Frage zu "kreativem Schaffen"

Hier ist Raum für eigene Erfahrungen mit der Abraham-Lehre

Frage zu "kreativem Schaffen"

Beitragvon zimtstern » 16. Mär 2013, 22:59

Hallo ihr Lieben,

mir fiel kein besserer Titel ein, - es geht um kreatives Arbeiten, in meiner Frage speziell um kreatives Werken/Basteln/Handarbeit.
Ich war schon immer gerne kreativ und habe ständig neue Einfälle, aber fast nie kommt es zu einem "Endergebnis".
Bei allem was ich begonnen habe hörte ich irgendwann (egal ob am Anfang, in der Hälfte oder kurz vor der Fertigstellung) einfach auf.

Vor kurzem hatte ich die Idee einen Schal zu weben, ich baute mir einen kleinen Webrahmen, suchte passende Garne und Stoffe, in tollen Farben die gut zusammen passten... ich wußte dass es wunderschön wird :gvibes: und während ich die ersten Reihen webte kamen mir noch bessere Ideen, - das erste Teilstück wurde richtig gut, und vor meinem inneren Auge vervollständigte sich der ganze Schal, ich sah ihn bereits in allen Details und war tierisch stolz darauf... - Aber meint ihr ich habe den Schal dann weiter gewebt? :| Nachdem ich ihn schon fertig vor meinem inneren Auge gesehen habe und eine Weile in der Begeisterung über den Schal und mein Können schwelgte, war irgendwie die Luft raus... der Rest kam mir jetzt vor wie Fleißarbeit, - als müßte ich eine Malvorlage ausmalen oder einen Text abschreiben...

Und Fleißarbeit war noch nie mein Ding...

Soll ich einfach akzeptieren, dass das bei mir so ist und den kreativen Prozess, so lange ich noch im "Flow" bin genießen und auf ein "materielles Endergebnis" verzichten?
Das wichtigste ist ja dieser kreative Prozess, und die Freude daran, egal ob es im Kopf oder beim praktischen Tun geschieht...
Und wer bestimmt wann etwas fertig ist?

Aber trotzdem, es fühlt sich für mich irgendwie nicht gut an... Ja, ich gebe zu, ich hätte gerne einen fertig gewebten Schal. :lol:

Als ich kürzlich mit einer Freundin darüber sprach meinte sie, dass es ihr auch öfters so gegangen ist, und irgendwann hörte sie plötzlich ihre innere Stimme sagen "Mach es doch einfach", und da war bei ihr der Konten geplatzt, der Widerstand löste sich auf und sie machte es einfach...

Ich nehme auch an dass dies die Lösung ist, - aber wie komme ich dahin, zu dem "einfach machen"?

Macht es Sinn genauer zu definieren was das für Gedanken sind, die bei mir zu diesem Widerstand führen?

Am liebsten würde ich den Webrahmen samt unfertigen Schal in die Mülltonne werfen, einfach damit ich das Thema los bin... aber ich stoße ja immer wieder auf die selbe Problematik...


Ich stehe da momentan irgendwie auf dem Schlauch... habt ihr vielleicht eine Idee dazu?


Lieben Dank und Gruß,

Zimtstern :lieb:

PS, ich habe ja irgendwie das Gefühl, würde ich mit Abraham darüber sprechen, würden sie wahrscheinlich sagen "mach es einfach, werf es in die Tonne" :teuflischgut:
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Re: Frage zu "kreativem Schaffen"

Beitragvon zimtstern » 17. Mär 2013, 02:45

Mir ist aufgefallen dass es einen entscheidenden Unterschied zwischen der Phase in der ich etwas mit Leidenschaft tue und keine Mühe scheue (es sich gar nicht mühevoll anfühlt) und der Phase in der "die Luft raus ist", ich diesen Widerstand spüre und nicht mehr weitermachen will, gibt.

In der ersten Phase bin ich ganz im Jetzt (zeitlos), während ich in der "Widerstands-Phase" nur noch an das Endergebnis und den Weg dorthin denke, und natürlich kommen mir dann auch die ganzen (gewohnten) Gedanken in den Sinn wie "du bringst doch nie etwas zu Ende" etc.

Wobei der springende Punkt wahrscheinlich nicht der Gedanke an das Endergebnis (die Freude bei der Vorstellung dass man das fertige schöne Stück in der Hand hält) ist, sondern dass ich viel mehr zu sehr an den Weg dorthin denke.

