Aufdröseln positiver Erfahrungen

Hier ist Raum für eigene Erfahrungen mit der Abraham-Lehre

Aufdröseln positiver Erfahrungen

Beitragvon Juma » 22. Okt 2014, 14:27

Hallo Ihr Lieben,

theoretisch sind hier viele ja schon ganz schön gut, einige (wo ich mich zuzähle) eher im Anfangsstadium.

Da es bei jedem von uns im Leben Dinge gibt, die ganz phantastisch klappen, muss man ja "nur" schauen, was man da konkret im Vorfeld gefühlt, gewünscht, gedacht hat, um vielleicht langsam hinter das persönliche Konzept zu kommen, also sich bestimmte Vorgänge zu merken, zu generalisieren und für andere Situationen im eigenen Leben nutzbar zu machen.

Vielleicht haben der eine oder andere von Euch Lust, mitzumachen - also die Positiv-Erlebnisse im Detail aufzudröseln und dafür Ideen für andere und sich selbst weiterhin nutzbar zu machen, in dem wir sie hier festhalten?

Ich fang mal an:

Ich bin Freiberufler in einem Beruf, von dem es sehr viele gibt. Dennoch bin ich vergleichsweise erfolgreich mit dem, was ich tue. Offenbar gelingt mir die Realitätsgestaltung hier schon gut in meinem Sinne. Es darf zwar noch ein paar Verbesserungen geben, aber im großen und ganzen klappt das sehr gut.

Ich versuche also gerade, mein Verhalten, Fühlen und Denken genauer zu beobachten im Beruflichen, um es für mich generalisierbar und nutzbar zu machen.

Heute habe ich z.B. einen sehr dicken Auftrag für nächstes Jahr reinbekommen.
Vor ca. 4 oder 5 Tagen hatte ich an das Unternehmen gedacht und wollte sie gerade mal wieder ankontakten - heute riefen sie von selbst an.
Habe außerdem gerade eine gute (neue) Idee, Bestandskunden mit einem kleinen Geschenk (einem spannenden Fachartikel von mir) auf mich aufmerksam zu machen - Akquise ist momentan ein Thema.

Um es aufzudröseln:
Ich merke, wie mich diese Themen ständig untergründig beschäftigen, im positiven Sinne, ich denke an die verschiedenen Personalentwickler mit warmen Gefühlen (die meisten sind sehr nett) und wie ich, ohne zu nerven, mich in Erinnerung bringen kann.

Die meiste Zeit habe ich ein gutes Gefühl, dass immer genug Aufträge reinkommen. Wenn ich zwischendurch mal Panik bekomme (was hin und wieder vorkommt), schaue ich in mein Auftragsbuch der letzten Jahre. Und auf den Kontoauszug, was da immer so eingeht. Oder ich packe alle meine Schuhe aus und setze mich mitten rein ( :grllll: inzwischen ein kleines Vermögen)
Dann sage ich mir außerdem, dass in Deutschland niemand verhungert. Dass ich zur Not mit im überdimensionierten Haus meiner Freundin mit wohnen könnte (<- alles Quark, ich brauche das eh nie in Anspruch nehmen, ich beruhige mich dann aber damit), irgendwann geht es wieder.

Ich sorge also alles in allem immer relativ diszipliniert dafür, bezüglich meiner Arbeit immer ein gutes Gefühl zu haben. Ich weiß, dass das so wichtig ist, weil das ja nun mal unsere Existenzgrundlage ist. Außerdem ist das nicht schwer, denn ich LIIIIEBE meinen Job! :gvibes:
Und ich habe bezüglich meiner Leistungen ein sehr gesundes Selbstbewusstsein :genau:

Ich fühle mich innerlich kreativ und angespornt und fühle so viel Motivation und habe Lust, neue Ideen zu kreieren. Das ganze fühlt sich sehr dynamisch in meinem Innern an. Also kein langer ruhiger Fluss :-)
Meine Konzentration und Aufmerksamkeit ist oft mehrere Stunden täglich darauf gerichtet - natürlich positiv.
Ich imaginiere mich nicht ständig in diesen und jenen Situationen, sondern meist so, dass ich denke "wem könnte diese Idee jetzt was nutzen?" und dann komme ich auf mögliche Kunden.

Könnt Ihr da was mit anfangen?

In anderen Bereichen meines Lebens passe ich, offen gestanden, nicht immer ganz so darauf auf, dass die Laune oben bleibt. :pfeif:
Sollte ich mal mit beginnen.

Liebe Grüße
Juma
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Re: Aufdröseln positiver Erfahrungen

Beitragvon Hamfor » 22. Okt 2014, 15:19

Hallo Juma, sorry, wenn ich mir einfach nur etwas rauspicke. Aber es fiel mir auf und es ist meiner Ansicht nach interessant.

Juma hat geschrieben:Dann sage ich mir außerdem, dass in Deutschland niemand verhungert. Dass ich zur Not mit im überdimensionierten Haus meiner Freundin mit wohnen könnte (<- alles Quark, ich brauche das eh nie in Anspruch nehmen, ich beruhige mich dann aber damit), irgendwann geht es wieder.



Nur eine Vermutung bzw. eine Empfindung meinerseits: Mittels Ratio "trichterst" Du Dir also ein (alles Quark), dass Dein Gefühl nicht wahr sei, dass Du zur Not [...]. Und dann geht es wieder. Für eine Weile. Bis die Vermeidung dann wieder nicht mehr funktioniert.

