Hilfe bei der Trauer

Hier ist Raum für eigene Erfahrungen mit der Abraham-Lehre

Hilfe bei der Trauer

Beitragvon Downstream » 21. Dez 2009, 15:26

Wir haben einen Todesfall in der Familie und ich möchte gerne zwei Menschen trösten, die ihre Mutter verloren haben. Einer von beiden schlägt sich wahrscheinlich mit Schuldgefühlen herum, weil es vorher noch Streit gegeben hat. Kennt ihr ein paar Gedichte oder ähnliches?, womit man Menschen erreicht, die noch stark im alten Denken verhaftet sind, die aber gerne hoffen möchten, dass der Tod nicht das Ende ist.

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Re: Hilfe bei der Trauer

Beitragvon wicky » 21. Dez 2009, 16:04

Hallo Downstream,

mein Beileid!!

Einer Freundin von mir hat "Der kleine Prinz" sehr gut gefallen und geholfen.
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Re: Hilfe bei der Trauer

Beitragvon Shiva » 21. Dez 2009, 19:20

Liebe Downstream,

ich glaube, das ist sehr schwer, und man muss da einfach nach seinem Gefühl handeln. Wichtig ist, dass Du einfach da bist, Deine Freundin in den Arm nimmst oder was auch immer. Manchmal tut gemeinsames Schweigen besser, als Worte.

Man weiß ja nicht inwieweit sie sich schon mit Tod usw. auseinandergesetzt hat. Du wirst die richtigen Signale bekommen... das kann schnell gehen oder dauern.

Bei uns war es so. Mein Vater war sehr krank... Meine Mutter war immer bei ihm und hat sich kaum Auszeit genommen (ich möchte da auch nicht näher zu eingehen). Jedenfalls war sie bei mir zum Sonttags-Kaffee, was sie sich mal gegönnt hat. Als sie nach Hause kam, war er tod....

Es war abzusehen. Komischerweise lächelte er irgendwie. Jedenfalls hat sich meine Mutter wahnsinnige Vorwürfe gemacht, dass sie nicht da war. Da half kein: "Du konntest doch nciht immer da sein bla bla usw." Der eigene Vorwurf da nicht da gewesen zu sein, war da.

Monate später saß ich vor dem Fernseher und sah eine Reportage über Kinder, die sterben müssen. Die Eltern saßen Tag und Nacht vor den Betten. Und weißt Du wann die Kinder starben? Wenn die Mutter, der Vater aus dem Zimmer sind, eine Tasse Kaffee trinken, nur kurz weg.

Sie (die Kinder) "konnten" nicht gehen, solnage die Eltern, vor dem Bett saßen. Sie wollten ihre Eltern nicht im Stich lassen. Das "Verlassen" des Zimmers gab ihnen die Möglichkeit zu gehen. Ich saß vor dem Fernseher und habe geheult. Sicher wegen den Kindern, aber ich wusste, wie ich meine Mutter trösten konnte. Mein Vater ist gegangen, weil er allein die Möglichkeit hatte.

Sei einfach nur da, erinnert Euch an das, was Schönes war und nicht an das, was nicht so gut gelaufen ist. Man kann es eh nicht ändern. Man hat seine Verstorbenen im Herz und das sollte man sich nicht mit Verwürfen zerstören.

Und für jeden, der das hier liest - (ich beziehe mich mit ein). Seit dankbar für die Menschen, die um euch sind, jetzt ist Weihnachten.. das wird auch viel geschenkt, es gibt was was sehr wervoll ist - und das ist Zeit, verschenkt mal Zeit - unbezahlbar, wenn eine Person mal nicht mehr ist.

Mit nachdenklichen Grüßen Shiva
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Re: Hilfe bei der Trauer

Beitragvon caprera » 21. Dez 2009, 20:13

Liebe Downstream,

ich möchte Dir und Deiner Familie mein Mitgefühl aussprechen!

Ich habe innerhalb von nur zwei Jahren all jene Menschen verloren, die ich am meisten geliebt habe: Meine Mutter, meinen Vater, meinen Ehemann. Es gab Zeiten in meinem Leben, in denen ich nur von Krankheit und Tod umgeben war und ich agierte wie eine Marionette - völlig versteinert und völlig bewegungsunfähig!

Aber ich möchte Dir in dieser schweren Zeit auch Mut machen: Mir haben die Bücher von Elisabeth Kübler-Ross sehr viel Trost gebracht. Vor allem ein Buch, dessen Titel mir jetzt leider nicht einfällt (und ich konnte es auch nicht auf die Schnelle auf Google finden) - das Buch hat einen weißen Einband und vorne ist ein blauer Schmetterling drauf.

Elisabeth Kübler-Ross beschreibt sehr einfühlsam den Start in das "andere" Leben - und sie vergleicht uns mit Schmetterlingen. Hier auf der Erde sind wir Raupen in unseren Kokons; wenn wir die Erde verlassen, dann verwandeln wir uns in wunderschöne Schmetterlinge.

Auch wenn Deine Verwandten noch im "alten Denken" verhaftet sind - gerade jetzt sind sie sicher auch empfänglich für Schwingungen. Selbstverständlich können sie auch jetzt noch mit ihrer Mutter sprechen, selbstverständlich können sie sich entschuldigen - und selbstverständlich können sie die Antwort ihrer Mutter hören!!

Dazu braucht es nur ein wenig Stille, Aufmerksamkeit und Konzentration - ich bin mir sicher, sie können die Stimmer ihrer Mutter ganz deutlich hören!!

