Gefühlsverwirrung...oder Treibholz?

Hier ist Raum für eigene Erfahrungen mit der Abraham-Lehre

Gefühlsverwirrung...oder Treibholz?

Beitragvon Daisy » 22. Dez 2009, 22:51

Ich bin gerade etwas gefühlsduselig und finde selbst keine Klarheit. Vielleicht hat jemand hier ein paar Gedanken dazu.
Im Fernsehen lief gerade "Liebe braucht keine Ferien". Ich habe den Film damals im Kino gesehen und ihn sehr unterhaltsam gefunden und dachte vorhin: Ach, kannst den ja mal nebenbei laufen lassen.
Ich habe dann genau in der Szene eingeschaltet, wo Amanda bei Graham vor der Tür steht, weil ihr nach einer lockeren Nummer plötzlich klar wurde, dass sie doch mehr für ihn empfindet. Er öffnet die Tür und sagt, er wäre nicht allein, und sie kommt sich ziemlich blöd vor. Es stellt sich aber heraus, dass er keine andere Frau hat, sondern zwei kleine Töchter, die er allein erzieht und dass er Witwer ist.
Amanda hatte mit so etwas nicht gerechnet, und sie ist auch ganz und gar nicht der Typ für Kinder, doch sie erobert die Mädchen sofort, weil sie "wie Barbie aussieht", und sie selbst merkt, dass sie sich für dieses Leben mit Graham auch erwärmen könnte. Am Ende des Filmes wirft sie denn auch ihr altes, genau strukturiertes Leben über Bord und kann zum ersten Mal nach Jahren wieder weinen. Vor Glück.
Als ich den Film damals sah, hatte diese Szene für mich keine Bedeutung, darum hatte ich es auch total vergessen, und als ich sie dann vorhin sah, fing ich plötzlich total an zu heulen und wurde total von Gefühlen überwältigt, weil es mich zwangsläufig an die Geschichte mit meinen HM erinnert hat. Er hat auch zwei Mädchen, nur ist er nicht verwitwet...und jetzt frage ich mich, wieso es mich so berührt hat?
Weil mein IB mir sagen will: Du bist auf dem richtigen Weg! Oder weil es mir sagen will: Siehst du, dass es aussichtslos ist?
Abraham sagen ja, wenn man weint, ist das ein Indikator dafür, dass man etwas denkt oder fühlt, was nicht mit einem selbst in Harmonie ist. Wenn einem z.B. jemand sagt: "Du bist nichts wert", und man weint dann, weint man nicht, weil der andere einen beleidigt hat, sondern weil das IB weiß, dass es nicht wahr ist und man dem anderen nicht glauben soll. Nur bin ich nicht sicher, wie das jetzt in diesem Fall ist. Meinem Gefühl nach irgendwie beides: Mir ist auf einmal klar geworden, wieviel er mir inzwischen doch bedeutet und wie gern ich Zeit mit seinen Mädchen verbringen möchte, und auf der anderen Seite ist da wieder der Kopf, der mir diverse Gründe und Szenarien aufzeigt, weshalb es "gar nicht klappen kann" :roll:

Any ideas?
Daisy
 

Re: Gefühlsverwirrung...oder Treibholz?

Beitragvon ZaWo » 22. Dez 2009, 22:59

Soweit ich weiss, weint man nicht weil man in dem Moment was unangenehmes fühlt/denkt, sondern, weil man vorher was Unangenehmens gedacht hat und sich im Moment des Weinens Widerstände auflösen. TRänen sind somit ein Zeichen von Relief.
ZaWo
 

Re: Gefühlsverwirrung...oder Treibholz?

Beitragvon Daisy » 3. Jan 2010, 16:51

So dachte ich das auch immer, bis es mir ein Abraham-Profi im AbeForum anders erklärt hat.
Es gibt solche Situationen und solche, wenn es ums Weinen geht. Die eine ist die, in der das Weinen ein Zeichen für das Loslassen von Widerständen ist. Das was du meinst. Das Weinen, dass der Nicht-LOAer z.B. als erleichterndes Weinen bezeichnen würde. Das Weinen, in dem schon der Trost liegt.

