Abraham und Familienstellen

Hier ist Raum für eigene Erfahrungen mit der Abraham-Lehre

Abraham und Familienstellen

Beitragvon Zaungast » 24. Mär 2012, 15:22

Hallo zusammen

Ein Buch von B. Hellinger (Anerkennen, was ist) hat vor Jahren bei mir einen großen Wandel im Leben bewirkt. Ich habe in der Folge zwar keine Aufstellung mitgemacht, aber alleine das Lesen und die dadurch ausgelösten inneren und äußeren Veränderungen waren derart gewaltig, wie ich es vorher und nachher bei keiner "Lehre" mehr erlebt habe.

Nun schreibst Du hier, Klara, dass das Familienstellen sehr abrahamkonform ist. Darüber habe ich oft nachgedacht, und ich hatte eigentlich immer den Eindruck, dass es sich um ziemlich verschiedene Ansätze handelt: Während Abraham über das "Denken" positiver Gedanken läuft (egal ob generell oder spezifisch), läuft das Familienstellen über, nun ja, rein über Gefühle, denen aber nicht Gedanken sondern "Haltungen" - zur Welt, zur nahen Umwelt, zur Familie usw...zugrunde liegen.

Das war für mich immer ein Grund, Abraham für "unvollständig zu halten", da ich das Gefühl hatte, die tieferen "Mächte", die in Systemen wirken, werden bei Abraham nicht berücksichtigt.
Weswegen, so habe ich vermutet, manche Leute trotz Bemühens einfach nicht vom Fleck kommen...weil es womöglich in ihrer Familiengeschichte unaufgelöste "Fallstricke" usw. gibt, die alles "Wohlfühlen wollen" schon im Ansatz oder spätestens nach einer Weile blockieren.

In meinem Fall z.B. habe ich nach der Lektüre des Buches ganz deutlich gespürt, dass ich mir immer wieder Steine in den Weg legte aus "Loyalität" zu meinen Eltern ...
Aber das waren keine Glaubenssätze wie - Ich werde scheitern....keine oder nicht nur Widerstände aufgrund gegenteiliger Erfahrungen, sondern vor allem eine Art Sog in eine bestimmte Richtung, ein: Wenn es bei Ihnen so war, kommt Anderes für mich gar nicht in Frage...
Und ich hätte das mit Abraham alleine glaube ich nicht in den Griff bekommen. Dank Hellinger hat es klack gemacht, an einem einzigen Abend...

Aber vielleicht übersehe ich immer noch etwas bei Abraham...?
Und natürlich schließen sich beide "Methoden" auch nicht aus...mich faszinieren ja auch beide, nach wie vor...

Wie seht ihr das? Wie siehst Du das, Klara?

LG,

Z.
Zaungast
 

Re: Abraham und Familienstellen

Beitragvon Klara » 24. Mär 2012, 20:18

Hallo Zaungast,

für mich war das so ein besonderes Erlebnis, weil ich das 1. Mal ganz anschaulich das Gefühl hatte, "das was du hier siehst, ist extra für mich vorgeführte, erlebte Abrahamlehre". Ich betone, dass das mein ganz ureigenes Gefühl ist. Jeder hat ja seinen Fokus woanders, braucht etwas anderes um die Verständnislücken zu füllen. Bei mir war es offenbar das FAmilienstellen. Denn: es wird keine rosa Sauce über Themen geschüttet indem man "nur" positiv denkt und viel zu große Emotionssprünge macht, sondern wirklich vom JETZT Gefühlszustand ausgeht! ABER sich nicht darin suhlt. Es wird einfach klar und nicht weiter als nötig der Ist Zustand dargestellt und dann verwandelt. Ist das nicht fantastisch? Für mich war es das Hochklettern der EGS! Energetische Zustände wurden verändert ohne sich zu verkopfen und somit Widerstand aufzubauen und zu einem leichteren/positiveren Ende bis zu einem HappyEnd gebracht! Die Geschichte wurde sozusagen neu erzählt. Mein gutes Gefühl als Stellvertreterin und das erleichternde Gefühl der Aufsteller waren sozusagen der "Beweis" dafür.
Ich habe das bis jetzt auch bei Abraham so verstanden. Sie betonen ja immer, dass man vom Gefühl-IST-zustand ausgehen soll und diesen positiv verändern.

Dies jetzt mal in Kürze und auf die Schnelle,
Alles Liebe, Klara
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Re: Abraham und Familienstellen

Beitragvon lawofattraction » 25. Mär 2012, 08:50




Liebe Zaungast,

das ist in der Tat eine interessante Frage, die ich mir in der Form noch nicht gestellt habe. Grundsätzlich tendiere ich immer zum sowohl-als-auch statt zum entweder-oder, und direkte Vergleiche sind vielmals gar nicht möglich. Aber ein paar Gedanken habe ich mir schon gemacht. :clown:

Oft ergänzen sich bestimmte Lehren oder überschneiden sich in einigen Punkten, differieren in anderen. Grundsätzlich sehe ich die gleiche Ausgangsbasis eines lösungsorientierten Fokus. Und eine weitere Ähnlichkeit ist das Abziehen des Fokus vom Problem und die Nicht-Bereitschaft, Issues zu diskutieren.

Genauso, wie bei Abraham der Verständnisweg ein sehr intimer und individueller ist, sollte der Aufstellungsarbeit vom Aufsteller ohne weiteres Austauschen darüber mit anderen Raum und Zeit gegeben werden, um Wirkung zeigen, und das ist oftmals ein lange andauernder Prozess innerer Bewegung. Aber es sind natürlich auch ganz spontane Erkenntnisse möglich. Und so, wie Abraham erklären, dass unsere Veränderung eine verändernde Wirkung im Aussen hat, werden auch durch die Aufstellungsarbeit manchmal überraschende Veränderungen anderer Personen sichtbar.

Zaungast hat geschrieben:Während Abraham über das "Denken" positiver Gedanken läuft (egal ob generell oder spezifisch), läuft das Familienstellen über, nun ja, rein über Gefühle, denen aber nicht Gedanken sondern "Haltungen" - zur Welt, zur nahen Umwelt, zur Familie usw...zugrunde liegen.


Es ist doch nicht so, dass Gedanken isoliert im Raum stehen. Fühlen und Denken bedingen sich gegenseitig immer und sind nicht voneinander zu trennen. Abraham betonen seit jeher die Wichtigkeit der Emotionen. Nicht ohne Grund haben sie uns die Emotional Guidance Scale anhand gegeben, an der wir zu jedem Moment unseren Stand "ablesen" können. Und da unsere Gedanken, die erschaffen, und die Gefühle untrennbar mit einander verbunden sind und sich gegenseitig in Endlosschleife bedingen, liegt es auf der Hand, wie wichtig die Emotionen sind. In der neueren Metapher des Grid wird uns sogar empfohlen, vollkommen auf die Schiene des Fühlens zu gehen und so eine stabile Basis zu schaffen, in die das LoA Entsprechendes einfüllen kann.

Bei der Aufstellungsarbeit verbinden wir uns mit dem "Wissenden Feld", das aus Absicht geboren wird und uns wertvolle Informationen über unsere Beziehung zum Aussen gibt - angefangen bei der Familie bis hin zu Problemen im Arbeitsbereich oder gesundheitlichen Herausforderungen. Auch hier sind unsere Gefühle der Anzeiger. Durch das Einschwingen auf dieses Feld werden uns durch unsere Emotionen Informationen zugänglich, die wir mit unseren vielfach betäubten physischen Sinnen nicht erhalten. Würden wir in Termini der Abrahamlehre sprechen, würde ich sagen, das Wissende Feld ist der Kontakt mit dem Inner Being und die durch diese Anbindung gewonnenen Erkenntnisse oder Einsichten in Verborgenes.