Da könnte man fast meinen, dass alle Unternehmungen, die Du so vornimmst und von denen Du schreibst, dazu dienen, dieses Gefühl zu eliminieren. Dieses elementare Grundgefühl vielleicht sogar. Ein Gefühl vielleicht, das Dir letztlich absurderweise dient, obwohl Du es möglicherweise loswerden möchtest. Jetzt hakt es grad bei mir... ich muss nochmal hinsehen, da steckt auch was für mich drin.
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Re: Aufdröseln positiver Erfahrungen

Beitragvon ZaWo » 22. Okt 2014, 20:26

Hi Hamfor,

es kommt immer darauf an von woher man emotional kommt. Bei Augenblicken von Existenzangst, ist das sehr wahrscheinlich ein erleichternder Gedanke. Und genau darum geht es ja. Ich akzeptiere und bemerke meine unangenehmen Gefühle und suche nach sich besser an fühlenden Gedanken.
Ich würde es jetzt nicht Gefühle eliminieren nennen, sondern verbessern. Schlechte Gefühle möchte ich selbstverständlich verbessern, dafür ist das emotionale Leitsystem ja auch da.

Liebe Grüße
ZaWo
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Re: Aufdröseln positiver Erfahrungen

Beitragvon Hamfor » 23. Okt 2014, 12:10

Mein möglicher Irrtum (ich hab's leider noch nicht ganz erfasst, was ich gestern meinte gesehen zu haben in Jumas Bemerkung, will das aber noch ausführen, sofern sich mein Kreis schließt) könnte darin liegen, dass ich annehme, wenn da ein ungutes Gefühl ist und man dieses einfach nur überlagert mit einer rationalen Erklärung und man sich dann besser fühlt... also dass ich dann offensichtlich annehme, das ungute Gefühl wäre noch immer exististent und wirksam. Das würde aber bedeuten, dass ich derjenige bin, der sich durch diese Erklärung eigentlich automatisch immer wieder auf das Gefühl konzentriert, das doch eigentlich als unwohl identifiziert wurde.

Das wäre aber schon der Hit, wenn sich das als blinder Automatismus bei mir herausstellen sollte, wobei mir das an mir nicht neu ist, dass ich starke Schwierigkeiten mit dem Ausblenden (Edit: Hier liegt, denke ich, auch ein Hint. Denn es geht ja nicht ums Ausblenden. Es ist alles parallel existent und ich entscheide mich für einen Geschmack. Ich hingegen tu so, als müsse ich alle anderen Geschmäcker ausblenden, damit der eine zum Vorschein kommt. Das ganze Gegenteil ist der Fall, durch den Druck, den ich subtil ausübe, ploppt mir immer wieder das alte Gefühl, das ich wegzoomen wollte, ins Empfinden. Dort ist was falsch gestrickt in mir... und was ich scheinbar Juma andichte, ist meine Masche... muss grad lachen.) habe.

Durch eine simple frische Betrachtung der Situation (hier sinngemäß: "... mir kann ja im Grunde nichts passieren, selbst in kritischen Situationen hätte ich eine Zuflucht...") wird das Gefühl gewechselt und gefühlt und wiederum danach gehandelt. Offensichtlich bin ich es ja, der dann zwischen zwei Gefühlen hin- und herschwankt und keine Wahl trifft, was nicht untypisch ist für mich.

Muss ich mir jedenfalls nochmal ansehen, ich sehe in Zawos Einwurf schon etwas Richtiges, aber kann auch nicht ganz ablassen davon, dass ich etwas in meinen Ausführungen im ersten Post noch immer als richtig spüre. Kann aber auch was Altes sein, von dem ich meine, dass es richtig sei. Glaube aber, es hat speziell in meinem Fall etwas mit bewusster Wahl zu tun. Muss wie gesagt nochmal hinsehen.

Hehe, wenn das so ist, dann bin ich ja am Aufdröseln noch nicht so positiver Erfahrungen. Juma hat also den Faden indirekt für mich eröffnet. :mrgreen:
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Re: Aufdröseln positiver Erfahrungen

Beitragvon Juma » 23. Okt 2014, 15:40

Hallo ZaWo und Hamfor,

ich hatte ein paar turbulente Jahre - wie nennen Abraham das so schön? Achterbahn?
Also ich weiß, wie es sich anfühlt, zu wenig zu haben. Hin und wieder kommt noch ein altes Angstgefühl, aber wie ZaWo das richtig beschreibt, ich hangel mich von selbst gefühlsmäßig nach oben.

Hamfor, ich glaube, ich verstehen, was Du meinst. Es ist aber keine intellektuelle Argumentation, davon würde sich mein Unruhegefühl nicht beeindrucken lassen. Es ist schon die intellektuelle Wahl eines Gefühls, durch die Argumentation geht das Gefühl aber absolut mit.
Sonst würde ich auch ganz andere Ergebnisse in meine Realität ziehen.

Wo seid Ihr denn besonders gut im Gestalten? Und wie genau macht Ihr das in den jeweiligen Bereichen?

Im NLP nennt man diesen Vorgang hier übrigens "Modeling" - fiel mir gestern noch so auf ...
:tja:

Grüße
Juma
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Re: Aufdröseln positiver Erfahrungen

Beitragvon Hamfor » 23. Okt 2014, 16:42

Joa, Juma... Deine Wahl zeitigt Deine Ergebnisse und wie Du ganz richtig sagst, Du siehst sie ja, die Ergebnisse.

Ich habe mich hier wohl selbst auf etwas hingewiesen... :teuflischgut:
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Re: Aufdröseln positiver Erfahrungen

Beitragvon lawofattraction » 24. Okt 2014, 08:22

Hamfor hat geschrieben:Offensichtlich bin ich es ja, der dann zwischen zwei Gefühlen hin- und herschwankt und keine Wahl trifft, was nicht untypisch ist für mich.

Juma hat geschrieben: Es ist schon die intellektuelle Wahl eines Gefühls, durch die Argumentation geht das Gefühl aber absolut mit.