Aber es gibt eben noch das andere Weinen, wo einem jemand Dinge sagt wie: Du bist doof/häßlich/fett/nichts wert/etc. Jeder wird solche Situationen (wenn auch nur von früher) kennen - sofort schießen einem die Tränen in die Augen, und man fühlt sich scheise. Man meint, die Tränen kommen, weil der andere einen verletzt/beleidigt.
Aber in diesem Fall sind die Tränen und das schlechte Gefühl ein Indikator des IB, dass einem hier jemand etwas Falsches weismachen will (in Wahrheit sind wir nämlich perfekt, und das IB wird Gegenteiliges nie anerkennen). Das Weinen und das miese Gefühl sagen: Glaub diesen Schwachsinn nicht.

LG
Daisy
 

Re: Gefühlsverwirrung...oder Treibholz?

Beitragvon ZaWo » 3. Jan 2010, 17:02

Meiner Ansicht nach ist das immernoch das gleiche. In dem Moment, wenn dir jemand sagt du bist doof, nimmst du dieses Bild zunächst an, um zu verstehen, was der andere meint und lässt es auf dich wirken. Du lässt dir zunächst Schuldiggefühle überstülpen. Fühlt sich mies an, klar. Dann im nächsten Moment sagst du dir selbst, das stimmt doch nicht, wie kann der widerliche Blödmann sowas sagen und weinst. Das könnte der innere Sprung von Ohnmacht/Schuldigfühlen auf Blame sein.
ZaWo
 

Re: Gefühlsverwirrung...oder Treibholz?

Beitragvon Daisy » 3. Jan 2010, 17:11

Das ist es ja - so ist es eben nicht für mich. Mir kommen sofort die Tränen, ohne dass ich es auf mich wirken lasse. Und das Weinen fühlt sich dann auch nicht wie ein Loslassen oder gar Trost an. Ich kenne beides, und es ist nicht dasselbe.

Ich glaube dem Blödmann übrigens durchaus. Wenn mir jemand sagt: Du bist fett, dann glaube ich das. Wenn jemand sagt: Du wirst es nie zu etwas bringen, dann glaube ich das. Und genau darum greift das IB rettend ein.
Daisy
 

Re: Gefühlsverwirrung...oder Treibholz?

Beitragvon lawofattraction » 3. Jan 2010, 17:48

Daisy hat geschrieben:Ich glaube dem Blödmann übrigens durchaus. Wenn mir jemand sagt: Du bist fett, dann glaube ich das. Wenn jemand sagt: Du wirst es nie zu etwas bringen, dann glaube ich das. Und genau darum greift das IB rettend ein.



Das IB kann aber kein Unrecht, kein Blödschwätzen erkennen, sondern nur Vollkommenheit, daher greift es auch nie aktiv ein. Es ruft uns lediglich in den Vortex, wo alles in Ordnung ist.

Vielleicht weinst Du, weil Dir unbewusst sehr klar ist, wie weit Du vom IB entfernt bist. Das IB sieht Dich als wunderbar, als vollkommen, und Du glaubst den Blödschwätzern. Grösser kann die Diskrepanz ja nicht sein. Die meisten Leute würden zumindest sauer, wenn sie so was hören.



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Re: Gefühlsverwirrung...oder Treibholz?

Beitragvon Daisy » 3. Jan 2010, 17:51

lawofattraction hat geschrieben:
Das IB sieht Dich als wunderbar, als vollkommen, und Du glaubst den Blödschwätzern. Grösser kann die Diskrepanz ja nicht sein.

Aber genau darum geht es doch!
Daisy
 

Re: Gefühlsverwirrung...oder Treibholz?

Beitragvon lawofattraction » 3. Jan 2010, 18:01




Ja, wenn Du das weisst, ist die Entscheidung doch ganz einfach - wem glaubst Du?


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Re: Gefühlsverwirrung...oder Treibholz?