Ich finde den Aufstellungsansatz deshalb so interessant, weil er nach meiner Erfahrung auch solche Menschen erreicht, die nicht in "spirituelle Richtungen" gehen möchten und dadurch eine gar nicht klar erkannte Bereitschaft erschafft, Information aus einer Quelle nicht-physischen Ursprungs zu erhalten. Nicht als spirituelle Lehre angeboten besteht eine höhere Öffnung, das Erfahrene anzunehmen, weil es in einem Kontext angeboten wird, der ziemlich diffus ist und erstaunlicherweise von den meisten nicht eingehend hinterfragt wird.

Zaungast hat geschrieben:Aber das waren keine Glaubenssätze wie - Ich werde scheitern....keine oder nicht nur Widerstände aufgrund gegenteiliger Erfahrungen, sondern vor allem eine Art Sog in eine bestimmte Richtung, ein: Wenn es bei Ihnen so war, kommt Anderes für mich gar nicht in Frage...
Und ich hätte das mit Abraham alleine glaube ich nicht in den Griff bekommen. Dank Hellinger hat es klack gemacht, an einem einzigen Abend...


Glaubenssätze sind meist nicht unbedingt klar erkannte Gedanken wie "ich werde scheitern" , sondern sie arbeiten oft unerkannt im "Untergrund" und werden nicht bewusst als limitierend erkannt. Genau diese Glaubenssätze macht ja die Aufstellungsarbeit transparent, indem sie die verborgenen Zusammenhänge des inneren Bildes des Aufstellenden im Aussen sichtbar macht. Für mein Empfinden sind das sehr wohl die oft über Generationen mitgeschleppten, als etwas Eigenes akzeptierten und nicht hinterfragten GS der Familie im Falle des Familienstellens. Bei der weiter gefassten Aufstellungsarbeit sind es die persönlichen GS, also immer wieder gedachte Gedanken.

Zaungast hat geschrieben:Das war für mich immer ein Grund, Abraham für "unvollständig zu halten", da ich das Gefühl hatte, die tieferen "Mächte", die in Systemen wirken, werden bei Abraham nicht berücksichtigt.


Für mein Empfinden gehen Abraham sogar noch viel tiefer als jegliche Aufstellungsarbeit - durch ihre Betonung unseres göttlichen Ursprungs und im Falle der Familienzugehörigkeit durch die Anerkennung unserer Absichten, in eine bestimmte Familie geboren zu werden, die genau die Bedingungen schafft, um gewisse Erfahrungen zu machen. Klarer und einleuchtender könnte für mich der Ursprung der "Mächte der Systeme" nicht erklärt werden.

Danke für das interessante Thema, ich werde mal ein wenig weiter "grübeln".

Lieben Gruss und einen schönen Sonntag
Loa



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Re: Abraham und Familienstellen

Beitragvon Zaungast » 25. Mär 2012, 14:02

Hallo loa :clown:

...bitteschön :clown:

Ich finde das Thema auch sehr interessant- viell. kann ich anhand dieses Themas auch endlich mal meine Haltung zu Abraham klären - die wabert immer noch so herum - was ich auch nicht ändern kann; ist einfach so.
Die Faszination und Anziehung bleiben, die Zweifel auch.

Ich antworte erstmal auf Dein post:

lawofattraction hat geschrieben:Grundsätzlich tendiere ich immer zum sowohl-als-auch statt zum entweder-oder, und direkte Vergleiche sind vielmals gar nicht möglich.


Bzg. des ersten Teils Deiner Aussage bin ich ganz Deiner Meinung. Gerade wenn man von zwei Ansätzen irgendwie (ich...) oder vollständig (Du) überzeugt ist, wäre es sehr seltsam, wenn diese einander ausschlössen. Ich suche dann aber eben doch nach Kompatibilität, d.h. ich kann gar nicht vermeiden zu vergleichen.
Die Kompatibilität halte ich bei Abraham und Hellinger (sag ich jetzt mal so - es gibt noch andere, aber mir liegt Hellinger sehr) auf jeden Fall für gegeben, auch aus den von Dir genannten Gründen.

Der Hauptunterschied - der in diesem Sinne kein Unterschied ist, weil nicht ein Modell einem anderen gegenüber gestellt wird, sondern bei Hellinger noch eine zusätzliche Ebene existiert (so sehe ich das) liegt hier:
Für Abraham gilt:
lawofattraction hat geschrieben: Und da unsere Gedanken, die erschaffen, und die Gefühle untrennbar mit einander verbunden sind und sich gegenseitig in Endlosschleife bedingen,


Veränderung kann stattfinden entweder über die Gedanken oder die Gefühle. Anders kann ich den Hebel bei Abraham nicht ansetzen. Und so wie ich Abraham verstehe, steht immer das Individuum als Individuum im Zentrum der Aufmerksamkeit.

Über Aufstellungsarbeit schreibst Du:

lawofattraction hat geschrieben:Bei der Aufstellungsarbeit verbinden wir uns mit dem "Wissenden Feld", das aus Absicht geboren wird und uns wertvolle Informationen über unsere Beziehung zum Aussen gibt - angefangen bei der Familie bis hin zu Problemen im Arbeitsbereich oder gesundheitlichen Herausforderungen. Auch hier sind unsere Gefühle der Anzeiger. Durch das Einschwingen auf dieses Feld werden uns durch unsere Emotionen Informationen zugänglich, die wir mit unseren vielfach betäubten physischen Sinnen nicht erhalten. Würden wir in Termini der Abrahamlehre sprechen, würde ich sagen, das Wissende Feld ist der Kontakt mit dem Inner Being und die durch diese Anbindung gewonnenen Erkenntnisse oder Einsichten in Verborgenes.


Zunächst: Das mit der Absicht verstehe ich nicht ganz; meinst Du, es wird geboren aus der Absicht, eine Lösung zu finden? Insgesamt verstehe ich auch nicht ganz, was Du mit "wissendem Feld" meinst.

So, wie ich Hellinger verstanden habe, verbinden wir uns immer. Aber zunächst nicht (nachgeburtlich bewusst - über vorgeburtliche Absichten schreibt er nichts, also kann Abraham hier einfach als Ergänzung gesehen werden) willentlich, sondern sind immer schon eingebunden - wir sind also immer auch mehr als bloßes Individuum. Eben auch noch eingebunden (oder neg. verstrickt) in diverse Systeme, Teil eines größeren Ganzen.
Wobei dieses uns - und wir uns in ihm - sehr behindern können, wenn wir "äußerlich" um Ausgleich bemüht sind. Wir suchen eine Lösung und verstricken uns in einem endlosen Herumgezerre immer mehr.
Der Ausweg besteht in dem Blick über die Systemkomponenten hinaus auf das ganz große Ganze, im Vertrauen, im Zurückgeben der Würde, in Ermächtigung, in der Verbindung mit etwas, was die Systeme weit übersteigt...
Das ist für mich Abrahams alignment; das "Anerkennen was ist" und das "make peace with where you are" passen absolut zusammen, das "don't push against it" ist genau das "Loslassen" der Anderen in Systemen (das ist jetzt mal so dahin gesagt - ich habe das alles auch nicht mehr so gut im Kopf) ....das alles geht zusammen.

Der Hebel aber kann bei Aufstellungen eben auch in der - körperlich sichtbar gemachten - Haltung zu den anderen angesetzt werden, im verändern der individuellen Stellung im System.

Der Knackpunkt (die Unterschiede) sind die Voraussetzungen:

Bei Abraham liegen die Schwierigkeiten im Individuum, das blockierende Widerstände aufgebaut hat.
Bei Systemtheorieen liegen die Schwierigkeiten im Individuum und seiner tieferliegenden (nicht bewussten) Haltung zum konkreten Außen, indem es in den Fallstricken des Systems hängt...was sich in einer "ungesunden" Haltung zu den Systemmitgliedern äußert. Oder umgekehrt...

Das Aufgeben der Widerstände bei Abraham führt sicherlich zum gleichen Ergebnis wie das Lösen der Verstrickungen....aber die Methode - der Weg - ist ein anderer, oder?