Guten Morgen, Juma und Hamfor,

eine Frage an Euch beide: Seid Ihr der Meinung, dass Emotionen/Gefühle bewusst und durch intellektuelle Entscheidung gewählt werden?

Lieben Gruss
Loa



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Re: Aufdröseln positiver Erfahrungen

Beitragvon Hamfor » 24. Okt 2014, 12:53

Ach, Loa, ich habe jetzt dreimal angesetzt, um die Frage zu beantworten und ich merke aber mit jedem Male, dass es um eine Darstellung hier gar nicht geht grad. Aber dennoch möchte ich etwas erwidern, weil die Frage eine ganz bestimmte Wirkung auf mich hatte, sie hat zum einen etwas weggebombt, was mehr als wohltuend für mich ist, und zum anderen konnte ich wieder sehen, was es bedeutet für mich, nicht präzise zu sein. Und das bezieht sich nicht nur auf das Niederschreiben von Dingen, sondern drückt sich ebenso im Focuslegen aus und Loa bringt mir genau das in die Verkörperung.

:ros:
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Re: Aufdröseln positiver Erfahrungen

Beitragvon lawofattraction » 25. Okt 2014, 07:19




Hallo Hamfor,

wenn ich auch nicht behaupten will, dass meine Frage rein rhetorisch war, so ist in der Tat Deine Reaktion und Erkenntnis darauf viel interessanter als eine Erklärung Deiner Sichtweise. Denn ich sehe mich nicht als Vorkäuer von Information, sondern vielmehr als jemand, der Impulse gibt und durch Fragen zum Nachdenken anregt.

Co-Creation. :gvibes:

Lieben Gruss
Loa



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Re: Aufdröseln positiver Erfahrungen

Beitragvon lawofattraction » 25. Okt 2014, 08:50



Hallo Juma,

etwas Ähnliches wie das, was Du als Gemeinschaftsprojekt vorschlägst, haben wir bereits hier versucht. Seit das Forum besteht, hatten wir mehrere Threads dieser Art, die als Anschlagtafel für Erfolge sehr beliebt waren. Es wurden grosse Erfolge gefeiert, und man fand auch "Erfolgs-Berichte", wie es bei McDonalds eine Extra Portion Sauce gab oder jemand ein preiswertes Kleidungsstück oder einen reduzierten Joghurt gekauft hatte :clown: .

Aufgrund meiner Anregung im dritten Thread, nicht nur die Ergebnisse aufzuzeigen, sondern auch den Versuch zu machen, nachzuvollziehen, wie was zum Erfolg geführt hatte, gingen dann die Berichte ein wenig mehr auf die beobachtbaren und erinnerten Hintergründe ein. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass jeder Manifestationsweg zum einen nur partiell nachvollzogen werden kann und zum anderen so individuell ist, dass er nicht dupliziert werden kann.

Du erwähnst das Modeling aus dem NLP, das im Coaching gerne verwandt wird. Allerdings hat es ganz andere Vorzeichen und findet da seine Grenze, wo die Realitätsgestaltung anfängt. Sicher kennst Du das NLP-Modell der logischen Ebenen, das ein Problem oder ein Thema verschiedenen Ebenen unseres Erlebens zuordnet. Wobei die unterste der (1) Kontext ist, gefolgt vom (2) Verhalten, (3) Fähigkeiten, (4) Glauben, Werte und Filter, (5) das Selbstbild und zuletzt (6) die eigene Mission/Vision/Spiritualität, Weltbild und Zugehörigkeit zu einem Grösseren Ganzen.

Beim NLP-Modeling geht es um das Duplizieren der Kompetenz eines herausragenden Vorbildes, das Aneignen
der Verhaltensmuster eines Vorbilds. Wobei die Sequenz die eines jeden Lernprozesses ist – unbewusste Inkompetenz, bewusste Inkompetenz, bewusste Kompetenz, unbewusste Kompetenz. Als Beispiel: Wenn jemand ein exzellenter Redner werden möchte, wird er das Verhalten und die Strategien seines Vorbildes so studieren und verinnerlichen, dass nach einiger Zeit sein eigenes Verhalten ihm so in Fleisch und Blut übergegangen ist, wie das bei seinem Vorbild der Fall ist.

Verhalten ist lediglich der äussere Ausdruck des Handelns, Tuns oder Unterlassens und bedeutet, Kommunikationsformen wie Mimik, Gestik, Sprache, Handlung oder Unterlassung auf ein Gegenüber auszurichten, um im Aussen eine bestimmte Reaktion zu erhalten. Wobei ansatzweise auch die Fähigkeiten mit einbezogen werden, die aber nicht zwangsläufig den Umfang erreichen, der dem Vorbild zu eigen ist. Hier findet das Modeling seine Grenze, wo die Realitätsgestaltung erst beginnt.

Und da liegt meiner Überzeugung nach auch die Hürde eines Modellierens. Ab dem Punkt (4) werden die Charakteristika so individuell, dass sich in Kombination unzählige Möglichkeiten ergeben. Da ist die Voraussetzung einer Übereinstimmung nur in einzelnen Punkten möglich. Weiter muss nachvollzogen werden können, wann wir was gedacht und gefühlt haben - eine unmögliche Aufgabe, da das zu einem grossen Teil auf einer Ebene abläuft, die nicht ins Bewusstsein dringt. Auch können wir keine Gefühle "herauf beschwören", die wir in einer bestimmten Situation hatten. Als chronologisch verfolgbare duplizierbare Abfolge hat das also erhebliche Grenzen.

