Freude am Frau-Sein .

Hier ist Raum für eigene Erfahrungen mit der Abraham-Lehre

Freude am Frau-Sein .

Beitragvon shaoli » 21. Mär 2013, 14:41

Hi , ihr Lieben ,
mir ist jetzt leider keine bessere Überschrift eingefallen .

In letzter Zeit habe ich mich ausschließlich der Beziehung zu mir selber gewidmet , darauf geachtet , mich nicht zu verurteilen , mich nicht zu schämen und bin dabei auf Gefühle gestoßen , die ich gar nie wahrgenommen habe . Aber auch auf Wünsche , die sich deutlich von meinen bisherigen Zielen unterscheiden .
Ich denke , dass ich Zeit meines Lebens eine recht therapeutische Ausstrahlung und Wirkung hatte . Ich habe mir aber auch vieles verboten oder von vornherein ausgeschlossen , in jeder Hinsicht , aber mein Mitteilungsbedürfnis
beschränkt sich auf den partnerschaftlichen Bereich oder , da ich keinen Partner habe , auf das Frau-Sein , denn eigentlich war ich nie " Frau " oder " ich " , sondern eben immer " Therapeutin " . Und ich bin mir sehr einschränkenden
Meinungen aufgewachsen , was anständig und richtig ist , oder unanständig und falsch . Beispielsweise wußte ich mit acht , neun Jahren schon , dass Frauen , die geschlitzte Röcke tragen , bescheuert sind - es ist mir einfach knallhart vermittelt worden , dass Beziehungen eine ernste , keine spielerische , leichte Sache sind , aber auch , wie eine " anständige " Frau denkt , sich benimmt und ausschaut - und , wie sie es vermeidet , verletzt zu werden . Eben , in dem sie auf geschlitzte Röcke verzichtet und damit den Eindruck , sie wäre " so eine " .

Glücklich hat mich diese Ernsthaftigkeit aber nicht gemacht und mir auch nichts erspart ... Seitdem ich meine Therapeutenrolle hingeschmissen habe , reiten mich manchmal kleine Teufel . Ich will Spaß haben , oder eher Freude , an mir , meinem Körper , dem anderen Geschlecht - ich will mich nicht mehr verstecken , nicht vor mir selber und auch nicht vor anderen . Männer finden mich ziemlich attraktiv , aber sie haben mir nie " Spaß gemacht " - beispielsweise konnte und wollte ich nie " flirten " , mußte es aber auch nicht . Meine Partner fanden es schon gut , dass ich so eine treue , ernsthafte Seele war - sonst hätte ich sie ja nicht angezogen - , aber zumindest meine Ehe hat zum Teil nicht funktioniert , weil ich
vollkommen in dieser Therapeutenrolle aufgegangen bin oder sie als sinngebend ansah .

Ich habe aber auch Angst davor , was passiert , wenn ich in meinem fortgeschrittenem Alter anfange , mich zu lieben :oops: . Beispielsweise bin ich seit Jahren nicht ins Schwimmbad gegangen , weil ich Angst hatte , dass man die Nase über mich rümpft , obwohl ich Idealgewicht und nur ein paar Hagelschäden habe . In den letzten Wochen bleibe ich immer wieder vor einem Tatoo-Studio stehen , weil ich die ausgestellten Fotos so schön finde ( " aber ich kann doch nicht ... " denke ich mir dann ) . Eigentlich fängts aber schon bei Schuhen an , dass ich mich ernsthaft frage , was andere Leute von mir denken , wenn ich statt Turnschuhen mal hohe Absätze trage , obwohl ich meine Beine viel schöner finde , wenn sie ein bißchen Absatz unter sich haben .

Irgendwie hoffe ich , dass die eine oder andere von Euch auf ihrem Weg ähnliches erlebt hat und ein bißchen berichten kann .

Liebe Grüße
shaoli
Wo der Gedanke ist, da ist der Denkende.
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Re: Freude am Frau-Sein .

Beitragvon Birdie » 21. Mär 2013, 20:12

Liebe Shaoli,
Thema Frau-Sein ist zwar nicht so mein Ding , war es noch nie. Ich empfinde mich als transgender und das war auch schon als kleines Mädchen so.

Schlimm, damals....ich war Kind in einer Zeit, wo die Rollen noch recht klar aufgeteilt waren und kleine Jungen gefragt wurden welchen Beruf sie später mal wählen wollen und kleine Mädchen wieviel Kinder sie später mal haben wollen.
Ich war meiner Zeit weit voraus :kgrhl: was aber nicht so lustig damals für mich war...

Egal...ich bin mir in dieser Beziehung treu geblieben...

Zum eigentlichen Thema.

Mut und Lust irgendwas Auffälliges zu tragen hatte ich bis vor ca einem Jahr schon längst aufgegeben.
Jeans, T-shirt, Turnschuhe....hat sich so eingeschliffen...

Mein Innenleben hat sich verändert und zwangsläufig folgt nun auch das Äußere.
Die Fragen "kann ich (noch)? Sollte ich nicht besser dezenter? Darf ich in meinem "Alter" noch?" verblassen mehr und mehr. Und diese Fragen habe ich vorher sehr ernst genommen.

Wenn meine bange Stimme zu laut wird, kontere ich: what the heck! In meinem "Alter" kann ich mir alles erlauben. Schrill, bunt oder ausgefallen...ich will nur einer Person gefallen: mir selbst!

Und es macht wirklich Spaß.
Ich bekomme allmählich eine andere Beziehung zu mir selbst.
Und was ich am Körper trage passt jetzt einfach zu meinem Inneren.
Immer noch Jeans und immer bequem, aber anders...es gibt ja nicht nur schwarz und blau...und nicht nur Latschen...

