 'schönerem' zuwenden so schwierig.... :mrgreen:

Ich glaube ich komme der Sache aber näher und näher und der Thread mit 'Ich glaube an Gott aber nicht an mich' scheint irgendwie super zu passen, der hat mich sehr mitgenommen und ich werde mich da nochmal durchwühlen... :loveshower:

Alles Liebe :danke:
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