Trotzdem finde ich immer das Rückverfolgen von erfolgreich verlaufenen Angelegenheiten als Information für mich interessant. Mit der Zeit und genügend "Studien-Material" lassen sich auch zu den einzelnen eigenen Lebenssituationen gewisse Gesetzmässigkeiten herausarbeiten und geben Aufschluss, wie wir in Bezug auf unsere grossen Lebensthemen ticken, auch wenn ich denke, dass das - eben weil nur beobachtbar - ziemliche enge Grenzen aufweist.

Gestern bin ich einkaufen gefahren auf einem Weg, den ich fast immer als meinen Lieblingsweg wähle. Nach dem Erreichen einer Anhöhe liegt mit einem Mal wie ein Breitwandbild das Meer vor einem, mit einer Vielzahl von kleinen Inseln, die wie aufgetupfte kleine grüne Farbkleckse aussehen. Es war leicht neblig und die Stimmung hatte etwas Mystisches.

In Worten ist das schwer zu beschreiben, aber mich ergriff eine tiefe Ehrfurcht und das intensive Gefühl, erschaffender Teil dieser so phantastischen Schöpfung zu sein, um dann wieder nach und nach zu verblassen. Nun bin ich da schon oft gefahren, kenne die Schönheit dieses Moments, aber je nach Grad meines Alignments reicht das von "gar nicht bewusst sehen" über "schöner Ausblick" über "herrlich, wunderschön" bis hin zu dem, was ich gestern erfuhr.

Ich habe das als Beispiel gewählt, um klar zu machen, wie subjektiv unsere Erfahrungen sind und wie schwer es ist, auf die Erfahrungen anderer Menschen als Modell zurück zu greifen. Realitätsgestaltung geschieht immer aus dem Jetzt, aus jedem Moment heraus. Was gestern oder vor einem Jahr Gültigkeit hatte, kann heute bereits überholt sein, da wir immer in Bewegung sind und ständig neue Erfahrungen machen. Ein Vorgehen, eine Reaktion, wie sie in der Vergangenheit erfolgt ist, hat daher nur begrenzten Informationswert.

Trotzdem würde ich gerne mal Eure Meinung und Erfahrungen dazu hören und mich freuen, wenn hier auf einer solchen Basis gewisse eigene Gesetzmässigkeiten erkannt und heraus gearbeitet werden könnten.

Lieben Gruss
Loa




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Re: Aufdröseln positiver Erfahrungen

Beitragvon Hamfor » 25. Okt 2014, 13:27

lawofattraction hat geschrieben:Seid Ihr der Meinung, dass Emotionen/Gefühle bewusst und durch intellektuelle Entscheidung gewählt werden?
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Ich will mal sehen, wie präzise ich in meiner Antwort werden kann. Ich muss aber vorher etwas ausholen, um die Begrifflichkeiten zu klären, wie ich sie verstehe.

Das Gefühl ist zum Einen erstmal ganz grob für mich persönlich eine Bewegung im Körper. Dieser Bewegung wird ein Name gegeben wie Freude, Sehnsucht, Trauer, Zorn, Eifersucht, Angst. All diese Gefühle sind für mich, um existieren zu können, verknüpft mit einer Geschichte bzw. einem Bild, einer Vorstellung, einer Erinnerung.

Neid zum Beispiel kommt nicht einfach so auf bzw. es mag schon sein, dass diese Bewegung im Körper erscheint, aber bevor ich dieser nicht einen Namen gegeben habe und mit einem Bild verknüpft, kann es kein Neid an sich sein, sondern ein unbekanntes Phänomen, das im Körper identifizierbar ist.

Grundsätzlich, wenn ich diese Gefühlspalette in ihren einzelnen Farben nicht benennen würde, wären es für mich einfach neutrale unbesprochene Bewegungen im Körper und ich will das sogar noch runterbrechen. Für mich gibt es letztlich nur zwei Bewegungen, aus denen alle anderen gemacht sind.

Nämlich: Entweder öffnet sich etwas (Bewegung des sich Öffnens, Weite und Losgelöstheit) wie zum Beispiel beim Gefühl der Freude. Oder etwas verschließt sich (Bewegung des Verschließens, Druck und Enge) wie bei all den "negativen" Gefühlen.

Wenn ich wirklich in mich hineinhöre und mal jede so bekannte Emotion durchgehe, dann sind da zwar etliche Geschichten mit verknüpft, man kann das ins Unendliche führen. Aber wenn man also diese Gefühle in sich initiiert und dann die Geschichte mal weglässt, dann kann ich merken, dass nur diese zwei Bewegungen stattfinden. Und ich nenne diese Bewegungen auch: Entweder fühle ich mich wohl (offen) oder unwohl (verschlossen). Und anhand dieser Punkte erkenne ich, wo ich bin und wo ich hinmöchte.

Die Gefühlsskala, von der hier oft die Rede ist, ist eigentlich beispielhaft: Von vollkommener Offenheit (Wohlsein) zu absolutem Verschluss (Unwohlsein). Dazwischen eine ganze Palette an Farben.... und auch gemacht, um schrittweise auf und ab zu gehen. Dass es viele kleine Schritte auf dieser Skala gibt, sprich... diese vielen kleinen Gefühle und nicht nur zwei Steps von Wohl zu Unwohl... ist vermutlich so gemacht, um diese Vielfalt an Bildern und bewegten Bildern (Stories) zu ermöglichen.

Wenn ich also das Gefühl des Zorns spüre, dann ist in mir eine gewisse Enge, nicht so eng wie bei Angst, aber ich bin definitiv verschlossen. Ich merke also, dass ich mich eventuell unwohl fühle, denn Zorn an sich ist ja erstmal gar nicht so verkehrt, aber meist gemischt mit einer Art Abneigung gegen etwas und dieses Sichverschließen gegen etwas ist das eigentlich Schmerzhafte, weswegen ich mich unwohl fühle und wieder in die offene Weite möchte.