In beiden Fällen geht es darum, sich auf sich selbst zu besinnen - oder eher auf sich SELBST - aber bei der Aufstellungsarbeit haben die Anderen eine andere Rolle...?
Ich löse hier ja auch durch heilende Sätze (bei Hellinger jedenfalls)....d.h. in Kommunikation (in alignter Kom.) mit den Anderen, die auch das System bestimmen.
DAS ist, was mir bei Abraham fehlt - da mache ich - so scheint es mir - alles mit mir alleine aus. Was viele - mich auch - einfach überfordert.

lawofattraction hat geschrieben:Genau diese Glaubenssätze macht ja die Aufstellungsarbeit transparent, indem sie die verborgenen Zusammenhänge des inneren Bildes des Aufstellenden im Aussen sichtbar macht. Für mein Empfinden sind das sehr wohl die oft über Generationen mitgeschleppten, als etwas Eigenes akzeptieren und nicht hinterfragten GS der Familie im Falle des Familienstellens. Bei der weiter gefassten Aufstellungsarbeit sind es die persönlichen GS, also immer wieder gedachte Gedanken.


Ja. Aber woher kommen die Glaubenssätze und WAS zementiert sie so fest ein? Abraham geben darauf keine Antwort- (denke ich), und es ist auch nicht wichtig. Bzw. geht es vor allem um die Wiederholung - um "oft gedachte" Gedanken.
Bei der Aufstellungsarbeit spielt die "Loyalität", - Hellinger nennt das immer Liebe, aber ich tu mich da schwer :oops: - eine große Rolle.
Wenn ich beispielsweise "dachte", ich "MUSS" scheitern, ich "darf" keinen Erfolg haben, dann lag das nicht (nur) daran, dass das immer schon in meiner Familie gedacht wurde, bewusst oder unbewusst, sondern auch daran, dass ich das "Gefühl" (und das war eben kein affektives Gefühl, sondern eher ein "Eindruck", ein "Richtungsschild", ein...???) hatte, "es stünde mir nicht zu, meine Eltern zu übertreffen."
(Das ist die weitere Ebene, von der ich oben gesprochen habe.)

Das war die Erkenntnis an einem Abend, dass dieser "Eindruck" mir klar wurde...und seine Falschheit.

Und mit "Erkenntnis" meine ich ein Erlebnis - ich habe das erlebt, durch und durch gespürt. So dass ich fast die Bezeichnung "Glaubenssatz" für unpassend halte.

"Prägung" ist vielleicht besser...aber nicht Prägung durch Wiederholung, sondern Prägung aufgrund meiner Stellung als Einzelne in einem Ganzen.

Deswegen ist sie ja auch so wiederhol- und reproduzierbar, diese "Prägung"; ich stelle jemanden in eine gewisse Position und er fühlt Gefühle, die genau denen der dargestellten Person entsprechen, ohne zugrundeliegende Gedanken jemals vorher gedacht zu haben.
Er ist dann in Verbindung erstmal zum Systemfeld. Das wohl nicht Dein "wissendes" Feld ist...?

Dieser Bereich der "Prägungen" aufgrund systemischer Einbindung, aufgrund des Ortes eines Einzelnen in einem Gesamtsystem, kommt für mich bei Abraham zu kurz. Denn nach Abraham versuche ich als Individuum, mich aufzurappeln, die EGS hochzuklettern, den Grid zu stricken, aber das System, sofern ich mich da nicht auch befreit habe, hat mich irgendwann doch wieder am Wickel.

Durch Alignment, Wertschätzung, durch "Nicht-Kämpfen" usw. lässt sich das vielleicht langfristig auch lösen...aber ich habe da eben so meine Zweifel....
Der "Aufstellungs"hebel ist für meine Begriffe viel näher an der Lösung...

lawofattraction hat geschrieben:Für mein Empfinden gehen Abraham sogar noch viel tiefer als jegliche Aufstellungsarbeit - durch ihre Betonung unseres göttlichen Ursprungs und im Falle der Familienzugehörigkeit durch die Anerkennung unserer Absichten, in eine bestimmte Familie geboren zu werden, die genau die Bedingungen schafft, um gewisse Erfahrungen zu machen. Klarer und einleuchtender könnte für mich der Ursprung der "Mächte der Systeme" nicht erklärt werden.


Abraham erklären viell. den Ursprung, aber eben nicht die "Macht" der "Macht"...(sorry für die misslungene Rhetorik :-) )

Erstmal soweit...

Ich freue mich über den Austausch!!!

LG,

Z.
Zaungast
 

Re: Abraham und Familienstellen

Beitragvon Zaungast » 25. Mär 2012, 20:42

Das Lustige ist, dass ich gerade jetzt, beim Schreiben, bzw. beim Überdenken des Geschriebenen, etwas über mich gelernt habe; nämlich, dass ich das "System" als einengend denke und davon ausgehe, dass die Lösung erfolgen muss, um mich sozusagen vom System und seinen "Fallstricken" zu befreien.

Tja, daher auch die Abneigung gegen die "Liebe"...

Mein dahinter stehendes Gedankengebäude ist das eigentlich individualistische.... :oops:

Stattdessen geht es nicht um "Befreiung vom" sondern um "Einklang mit" dem System.

Gerade habe ich das hier gelesen:

" Die Bewegungen kommen in der Aufstellung (zuvorderst die am stärksten wirkende Kraft) unausweichlich wieder zu den Ereignissen, die den innewohnenden Fluss von „Liebe“ des Systems unterbrochen haben. Es ist wahrzunehmen, dass manche Bewegungen aus eigener Kraft nunmehr zu einer heilenden, aussöhnenden Bewegung sich vollenden – und damit Lösendes und Friedenbringendes für das System einleiten; ..."

Nunja, auch hier steht die "Liebe" in Anführungszeichen - ob "Loyalität" aber ein passenderer Ausdruck ist, bezweifle ich....

Jedenfalls aber geht es um Einklang im und mit dem System.
Bei Abraham ist der gegeben, wenn ich in Einklang mit mir SELBST bin....aligned.
Das ist ganz sicher richtig. Aber eben ein schwieriger Weg, denke ich. Oder ein herausfordernder.
Und dieses SELBST ist ...was?
Familiensysteme und ihre "natürliche" Ordnung spielen hier keine Rolle, oder?

Bei Aufstellungen hingegen schon. Harald Homberger :

"Fliegende Wildgänse im Herbst sind für mich stets ein Bild einer Ordnung, in der jeder seinen Platz kennt. Sie werden geleitet von einer größeren Kraft. Sie sind für mich ein Bild von Freiheit und doch Eingebundensein in ein größeres Ganzes. Es liegt viel Kraft in diesem Miteinander.

Auch wir Menschen sind in eine Ordnung eingebunden. Wenn wir sie achten, fällt uns das Leben leichter. Wird diese Ordnung verletzt, entstehen immer wiederkehrende Probleme, oft über mehrere Generationen hinweg, deren Lösung sich uns scheinbar entzieht. Hier können Familienaufstellungen eine Lösung aufzeigen."

Die Lösung ist hier das Finden des natürlichen heilenden Platzes im System, bei Abraham das alignment mit ...?
(Nach meinem Freund Spinoza das Erkennen des eigenen Wesens, das immer in Übereinstimmung ist mit allem - das Finden des who you really are)

Ich wiederhole mich und höre jetzt auch auf. Um irgend etwas schleiche ich da herum...

Demnächst werde ich aber auch eine Aufstellung besuchen, denn ich spüre in mir immer noch einen großen Trotz, ein - "Ich allein gegen den Rest der Welt" - ein unalignment, dem ich mit Abraham bisher nicht beikommen konnte und das mich aber gründlich behindert.
Vielleicht bringt mich eine Verbindung von Abraham und Hellinger weiter....