Letztes Jahr habe ich mir ein richtig fettes Tattoo stechen lassen auf den Arm...einen Mauersegler,
und das war nicht das letzte Tattoo....
Ich habe mich entschieden, alle allgemeinen Urteile und Gepflogenheiten hinter mir zu lassen,ob es Bekleidung oder Lebensstil betrifft.

und was "komisch" ist..ich habe zeit meines Lebens (vorsichtig ausgedrückt) große Schwierigkeiten was mein Verhältnis zu meinem Körper betrifft.
Aber seit einiger Zeit sieht mir im Spiegel eine Person entgegen, die ich...nun ja...."liebe" wäre arg übertrieben..."ganz in Ordnung finde"....für mich ein Riesenschritt,

LG
Birdie
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Re: Freude am Frau-Sein .

Beitragvon Klara » 21. Mär 2013, 22:36

Hey Shaoli!
schöne Thema, finde ich!
Hat mich direkt angesprochen, weil ich denke, dass ich die weibliche Energie sehr geniesse. Sehr! Aber auch das war ein Prozess, ich gehörte gerade in meiner Jugend ganz und gar nicht zu den weiblichen, attraktiven jungen Damen! Doch irgendwie hat sich im Lauf der Zeit ein Befreiungsprozess bei mir deutlich gemacht, der lange begonnen hat bevor ich Abe kennenlernte, sich durch das bewusste Auseinandersetzen mit dem Loa aber noch deutlich verstärkt hat. Ich trug lange keine Kleider, hohe Schuhe, schöne Unterwäsche etc.
Jetzt, schon seit einigen Jahren denke ich, meinen weiblichen "Stil" gefunden zu haben, aber ohne "Deckel", sprich ich merke, wenn ich wieder neuen Input benötige, was mein äusseres betrifft, bin also auch da in ständiger Veränderung, doch immer mit einem gewissen Grundstil. Ich trage nun seit längerem was mir gefällt, bin unkonventionell in meinen Klamotten und schere mich wirklich nicht im Geringsten um mein "Alter". Ich fühle mich jung, weiblich und besonders und trage das auch nach aussen, weil es mir ein Bedürfniss ist, mein Inneres Fühlen durch mein Äußeres auszudrücken. Es ist für mich wie eine Art Kommunikation. Auch wenn es viell. eingebildet klingen mag, ist es das nicht...denn ich fühle mich einfach wohl mit mir, meinen langen Haaren, meinem Schneewittchen-Look, den Kleidern, langen Röcken, kurzen Röcken, mal mehr Hippie Style, mal mehr Gothic Style, mit hohen Stiefeln, Mützen, Ketten, Ohrringen etc. und ich geniesse es ausgesprochen mir die Last irgendwelcher Konventionen und inneren Beschränkungen genommen zu haben. Dass ich das auch nach aussen ausstrahle, ohne es bezwecken zu wollen, merke ich daran, dass ich ziemlich oft angesprochen werde auf mein Äußeres, meine Weiblichkeit. Dieses Feedback kommt sowohl von Frauen als auch von Männern. Besonders gefreut hat mich letztens in einer Kneipe der Vorfall, dass mich eine Gruppe von Frauen die ganze Zeit immer wieder angesehen haben...bis sie mir die Erklärung lieferten: Du bist so eine schöne und interessante Frau, wir haben über dich gesprochen und mussten immer wieder zu dir hin sehen :lieb:
Es fühlt sich immer wieder, wenn ich mich auf neue Gebiete wage, wie ein riesiger Befreiungsschlag an, auch jetzt durch das Schreiben dieses Posts...Und mit neuen Gebieten meine ich auch solche Dinge wie Tattoos, Nasenring, Corsagen etc....Es fühlt sich für mir wunderbar lebendig und aufregend und spannend an, ein nicht endendes Kunstwerk aus mir als Frau zu machen mit einer für mich geschmackvollen Ästhetik, schon auch wohl überlegt, was zu mir passt, mit Freundinnen drüber quatschen usw. weil es mir Freude macht! :gvibes:

Übrigens, weil Du das Thema ansprichst bezüglich Schwimmen gehen usw....Irgendein Typ, der was von mir wollte, ich aber nciht von ihm, meinte mal, dass ich "verklemmt" sei. Hab ne Weile darüber nachgedacht und mich dann schnurstracks zu einem Tantra Workshop angemeldet, wo mann/Frau die ganze Zeit nackt umherhüpft...Das hat mir tatsächlich geholfen mich noch mehr "anzunehmen" als ich es damals schon tat (wir kommen ja nie an ein Ende ;-) ) und hatte dann nicht mal mehr Hemmungen, als ich aus Versehen und zufällig mal mit einer Freundin in die Therme gefahren bin und man uns mitgeteilt hat, dass heute Nacktbadetag ist. Wir haben kurz überlegt und sind dann rein gegangen: Herrlich befreiend, ich hab mich im warmen Wasser gefühlt wie Eva (die von Adam). Hach, ein schöner Prozess ist der weibliche, finde ich!!! Bin froh, dass ich mich entschieden habe, als Frau zu leben....(und manchmal macht es mir auch so Spaß, wenn ich von einem interessanten, abenteuerlichen Mann den Blick nicht mehr wenden kann, mir vorzustellen, dass ich in meiner "nächsten" Inkarnation auch als Mann auf die Welt kommen könnte und dann ganz genau wüsste, was für ein Männerkunstwerk ich aus mir machen würde :clown: Aber gut, das ist ein anderes Thema :clown: )
Lieber Gruß,
Klara