Beitragvon Daisy » 3. Jan 2010, 18:12

So einfach ist es ja offenbar nicht - denn ich weiß darum und glaube in solchen Situationen doch immer erstmal wieder den Blödbirnen.

Aber mich würde immer noch interessieren, was ich in meinem Eingangspost frug. Was mir mein IB da sagen wollte. Ich weiß, nur ich kann wissen, was ich fühle. Aber es gibt nun mal diese Situationen, da kommt man da nicht ran. Da stürmt zuviel auf einen ein.
Ach Mensch, manchmal wünschte ich mir einen Platz im Hotseat... *seufz*
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Re: Gefühlsverwirrung...oder Treibholz?

Beitragvon ZaWo » 3. Jan 2010, 19:22

Naja, es ist ja wohl eher umgekehrt. Du glaubst es nicht, weil es jemand sagt, sondern in deinem Aussen zeigt sich dein Glauben. Und auch der Sprung von Ohnmacht auf (Selbst-)Hass äußert sich in Relief.
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Re: Gefühlsverwirrung...oder Treibholz?

Beitragvon Daisy » 3. Jan 2010, 20:22

ZaWo hat geschrieben:Naja, es ist ja wohl eher umgekehrt. Du glaubst es nicht, weil es jemand sagt, sondern in deinem Aussen zeigt sich dein Glauben.

Nein, dann würde ich ja nicht heulen und mich mies fühlen, sondern bestätigt. Und auf der anderen Seite müßte ich deiner Theorie nach dann ja auch jedesmal heulen und mich mies fühlen, wenn ich selbst mir diese Dinge sage.

Aber wie gesagt - das sollte eigentlich hier nicht Gegenstand sein, sondern meine Frage im Ausgangspost.
Daisy
 

Re: Gefühlsverwirrung...oder Treibholz?

Beitragvon LillyB » 3. Jan 2010, 21:21

Das Außen ist ein perfekter Spiegel wo ich bin oder war. Im JETZT kreiere ich bzw. erschaffe ich die modifizierte Zukunft meiner Wünsche. Ich selbst gebe Zwischenstadien, also auch Weinen nicht allzuviel Beachtung. Es ist eine Situation. Und die Antwort liegt in mir selbst. Abraham geben keine vorgefertigten Lebenswege. Sie geben Handwerkszeug für den Weg.

Und der heißt immer : Das Wohlgefühl, dem Wohlfühl folgen. Ist die Antwort, nicht mich von meinen Emotionen zu verwirren zu lassen. Das hier z.B. erzeugt rein Gedankengerüste, was denn wohl sein könnte. Das ist ein toter Punkt. Festhalten. Weinen warum oder nicht ist nicht relevant. Relevant ist immer, wie ich mich im Moment fühle. Und alles andere ist vergangene Geschichte. Oder eine intellektuelle Frage auf die es nur eine intellektuelle Antwort gibt, die nicht zufrieden stellt. Alles was Außen ist, stellt nicht zufrieden, solange es nicht das Außen, die Realität ist, die ich mir gewünscht habe.

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Re: Gefühlsverwirrung...oder Treibholz?

Beitragvon lawofattraction » 4. Jan 2010, 09:39

Daisy hat geschrieben:Aber mich würde immer noch interessieren, was ich in meinem Eingangspost frug. Was mir mein IB da sagen wollte.


Daisy hat geschrieben:... fing ich plötzlich total an zu heulen und wurde total von Gefühlen überwältigt, weil es mich zwangsläufig an die Geschichte mit meinen HM erinnert hat. Er hat auch zwei Mädchen, nur ist er nicht verwitwet ...

Mir ist auf einmal klar geworden, wieviel er mir inzwischen doch bedeutet und wie gern ich Zeit mit seinen Mädchen verbringen möchte



Hast Du Dir da die Antwort nicht selbst gegeben? Du liebst jemanden, er kann nicht bei Dir sein oder Du nicht bei ihm, er hat zwei Kinder, mit denen er zusammen mit deren Mutter lebt - und Du fragst, warum Du weinst, wenn Du einen Film siehst, der genau in dieser Wunde stochert?