Ich drücke dich ganz fest und schicke dir viel Kraft!
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Re: Hilfe bei der Trauer

Beitragvon LillyB » 21. Dez 2009, 20:38

Hallo liebe Downstream,

da würde ich - falls sie gläubig sind - beten empfehlen. Gott ist und das aufrichtige Gebet dazu - auch wenn es nicht mehr mein Bild ist - ist eine sehr hohe Frequenz und beten ist wie Meditation. Auch das "Vater unser" hat eine sehr hohe Schwingung aus meiner Erfahrung. Weiterhin habe ich durch den Tod meines Bruders gelernt, dass niemand allein gelassen wird. Er selbst wußte darum (im jungen Alter von 50 Jahren gegangen), und hat schon, bevor er uns verließ die Seelen/ Engel gesehen, die ihn "auf der anderen Seite" beiseite standen.

Das Gefühl, nicht ALLEIN zu sein, egal mit welchen Worten, empfinde ich als Trost und Erleichterung.

Mein Mitgefühl für Euch :engel2: mögen die Engel mit ihr sein und das sind sie bestimmt.

ALOHA und alles Liebe
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Re: Hilfe bei der Trauer

Beitragvon Isi » 21. Dez 2009, 20:40

Das Buch von Kübler-Ross heisst "Über den Tod und das Leben danach" erschienen im Silberschnur-Verlag.

(hatte Dir eine Antwort geschrieben, die ist weg, liebe Downstream; ich versuche es nochmal)
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Re: Hilfe bei der Trauer

Beitragvon Downstream » 21. Dez 2009, 21:11

Das ist so lieb von euch, vielen Dank.

Ich bin zum Glück nicht soo emotional involviert. Ich denke auch, dass es der Verstorbenen jetzt viel besser geht. Aber ich habe ziemlich schnell gemerkt, was ihre Kinder jeweils brauchen. Ich habe mich vorhin hingesetzt und für jeden ein kleines Gedicht geschrieben mit genau dem Inhalt, dass jetzt alle Missverständnisse vorbei sind, die Mutter den einen mit voller Liebe sieht und die andere auf gar keinen Fall allein lässt.
Ich bin selbst sehr erstaunt, wie schnell mir das gelungen ist, und ich denke, da waren andere Kräfte auch mit am Werk. :gvibes:

Ihr habt Recht, da sein und eine feste Umarmung ist sicher mehr wert als viele Worte.

Danke für eure wertvolle und liebe Hilfe.

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Re: Hilfe bei der Trauer

Beitragvon Isi » 21. Dez 2009, 21:43

Sorry, liebe Downstream,
auch mein zweiter Versuch ist nicht 'rausgegangen.
Sollte wohl so sein, ich gebe auf; die anderen haben Dir ja schon helfen können, schön.
Alles Liebe
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Re: Hilfe bei der Trauer

Beitragvon lawofattraction » 22. Dez 2009, 11:10




Ich finde dieses Gedicht wunderbar tröstlich:

Steht nicht an meinem Grab und weint

Ich bin hier nicht, ich schlafe nicht
Ich bin tausend Winde, die wehen
Das Glitzern auf dem Schnee,
Bin Sonnenschein auf reifem Korn,
Und der sanfte Herbstregen.

In des Morgens Schweigen
Bin ich der schnelle Flügelschlag
Stiller Vögel im kreisenden Flug
Ich bin das sanfte Sternenlicht der Nacht

Steht nicht an meinem Grab und weint
Ich bin hier nicht, ich bin nicht tot

Mary Frye 1932
American Indian



*Resistance means feeling Singular instead of Plural* Abraham


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Re: Hilfe bei der Trauer

Beitragvon Downstream » 22. Dez 2009, 22:26

Das ist sehr schön :gvibes:
Das nehme ich morgen auch mit. Danke LoA.

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Re: Hilfe bei der Trauer

Beitragvon Downstream » 23. Dez 2009, 21:02

Hallo,

ich war heute auf einer katholischen Beerdigung. Und da wir uns hier mit bewusster Realitätsgestaltung beschäftigen, möchte ich das mal so beschreiben:

• Ich freue mich darüber, dass ich schon vor langer Zeit meine Religionszugehörigkeit aufgegeben habe,

• ich bin froh über die Vorstellung, dass es sicher auch Geistliche gibt, die

sich gut auf eine solche Zeremonie vorbereiten,

Verstorbenen besser gerecht werden,

eine Stütze der engsten Hinterbliebenen sind,

auf Diskriminierungen Nicht-Getaufter verzichten,

• ich bin froh, dass es in meinem Umfeld Menschen gibt, die auch mehr wissen wollen, als man ihnen sagt, die sich auch nicht mehr mit nebulösen Predigten oder unzeitgemäßen Gebeten zufrieden geben,

• ich freue mich über Kranzschleifendrucke, die ein Wiedersehen versprechen,

• ich freue mich darüber, dass mein Körper besser als mein Verstand weiß, wann ich mich zu wem stellen/setzen soll und seine Hand/seinen Arm drücken soll um ihm/ihr zu versichern, dass er/sie nicht allein ist,

• ich freue mich darüber, dass ein Beisammensein nach einer Beisetzung auch Freude und Gelächter hervorzaubern kann,

• ich freue mich, dass die Kinder der Verstorbenen so gute und liebevolle Partner haben,

• ich freue mich, dass die Sonne hervorgeschaut hat.

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