LG!
Zaungast
 

Re: Abraham und Familienstellen

Beitragvon Lilith » 25. Mär 2012, 22:53

Zaungast hat geschrieben:"Fliegende Wildgänse im Herbst sind für mich stets ein Bild einer Ordnung, in der jeder seinen Platz kennt. Sie werden geleitet von einer größeren Kraft. Sie sind für mich ein Bild von Freiheit und doch Eingebundensein in ein größeres Ganzes. Es liegt viel Kraft in diesem Miteinander.

Auch wir Menschen sind in eine Ordnung eingebunden. Wenn wir sie achten, fällt uns das Leben leichter. Wird diese Ordnung verletzt, entstehen immer wiederkehrende Probleme, oft über mehrere Generationen hinweg, deren Lösung sich uns scheinbar entzieht. Hier können Familienaufstellungen eine Lösung aufzeigen."

[...]

Demnächst werde ich aber auch eine Aufstellung besuchen, denn ich spüre in mir immer noch einen großen Trotz, ein - "Ich allein gegen den Rest der Welt" - ein unalignment, dem ich mit Abraham bisher nicht beikommen konnte und das mich aber gründlich behindert.


Liebe Zaungast,

ich kenne dieses Prinzip von Homberger nicht. Aber zu den obigen Zitaten fielen mir dann doch ein, zwei Gedanken ein. Möglicherweise sind die obigen Zitate dann doch zu sehr aus dem Kontext gerissen, in diesem Fall lasse ich mich gern belehren.

Die Kraft im Miteinander der Wildgänse resultiert daraus, dass sie ihren Platz in der Gruppe genau kennen. Er ist ihnen qua Natur und Instinkt zugewiesen, da ist relativ wenig Widerstand im Spiel.
Wir Menschen sind aber nicht auf diese Welt gekommen, um eine natürliche Nische zu finden oder uns in einen Familienverband einzufügen. Wir sind auch nicht auf die Welt gekommen, um einander zu brauchen oder gemeinsam ums Überleben zu kämpfen. Wir sind mächtige Schöpfer, über-autonome physische Manifestationen der Quelle. Unser instinktives Wissen ist es, in Verbundenheit mit der Quelle als einzelne Schöpfer zu handeln. Wenn wir nun in eine Familie hineingeboren wurden, dann nur deshalb, weil wir sie uns selbst als die optimale Bedingung für unsere Ausdehnung und Entwicklung ausgesucht haben.

"Ich allein gegen den Rest der Welt" ist für mich der natürlichste Impuls eines autonomen, mächtigen Wesens, das innerlich so sehr auf seine Verbundenheit mit der Quelle vertraut, dass es jegliche Versuche der Außenwelt, es in irgendwelche Verbände einzugliedern, ablehnt. Vielleicht ist dieser Widerstand, den du spürst, liebe Zaungast, eigentlich das Wissen um deine innere Verbundenheit mit der Quelle, das Vertrauen, dass du ganz allein der Schöpfer deines Universums bist - allen Gruppengeschichten und Familienkonstellationen zum Trotz.

Ich sag mal ganz plump, wenn ich das menschliche Wesen mit einer Wildgans vergleichen müsste, so ist das einzig vorbildhafte für mich ihr Mangel an Widerstand und das absolute Vertrauen in das Universum, dass uns tierische Wesen sehr gut vormachen. Kraft aus einer Gemeinschaft zu schöpfen ist für mich eher eine Assoziation der Ohnmacht und Abhängigkeit des Einzelnen, die sich nur im Großen Ganzen kompensieren lässt. Und dass das Leben leichter ist, wenn man sich an Regelwerke hält, na ja. Zum Aspekt dieses 'pleasing others' haben Abraham bisher einiges gesagt...

Wenn sich so eine Familienaufstellung gut anfühlt oder neue Erkenntnisse bringt, würde ich auch unbedingt noch einmal hingehen. Wenn sich dagegen Widerstand in dir regt, dann nicht.

Mitternachtsgruß, Lilith
Ich bin ein Außenposten der Quelle auf dieser Welt.
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Re: Abraham und Familienstellen

Beitragvon shaoli » 25. Mär 2012, 23:16

Hi Zaungast,

ein Thema, das mich auch immer wieder beschäftigt und ich sehe das mittlerweile so:

Abraham betonen ja immer wieder, dass wir nicht mir der Absicht auf die Welt kommen, hier Friede-Freude-Eierkuchen
vorzufinden, aber mit dem Wissen, machtvolle Schöpfer zu sein, verbunden mit der Quelle, mit allem was ist. Wir können gar nichts anderes sein als ewiges Bewußtsein und Schwingungswesen - und unsere Eltern, Großeltern etc. sind ebenfalls Schwingungswesen. Diese generationsübergreifenden Probleme, aber auch das Gegenteil davon, sind Schwingungsgeschichten, sind LoA. Ein Kind nimmt, zumindest in den ersten Lebensjahren, die vorherrschende Schwingung in der Familie als einzige oder zumindest stärkste wahr und so wird es selber zur schwingungsmäßigen Entsprechung, bis zunehmend eigene Erfahrungen macht und eigene Gedanken denkt. Gerade an der Grid-Metapher kann man das, zumindest habe ich es so verstanden, sehr schön nachvollziehen, wie alles miteinander verwoben und verbunden ist, jede noch so kleine, scheinbar unbedeutende Begebenheit mit der anderen.

Diesen Sog, von dem du schreibst - ich empfinde es so , als würde mich " etwas " immer wieder zurückziehen in die
Schwingungsrealität meiner Kindheit. Man weiß, oder glaubt oder will, dass man schwimmen kann und auch, dass da ruhigere Gewässer sind, blauer Himmel und ein Ufer, aber man schafft es bestenfalls, dem Sog für eine Weile zu entkommen und sich auszuruhen, dann zieht es einen wieder zurück.

Ich habe lange gebraucht, um zu kapieren, dass dieser Sog nur aus meinen eigenen Gefühlen besteht, die ich ursprünglich zu den Dingen entwickelt habe. Die Erfahrung ist längst beendet, nur die Gefühle sind geblieben und in meiner Schwingung weiter aktiv - und somit, in Teilen oder Spuren, auch die Schwingung derer, die sie geprägt haben ( mir fällt gerade kein schöneres Wort dafür ein ).
Und so hat sich mein Leben in mancherlei Hinsicht, recht ähnlich gestaltet wie das meiner Mutter, meiner Großmutter...

Familienaufstellungen, oder das, was ich darüber gelesen habe und Abraham sind für mich insofern völlig kompatibel, denn beide führen ( oder sollen es ) `raus aus der emotionalen Verstrickung . Jedenfalls habe ich in beiden Fällen das Gefühl einer höheren und einer inneren Ordnung, so, als würden die Dinge an den rechten Platz gerückt.

Liebe Grüße
Shaoli
Wo der Gedanke ist, da ist der Denkende.
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Re: Abraham und Familienstellen

Beitragvon Yvonne » 26. Mär 2012, 07:40

Hallo Lilith,

dein Posting empfinde ich als sehr stimmig.
Um das Bild der Wildgänse noch einmal aufzugreifen: Hier geht es ganz einfach um das Prinzip minimalen Einsatz bei maximalem Nutzen, Formationsflug ist kraftsparend, das ist der einzige Grund. Ansonsten ziehen Tiere die Freiheit nämlich immer der Sicherheit vor.

„Genau wie alle wilden Tiere, willst du deine Autonomie. Du willst Freiheit. Du willst frei sein von negativen Gefühlen. Du willst unabhängig sein von Leuten, die dir sagen was du zu tun hast. Ob du dir nun dessen bewusst bist, oder nicht: alles was du willst, ist ein Gefühl des Wohlbefindens.“

„Der eine Umstand, der den meisten Menschen nicht bekannt ist, wird von den Tieren verstanden: Das es von Wohlergehen wirklich nur so wimmelt und das ihr gesegnete Wesen seid die in einer Atmosphäre voller Annehmlichkeiten leben. Und so lange du nichts tust was das Wohlergehen unterbricht, wird es dir gehören. Halte Ausschau nach Beweisen für das Wohlergehen. Befürworte lieber das Wohlergehen, anstatt das Loswerdens dessen was sich nicht nach Wohlergehen anfühlt. Dann werden deine eigenen persönlichen Erfahrungen anfangen, sich Stück für Stück für dich befriedigender zu gestalten.“

Die Interpretation Hombergers hinkt also gewaltig, für mein Empfinden.