Genau hier steht ja Loas Frage meiner Ansicht nach. Kann ich jetzt einfach zu Freude wechseln oder nicht? Wobei Loa nicht sagt, was intellektuelle Entscheidung in diesem Falle bedeuten soll. Denn ein einfacher Entscheid á la "Ich will jetzt nicht mehr, weil ich das unschön finde, deshalb geht jetzt der Zorn und ich fühle Freude" mag für den einen oder anderen funktionieren, das kann ich nicht wissen, aber in meinem Falle funktioniert es eher nur für kurze Zeit. Wenn ich mich aber so hineinversetze noch mehr, dann merke ich, dass es glaube ich doch möglich sein könnte, einfach zu switchen.

Jetzt sind in meinen Überlegungen ein paar Minuten vergangen. Ich bin das jetzt eine Zeitlang durchlaufen, ob es möglich ist und ja, ich kann mich spontan für Freude entscheiden ohne ein Bild zu erschaffen, über das ich gehen müsste. Das kommt aber daher, dass mir das Gefühl der Freude an sich sehr vertraut ist, ich weiß, wie sich Offenheit anfühlt und kann dieses Sprühen, dieses Überfließen sofort körperlich auch lokalisieren in der Mitte. Wollte ich jetzt Neid oder Hass bewusst wählen, bräuchte ich definitiv ein Bild, ich kann zu dieser speziellen Farbe von Neid also nicht einfach so wechseln, ohne meinen Fokus auf eine entsprechende Geschichte zu lenken, um dieses Gefühl zu erschaffen. Ich kann aber wiederum das andere Ende (von Offenheit) einfach ohne Story und intellektuelles Herbeidramatisieren schöpfen, nämlich das des Verschlusses, des Unwohlseins, denn auch das ist mir in der Bewegung, als Qualität im Körper bekannt, ich kann es einfach fühlen, wenn ich jetzt will. Also wie es sich anfühlt, sich unwohl zu fühlen, ganz ohne Story. Eben weil es mir sehr vertraut ist genauso wie das eben gesagte Wohlsein, aber beides einfach als grundsätzliche Qualitäten, aus denen die anderen stammen.

Was ich hier also mache gerade, ist nochmal eine wesentliche Unterscheidung. Für mich sind alle Farben von Gefühlen nicht möglich ohne Geschichte zu erschaffen, ist unmöglich. Oder zwischen ihnen zu wechseln, mich also wie in Loas Frage bewusst für das eine Gefühl zu entscheiden, wenn gerade noch ein anderes vorherrscht, ist nur möglich über damit verknüpfte Bilder. Die zwei Enden von allem (Offenheit und Verschluss, Wohlsein und Unwohlsein) kann ich einfach fühlen, mag aber daran liegen, dass mir diese Phänomene körperlich sehr bewusst sind, sehr bekannt, sehr vertraut. Ich kann sehr gut zwischen diesen beiden Enden jetzt gerade hier, wo ich sitze, einfach hin- und herschwimmen, wenn ich das möchte. Ich merke aber auch, dass ich selbst diese beiden Dinge intensivieren kann, wenn ich Bilder einsetze.

Die Gefühlsskala hat einen Anfang und ein Ende. Diese Enden sind für mich neutral. Wohlsein und Unwohlsein sind letztlich synchron. Öffnen und Verschluss. Zwei Bewegungen. Dazwischen finden wir alle Gefühle und sie haben jeweils für sich einen Charakter, eine Geschichte, sind aber letztlich sozusagen Kinder der beiden Enden, denn alle Gefühle sind entweder Sichöffnen oder Sichverschließen. Kann man nachfühlen, wenn man jeweils die Worte mal weglässt. Alle "negativen" Gefühle lassen einen selbst mehr oder weniger ein Sichverschließen spüren. Alle freudigen Gefühle dienen der Öffnung.

Zu Loas Frage also nochmal, und jetzt wiederhole ich mich wahrscheinlich: Nein, ich kann nicht per intellektueller Entscheidung ohne Focus auf irgendwas derartig mental Gestricktes einfach in das Gefühl von Wut gehen. Funktioniert nicht. Funktioniert schon deshalb nicht, weil Wut an sich nicht existiert ohne dazugehörige Story.

Wenn Loa aber mit intellektueller Entscheidung meint, dass man sich ein Bild macht von einer Situation, in der Wut wächst, dann ja, dann kann man Gefühle einfach wählen. Aber eben nur mit einer mentalen Ausführung, die den Begriff Wut ausdehnt und erst möglich macht in seiner Form. Denn Wut an sich als einzelner Begriff ist erstmal gar nichts.

Ich ende mal vorerst hier, weil ich doch nochmal wissen möchte von Loa, was sie mit einer intellektuellen Entscheidung meint. Ein knappes "Ja, ich will jetzt Eifersucht ohne weitere Überlegungen"? Kann fast nur so sein, wenn Loa ein Nein auf ihre Frage erwartet. Erwartet sie ein Ja auf ihre Frage, ist es zwingend, dass ihre "intellektuelle Entscheidung" beinhaltet, dass man seine Aufmerksamkeit konkret auf mit Gefühlen verknüpfte Bilder und Vorstellungen richtet. Richten muss. :pfeif:
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Re: Aufdröseln positiver Erfahrungen

Beitragvon lawofattraction » 25. Okt 2014, 16:36




Hallo Hamfor,

vielen Dank für Deinen aufschlussreichen und sehr interessanten Diskurs.