P.S.: Zum Thema, was andere von einem denken, dass Du ansprichst, shaoli, fällt mir noch ein, dass ich lustigerweise gerade gestern von einer schon älteren Dame gehört habe, dass sie mich anfangs als eine Herausforderung ansah, weil ich so anders bin, als sie es war in meinem Alter: unkonventionell, locker, fröhlich, selbstsicher....Und sie die Dinge, die ich trage, niemals getragen hätte-...aber dass sie eine gewissen Faszination verspürt...Und DAS höre ich öfter...ich will damit einfach sagen, dass es sich für mein Empfinden wirklich einfach nur lohnt, auf mich selbst zu hören und auf die Meinung der anderen nicht viel zu geben (weil sie ihre eigenen Erfahrungen, Glaubenssätze, Geschmäcker haben), dass ich in einer gewissen Art auffalle und manche über mich nachdenken, mir das auch sagen, doch es ist IMMER Respekt dabei, immer mit einer gewissen Bewunderung! Niemals abwertend! Ich finde, es lohnt sich, Shaoli ;-)
Klara
 
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Re: Freude am Frau-Sein .

Beitragvon Beautiful Mind » 22. Mär 2013, 00:01

Hallo Shaoli,

meine Erfahrungen zu dem Thema sind die, dass ich als Mädchen in der Schule eher still und unauffällig war. Außerdem war ich ein körperlicher Spätentwickler. Als meine Mitschülerinnen in der 9./10. Klasse schon voll entwickelte Frauenkörper hatten, sah ich noch aus wie ein Kind. Ich bin noch gewachsen bis ich 18 war. Natürlich hat sich auch nie ein Junge für mich interessiert. Ich war schüchtern, wurde ständig rot und hatte immer das Gefühl, nicht dazu zu gehören.

Das hat sich dann einfach nach der Schule geändert. Ich habe eine Berufsausbildung gemacht (war jetzt in der Welt der Erwachsenen), die Natur hatte mir plötzlich einen Lockenschopf beschert, ich habe mir die Haare lang wachsen lassen, habe gelernt, mich zu schminken und angefangen mich für Mode, Taschen und Schuhe zu interessieren. :gvibes: Das volle Frauen-Programm. Ich glaube, meine Ausbildung mit den vielen älteren Kolleginnen hat mich, neben dem Lernprogramm für einen guten Abschluss, ein gutes Stück ins glückliche Frau-Sein gebracht. Und so ging es dann immer weiter.

Die Spätentwicklung hat mir nicht geschadet, eigentlich bin sehr dankbar dafür. Heute fühle ich mich pudelwohl in meinem Körper, obwohl der auch nicht mehr der jüngste ist. Ich liebe es, eine Frau zu sein. Ich liebe es, in Wäschegschäften einkaufen zu gehen. Ich liebe es, mit 10 cm Absätzen rumzulaufen. Ich liebe es, Accessoires passend zur Garderobe auszuwählen. Ich liebe es, bei ganz speziellen Anlässen auch mal Galakleidung tragen zu dürfen. Ich liebe es, stundenlang mit der besten Freundin zu telefonieren. Ich liebe es, dass ich als Frau ab und zu meinen Mann "reparieren muss" :clown: . Und ich liebe es, dass mein Mann mir immer noch Komplimente macht und ich für ihn die schönste Frau bin. Ich liebe die Erotik und wie ich sie als Frau erlebe und genieße.

Ich finde, wir Frauen sind alle Göttinnen!

:vortex:

Dies ist meine Hommage ans Frau-sein.

Herzliche Grüße

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Re: Freude am Frau-Sein .

Beitragvon ZaWo » 22. Mär 2013, 10:08

Hallo shaoli,

du musst dich ja nicht gleich in einen Vamp verwandeln. Der Schritt wäre vermutlich zu heftig auf einmal und da regt sich dann der Widerstand.

Ich würde mal mit einer Prise Glitzer anfangen und einem Mini-Tatoo. Dann kannst du befühlen, wie es dir gefällt. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, es fühlt sich gut an, sodass ich mir heute, wenn irgendmöglich, die kleine Portion Glitzer und sei es nur in Form eines teuren Rouge von Dior, bewusst gönne.

Fühlst du dich damit super, kannst du weiter entwickeln. Ich glaube auch generell, dass es gut tut, kleine Dinge zu tun, die man vorher nie getan hat. Auch wenn es dann nichts war, fühle ich mich trotzdem meist lebendiger als vorher.

Liebe Grüße
ZaWo
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Re: Freude am Frau-Sein .

Beitragvon Salome » 22. Mär 2013, 13:36

Liebe Shaoli,

das ist ein überaus interessantes Thema, Danke fürs anstoßen.

Mein Bruder wollte mal von mir wissen, was es ausmacht weiblich zu sein, das kann ich bis heute nicht wirklich beantworten, da ich glaube, dass es für jede Frau etwas anderes bedeutet. Weiblichkeit ausschließlich an der Fähigkeit Kinder zu bekommen festzumachen, ist mir eindeutig zu wenig.

In jungen Jahren wurde ich gelegentlich für einen Jungen gehalten, ich war lang, schlaksig, kurzhaarig und „ein Brett mit Linsen“. Selbst als junge Mutter wurde ich, mit meinem Sohn auf dem Arm, für den Vater gehalten.

Ich habe ja keine Ahnung wie meine Entwicklung gelaufen wäre, ohne genau den Hintergrund, der so war, wie er war. Ob ich meine Weiblichkeit leichter hätte annehmen können und meine Sexualität hätte freier leben können, Fragen nichts als Fragen, die letztendlich müßig sind, weil ihre Antworten für immer im Bereich der Spekulation bleiben werden.