Abraham sagen ja immer man soll nicht nach dem Weg fragen, es reicht wenn man weiß wohin man will... (bzw. sinngemäß habe ich sie so verstanden). Bzw. man muss den Weg (und das "wie") nicht kennen.

In der ersten Phase habe ich inspiriert aus Freude und Leichtigkeit heraus gehandelt.

Aber irgendwann weicht die Freude bei dem Gedanken an den "Wunsch" den alten gewohnten Sorgen, dass der Wunsch vielleicht nicht in Erfüllung gehen wird, und schon ist man nicht mehr im Fluss, steht der "automatischen" Wunschrealisierung im Weg.

Das selbe Spiel wie immer, so zu sagen :lol:


Also zwei Sachen sind wahrscheinlich wichtig, zum einen die (falsche) Überzeugung, dass ich noch nie etwas fertigestellt habe und es auch niemals tuen werde, aber auch es zukünftig schneller zu merken wenn ich dabei bin vom "freudvollen" Weg abzukommen.

- es stimmt natürlich nicht dass ich noch nie etwas fertiggestellt habe, und auch konkret bei dem Schal-Projekt habe zB. schon den Webrahmen fertiggemacht. ich hatte die Idee und habe sie umgesetzt. Ich hatte bestimmte Materialien im Kopf, habe sie besorgt und damit ein Probestück hergestellt. Den größten Teil von meinem Projekt habe ich eigentlich schon umgesetzt.

- ob ich etwas weiter oder fertig mache hängt ganz von mir ab, ich kann mich jedesmal neu entscheiden etwas zu tun oder es zu lassen. Es gibt keine höhere Macht die das bestimmt.

- es ist nicht schlimm wenn ich den Schal nicht fertig stelle, oder mir noch etwas Zeit lasse bis ich vielleicht wieder Lust dazu habe. Ich hatte definitiv schon Freude dabei und Erfahrungen habe ich auch gesammelt.

- ich lege den ganzen Kram jetzt bei Seite und wenn ich wieder Lust bekommen sollte weiter zu weben, wird mir das viel leichter von der Hand gehen, außerdem ist schon alles vorbereitet.

Alles ist gut :lol:
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Re: Frage zu "kreativem Schaffen"

Beitragvon Birdie » 17. Mär 2013, 09:31

Hallo Zimtstern,
Ich "kämpfe" mit ähnlichen Sorgen....

Bin sehr kreativ, handwerklich arbeite ich mit Ton, zeichne sehr gern und stricke und mache Window Color und und und....
und ich schreibe ein Buch für (nicht ausschließlich) Kinder, wo es (natürlich) um Vögel geht.

Ich habe voller Begeisterung eine Vorstellung gehabt , z.B. wie eine Figur oder ein Stück zu bauen wäre und wie toll es dann aussieht und fühlte den Ton bereits unter meinen Händen....und wenn ich dann zur Tat schritt, passierte es sehr schnell, dass ich Widerstand spürte, wenn es schwierig wurde, meine Vorstellung umzusetzen.
Das Stück eingepackt und weggestellt, um "morgen gleich weiterzumachen" :clown: :clown: :clown:
Du ahnst es....es gab kein Morgen....

Auch ich kenne die Gedanken: du machst nie etwas zu Ende, dir fehlt der Fleiß, Ausdauer etc.

Seltsamerweise spüre ich seit einiger Zeit, kann nicht sagen seit wann genau, eine Veränderung.
Das etwas unsichere Gefühl, ich bin mit dieser oder jener SAche wohl fertig, weil ich keine Lust mehr darauf habe und jedes Weiterpuzzeln eher wie Pflicht ist, verschwindet gerade....und macht zunehmend einer Sicherheit und Gewissheit Platz.

Es gibt Dinge, da spüre ich, Nee, das fasse ich nie wieder an und es gibt solche, da schlägt mein Herz immer weiter, selbst wenn ich es ruhen lasse (bin zur Zeit extrem anderweitig beschäftigt)

Bei dem Buch hatte ich diese Gedanken...Na? schaffst du das? Ist ne lange Arbeit, kann gut sein, das wird am Ende ne Totgeburt.
Ist es nicht :gvibes: ich musste es zwischendurch liegenlassen wg Zeitmangel, aber mein Herz schlägt wild für diese Sache, ich mache immer weiter....und wenns nur ein paar Zeilen sind.