Ich habe leider meine eigene Frage dadurch verwirrt, dass ich zu dem Wort Gefühle später noch Emotionen hinzu gefügt habe. Denn dadurch hat sie eine zweite Variante bekommen, auf die ich eigentlich gar nicht eingehen wollte, da in dem Fall nicht relevant.

Genau wie Du, lieber Hamfor, bin ich der Meinung, dass es bei den Gefühlen nur zwei Richtungen gibt: angenehme und unangenehme. Weiter mache ich aber einen Unterschied zwischen Gefühlen und Emotionen, den ich wie folgt begründe:

Ein Gefühl ist etwas, was wir als "Bewegung" im Inneren wahrnehmen. Über unsere Sinnesorgane tritt ein Reiz als Impuls und Empfindung in unser Bewusstsein. Ein Gefühl erlebt keine Bewertung ausser der körperlichen Feststellung angenehm oder unangenehm. Das Empfinden bringt körperliche Symptome hervor, die nach einer Interpretation ihrerseits wieder Emotionen verursachen.

Eine Emotion ist also etwas, was als Reaktion auf ein Gefühl entsteht, ist ein nach aussen gerichtetes Gefühl, das eine Bewertung erfahren hat. Wobei eine solche Bewertung natürlich oft ganz unbewusst ist. Die Bewertung ist aber nicht in sich selbst begründet, sondern geschieht als Reaktion aufgrund unserer Konditionierungen, Erfahrungen, Glaubenssätze und Überzeugungen.

Beispiel: Wenn frau einen attraktiven Mann sieht, so ist das Gefühl: angenehm, die körperliche Reaktion Herzklopfen, Blutdruck steigt, vielleicht Rotwerden und Verwirrung, die Emotion Freude oder Angst - je nach Erlebniswelt. Oder ein Fast-Zusammenstoss mit einem anderen Auto. Gefühl: unangenehm, darauf folgende körperliche Reaktionen wie Herzklopfen, Kniezittern oder Schweissausbruch und als Ergebnis eine Emotion wie Angst oder Wut oder Erleichterung.

Man begibt sich auf eine intellektuelle Interpretationsebene, wenn man Gefühle sofort durch einen Gedankenfilter laufen lässt, um sie zu beschreiben. Das meinte ich mit intellektueller Entscheidung in meiner Frage. Eine bewusst getroffenen Entscheidung der verstandesmässigen Verarbeitung mit dem Ziel, solche Emotionen zu finden, wie ich sie erleben möchte. Eine Entscheidung des Willens.

Wenn man meiner Unterscheidung folgt, ist das bei Emotionen möglich, da sie eine Bewertung durchlaufen können, in einen Kontext gestellt werden können. Bei Gefühlen ist das nicht der Fall, da sie zur Repräsentation eine weitergehende Erklärung brauchen, wie wir sie dann in den Emotionen finden. Emotionen können also durch fokussierte Gedanken willentlich verändert werden, Gefühle aber nicht. Dass man Emotionen verändern kann, ist ja dadurch ausreichend bewiesen, dass gemäss den Stufen der Emotional Guidance Scale durch Fokus auf die Emotionen diese in immer höherschwingende verändert werden können.

Insofern ist diese geniale Emotional Guidance Scale absolut nachvollziehbar: Unangenehme oder angenehme Gefühle werden erfahren, die Anzeiger unserer Verbindung zum Inner Being sind. Wären wir in der Lage, Gefühle willentlich zu verändern, würde das Zusammenspiel mit unserem Inner Being ad absurdum geführt und zusammenbrechen, da es zu manipulieren wäre und keine zuverlässige Information mehr darstellen würde.

Da Gefühle aber nicht manipulierbar sind, lassen wir sie durch unseren kognitiven Filter laufen und erfahren sie danach als manipulierbare Emotionen, wenn wir ein schlechtes in ein gutes Gefühl verändern wollen. Wobei manipulierbar in diesem Zusammenhang bedeutet, dass wir sie in einen Kontext stellen und oder vergangene Situationen heranziehen, um Veränderung herbeizuführen.

Lieben Gruss
Loa




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Re: Aufdröseln positiver Erfahrungen

Beitragvon Hamfor » 25. Okt 2014, 20:18

Salute, Loa.... verstehe ich dich richtig und du siehst das so? Also wenn ich nochmal in eigenen Worten sagen kann, was ich bei dir rausgelesen habe, so gibt es da also eine - ich nehm mal deine - Situation... ein Typ, nehmen wir Hamfor, sieht eine attraktive Frau und empfindet Lust oder Freude als Gefühl, eben gemäß seiner Programmierung, eigentlich gemäß seines Geschmacks. Nun folgt dieser Freude also eine Emotion (etwas, das ihn bewegt... also tatsächlich handeln lässt und zwar entweder in die eine oder andere Richtung). Diese kann sein: Hamfor spürt Wohlgefühl (aus der Erfahrung heraus) und freut sich auf ein Kennenlernen und bewegt sich aus diesem Grunde sehr frei auf den anderen Menschen zu.... oder Hamfor spürt Unwohlsein (aus der Erfahrung heraus) und bewegt sich vielleicht aus Angst vor Ablehnung eher unfrei auf den anderen Menschen zu oder geht weiter ohne Begegnung...

Das würde aber aus meiner jetzigen Sicht bedeuten, dass die Emotion eben jene Öffnung oder jenes Verschließen ist, nach denen Hamfor sich so oder so bewegt. Das auftauchende Gefühl in der Situation also vorgegeben ist und es auch nicht darum geht, aus einem Gefühl der Unsicherheit ein GEfühl der Sicherheit zu basteln (weil künstlich), sondern sich für eine der zwei grundlegenden Bewegungen (Emotion) entscheiden kann. Offenheit oder Verschluss.