Ich denke, ich habe das Beste daraus gemacht. Schminken ist bis heute nicht so mein Ding, wenn ich mich mal so richtig fein mache, dann gehört es irgendwie schon dazu, jedoch eher minimal, Puder und Lippenstift ist genug, vielleicht noch ein bisschen Rouge und ein Hauch Parfüm.

Die Konventionen meiner Kindertage waren in punkto Sexualität schon ganz schön herb, als Kind sollte ich etwas beichten von dem ich nicht mal wusste was es war, unkeusche Gedanken … und Frauen die sich schminkten, na von denen wurde hinter vorgehaltener Hand gesprochen, die waren ja soooo unanständig.
Im Grunde war Sexualität nur erlaubt um Kinder zu bekommen, doch als „anständige“ Frau hatte ich bitte keinen Spaß daran zu haben … Männer brauchen das … was unweigerlich zu Konflikten führte.

Manchmal fraß der Neid an mir, wenn ich auf Festivitäten die kleinen, zierlichen Frauen sah, die scheinbar alles tragen konnten, was für mich nicht zu haben zu sein schien und die dabei etwas „zur Schau stellten“, sie zeigten etwas, das ich mit meiner inneren Einstellung niemals hätte zeigen können.

Nach meiner Scheidung befasste ich mich intensiv mit dem Thema Sexualität und meinte, meinen sportlich bis eleganten Kleidungsstil umstellen zu müssen. Etwas Verspieltes, Feminines musste her, und wenn es auch nur eine Bluse mit Rüschenkragen war, die ich einmal anzog, um dann festzustellen, es liegt wohl nicht an der Kleidung. :nachdenk:

Ich gelangte, langsam aber sicher, zu der Einsicht, dass Sexualität ein ganz natürliches Bedürfnis sei, dass auch gelebt werden möchte, was ich eine Weile auch tat, oh, ich erinnere mich gerne daran.

Einer der Vorzüge der steigenden Jahreszahl ist, mir meiner selbst immer sicherer geworden zu sein. Ich ziehe an was mir gefällt, nach wie vor salopp, lässig und bequem und bei Gelegenheit, auch elegant, doch ich verstecke mich nicht mehr hinter Kleidung. :P

Ich merke, dass bei der Äußerung von B M, in mir leichter Widerstand aufsteigt, nein als Göttin fühle ich mich nicht wirklich, da bin ich eher bei LB, ich bin wie ich bin und es ist gut. Ja, ich möchte sagen, ich bin bei mir angekommen.

Liebe Grüße
Salome :lieb:

PS. Da ich in einer der Karnevalshochburgen lebe, ist es legitim mich zu verkleiden was ich auch mit Wonne tat. Ich hatte immer eine diebische Freude daran, zu erleben wie andere sich den Kopf darüber zerbrachen, ob ich jetzt eine Frau oder ein Mann sei, :teuflischgut: wobei ich sagen muss, dass diese Irritation nie beabsichtigt war. Ich bin nun mal 1,81 und das hat wohl des Öfteren dazu beigetragen.
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Re: Freude am Frau-Sein .

Beitragvon Birdie » 23. Mär 2013, 08:41

Ihr Lieben,
ich muss noch mal was dazu piepsen:

Ich habe immer mal wieder gelesen und gehört "stehe zu deinem Frausein" oder "endlich fühle ich mich als Frau", "ich habe meine Weiblichkeit entdeckt" usw.

Ich kriege da jedesmal n fettes Fragezeichen im Kopf und bin verunsichert, ob mir in meinem Leben "als Frau" irgendwas entgeht? Habe ich da was verpasst?

Wie ich schon schrieb, identifiziere ich mich nicht mit meinem körperliches Geschlecht - das war noch nie so.
Ich sage immer: wenn ich die Augen schließe und sagen müsste welches Geschlecht ich habe - ich wüsste es nicht!

Andere sind sich so sicher :nachdenk:

Al kind wurde ich auch öfters für einen Jungen gehalten, auch als Jugendliche noch. Selbst meine Gesichtszüge hätten auch einem pupertierendem jungen Mann gehören können.
Das hat sich später geändert, ich sehe auch körperlich fraulich aus, aber eher der spörtliche Typ.

Ich habe schon als Kind gewusst, dass ich nie Kinder haben will - aus mangelndem Interesse am Muttersein.
Das hat sich auch nie geändert - ich bin niemals enttäuscht oder taurig gewesen, dass mir die Mutterschaft entgangen ist.
Schlicht gesagt: Frau sein hat in meinem Leben überhaupt keine Rolle gespielt. Auch Sexualität hat nur eine kleine Nebenrolle gespielt, nicht mal ne Sprechrolle)
Ich habe nicht darunter gelitten.
Ich selbst fühle mich wohl so.

Aber manchmal stutze ich doch und frage mich, ist da was falsch in mir?
Habe ich was versäumt, was ich hätte leben müssen?

Wie sehen Abraham das eigentlich?
Wie seht ihr das?
Bin ich ein Unikum? Eine Skurilität?

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Re: Freude am Frau-Sein .

Beitragvon Yvonne » 23. Mär 2013, 09:02

Birdie hat geschrieben:Wie seht ihr das?
Bin ich ein Unikum? Eine Skurilität?


Hallo Birdie,

das aktuelle "kurze Zitat" passt klasse zu deiner Frage.

Ich konnte mit dem Gedanken an Mutterschaft übrigens auch nie etwas anfangen. Ich vermute auch, dass gehört zu den ganz wenigen Dingen, die wir festlegen bevor wir uns ins Physische begeben.