Die Protagonistin tut ja das, was Du nicht tust, aber offenbar gerne tun würdest - sie entscheidet sich, ihr Leben radikal zu ändern und ihrem Herzen zu folgen.

Vielleicht will Dein IB Dich hier aufmerksam machen, dass Du im Widerspruch bist zwischen Deinem Wunsch und dem, was Du lebst. Das ist ein innerer Zwiespalt In-Vortex = Wunsch und Out-Of-Vortex = Dein aktuelles Leben, der immer als schmerzlich empfunden wird. Ich würde mir einmal überlegen, wie Du Dich so in Gedanken und Gefühlen blockierst, dass Du Deinen Herzenswunsch (oder den Wunsch hinter dem Wunsch) nicht leben kannst.



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Re: Gefühlsverwirrung...oder Treibholz?

Beitragvon Iris » 4. Jan 2010, 09:43

LillyB.
danke für diese großartige Antwort.
Nach der hat es mich heute verlangt.
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Re: Gefühlsverwirrung...oder Treibholz?

Beitragvon Daisy » 4. Jan 2010, 16:30

lawofattraction hat geschrieben:
Hast Du Dir da die Antwort nicht selbst gegeben? Du liebst jemanden, er kann nicht bei Dir sein oder Du nicht bei ihm, er hat zwei Kinder, mit denen er zusammen mit deren Mutter lebt - und Du fragst, warum Du weinst, wenn Du einen Film siehst, der genau in dieser Wunde stochert?

Eine Wunde ist das nicht, ich bin keineswegs im "needy mode" oder in einer anderweitigen negativ-besetzten Stimmung in der Sache. Ich mag seine Frau ebenfalls, die beiden sind ein nettes Paar, und ich hatte und habe nie den Wunsch gehabt, ihn "haben" zu wollen. Er ist einfach eine Bereicherung für mein Leben, sein Wissen, seine herzliche Art. Er ist eine Art Mentor, den ich zufällig sehr mag (Liebe wäre zuviel gesagt, jedenfalls ist es keine romantische Liebe) und dessen Kinder ich großartig finde. Allerdings schließe ich nichts aus, es war von Anfang an so eine: Na mal sehen, was sich daraus entwickelt-Schwingung. Kein bestimmtes Ziel, kein Druck. Ich bin selbst gespannt, wie es sich weiterentwickelt. Vielleicht mußte ich weinen, weil es mich einfach gerührt hat, da es eben eine ähnliche Konstellation ist, vielleicht auch, weil es mir eine mögliche Entwicklung gezeigt hat (das IB weiß ja manchmal mehr...). Wie eine Art innere Vorfreude - Anticipation -, die sich da Bahn gebrochen hat.


lawofattraction hat geschrieben:
Vielleicht will Dein IB Dich hier aufmerksam machen, dass Du im Widerspruch bist zwischen Deinem Wunsch und dem, was Du lebst.

Das kann natürlich gut sein, vielen Dank für diesen Gedanken. Den werde ich mal ein wenig "pondern".

lawofattraction hat geschrieben:
Ich würde mir einmal überlegen, wie Du Dich so in Gedanken und Gefühlen blockierst, dass Du Deinen Herzenswunsch (oder den Wunsch hinter dem Wunsch) nicht leben kannst.

Vielleicht sollte ich den Wunsch (Wunsch hinter dem Wunsch) mal etwas genauer unter die Lupe nehmen. Wie gesagt, weiß ich außer dass ich Zeit mit ihm und seinen Kindern verbringen möchte, nicht, was ich mir sonst erwarte. Da habe ich keinen "Plan", sondern von Anfang an den Eindruck gehabt, dass mein IB da mehr weiß und mich dahinführt. Göttlicher Zeitplan hieß es bei den Engelkarten immer so schön - es müssen sich erst die Einzelschritte fügen, ehe man das große Ganze erkennen kann.
Aber vielleicht sollte ich doch mal mein Herz befragen. Hab vielen Dank für deine Gedanken dazu :stimmt:
Daisy
 

Re: Gefühlsverwirrung...oder Treibholz?