Hm, bin etwas unklar, glaub ich. Ich muss mir den möglichen Unterschied von Gefühl und Emotion nochmal ansehen, denn momentan ist es eher so, dass ich keinen sehe, denn egal was ich betrachte, sie bewegen mich. Andererseits geht es dir ja offenbar darum, worauf bezogen man die bewusste Wahl hat. Denn Gefühle, die sagbar sind, sind meiner Ansicht nach gebunden an die eigene Geschichte, also zwangsläufig. Wenn du Emotion unabhängig davon siehst, muss es etwas sein, das nur zwei Richtungen kennt, für die man sich eben letztlich entscheiden kann.

Ich sehe aber, dass ich deinen Beitrag nochmals lesen will. Jetzt.
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Re: Aufdröseln positiver Erfahrungen

Beitragvon lawofattraction » 26. Okt 2014, 07:49




Hallo Hamfor,

ohne weiter auf Deine Ausführungen einzugehen, will ich den Unterschied zwischen Gefühl und Emotion nochmal heraus arbeiten.

Unangenehmes Gefühl, angenehmes Gefühl: wenn wir davon sprechen, wissen wir sofort, was gemeint ist. Wir brauchen dazu keinen Kontext, keine persönliche Geschichte, keine Erklärungen. Wenn Gefühle auftauchen, erkennen wir sie im Körper und können sie in „gut oder schlecht“ unterscheiden. Ein „Warum?“ ist dabei nicht notwendig.

Emotionen brauchen eine weitere Stufe. Wir haben das schlechte Gefühl und gehen aus dem reinen Fühlprozess heraus, um eine Erklärung für das Gefühl zu finden. Wohlgemerkt sind das Sekundenprozesse, die meist ziemlich unbewusst ablaufen.

Ein Beispiel wird das erklären: Jemand schreit Dich an oder Du siehst das wütende Gesicht Deiner Partnerin: unangehmes Gefühl, und zwar ohne,dass Du überhaupt wissen musst, worum es da geht. Du brauchst keinen Kontext, keine Erklärung, um Dich daraufhin schlecht fühlen. Dazu braucht es oft nur die Mimik eines anderen bzw. ein Ereignis. Über den körperlich fühlbaren Ausdruck „angenehm oder unangenehm“ hinaus braucht ein Gefühl keinen nachvollziehbaren Grund für sein Auftauchen.

Nachdem ein Gefühl vorhanden ist, nimmst Du über Deinen Verstand den Inhalt auf: Wütendes Gesicht der Partnerin bedeutet: „Du hast schon wieder die Tür aufgelassen und die Katze ist weggelaufen“. Jetzt hast Du eine Emotion: Schuldgefühle. Oder, wenn sie nichts sagt, suchst Du nach eigenen Erklärungen, was die Ursache für ihre Verärgerung sein könnte. Gefühl + Kontext = Emotion.

Um eine Emotion überhaupt repräsentieren zu können, braucht es einen gedanklich nachvollziehbaren Kontext. Du kannst keine Emotionen innerlich repräsentieren, ohne dazu eine Geschichte zu haben. Emotionen können aus sich heraus ohne Kontext nicht produziert werden. Die Emotion ist eine über den Verstand gefundene Erklärung eines Gefühls.

Mach einfach mal die Probe. Sage Dir „angenehmes Gefühl“ oder „unangenehmes Gefühl“ - Du weisst sofort, wovon ich spreche. Die Aussage braucht keine Geschichte, um verstanden zu werden. Dann sage Dir „Wut“ - „Hoffnung“ - „Unsicherheit“. Ohne Kontext sind das leere Worte. Du musst jetzt in Deinem Erfahrungsschatz kramen, um etwas in Deiner Geschichte zu finden, was diese Worte überhaupt erst verständlich macht. Gefühle sind also der Oberbegriff, Emotionen sind durch den Verstand erklärte Gefühle.

Die Unterscheidung macht letztlich klar, dass wir auf das Auftauchen von Gefühlen keinen Einfluss haben, wohl aber können wir durch die gedankliche Verarbeitung steuern, welchen Emotionen wir den Weg bereiten. Nicht unbedingt aus einer akuten Situation, aus dem Affekt heraus - hier muss man das Momentum berücksichtigen. Aber durch Reflexion der Emotionen sind wir in der Lage, etwas zu fokussieren, was uns eine andere Emotion und dadurch bessere Gefühle verschafft.

Lieben Gruss und schönen Sonntag für Euch alle.
Loa



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Re: Aufdröseln positiver Erfahrungen

Beitragvon Juma » 26. Okt 2014, 22:04

lawofattraction hat geschrieben:Guten Morgen, Juma und Hamfor,

eine Frage an Euch beide: Seid Ihr der Meinung, dass Emotionen/Gefühle bewusst und durch intellektuelle Entscheidung gewählt werden?


Liebe LoA,

da kann ich mit einem ganz klaren "Jein" antworten :clown:

Erklär-Bär: Es gibt ja an allem, was einem so begegnet, immer verschiedene Aspekte zu sehen.
Als ich mir die Frage vorhin auf der Hirnrinde zergehen ließ, dachte ich im ersten Moment sofort an meinen häufigen Liebeskummer. Diesen Emotionen fühle ich mich sehr ausgeliefert. Dennoch kann ich sie intellektuell etwas beeinflussen (wenn auch nicht in dem Maße, in dem ich es gerne würde). Ich kann durch mein Denken dann die "Gefühlsskala" etwas nach oben klettern. Nicht viel, aber etwas.

Andere Emotionen lassen sich für mich teilweise deutlich leichter intellektuell steuern, vor allem, wenn es sich nicht um so krasse Emotionen wie eben Liebeskummer handelt.