Du bist genau richtig so wie du bist, außer DU SELSBT wärst gern anders. Sei wie du sein willst, und du bist richtig :ros:

Grüße,
Yvonne


Toller Thread!! :danke:
Hast Du endlich genug? Willst du eine Antwort auf alle deine Fragen? Oder willst du nur Dampf ablassen?
Was interessiert mich das Problem, wenn sich die Lösung toll anfühlt. IT'S EASY!
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Re: Freude am Frau-Sein .

Beitragvon lawofattraction » 23. Mär 2013, 09:21




Hallo Birdie,

Birdie hat geschrieben:Wie sehen Abraham das eigentlich?


Die spezielle Identifizierung mit dem einen oder anderen Geschlecht ist vom Standpunkt der Energie aus unwichtig. Anders ausgedrückt: Wir sehen von allem Physischen die Energie und stellen fest, dass die Energie dessen, was Ihr männlich und weiblich nennt, in jeder Hinsicht die gleiche ist.

Und: Nichts ist wichtiger, als dass Ihr euch wohl fühlt.

Abraham betonen immer wieder, dass es die Vielfalt ist, die unser Leben reich und interessant macht. Darunter fällt auch die Art und Weise, wie wir unser Leben leben, wie wir bestimmte Rollen übernehmen oder dagegen rebellieren oder sie reformieren oder neu interpretieren. Alles Ausdehnung - persönlich und im Sinne des Grossen Ganzen.

Birdie hat geschrieben:Aber manchmal stutze ich doch und frage mich, ist da was falsch in mir?


Wer sollte Für Dich bestimmen was falsch oder richtig ist? Gibt es denn überhaupt ein richtig oder falsch? Wer sollte das als Richtlinien etablieren, wenn nicht einmal die Quelle das tut? Nur eine Gesellschaft, die aus Angst solche Vorgaben macht, wird auch auf deren Einhaltung pochen. Wer sollte für einen anderen Menschen sagen können, was richtig oder falsch ist? Wer weiss um die Absichten bei Antritt oder das, was ein anderer in seinen Vortex gelegt hat?

Das Wichtigste ist immer, dass Du Dich mit Dir wohl fühlst. Du lebst nicht, um anderen ihre Vorstellungen zu bestätigen. Du lebst nicht, um andere zufrieden zu stellen oder gar glücklich zu machen. Du lebst nicht, um nach der Musik der anderen Menschen zu tanzen. Du lebst mit Deinem Lebensmodell und um genau damit frei und glücklich zu sein.

Sicher ist es nicht einfach, aus gefestigten Rollenmodellen auszubrechen und für sich einen Lebensstil zu wählen, der nicht Mainstream ist und nicht in das Konzept der Gesellschaft oder der Familie oder anderer Gruppen passt. Aber genau das sind die "Eifrigen", wie Abraham uns oft nennen, die beschlossen haben, mit einer solchen Absicht zu leben und nicht zuletzt dadurch die Umwelt Toleranz zu lehren und eine Öffnung ihrer festgefahrenen Ansichten und Grosszügigkeit und Entwicklung im Denken zu ermöglichen.

Vor ca. 50 Jahren gab es noch einen Paragraphen 175, der Homosexualität mit Gefängnis bestraft hat. :shock: (Ich habe gerade bei Wiki nachgeschaut, das war noch viel später, als der § ersatzlos gestrichen wurde.) Seither haben viele mutige Menschen sich zu ihrer sexuellen Ausrichtung bekannt und das Terrain für immer mehr andere bereitet, um in ihrem Leben ihre sexuelle Orientierung in Freiheit und vor allem ohne Stigma leben zu können. Ohne diese Vorreiter - leading edge - bewegt sich nichts und es findet keine Veränderung statt.

Und, als ob ich es gewusst hätte - schau mal die kurzen Zitate an, bei dem ich Minuten bevor ich hier las, einen kleinen Ausschnitt aus dem Workshop in Orlando Anfang des Monats eingestellt habe. Nicht das ist wichtig, was andere über Dich und Dein Leben denken, sondern was Du darüber denkst und machst. Sowie Du versuchst, nach den Vorstellungen anderer zu leben, hast Du auch schon den festen Grund verloren. Sowie Du versuchst, heraus zu bekommen, was in den Köpfen anderer vor sich geht und dem Wichtigkeit zuschreibst, gibst Du die Macht über Dein Leben an andere ab. Darüber lohnt es sich, ausführlich nachzudenken.

Du bist gut so, wie Du bist.

Lieben Gruss
Loa



*Resistance means feeling Singular instead of Plural* Abraham


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Re: Freude am Frau-Sein .

Beitragvon Birdie » 23. Mär 2013, 10:02

Vielen Dank, Yvonne und Loa :ros:

ich hab das kurzzitat gelesen eben....ich freue mich immer wieder, zu lesen, dass ich (jeder für sich) ausschließlich die einzigste bestimmende Instanz ist.
(kann ich nicht oft genug lesen, ich vergess es mitunter )
Es fühlt sich immer wieder wunderbar an für mich....ich bin richtig wie ich bin....meine Vorstellungen und Wünsche oder meine Art zu leben (mit wilden herumfiegenden Vögeln unter einem Dach und als "Mutter" und Pflegerin der Vogelwelt) und auch sonst mit meinem nicht eben alltäglichen Lebensstil....muss nicht geändert oder angepasst werden an die Vorstellungen anderer.
Wenn ich einen ausgefallenen Wunsch habe mein Leben betreffend, dann ist das richtig - und ich muss nicht eruieren, ob dieser Wunsch von anderen als absurd oder spinnert oder sonstwas gehalten wird....
Ach schöööön.....seufz...