Yvonne
Hast Du endlich genug? Willst du eine Antwort auf alle deine Fragen? Oder willst du nur Dampf ablassen?
Was interessiert mich das Problem, wenn sich die Lösung toll anfühlt. IT'S EASY!
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Re: Abraham und Familienstellen

Beitragvon lawofattraction » 26. Mär 2012, 08:25

Zaungast hat geschrieben:ichh finde das Thema auch sehr interessant- viell. kann ich anhand dieses Themas auch endlich mal meine Haltung zu Abraham klären - die wabert immer noch so herum - was ich auch nicht ändern kann; ist einfach so.
Die Faszination und Anziehung bleiben, die Zweifel auch.


Hallo Zaungast,

diese Zweifel ziehen sich ja wie ein roter Faden durch Deine Posts hier im Forum. Mittlerweise befällt mich ein wenig Verzweiflung :clown: ob Du denn jemals an einen Punkt kommen wirst, an dem Du aufhören kannst, Argumente und Gegenargumente aufzuführen, um Dich klar zu positionieren. Eines sollte Dir aber klar sein - in einer Schwingung des Zweifels wirst Du niemals Klarheit zu einem Thema erhalten.

Vielleicht kannst Du es Dir durch den Gedanken etwas leichter machen, dass der Glaube an die Abrahamlehre sicher nicht das Ziel jeden Menschen sein soll und kann und viele auch ohne ihn sehr freudvoll leben. Dann ist es eben etwas anderes, was erfüllt und einen gangbaren Weg des Verständnis über das Leben darstellt.

Zaungast hat geschrieben:..... sondern bei Hellinger noch eine zusätzliche Ebene existiert (so sehe ich das) liegt hier: .....Veränderung kann stattfinden entweder über die Gedanken oder die Gefühle. Anders kann ich den Hebel bei Abraham nicht ansetzen. Und so wie ich Abraham verstehe, steht immer das Individuum als Individuum im Zentrum der Aufmerksamkeit.


Bei Abraham liegt die Betonung nicht auf dem Individuum physischer Mensch, sondern auf ihm als physische Ausformung eines viel grösseren göttlichen "Teils" als wiederum integraler Teil eines Grossen Ganzen. Eine höhere Ebene, die ja zwangsläufig alles andere einschliessen muss, kann ich mir nicht vorstellen.

Zaungast hat geschrieben:Zunächst: Das mit der Absicht verstehe ich nicht ganz; meinst Du, es wird geboren aus der Absicht, eine Lösung zu finden? Insgesamt verstehe ich auch nicht ganz, was Du mit "wissendem Feld" meinst.


Ja zur ersten Frage. Das wissende Feld ist die bei den Aufstellungen zugängliche Information, die nicht auf dem uns üblichen Weg zustande kommt durch unsere physischen Sinne, sondern vielmehr Energie/Schwingung ist. Durch die Absicht kann sich ein Stellvertreter einklinken in dieses Feld und so Informationen erhalten, die ihm auf anderem Weg nicht zugänglich sind oder waren.

Zaungast hat geschrieben:Der Ausweg besteht in dem Blick über die Systemkomponenten hinaus auf das ganz große Ganze, im Vertrauen, im Zurückgeben der Würde, in Ermächtigung, in der Verbindung mit etwas, was die Systeme weit übersteigt...
Das ist für mich Abrahams alignment; das "Anerkennen was ist" und das "make peace with where you are" passen absolut zusammen, das "don't push against it" ist genau das "Loslassen" der Anderen in Systemen (das ist jetzt mal so dahin gesagt - ich habe das alles auch nicht mehr so gut im Kopf) ....das alles geht zusammen.


Das grosse Ganze ist bei der Familien-Aufstellungsarbeit ein anderes als das, was wir bei Abraham finden. Ein über den Verband hinausgehende Verbindung wird nicht thematisiert. Die Aufstellung hat ja zum Ziel, dass jeder der Beteiligten im System wieder den "ihm zustehenden Platz" einnehmen kann, den er deswegen nicht beanspruchen konnte, weil einem anderen, vielleicht auch vor Generationen, sein Recht auf Zugehörigkeit verweigert wurde.

Für mich ist der Hintergrund des "Funktionierens" der FA nichts anderes als das, was Abraham "das Schauen mit den Augen der Quelle" nennen. Aus dem Vortex heraus besteht kein Ungleichgewicht, keine Uneinigkeit, sondern nur vollendete Harmonie.

Zaungast hat geschrieben:Ich löse hier ja auch durch heilende Sätze (bei Hellinger jedenfalls)....d.h. in Kommunikation (in alignter Kom.) mit den Anderen, die auch das System bestimmen.
DAS ist, was mir bei Abraham fehlt - da mache ich - so scheint es mir - alles mit mir alleine aus. Was viele - mich auch - einfach überfordert.


Hellinger hat vor einigen Jahren begonnen, zugunsten dessen, was er "Bewegungen der Seele" nennt, weitgehend auf das Nachsprechen von Lösungssätzen zu verzichten. Die Aufstellungen finden dann ohne jegliches Eingreifen des Therapeuten statt und die beteiligten Aufgestellten folgen einfach nur ihren Gefühlen und Bewegungsimpulsen. Das sind oft stundenlange Prozesse der langsamen Entwicklung und Lösung.

Die von Hellinger als Lösungssätze gewählten Aussagen werden ja auch als sehr kontrovers betrachtet - neben einem hierarchischen Mann-Frau- und Familien-Gefälle ist auch das Prinzip von Schuld und Sühne stark vertreten, ebenso wie ein Aberkennen oder ein Zuschreiben von Würde, dem Verneigen als äusserer Beweis der Unterwerfung und einiges andere. Hier besteht natürlich eine grosse Diskrepanz zu Abraham, die uns die Unverletzlichkeit unserer Würde lehren und uns unserer Unangreifbarkeit aufgrund unseres angeborenen Wertes versichern.

Zaungast hat geschrieben:Wenn ich beispielsweise "dachte", ich "MUSS" scheitern, ich "darf" keinen Erfolg haben, dann lag das nicht (nur) daran, dass das immer schon in meiner Familie gedacht wurde, bewusst oder unbewusst, sondern auch daran, dass ich das "Gefühl" (und das war eben kein affektives Gefühl, sondern eher ein "Eindruck", ein "Richtungsschild", ein...???) hatte, "es stünde mir nicht zu, meine Eltern zu übertreffen."
(Das ist die weitere Ebene, von der ich oben gesprochen habe.)


Was Du hier eine weitere Ebene nennst, nennen Abraham die Schwingung. Unausgesprochenes wird durch Schwingung aufgegriffen und verinnerlicht. Du nennst es nachfolgend "Prägung".

Zaungast hat geschrieben:Demnächst werde ich aber auch eine Aufstellung besuchen, denn ich spüre in mir immer noch einen großen Trotz, ein - "Ich allein gegen den Rest der Welt" - ein unalignment, dem ich mit Abraham bisher nicht beikommen konnte und das mich aber gründlich behindert.
Vielleicht bringt mich eine Verbindung von Abraham und Hellinger weiter....


Du kannst auch Deine zwiegespaltene Stellung zu Abraham aufstellen. 8-)

Abgesehen davon würde ich jedem empfehlen, vor einer eigenen Aufstellung als Stellvertreter/Beobachter beizuwohnen, um die Arbeitsweise auf Kompatibilität zu prüfen und ein Gefühl für das zu bekommen, was in einer Aufstellung auf energetischer Basis geschieht.