Die Emotionen bzgl. meiner Arbeit z.B.
Ich kan da auch manchmal denken "ach, interessiert mich heute nicht so". Dann empfinde ich da nicht viel, ein neutrales Gefühl.
An anderen Tagen vertiefe ich mich in die Materie, dann werden meine Emotionen intensiver.

Also doch, etwas steuern kann ich es intellektuell. Allerdings nur in so weit, als dass ich erst mal gewisse "Ausgangs-Emotionen" habe, die ich dann intellektuell in eine bestimmte Richtung verschiebe (keine Ahnung, ob das jetzt verständlich ist?!). Ich kann also nicht im Vorfeld meine Emotionen zu einer bestimmten Begebenheit "planen".

lawofattraction hat geschrieben:Emotionen können also durch fokussierte Gedanken willentlich verändert werden, Gefühle aber nicht.


Genau, das denke ich auch. Ein "Gefühl" ist schließlich auch ein Zahnschmerz. Den bekomme ich nicht so verändert, wie eine Emotion. Gefühle lassen sich eigentlich auch immer irgendwo körperlich lokalisieren. Und nicht immer in eine Emotion umdeuten (siehe Zahnschmerz), sehr wohl dann aber von einer Emotion begleiten (z.B. genervt über den Zahnschmerz).

lawofattraction hat geschrieben:Sicher kennst Du das NLP-Modell der logischen Ebenen, das ein Problem oder ein Thema verschiedenen Ebenen unseres Erlebens zuordnet. Wobei die unterste der (1) Kontext ist, gefolgt vom (2) Verhalten, (3) Fähigkeiten, (4) Glauben, Werte und Filter, (5) das Selbstbild und zuletzt (6) die eigene Mission/Vision/Spiritualität, Weltbild und Zugehörigkeit zu einem Grösseren Ganzen.


Aber gerade das Modell der logischen Ebenen bildet sehr schön Einflussnahmen im Inneren ab!
Also beim Modellieren kann man sich natürlich einmal ganz simpel nur auf diese verschiedenen Ebenen beziehen und dort "abkupfern". Spannender wird es aber, wenn man beachtet, wie die Veränderung auf einer Ebene auch eine Veränderung auf einer anderen Ebene nach sich zieht.
Man löst im Modell der logischen Ebenen ja Probleme auch nie auf derselben Ebene, auf der sie sichtbar werden, sondern immer mindestens eine darüber.
Aber umgekehrt finden ebenfalls Wechselwirkungen statt, die sich die Lehre Abrahams, wenn ich das richtig verstanden habe, in gewisser Weise auch zu nutze macht (oder umgekehrt?). Z.B bei Problemen versucht man sich gefühlsmäßig die emotionale Leitskala nach oben zu arbeiten. Das dringt ja nicht nur bis zu den Emotionen durch, sondern durchflutet ebenfalls mein Handeln, mein Denken und irgendwann meine Überzeugungen und Werte usw.

Ich denke, Veränderungen verändern IMMER alles im Menschen, nie nur eine Ebene. Deshalb kann man selbst von der Verhaltens- oder Kontext-Ebene aus Veränderung bewirken, die irgendwann auf ganz hoher Ebene ankommen kann. Dauert vielleicht nur etwas länger als anders herum.

Richtig ist aber, dass man beim Erschaffen der Realität nur sich selbst modellieren kann, nicht unbedingt andere Personen.
Ich denke mir aber, dass man zumindest eine Idee bekommen kann, in welche Richtung das eigene Denken / Fühlen / Verhalten usw. gehen muss.

lawofattraction hat geschrieben:Gestern bin ich einkaufen gefahren auf einem Weg, den ich fast immer als meinen Lieblingsweg wähle. Nach dem Erreichen einer Anhöhe liegt mit einem Mal wie ein Breitwandbild das Meer vor einem, mit einer Vielzahl von kleinen Inseln, die wie aufgetupfte kleine grüne Farbkleckse aussehen. Es war leicht neblig und die Stimmung hatte etwas Mystisches.

In Worten ist das schwer zu beschreiben, aber mich ergriff eine tiefe Ehrfurcht und das intensive Gefühl, erschaffender Teil dieser so phantastischen Schöpfung zu sein, um dann wieder nach und nach zu verblassen. Nun bin ich da schon oft gefahren, kenne die Schönheit dieses Moments, aber je nach Grad meines Alignments reicht das von "gar nicht bewusst sehen" über "schöner Ausblick" über "herrlich, wunderschön" bis hin zu dem, was ich gestern erfuhr.


Gerade das finde ich super spannend: Es verdeutlicht so die verschiedenen Abstufungen. Und es macht klar, dass bei "schöner Ausblick" sicherlich weniger kreatives Momentum stattfindet, als bei tiefer Ehrfurcht.
Bei meiner Arbeit erlebe ich ähnliches: Ein rein intellektuelles Beschäftigen mit der Materie bringt bei weitem nicht die befriedigenden Ergebnisse in meine Realität, wie die innere Begeisterung, der Flow, den ich mitunter empfinde, wenn ich mich mit Begeisterung über meine Arbeit hermache.
Ich kann das aber in gewisser Weise beeinflussen - das ist der Vorteil.

Du hast gewiss Recht damit, dass man das nicht genau nachmodellieren kann, wie beim NLP.
Aber wenn man orientierungslos ist, kann es vielleicht eine erste Orientierung bieten?!
Aber klar, wenn Ihr das hier schon ausprobiert habt und es hat nicht geklappt, verstehe ich natürlich.
Ich werde es dennoch mal für mich selbst versuchen.

Sehr spannende und anregende Gedanken.

Danke Euch beiden, LoA und Hamfor

Liebe Grüße
Juma
Juma
 


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