Ich wünsche allen einen schönen Samstag,

Birdie
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Re: Freude am Frau-Sein .

Beitragvon zimtstern » 23. Mär 2013, 23:02

Birdie hat geschrieben:Wie ich schon schrieb, identifiziere ich mich nicht mit meinem körperliches Geschlecht - das war noch nie so.
Ich sage immer: wenn ich die Augen schließe und sagen müsste welches Geschlecht ich habe - ich wüsste es nicht!

Andere sind sich so sicher :nachdenk:



Mir ging es auch schon immer so, ich habe mich immer gefragt wie andere "ihr Geschlecht" innerlich spüren.
Ich wüßte es auch nicht und vermute sogar, ich würde eher darauf tippen dass ich ein Mann bin, warum weiß ich aber auch nicht (also woran ich das festmachen würde).

Auch bilde ich mir ein dass es mir nichts ausmachen würde, wenn ich "plötzlich" ein Mann wäre, - es würde sich ganz normal anfühlen.

Aber ich hatte schon als Kind viel Spass am verkleiden, kostümieren, maskieren, frisieren etc. und das hat sich später auf Mode und "Styling" übertragen,
mir Outfits und die dazu passenden Accessoires auszusuchen, mir die Haare zu frisieren etc. macht mir einfach viel Spass. Und wenn ich so überlege welches "Styling" (um nicht zu sagen Kostümierung :clown: ) mir am besten gefällt, dann sind das tendenziell eher die weiblicheren, verspielten.
Aber ich habe auch eine andere, eher praktische Seite und mir würde es schwer fallen wenn ich mich zB. für den Beruf jeden Tag aufwendig zurecht machen müßte.

Eine Frage die mich in letzter Zeit viel beschäftigt ist, - wie gut kann man eigentlich andere Menschen mit ihren Eigenarten akzeptieren (und vielleicht sogar wertschätzen?).
Ich habe das Gefühl, umso besser man darin ist das anders-sein anderer zuzulassen, umso freier wird man selbst.

Als ich letztens mit einer Freundin darüber sprach, meinte sie "also ich bin da tolerant, ich mag es wenn Leute ihren eigenen Weg gehen, ein wenig aus der Reihe fallen!" - aber ich kenne niemanden der so viel lästert und so viele Vorurteile (und Schubladen) hat wie sie :lol:
Die eine ist für sie gleich ein "verklemmtes Mauerblümchen", die andere "eine oberflächliche Tussi", die nächste ganz sicher eine "Kampf-Lesbe" :mrgreen: Aber... immerhin ist sie tolerant Menschen gegenüber die so sind wie sie :pfeif:

Aber ich habe auch so meine Vorurteile, und das ist wahrscheinlich ganz normal, ich vermute eher man kann erreichen diesen "vor-schnellen-Urteilen" weniger Bedeutung beizumessen, vielleicht auch, indem einen dieses einteilen/zuordnen immer weniger wichtig wird. (In dem Sinne, dass es für einen selbst, und sein Verhalten/wie man sich fühlt, keine bedeutende Rolle mehr spielt, weil man sich weniger an anderen orientiert).

LG Zimtstern
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Re: Freude am Frau-Sein .

Beitragvon Beautiful Mind » 24. Mär 2013, 01:45

Hallo Birdie (was für ein schöner neuer Name :gvibes: ),

Birdie hat geschrieben:Ich habe schon als Kind gewusst, dass ich nie Kinder haben will - aus mangelndem Interesse am Muttersein.
Das hat sich auch nie geändert - ich bin niemals enttäuscht oder taurig gewesen, dass mir die Mutterschaft entgangen ist.
Schlicht gesagt: Frau sein hat in meinem Leben überhaupt keine Rolle gespielt. Auch Sexualität hat nur eine kleine Nebenrolle gespielt, nicht mal ne Sprechrolle)
Ich habe nicht darunter gelitten.
Ich selbst fühle mich wohl so.


Ein Mensch, der sich mit seiner Rolle als Mensch so sicher ist und sich so wohl fühlt lebt doch 100% Abraham-like. :genau: Was gibt es schöneres als sagen zu können: ich fühle mich wohl so wie ich bin und wie ich lebe.

Die Vorstellungen von Frau-sein, Mann-sein, Mensch-sein sind milliardenfach unterschiedlich auf dieser Welt und allein die verschiedenen Beiträge hier im Thread über das verschiedene Erleben von Frau-sein finde ich höchst interessant. Raus aus dem Einheitsbrei, auf zum Wohlfühlen so wie es jeder mag!

zimtstern hat geschrieben:Birdie hat geschrieben:
Wie ich schon schrieb, identifiziere ich mich nicht mit meinem körperliches Geschlecht - das war noch nie so.
Ich sage immer: wenn ich die Augen schließe und sagen müsste welches Geschlecht ich habe - ich wüsste es nicht!

Andere sind sich so sicher


Mir ging es auch schon immer so, ich habe mich immer gefragt wie andere "ihr Geschlecht" innerlich spüren.
Ich wüßte es auch nicht und vermute sogar, ich würde eher darauf tippen dass ich ein Mann bin, warum weiß ich aber auch nicht (also woran ich das festmachen würde).


Das ist ja interessant. Ich könnte mir gar nichts anderes vorstellen als eine Frau zu sein. Ich dachte bisher immer, dass jeder Mensch das für sich genau weiß. Ich meine, auch ein Mensch der mit dem falschen Körper geboren wurde weiß ja recht früh genau, dass er eigentlich ein anderes Geschlecht hat. Mir war nie bewusst, dass es Menschen gibt, die beides in sich spüren.