Lieben Gruss
Loa



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Re: Abraham und Familienstellen

Beitragvon Zaungast » 26. Mär 2012, 12:12

Liebe Loa

Danke für diese ausführliche Antwort. Das ergibt alles Sinn. (Cómo qué no... 8-) )

lawofattraction hat geschrieben:Du kannst auch Deine zwiegespaltene Stellung zu Abraham aufstellen.


Das war auch mein Gedanke beim Aufschreiben :P . Ich habe mir dann vorgestellt, im Raum eine(n) Abrahamstellvertreter(in) zu suchen....wie der oder die wohl aussehen - schwingen - würde...

Aber nein, das steht nicht an oberster Stelle auf der Prioritätenliste...irgendwann mal :clown:

Die Aufstellungsenergie habe zumindest ich schonmal sehr klar gespürt, indem ich nach Lesen des Hellinger-Buches und gedanklicher Neustrukturierung am nächsten Tag durch eine Verkettung unglaublicher Zufälle meinem Vater über den Weg lief, den ich ein Jahr lang nicht gesehen hatte...
Aber auch schonmal bei einer echten Aufstellung.
(Ich erzähle das nicht, weil ich mich direkt angesprochen gefühlt hätte - Du empfiehlst "stille" Teilnahme als Vorbereitung Jedem, und das ist sicher ein guter Rat. Ich wollte nur die Geschichte loswerden... :clown: )

Auch meine finanzielle Situation und noch so Manches andere haben sich geändert bzw. verbessert nur nach der Lektüre und daraus folgenden "Handlungen" oder Bewegungen...
Ich habe mir keine großen Steine mehr in den Weg gelegt.

Aber auch mit Abraham habe ich schon so manches Wunder erlebt, und ja, jetzt sehe ich die Vereinbarkeit sehr deutlich. Nur dass es mir eben einfacher scheint, sich erstmal mit einem begrenzten System in Einklang zu bringen als gleich mit dem Großen Ganzen...das ja doch nur ich Selbst bin...

Vielleicht eben wegen der "natürlichen" Ordnung, wie auch immer die aussieht, die bei Abraham keine ausgesprochene Rolle spielt.

Ich wünsche allen einen wunderschönen Tag!

Z.
Zaungast
 

Re: Abraham und Familienstellen

Beitragvon Zaungast » 26. Mär 2012, 12:21

Hallo Lilith

Lilith hat geschrieben:Wir Menschen sind aber nicht auf diese Welt gekommen, um eine natürliche Nische zu finden oder uns in einen Familienverband einzufügen. Wir sind auch nicht auf die Welt gekommen, um einander zu brauchen oder gemeinsam ums Überleben zu kämpfen.


Ich glaube, es geht nicht ums Einfügen, womöglich auf Kosten der individuellen Freiheit. Eher geht es auch hier um Anbindung an ein Kraftfeld, das einem verschlossen bleibt, wenn man "dagegen" ist. "Dagegen" ganz allgemein verstanden...

Lilith hat geschrieben:"Ich allein gegen den Rest der Welt" ist für mich der natürlichste Impuls eines autonomen, mächtigen Wesens, das innerlich so sehr auf seine Verbundenheit mit der Quelle vertraut, dass es jegliche Versuche der Außenwelt, es in irgendwelche Verbände einzugliedern, ablehnt.


Das ist so in etwa der Gedanke, bei dem ich mich ertappt habe. Aber es ist ja nicht:

"Quelle" vs. "Außenweltverbände"

Wenn man so denkt, geht alignment letztlich auch schief.

Es ist:

Verbundenheit mit der Quelle aufgrund Widerstandlosigkeit.

Ablehnung ist aber immer Widerstand.
Wenn ich mich also gegen Versuche der Außenwelt, was auch immer mit mir anzustellen, auflehne oder diese ablehne...ist das nicht konstruktiv. Aber das weißt Du, denke ich.

Und hast das von Dir Geschriebene wohl auch nicht im Sinne eines "Von Euch lass ich mir gar nichts sagen" gemeint... :clown:
Ich wollte das nur nochmal betonen...um es endlich mal selbst so ganz zu erleben.

Ich kämpfe und reibe mich immer noch in meiner Beziehung und werde den Glauben an mein "Recht" nicht los...was nix bringt, wie das Zitat von vorgestern, glaube ich, auch so schön sagt 8-)

Aber natürlich geht es auch nicht ums "unalignte" Nachgeben... 8-)
Worum es geht - DAS will ich endlich rausfinden. Und das möglichst absichtslos - ... :roll: :P
Schönen erfüllten Tag auch Dir!!!
Zuletzt geändert von Zaungast am 26. Mär 2012, 12:42, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Abraham und Familienstellen

Beitragvon Zaungast » 26. Mär 2012, 12:39

shaoli hat geschrieben:Diesen Sog, von dem du schreibst - ich empfinde es so , als würde mich " etwas " immer wieder zurückziehen in die
Schwingungsrealität meiner Kindheit. Man weiß, oder glaubt oder will, dass man schwimmen kann und auch, dass da ruhigere Gewässer sind, blauer Himmel und ein Ufer, aber man schafft es bestenfalls, dem Sog für eine Weile zu entkommen und sich auszuruhen, dann zieht es einen wieder zurück.

Ich habe lange gebraucht, um zu kapieren, dass dieser Sog nur aus meinen eigenen Gefühlen besteht, die ich ursprünglich zu den Dingen entwickelt habe. Shaoli


Hallo Shaoli....

Ja, er besteht aus den eigenen Gefühlen, aber inwieweit man die in der Hand hat, wenn man nur sie betrachtet, das weiß ich noch nicht. Eben - da kann so ein Sog sein...weil man eben auch Teil eines Ganzen ist, das sie mitbestimmt...und das uns stützt, sofern wir mit ihm in Einklang sind, das aber auch jeden aktiven Widerstand ahndet. (Nicht absichtlich.)
Befreiung kann erfolgen durch Einklang mit diesem Ganzen und/oder eben mit dem Großen Ganzen...mit sich selbst...
Wobei der Einklang mit dem großen Ganzen sich automatisch einstellt (momentan oder dauerhaft), wenn der Einklang mit dem "kleinen Ganzen" gegeben ist...und umgekehrt...aber der zweite Weg (das abrahamsche alignemt) empfinde ich als schwieriger, abstrakter....aber auch direkter.
Manch einen spricht beides an, andere viell. nur einer der Wege.

Lieben alignten Gruß :clown:

Z.
Zaungast
 

Re: Abraham und Familienstellen

Beitragvon shaoli » 27. Mär 2012, 13:56

Hi Zaungast,

hmmm... ich empfinde es genau andersrum: bin ich im Einklang mit dem großem Ganzem - mit mir - stellt sich der Einklang mit dem kleinen Ganzen ( ich nehme an, du meinst damit das soziale Umfeld ? ) automatisch ein. Abraham sagen, dass es eine falsche Annahme sei, dass wir nur dann mit einer anderen Person in Harmonie leben können, wenn wir diegleichen Dinge wollen und glauben und eben auch, dass zuerst die Harmonie zwischen dir und dir gefunden sein muß, damit andere Formen der Harmonie möglich sind. WEnn ich jetzt an dir oder am Thema vorbeirede, dann ignoriere mich bitte.

Weißt du dieser Satz: " Ich kämpfe und reibe mich immer noch in meiner Beziehung und werde den Glauben an mein "Recht" nicht los..." hätte von mir sein können, während ich mich von meinem Ex-Mann getrennt habe. Und jeder " Profi " in beratender Funktion, den ich damals hinzugezogen habe, hat mir Recht gegeben - heute weiß ich, dass ich tausend Menschen hätte finden können, die mir Recht hätten geben können, ich hätte nicht weiter entfernt sein können von Harmonie und Einklang.