Beitragvon LillyB » 4. Jan 2010, 22:35

Hallo Daisy,

jetzt fällt mir der Film ein. Ich habe ihn leider nicht zu Ende gesehen, mir aber das Ende erzählen lassen. Es ging ja darum, dass zwei Frauen ihre Rollen tauschen, weil sie derzeit sehr unzufrieden waren. Eine davon, diejenige, die Du beschreibst, konnte nicht weinen. Sie stellte am Anfang alles Mögliche an, um Weinen zu können. Das sah sehr komisch aus ;)

Das hatte ich auch schon mal. Vor ein paar Jahren nach einer Trennung. Ich konnte nicht mehr weinen. Kein Kontakt zu meinen Gefühlen und es hat mich auch nicht gestört. Ich habe es nicht mal bemerkt. Erst ein paar Jahre (so drei oder vier) danach, als ich ein Date hatte. Nach dem Date war mir klar, dass ich den Typ innerlich sehr gut fand, äußerlich überhaupt nicht und wir mit Sicherheit nicht zusammen kommen. Zuhause dann überkamen mich die Tränen. Ich saß sprichwörtlich mit der Kleenebox auf dem Boden und habe Rotz und Wasser geheult. Erst da fiel mir ein, dass Weinen bei mir überhaupt nicht mehr stattgefunden hatte.

Mit der Bekanntschaft war es mir ein weiteres Kennenlernen trotzdem wert, geklappt hats dennoch nicht.

Also denke ich schon, dass da etwas berührt hat, was sogar evtl. tief in Dir schlief. Vielleicht die Kinder? Oder das Gefühl Kinder zu haben? Eine Familie? Mit Mann, Mäusen und Hund? Schrieb ich sowas nicht schonmal da war doch was mit "Schwangerschaft"? Arbeitet da ein IB Wunsch eine Verwirklichung eines Wunschtraums? :tja:

ALOHA
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Re: Gefühlsverwirrung...oder Treibholz?

Beitragvon Daisy » 4. Jan 2010, 23:35

Hi Lilly,

danke für deine Antwort :lieb: Die beiden Frauen tauschen übrigens nicht die Rollen, sondern nur die Häuser über die Weihnachtsfeiertage *zwinker*

Wie hast du denn in deiner Geschichte das Weinen empfunden, wenn ich fragen darf? Und waren die Tränen ein Indikator für etwas, sprich, haben sie für dich die Entscheidung beeinflußt?

LillyB hat geschrieben:Also denke ich schon, dass da etwas berührt hat, was sogar evtl. tief in Dir schlief. Vielleicht die Kinder? Oder das Gefühl Kinder zu haben? Eine Familie? Mit Mann, Mäusen und Hund? Schrieb ich sowas nicht schonmal da war doch was mit "Schwangerschaft"? Arbeitet da ein IB Wunsch eine Verwirklichung eines Wunschtraums? :tja:

Tjaja, wer weiß, wer weiß. Heute während der Arbeit kamen zwei Kolleginnen, die frei hatten, mit ihren Töchtern (3 und 5) vorbei, und ich habe mich diesmal einmal genauer beobachtet, wie ich mich in dieser
"Mama und Kind"-Energie fühle.
Normalerweise kann ich diese "weibliche" Seite in der Öffentlichkeit nicht rauslassen. Wenn alle anderen Kolleginnen oder Freundinnen in Verzückung geraten, wenn kleine Kinder vorbeikommen, kommt mir das immer irgendwie albern vor, und ich stehe dann kopfschüttelnd oder nur verständnisvoll schmunzelnd daneben. Während ich wenn ich in solchen Situationen allein bin, die kleinen Kinder im stillen selbst total süß finde. Heute habe ich diese Seite mal bewußt zugelassen und habe mich neben die Kolleginnen und ihre Kids gesetzt und fand es einfach schön. Ich glaube, Kinder würden einen anderen Menschen aus mir machen - bzw mir den Menschen, der ich bereits bin, näherbringen. Und da ich nie Mutterliebe erfahren konnte, würde ich mit einem Bemuttern meiner Kinder vielleicht dasselbe rückwirkend für mich tun. Madonna, die ihre Mutter auch als kleines Kind verloren hat, sagte mal sowas ähnliches: Das Bemuttern von meinen Babies [ihre Tour-Tänzer] erfüllt für mich das Bedürfnis, selbst bemuttert zu werden.