Bei mir ist das einfach ein ganz sicheres, zweifelsfreies Gefühl der Identität als Frau. Wahrscheinlich bin ich da recht einfach gestrickt. Wenn ich mir vorstelle, ich würde im nächsten Leben als Mann geboren werden dann schaudert es mich. In dem Fall wäre ich ein Mensch im falschen Körper.

Ein spannendes Thema.

Liebe Grüße

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Beitragvon Maria » 24. Mär 2013, 11:04

Hallo Ihr Lieben,

ja, da kann ich zustimmen: Die Welt ist bunt und ich kann noch weitere "Farbschattirungen" ins weibliche Erleben einfügen.

Wenn ich die Augen schließe geht es mir wie Birdie: Ich wüsste nicht was ich bin.

Ich hatte allerdings schon als 10 Jährige einen Busen (ich war ein dickes Kind) und sah sehr weiblich aus. Als Kind habe ich lieber mit Jungs gespielt und mich auch wie einer gefühlt. Die Enttäuschung als ich eingeschult war und bei den "Mädchen" sitzen musste war groß. Erst da habe ich die "schreckliche" Wahrheit begriffen.

Es hat aber nur ein paar Jahre gedauert und ich war ganz zufrieden damit. Schon früh hat es mich nämlich zu Jungs hin gezogen und sexuelle Gefühle waren früh und heftig da, allerdings auch ein ausgeprägtes Schamgefühl, Schüchternheit und schnell war mir alles peinlich.

Heute genieße ich es eine Frau zu sein. Ich schminke mich täglich dezent und betone gerne meine großen Augen. Und fühle mich frei meine Karriere hinten an zu stellen, mich vielen Hobby`s zu widmen und dennoch keine Kinder zu bekommen. Das Ding mit der "Familiengründung" und das Kinder in die Welt setzen war nie mein "Ding", genau so wenig wie das "Karriereding".

Leider hat es mit der Entdeckungsreise in erotische Gebiete (mangels dem richtigen Partner) bis jetzt noch nicht so richtig geklappt, aber ich stelle fest, dass ich mit meinen sich stetig vertiefenden Gefühlen und der Abrahamlehre wohl das bekommen habe, was ich eigentlich wollte - nämlich tiefe und erfüllende Gefühle. Ich hatte das wohl mit einer erfüllenden Sexualität verwechselt - obwohl das als "Zugabe" nun auch nicht schlecht wäre, aber nun ist es nicht mehr dringend erforderlich.

Meine "Liebsten" hatten leider auch immer mehr oder weniger "Angst" vor ihrer Sexualität und haben sich überfordert gefühlt von meinem "männlichen Verhalten" beim Sex. Ich habe es im Laufe der Zeit allerdings genossen (wenn ich mal in einer Beziehung war und der andere auch Sex wollte) das ich von beiden Geschlechtern, was den Sex anbelangte, das "Beste" mit bekommen habe: Die Fähigkeit zu multiplen Orgasmen, die überbordende Lust, die Fähigkeit endlos weiter machen zu können... und zu allem Guten dazu, habe ich danach immer eine Energie, dass ich Bäume ausreisen könnte.

Viele "Zufälle" haben dazu geführt, dass ich vor zwei Jahren an fing einen Roman zu schreiben, in dem es nur um schwule Männer geht. Meine Hauptdarsteller befassen sich mit dem Thema "Zu-sich-selbst-stehen, Liebe und Partnerschaft in einer Mann - Mann-Beziehung, also ohne die vorgefertigte Rollenverteilung unserer Gesellschaft. - Es war wie Urlaub von Frausein für mich und hat mir großen Spaß gemacht. Natürlich ist das ganze eine Komödie, die wahrscheinlich wenig mit der Realität irgend eines Schwulen zu tun hat, aber wer weiss, das Leben ist bunt. Ich habe es total genossen all das was ich an Männern Sexy finde mit ein zu arbeiten und meiner Lust am Mann mal so richtig freien Lauf zu lassen...

Das Leben ist "herrlich" und ich bin gespannt was demnächst kommt.


Herzliche Grüße

Maria
Maria
 

Re: Freude am Frau-Sein .

Beitragvon shaoli » 24. Mär 2013, 19:46

Was für schöne Antworten , ich weiß gar nicht , was ich zuerst zitieren soll , daher antworte ich einfach so .
Macht aus meiner eilig hingeschriebenen Überschrift " Freude am Ich-sein " , das paßt sowieso viel besser . Ich identifiziere mich zwar völlig mit dem Frau-Sein , halte es aber absolut für möglich , dass dies nicht der Sicht meines Innerem Wesens entspricht . Ich lese gerade mal wieder in " Ein Neuer Anfang " , wo Abraham ja recht ausführlich darauf eingehen , dass wir ewig sind . In diesem immerwährendem Sein werden wir sicher , in der " Vergangenheit " andersgeschlechtliche Erfahrungen gewählt haben und das Wissen um diese Erfahrungen müßte dann ja zur Weisheit unseres nichtmateriellem Ichs gehören .

Den Startschuß hat vor Jahren mein Ex-Mann gegeben , als er kurz , nachdem ich mich von ihm getrennt hatte , mit anderen Frauen ins Bett ging . Es war eine emotionale Abrißbirne , dass er den Nerv hatte , mit einer anderen Frau irgendeine Erfüllung zu finden , anstatt um mich zu kämpfen . Irgendwie war mir klar , dass mich das so umhaut , weil mein Leben insgesamt nicht erfüllt war . Wenig Freude , wenig Leichtigkeit und bis auf die zu den Kindern , auch wenig Liebe . Es hat aber noch lange gedauert , bis ich mich selber lieben wollte , anstatt von anderen geliebt werden zu wollen .