Gut gefühlt habe ich mich nie - ich dachte lediglich, es würde besser werden, wenn ich " gesiegt " habe. Stattdessen habe ich das Unerwünschte einfach nur immer weiter in meiner Schwingung aktiviert und eins weiß ich jetzt auch: nämlich, dass man nicht erst Unerwünschtes in seiner Schwingung aktivieren und es dann einfach hinter sich lassen kann (natürlich auch von Abraham ). Im Grunde habe ich nur so getan, als ob , mich in Wirklichkeit aber kein bißchen an meinen Gefühlen orientiert. Ich kann mich an etliche Momente erinnern, in denen ich mit Freundinnen über das, was ich an meinem Ex-Mann schätze, gesprochen und mich gut gefühlt habe :102: . Nur paßten gute Gefühle einem Partner gegenüber, der mich so geärgert hatte, dass ich mich scheiden lassen wollte, natürlich nicht in die akute Situation und um diese zu rechtfertigen, mußte ich daran denken, dass ich im Recht war..., habe weiter das Unerwünschte in meiner Schwingung aktiviert und Unerwünschtes angezogen.

Um das Unerwünschte zu deaktivieren, ist es eben wirklich nötig, nicht darüber nachzudenken, nicht darüber zu reden, weil dich all` das in Disharmonie bringt.

Liebe Grüße
Shaoli
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Re: Abraham und Familienstellen

Beitragvon Zaungast » 27. Mär 2012, 20:20

Hallo Shaoli

Ich weiß nicht mehr genau, was ich wann wo geschrieben habe.
Aber das, was Du da beschreibst, macht ja eben für mich den Unterschied zwischen den beiden Herangehensweisen aus:
shaoli hat geschrieben:bin ich im Einklang mit dem großem Ganzem - mit mir - stellt sich der Einklang mit dem kleinen Ganzen ( ich nehme an, du meinst damit das soziale Umfeld ? ) automatisch ein. Abraham sagen, dass es eine falsche Annahme sei, dass wir nur dann mit einer anderen Person in Harmonie leben können, wenn wir diegleichen Dinge wollen und glauben und eben auch, dass zuerst die Harmonie zwischen dir und dir gefunden sein muß, damit andere Formen der Harmonie möglich sind.


Abraham gehen vom Einklang mit mir selbst oder dem großen Ganzen aus - Hellinger vom Einklang mit den Systemen, in die ich eingebunden bin.
Allerdings gehts bei FA auch keineswegs darum, die gleichen Dinge zu wollen usw. Es geht darum, dass das Gezerre aufhört und tieferliegende Strukturen ans Licht kommen und neu angeordnet werden. (So ungefähr ...)
Z.B. habe ich irgendwo folgendes Beispiel gelesen:
Eine Mann verhält sich ziemlich "inkorrekt" zu seiner Frau und lässt sie irgendwann sizten. Das Schwein.
In der FA kommt aber raus, dass die Frau eine Zwillingsschwester hatte, die ganz früh gestorben war. Sie fühlte (unbewusst) eine tiefe Schuld, dass sie noch am Leben war und war innerlich vor allem bei ihrer Schwester - und keineswegs bei ihrer Familie. Nochmal: Innerlich! Und hatte den Mann - wenn man so will - schwingungsmäßig sogar völlig weggedrängt; der störte richtiggehend ihr "An-der-Schwester-Hängen". Der Mann war also alles andere als ein Schwein, sondern führte einfach aus, was schwingungsmäßig vorhanden war. Insofern passen FA und Abraham wunderbar.

In der FA geht es dann aber für die Frau drum, mit ihrem Verhältnis zur Schwester zu Potte zu kommen, sie innerlich gehen zu lassen, sich dem Leben zuzuwenden, oder eben nicht.

Gelingt eine Lösung, ist der "Einklang" im System hergestellt, von dem ich gesprochen habe...

Und die Geschichte passt auch zum zweiten Teil:

shaoli hat geschrieben:Weißt du dieser Satz: " Ich kämpfe und reibe mich immer noch in meiner Beziehung und werde den Glauben an mein "Recht" nicht los..." hätte von mir sein können, während ich mich von meinem Ex-Mann getrennt habe. Und jeder " Profi " in beratender Funktion, den ich damals hinzugezogen habe, hat mir Recht gegeben - heute weiß ich, dass ich tausend Menschen hätte finden können, die mir Recht hätten geben können, ich hätte nicht weiter entfernt sein können von Harmonie und Einklang.


Da hast Du mich, glaub ich, falsch verstanden. Ich seh das genau so wie Du - vom Kopf her. Deswegen habe ich ja auch auf das Zitat hingewiesen. Ich weiß, dass "Recht haben" nichts bringt. Deswegen sage ich: Darum geht es nicht. Das ist sogar ziemlich langweilig.

shaoli hat geschrieben:Um das Unerwünschte zu deaktivieren, ist es eben wirklich nötig, nicht darüber nachzudenken, nicht darüber zu reden, weil dich all` das in Disharmonie bringt.


Jau, da hast Du wohl recht. Aber ich finde es - sauschwer. Gerade weil ich keine Heilige bin...
Also versuche ich es erstmal mit ner Aufstellung - wer weiß, welche Schweine oder Schwestern bei uns im Keller schlummern...(ja, ich weiß, nicht lustig, aber mir wird Korrektheit gerade auch immer langweiliger...)

LG!

Z.
Zaungast
 

Re: Abraham und Familienstellen

Beitragvon Zaungast » 27. Mär 2012, 20:42

Nochmal ein Beispiel aus der Musik:

Ein Musikstück lebt meistens davon, dass es aus verschiedenen Tönen besteht.
Dabei hat aber jeder Ton ein anderes Gewicht (neutral gemeint), eine andere Rolle. Manchmal muss man eine Note besonders verhalten spielen, damit der darauffolgende Ton wirklich leuchten kann.
Dennoch sind beide gleich wichtig für das Ganze. Und das Ganze geht kaputt, fängt an zu wackeln, wenn ich die "Durchgangsnote" herausknalle.
Der "Einklang" entsteht aus dem harmonischen Zusammen aller Einzelnoten, die jede auf ihre Weise gespielt werden müssen, damit es klingt und fließt.


Insofern sind die Gänse vielleicht wirklich ein blödes Beispiel - mich hatten sie angesprochen, weil ich die echten, die gerade wieder in Massen über Berlin gen Norden flogen, so wunderschön finde....

Auch unser Wohlgefühl sagt uns aber nichts anderes als dass wir gerade im Einklang - womit auch immer - sind.
Daher - kein Widerspruch.

Gute Nacht :clown:
Zaungast
 

Re: Abraham und Familienstellen

Beitragvon shaoli » 27. Mär 2012, 22:42

Ja, ich verstehe, was du meinst. Ich habe mit Sicherheit einen völlig anderen Ausgangspunkt, denn ich habe vor langer Zeit schon die Entscheidung getroffen, dass ich von den Systemen, in die ich laut Hellinger, ( energetisch ) eingebunden bin, frei sein möchte :102: :clown:
Darüber muß ich jetzt selber noch einmal nachdenken...

Liebe Grüße und süße Träume
Shaoli
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Re: Abraham und Familienstellen

Beitragvon Zaungast » 28. Mär 2012, 05:59

...ja...aber möglicherweise ist es so, dass der Einklang eben gerade die Freiheit bedeutet...dass Freiheit überhaupt nur durch Eintracht (klingt viell. noch besser als Einklang - da geht die Diversität verloren) erreicht werden kann... :clown:
Zaungast
 

Re: Abraham und Familienstellen

Beitragvon lawofattraction » 28. Mär 2012, 07:51

Zaungast hat geschrieben:Eine Mann verhält sich ziemlich "inkorrekt" zu seiner Frau und lässt sie irgendwann sizten. Das Schwein. In der FA kommt aber raus, dass die Frau eine Zwillingsschwester hatte, die ganz früh gestorben war. Sie fühlte (unbewusst) eine tiefe Schuld, dass sie noch am Leben war und war innerlich vor allem bei ihrer Schwester - und keineswegs bei ihrer Familie. Nochmal: Innerlich! Und hatte den Mann - wenn man so will - schwingungsmäßig sogar völlig weggedrängt; der störte richtiggehend ihr "An-der-Schwester-Hängen". Der Mann war also alles andere als ein Schwein, sondern führte einfach aus, was schwingungsmäßig vorhanden war. Insofern passen FA und Abraham wunderbar.