Liebe Grüße
Daisy
 

Re: Gefühlsverwirrung...oder Treibholz?

Beitragvon LillyB » 5. Jan 2010, 00:08

Hallo Daisy,

vordergründig haben die Tränen, das Weinen meine Entscheidung nicht beeinflusst. Denn es war, ist ein fantastischer Mensch. Ich habe wunderschöne Momente mit ihm danach noch erlebt. Doch die äußere Attraktivität - die ja der inneren entsprechen soll - hat verloren. Und ich habs ihm gesagt und den Blick aus diesen Augen werde ich nie vergessen.

Trotzdem war er die Begegnung auf meinem Weg, die Gefühle in Gang zu setzen. Und viele Ideen in mir und die Musik. Noch heute, wenn ich die Klänge höre, und ich bin sicher bei ihm auch. Gibt es nur einen Menschen, der dazu gehört. Und das ist die Zeit, die trotz allem sehr zauberhaft war.

Ich denke immer, zu einer Liebe gehört ein Lied, mindestens ein Song.

Seit dem ich Abraham lebe, liebe ich Babies und Kinder noch mehr. Also es gab einen ganzen Baby Schwarm in unserem Büro. Und seit dem ich Vortex übe, lasse ich mir freien Lauf. Da sind Kinder, Tiere, Natur sowas von mir aus dem Herzen willkommen, dass ich ganz entzückt bin. Also auch von deren verrückten oder bekloppten Verhaltensweisen. Auch wenn sie schreien. Ich liebe das einfach. Kommt so heraus. Mir ist völlig wurscht, wie andere das interpretieren. Meist jedoch mit viel Lachen. Und Freude. Es ist Selbstliebe. Reine Selbstliebe, die ist in den Augen der Kinder. Und aus ihren Mündern. Meine Erfahrung ist umgekehrt. Die Anderen kommen sich albern vor, ich überhaupt nicht.

Ja, ich denke auch, dass Du mit der Selbstliebe das Deinen Kindern geben würdest. Und bemuttern, behüten die ersten Jahre, den Spiegel des eigenen zu sehen, sich selbst als Kind muss einfach nur zauberhaft sein. Ich habe keine Kinder - aus anderen Gründen. Doch wenn der Wunsch dazu da ist, lass es zu. Ich glaube auch, dass wenn Du die Mutter in Dir erweckst, und sie lässt (ich lasse das auch zu ohne eigene Kinder), wird es ganz wundervoll für Dich. Ich empfinde das als sehr natürlich und lebe das auch auf meine Art (Nichte und Neffe und Erwachsene) aus. Also ich bestehe darauf.

Warum? Weil es mir beständig gute Gefühle verschafft. Alles aber auch alles was Liebe zu mir bringt und mir selbst Möglichkeiten gibt, meine Liebe zum Leben auszudrücken, das ist gut für mich. Ohne Kompromisse für die Entscheidung. Die kommen dann später. Die Kompromisse aus Liebe.

Schau mal, wie Du das für Dich selbst entschleierst. Vielleicht warten da ja einige süße kleine Schlafräuber auf Dich.

ALOHA :bussi:
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Re: Gefühlsverwirrung...oder Treibholz?