In der Pubertät kam es bei mir immer wieder zu sexuellen Übergriffen durch viel ältere Männer , die behaupteten , dass ich sie einfach verrückt mache . In den Folgefällen ist nichts schlimmes passiert , außer , dass ich mir eine neue Wohnung oder einen neuen Job suchen mußte , sie waren eher komisch . Ich hatte mal einen Vermieter , weit über 70 , der mir an die Wäsche wollte . Aber der erste hat damit gedroht , was passiert , wenn ... Was ich gut kann , was mir Spaß macht , was ich werden will , dafür hatte ich keinen Gedanken übrig , ich war immer damit beschäftigt , mich so anzupassen , dass nichts schlimmeres passierte . Später hatte ich eine Phase , in der ich mich nur machtvoll fühlte , wenn ich einen Mann verrückt machen und ihn zappeln lassen konnte . Ich brauchte immer und bei jedem Menschen und in jeder Situation eine ausreichende körperliche Distanz , körperliche Nähe war mir ein Graus .
Und noch später habe ich mich von diesen Spielchen distanziert und mich so verhalten , wie es sich für eine gute Mutter und Ehefrau gehört .

Zwar hänge ich noch ein bißchen in der Frage fest , warum ich überhaupt nur einen Menschen - und Mann - kennengelernt habe , dessen körperliche Nähe mir angenehm ist , aber in letzter Zeit habe ich festgestellt , dass ich gar nicht mehr darüber nachdenken muß , wie ich mich fühle , sondern mich ganz einfach besser fühle . Die Schwere , die zu meinem Lebensgefühl gehört hat , ist weg . Ich bin zwar manchmal rappelig und erst neulich hatte ich vor Wut Schaum vor dem Mund , aber das zwanghafte Bedürfnis , mich dem , der mich wütend macht , mitzuteilen , auf das er sein Verhalten einsehen möge , ist einfach weg und damit auch ein großes Stück Bedürftigkeit .

Die meisten Alltagsdinge tue ich , weil sie mir Freude machen - oder so , wie sie mir Freude machen . Der ganze große Rest wird folgen ... Gespräche mit Freundinnen waren früher manchmal deprimierend , in letzter Zeit vielleicht teilweise etwas schwarzhumorig , aber wir ziehen uns hoch anstatt runter . Ich brauche das erste Mal im Leben keinen Partner oder ein Familienmitglied , mit dem ich etwas ausagieren kann - weil es aus meiner Sicht nichts ( mehr ) auszuagieren gibt , außer eben mit mir selber . Dinge , die in der Vergangenheit pasiert sind , anzunehmen , ist eine Sache - sie sich zu verzeihen , noch eine andere , denn ich habe mich immer dafür verurteilt und geschämt , nicht mehr aus meinem Leben , meinen Fähigkeiten gemacht zu haben , aber auch hier bin ich einen großen Schritt weiter .

Ich bin begeistert von mir , weil ich es tatsächlich geschafft habe , dass mein Leben sich überwiegend gut , nicht schwer und voller beweglicher Teile , die ich nicht kontrollieren kann , anfühlt und ich mir die Freiheit , so zu sein , wie es sich für mich richtig anfühlt , schon einmal grundsätzlich zugestehen kann . Ich muß halt herausfinden , was das ist , daher habe ich eure Beiträge mit Begeisterung gelesen . Es gibt mir ein tolles Gefühl , zu lesen , dass nichts " falsch " sein kann , aber eben auch nichts " gleich " . Vor allem letzteres hat mich noch einmal sehr bestärkt , mich inspirieren zu lassen , mich aber nicht zu vergleichen und keine Angst zu haben , etwas zu verpassen . Ich danke euch sehr :ros:

Lieben Gruß ,
shaoli
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Re: Freude am Frau-Sein .

Beitragvon lawofattraction » 25. Mär 2013, 07:47




Moin Ihr Lieben,

zimtstern hat geschrieben:Eine Frage die mich in letzter Zeit viel beschäftigt ist, - wie gut kann man eigentlich andere Menschen mit ihren Eigenarten akzeptieren (und vielleicht sogar wertschätzen?).
Ich habe das Gefühl, umso besser man darin ist das anders-sein anderer zuzulassen, umso freier wird man selbst.


das ist sicher ein Punkt, dass wir umso freier werden, je mehr wir anderen sein lassen, wie sie sind. Nicht umsonst weisen Abraham immer wieder auf die Wichtigkeit hin, unsere eigene Wertigkeit zu erkennen und uns zu akzeptieren und unser Leben in und mit diesem Wissen zu leben. Ich denke, wer sich selbst wertschätzt und liebt und wer nicht zuletzt zufrieden ist mit seinem eigenen Lebensmodell, kann andere so sein lassen, wie sie sind.

Denn letztendlich ist das Nicht-Schätzen, das Herabsetzen der anderen Menschen ein hilfloser - und ergebnisloser - Versuch, sich selbst dadurch aufzuwerten. So aber gelingt das nicht, weder dadurch, dass wir Vergleiche zwischen anderen und uns anstellen noch dadurch, dass wir sie klein machen.

Das Interessante dabei ist, dass das Herabwerten, weil es meist hinter dem Rücken der anderen geschieht, sie gar nicht direkt berührt, wohl aber denjenigen, der andere herabwertet. Der wird dann mit einem schlechten Gefühl "belohnt", von dem dann wiederum angenommen wird, dass die anderen dieses Gefühl durch ihr So-Sein provozieren. Weit gefehlt ...

Lieben Gruss
Loa



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