Ich habe es jetzt für mich so verstanden, dass ich es spüre welche kreative Sache "Herz" hat und deswegen nicht auf halber Strecke wegstirbt und dass es anderes gibt, was eben nicht weitergemacht wird und dass ich dies auch ohne schlechte Gefühle loslassen kann.
Ich setze mich nicht mehr so unter Druck Angefangenes auch unbedingt zu Ende bringen zu müssen, selbst wenn die Luft längst raus ist...

So sehe ich jetzt relativ entspannt die kleinen halbfertigen "Strickleichen" herumliegen...und wer weiß, vllt stricke ich sie ja doch mal fertig :kniefall:

LG
Bird
Mein Herz schlägt für den Vogel - den Gipfel, das Meisterwerk der Schöpfung
Gerald Manley Hopkins
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Re: Frage zu "kreativem Schaffen"

Beitragvon Maria » 17. Mär 2013, 09:35

Liebe Zimtstern,

das ist ein interessantes Thema und Du hast es Dir gut selbst beantwortet und bist dabei wunderbar die emotionales Leitskala nach oben geklettert - so sieht es für mich jedenfalls aus.

Eines ist mir noch eingefallen - der Satz den Abraham immer wieder bringen: Du machst niemals etwas falsch, weil Du niemals zum Ende kommst... frei übersetzt.

Mir ist das was dahinter steht schon seit einigen Jahren immer wieder begegnet, nämlich das wir Menschen oft dazu neigen uns auf etwas fest zu nageln. Also z.B. unseren Charakter als fest stehend zu betrachten, oder unsere Lebenssituation als unverrückbar an zu sehen usw.

Es ist eine unglückliche Gewohnheit das Leben statisch zu sehen, wo es doch nur so voller Dynamik und Lebendigkeit strotzt! Das passiert mir leider auch immer wieder, obwohl dann wieder Momente kommen in denen es mir wie Schuppen von den Augen fällt: "Ich (und damit mein Leben) verändere mich ständig!"

Vielleicht liegt es ja auch daran, dass der scheinbare Stillstand mir eine "Scheinsicherheit" vorgaukelt?

Wie auch immer, bin ich im Vortex, ist diese berauschende Dynamik nicht beängstigend und sehr willkommen, befinde ich mich nicht darin, scheint es (zwar einengend aber) tröstlich zu sein, dass ich und alles andere so bleibt wie es ist...

Die Lösung liegt also darin in den Vortex zu gehen und das Tempo der Veränderung dort zu genießen
und auf mein Urteil ausserhalb das Vortex nicht viel zu geben. :gvibes:


Herzliche Grüße

Maria
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Re: Frage zu "kreativem Schaffen"

Beitragvon lawofattraction » 17. Mär 2013, 10:28

zimtstern hat geschrieben:In der ersten Phase bin ich ganz im Jetzt (zeitlos), während ich in der "Widerstands-Phase" nur noch an das Endergebnis und den Weg dorthin denke, und natürlich kommen mir dann auch die ganzen (gewohnten) Gedanken in den Sinn wie "du bringst doch nie etwas zu Ende" etc.


Guten Morgen, Ihr Lieben,

ich habe dazu inzwischen eine für mich schlüssige Theorie, da ich natürlich auch einige Kreativ-Leichen in den diversen Schränken rumliegen habe. :clown:

Diese erste Phase der Aktivität wie von Zimtstern oben beschrieben, schliesst ja an die Phase an, in der man gedanklich/gefühlsmässig den ganzen Prozess bereits vorweg genommen und durchgespielt hat. Vom Schritt 1 bis hin zur Vorstellung des fertigen Ergebnis, das virtuell bereits existiert. Die Euphorie, der Schwung, dieses Schöpfungsprozesses scheint also in der Anfangsphase des konkreten physischen Tuns noch vorhanden zu sein. Aber dann kommt die (wahrscheinlich unbewusste) Erkenntnis, dass es eigentlich ja bereits vollbracht und vorhanden ist - und nun sollen wir wieder bei Null anfangen?