Beitragvon Daisy » 5. Jan 2010, 00:47

Hallo Lilly,

während ich eben deinen schönen Post las, hatte ich mittendrin plötzlich ein ganz warmes Gefühl der Zuversicht, fast Gewißheit. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, ob ich denn - wenn - mal eigene Kinder haben werde oder die Kinder von jemand anders annehme. Letzteres kam für mich vom Kopf her bewußt nie infrage, da ich selbst als Stiefkind aufgewachsen bin - als Stiefkind einer Frau, die gar nicht wußte, worauf sie sich eingelassen hatte und die mich ihre Ohnmacht nahezu täglich spüren ließ. Sie hat nur meinen Vater gesehen gehabt, die zwei kleinen Mädchen, die gerade ihre Mutter verloren hatten, waren für sie nur Gegenstände. Gegenstände, die ihr im Weg waren...
Mithilfe des LOA und durch die spirituelle Arbeit an mir selbst habe ich ihr inzwischen vergeben können und sehe die Vergangenheit nun als Vergangenheit und sie als den Menschen, der sie im Jetzt ist. Das Mädchen, das sie selbst im Grunde damals noch war, hat heute mein Mitleid und meine Vergebung. Und - vielleicht war es Zufall? - kurz nachdem ich dies erkannt hatte, tauchte ER auf - mit zwei kleinen Mädchen im Schlepptau...
Und mit der Zeit wurde ich auf die beiden neugierig und fand sie einfach nur zum Knuddeln, und ich sagte im Übermut zu einer Freundin: Die zwei will ich haben!
Meine Freundin lachte und sagte: Wie wärs denn mit nem eigenen Kind von ihm? Lass dir doch eins machen!
Was mich ein wenig erschreckte, denn sie meinte es total ernst - eine Denke, die mir absolut nicht entspricht.
Und ich habe mir auch nie vorstellen können, schwanger zu sein. Selbst in letzter Zeit, wo ja nun soviel damit zu tun hatte und ich schon entsprechende Symptome hatte, fühlte sich diese Variante sehr fern für mich an. Ich sehe mich mit Kind, doch ich sehe mich nicht als Schwangere. Und als ich eben deinen Post las, hatte ich so einen ganz klaren Moment: Es wird kein eigenes. Jedenfalls nicht als erstes.
Wer weiß, was die Zeit bringt, wie sich am Ende alles fügt. Vielleicht ist es ja sowas wie Ironie des Schicksals, und ich bekomme die Chance, als Stiefmama von jemandes Kindern einer schönen Kindheit gerecht zu werden.

Danke für den Impuls!
Daisy
 

Re: Gefühlsverwirrung...oder Treibholz?

Beitragvon LillyB » 5. Jan 2010, 21:47

Hallo Daisy,

dann ist es wichtig auf alle Deine Umstände derart zu achten. Denn ich bin fest davon überzeugt, dass wir in früheren, heutigen, Parallel Leben however, Hinweise versteckt haben, die uns zur Quelle führen. Das sind Knotenpunkte, an dem sich etwas Besonderes in meinem Inneren ereignet. Du hast kein Gefühl dazu ein Kind im Bauch zu tragen. Das hatte die Mutter, die ich relativ sehr gut kenne, auch nicht. Viele Jahre. Bis es sie traf. Und es war ein so wunderbares Gefühl sie endlich mal als sich selbst zu sehen. Bei der Schwangerschaft war alles schwierig, auch wie unser Verhältnis, doch endlich Gott-Sei-Dank hat sie zu ihrer natürlichen Selfishment gefunden. Endlich tat sie etwas für sich. Alle beschwerten sich, sie sei so eigennützig und ihre Ausstrahlung war einfach nur

Glück.

Wie immer Du Dich entscheidest. Alles ist möglich. :loveshower:

ALOHA
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Re: Gefühlsverwirrung...oder Treibholz?

Beitragvon Daisy » 6. Jan 2010, 22:22

Oh mein Gott, da sagste was! Heute habe ich einen Riiiesen Klotz Treibholz bekommen - ja ich würde es sogar so formulieren, dass ich geradewegs in eine Parallel-Realität gerutscht bin - aber richtig! Ich hab immer noch weiche Knie und einen ganz "fremden" Geruch in der Nase, das war ein maaaaaaajor shift! Ich kanns gar nich in Worte fassen, ja nicht mal fühlen, so hat es mich mitgerissen. Ich setz mich lieber mal wieder hin... :herzen:

Wow.
Daisy
 

Re: Gefühlsverwirrung...oder Treibholz?

Beitragvon jada » 12. Jan 2010, 20:34

Sorry Daisy das ich kurz in deinem Post störe...

@Lilly:
Wollte dir nur sagen, wie schön ich deine Einstellung zu Kinder finde. Einfach herzwärmend. Die meisten Leute sehen in Kindern unfertige Menschen/Persönlichkeiten die man zu rechtrücken muss (auch wenn gut gemeint). Ist echt schön das du einfach nur Kinder siehst :gvibes: .
Die Badewanne prahte sehr, sie hielt sich für das Mittelmeer.
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Re: Gefühlsverwirrung...oder Treibholz?

Beitragvon LillyB » 12. Jan 2010, 20:59

Das ist ja lieb Jada, Dankeschön :gvibes: freu mich. Das war immer da und durch LOA/ Abraham ist es tausendfach verstärkt worden. Weil sie meine intensiven guten Gefühle ans Licht gebracht haben und ich durch das Vertrauen zu meiner Quelle weiß, ich darf und soll ich sein. Ich sehe in einen Kinderwagen und sage: Hallo Sternenkind. Laut oder in Gedanken voller Freude. Und ob Du's glaubst oder nicht, sie wissen es. Oft bin ich sofort bin dem Kind verbunden. Kleine Kinder besitzen ja kein Ego. Da wurde im am. ABE-Forum letztens ein Bild von einem so 4jährigen gepostet, dass sich im Schaufenster selbst küsst.

Sooooo zauberhaft :vortex:

ALOHA
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Re: Gefühlsverwirrung...oder Treibholz?

Beitragvon Daisy » 20. Dez 2010, 21:26

Gerade sah ich, dass "Liebe braucht keine Ferien" morgen im TV läuft, und da fiel mir dieser Thread ein.
Es ist jetzt genau ein Jahr her, dass der Film zuletzt lief und ich zu dem Thema was ich damit verband eine Frage hatte. Eine Szene in dem Film brachte mich zum Weinen, und ich fragte mich damals, was das Weinen mir sagen sollte. Ich bekam ein paar (theoretisch) gute Antworten, die aber einfach nicht so recht paßten. Jetzt, ein Jahr später, habe ich meine Antwort: Das Weinen schien tatsächlich ein Indikator meines IBs gewesen zu sein, und es sagte mir damit, dass Amanda's Geschichte nicht meine sein soll. So sehr ich seine Kinder auch mochte und gern ein Teil ihres und seines Lebens geworden wäre - es ist nicht passiert. Und heute sehe ich das große Ganze und bin sogar froh darum, dass es nicht passiert ist. Seit dem Sommer ist Schluß, ich habe jemanden Neues kennengelernt, der seltsamerweise optisch sein jüngerer Bruder sein könnte, aber ungebunden und ohne Kinder(wunsch). Es war fast so, als hätte ich IHN genauer umrissen, upgegraded, die Ränder (Contrast) abgeschnitten. Wie ein Bildhauer, der das Ergebnis, was im Stein schon fertig enthalten ist, mehr und mehr herausmeißelt.
Neulich sah und hörte ich nach langem mal wieder von ihm (ihm vom letzten Jahr) und war fast erschrocken, wie sehr er seit dem Sommer gealtert ist, nicht nur äußerlich, sondern auch im Geiste. Er ist zwar noch immer kreativ in seiner Arbeit, doch ist jegliche Leidenschaft - auch im Privatmenschen - verschwunden und einer gewissen Trägheit gewichen. Eine Entwicklung, mit der ich inzwischen ganz sicher nicht mehr glücklich wäre. Von daher danke ich heute meiner inner guidance, dass sie mich mit den Tränen auf etwas aufmerksam gemacht hat und dem Multiversum, dass es mir etwas Besseres geschickt hat.

Merry Christmas euch allen.
Daisy
 


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