Ich vermute, dass in der ersten Phase noch genug Schwung vorhanden ist, ein Projekt anzufangen, der sich aber mit der Zeit bei manchen Dingen verliert, eben da es im Prinzip nur eine Wiederholung von etwas bereits mental/fühlend Erfahrenem ist. Das mag davon abhängen, wie auch Birdie schrieb, ob es sich um eine Sache handelt, für die man "brennt" oder etwas, was die Aufmerksamkeit bekommen und Initiative geweckt hat, aber sein der Erhalt nicht mehr unbedingt auf der Prioritätenliste steht.

Wenn es wirklich so ist, dass wir nur dann erschaffen, wenn wir vorher in der Lage sind, etwas so lebhaft zu präsentieren, als sei es bereits vorhanden, sollte das eigentlich nicht verwundern. Es zeigt ganz klar auf, wie lebendig wir uns in etwas im Vor-Schöpfungs-Stadium begeben können, um schlussendlich die eigentliche Manifestation gar nicht mehr als so berauschend zu erfahren.

zimtstern hat geschrieben:- ob ich etwas weiter oder fertig mache hängt ganz von mir ab, ich kann mich jedesmal neu entscheiden etwas zu tun oder es zu lassen. Es gibt keine höhere Macht die das bestimmt.


Fast meine ich die Stimme Esthers und Abrahams Aussage zu hören ......"und es gibt auch keine Mutter mehr, die ermahnt, einmal begonnene Projekte fertig zu stellen und keine Mittel oder Zeit zu verschleudern ....". Was spricht dagegen, es liegen zu lassen, wegzuwerfen, die Materialien vielleicht an jemanden weiterzugeben, der sie noch brauchen kann und etwas anderes zu tun, was Spass macht? Vielleicht nur anerzogene sinnlose Verhaltensregeln, in die solche Vorgehen nicht passen. Denke ich nämlich konsequent weiter, dann wird ein verkrampftes Trotzdem-Fertigstellen unter innerem Zwang die Lebensfreude verringern, und das kann niemals unser Ziel sein.

Lieben Gruss
Loa



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Re: Frage zu "kreativem Schaffen"

Beitragvon Amadea55 » 29. Mär 2013, 09:13

hallo ihr lieben

ich denke der knackpunkt ist, sich nicht das fertige produkt vorzustellen, sondern es beim werkeln entstehen zu lassen. so wie LOA unten schreibt "think out of the box".


lieben gruss
amadea
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Re: Frage zu "kreativem Schaffen"

Beitragvon zimtstern » 29. Mär 2013, 20:43

Amadea55 hat geschrieben:hallo ihr lieben

ich denke der knackpunkt ist, sich nicht das fertige produkt vorzustellen, sondern es beim werkeln entstehen zu lassen. so wie LOA unten schreibt "think out of the box".



hallo amadea :lieb:

ich glaube du hast recht, das hat mich grade auf einen gedanken gebracht, - abe sagen ja immer "you never get it done", vielleicht sollte man das auch auf das kreative schaffen an einem bestimmten projekt beziehen,
es ist ein denkfehler unserer seits uns überhaupt etwas als "fertig" oder "endprodukt" etc. vorzustellen.
vielleicht nimmt dieser denkfehler einem die ganze energie (bzw. der sache die dynamik).

der fehler ist nicht an das was wir "endergebnis" nennen zu denken, also sich etwas vorzustellen, kreativ zu sein, (ganz im gegenteil) aber es ist wahrscheinlich falsch eine sache / angelegenheit / projekt als etwas für sich abgeschlossenes zu betrachten...

:nachdenk:
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Re: Frage zu "kreativem Schaffen"

Beitragvon zimtstern » 29. Mär 2013, 23:20

Und das zeigt auch wieder wie sinnvoll es ist ganz bewußt Grids zu schaffen, um die einzelnen Manifestationen als darin eingebettet zu erkennen...
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Re: Frage zu "kreativem Schaffen"

Beitragvon lawofattraction » 30. Mär 2013, 10:01




Um Verwirrung vorzubeugen: Unsere Grids sind unsere Anziehungspunkte, sind unsere Schwingung zu den einzelnen Themen als Voraussetzung für eine Manifestation. Unsere Gedanken und Gefühle zu einem bestimmten Gebiet. Wenn diese Anziehungspunkte frei fliessend sind, also keinen Widerstand erfahren, wird sich Manifestation zeigen. Aus dem Vortex heraus.



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