In der FA geht es dann aber für die Frau drum, mit ihrem Verhältnis zur Schwester zu Potte zu kommen, sie innerlich gehen zu lassen, sich dem Leben zuzuwenden, oder eben nicht.


Hallo Zaungast,

hier gibst Du selbst das beste Beispiel, dass Familien-Aufstellung nur ein isoliertes und aus einem grösseres Kontext (Alles mit Allem verbunden) runtergebrochenes Herangehen an etwas ist, dessen Hintergründe sich leicht erklären lassen. Abgetriebene Kinder, verstorbene Kinder, weggegebene Kinder - das sind Lebensumstände, die in einer Familie erkannte oder unerkannte tiefe Eindrücke schaffen, Überzeugungen und unausgesprochene Schuldgefühle hervorbringen und also als Schwingung für alle anderen erfahrbar machen. Gerade Kinder sind dafür sehr empfänglich. Glaubenssätze werden aktiviert und so lange rumgeschleppt, bis sich ein schwingungsgleicher Anderer, in dem Fall ein Ehemann, anbietet, um diese Schwingung sichtbar zu machen.

Dass Systemaufstellungen eine heilende Wirkung haben, ist für mich ohne Zweifel, dass sie nur eine kleine Facette und eine isolierte Herangehensweise in einem viel grösseren Ganzen sind, ebenfalls. Natürlich kann ich nur aus meiner Warte sprechen, aber ich habe mit beidem - Aufstellungen und Abraham - eine sehr breite Erfahrungspalette.

Ich habe noch ein wenig nachgedacht, warum es so ist, dass sich bei Aufstellungen in jeder Familie irgendetwas findet, was sich über das Konzept der systemischen Verstrickung erklären lässt: Jeder Aufstellungsleiter und die meisten der Beteiligten gehen mit einer Grundüberzeugung des "Funktionierens" von Aufstellungen an diese Therapiearbeit heran. Allein dieser Aufmerksamkeitsfokus wird entsprechende Ergebnisse liefern.

Das ist so bei allen Studien und Erhebungen, dass solche Ergebnisse produziert werden, die der Absicht einer solchen Studie entgegenkommen. Andere Teilnehmer würden schwingungsmässig nicht hineinpassen. Es ist also kein Wunder, dass per unausgesprochenem Konsens überall tote Geschwister, abgetriebene Kinder und ausgeschlossene Familienmitglieder auftauchen - die es ohnehin über die Generationen hinweg in jeder Familie mit grosser Wahrscheinlichkeit gegeben hat.

Es ist für mich heute fragwürdig, dass jegliche Dissonanz in unserem Leben über familiäre Systemverstrickungen erklärt werden kann. Auf der anderen Seite ist das aber sicherlich so in vielen Fällen, da wir nicht als isolierte Individuen leben und immer mit unseren schwingungsmässigen Counterparts in Kontakt kommen. Weitet man das aus auf die von Abraham erklärte vorgeburtliche Absicht, in einer bestimmten Familienkonstellation bestimmte Erfahrungen zu machen, finden wir logischerweise solche Menschen in unserer Familie oder bei den Ahnen.

Ich persönlich denke weiter, dass die Abgabe der direkten Beteiligung an einen Dritten einen Teil des Erfolges der Aufstellungsarbeit ausmacht, weil viele Menschen erst über diesen Umweg bereit sind, sich gefühlsmässig einzulassen. Das Erleben dieses Stellvertreters, seine innere Bewegtheit, kann im Aufsteller etwas loslösen, was vergraben war und sich als direkt gefühlte Erfahrung nicht erlaubt wird. Lässt er dann zu, sich davon anrühren zu lassen und ist er gar bereit, sich anstelle des Stellvertreters in die Aufstellung zu begeben und so symbolisch etwas aufzulösen, können die Gefühle wieder fliessen.

Letztendlich aber halte ich jedoch es für vollkommen egal, auf welchem Weg man sich verschütteter Lebensfreude nähert.

Zaungast hat geschrieben:Also versuche ich es erstmal mit ner Aufstellung - wer weiß, welche Schweine oder Schwestern bei uns im Keller schlummern...(ja, ich weiß, nicht lustig, aber mir wird Korrektheit gerade auch immer langweiliger...)


Hast Du schon mal überlegt, dass Deine Flapsigkeit nicht daher kommen könnte, dass Dir Korrektheit langweilig wird, sondern weil es Dir schwer fällt, Gefühle auszudrücken und Du eine innere Berührtheit dadurch kompensieren möchtest? Sich auf die Gefühle einlassen ist ja ein grosses Risiko.... :clown:

Lieben Gruss
Loa



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Re: Abraham und Familienstellen

Beitragvon Zaungast » 28. Mär 2012, 11:24

Hallo Loa


lawofattraction hat geschrieben:hier gibst Du selbst das beste Beispiel, dass Familien-Aufstellung nur ein isoliertes und aus einem grösseres Kontext (Alles mit Allem verbunden) runtergebrochenes Herangehen an etwas ist, dessen Hintergründe sich leicht erklären lassen.


Ja, total einverstanden. Deswegen aber habe ich auch gesagt, eine FA ist nicht so "abstrakt".


lawofattraction hat geschrieben:Es ist für mich heute fragwürdig, dass jegliche Dissonanz in unserem Leben über familiäre Systemverstrickungen erklärt werden kann.


Auch damit bin ich einverstanden. Zudem müssen die Dissonanzen ja auch irgendwo entstehen - manchmal sind sie also nicht mitgeschlepptes Zeug sondern haben ihre Wurzeln direkt in mir und meinem Umfeld...aus welchen Gründen auch immer.
Ich muss auch sagen, dass in all den Jahren nach dem Lesen des Hellinger-Buches und einer Teilnahme an einer Aufstellung ich nicht das Bedürfnis nach Wiederholung hatte. (Dazu war mir auch der plötzliche Hype zu groß.)
Jetzt aber bin ich an einem Punkt, an dem ich denke, ich komme nicht weiter und da ist irgendetwas, was ich sehen - erkennen - will. Ohne mich dem so ganz direkt und unvermittelt auszusetzen...

Ich glaube nicht, dass es bei mir um Verstorbene etc, geht.

Aber gerade diese Schwesterngeschichte hat mich total angesprochen. Und ich selbst bin innerlich auch sehr oft abwesend. Das Präsent-Sein im Hier und Jetzt krieg' ich nur ganz selten auf die Reihe.
Und ich will wissen warum...falls es darauf eine Antwort gibt.
Die kann ich mit Abraham nicht finden.
Oder eigentlich will ich wissen, wo ich umlenken muss....das "Warum", um seiner selbst willen, ist mir egal, aber wichtig, falls es mir einen Hinweis zur Lösung gibt.

lawofattraction hat geschrieben:Ich persönlich denke weiter, dass die Abgabe der direkten Beteiligung an einen Dritten einen Teil des Erfolges der Aufstellungsarbeit ausmacht, weil viele Menschen erst über diesen Umweg bereit sind, sich gefühlsmässig einzulassen.


Ganz genau. Und ich finde diese Angst oder Vorsicht, dieses Fehlen von Bereitschaft, die Gefühle direkt zuzulassen, auch nachvollziehbar. Menschlich... . Hinderlich, aber menschlich.
Insofern hat auch Deine abschließende Frage vollste Berechtigung... :clown:

Und ja, verschüttete Lebensfreude..das ist es...
Nicht, dass ich sie nicht gelegentlich erleben würde, aber nicht so, wie ich ahne, dass sie zu erleben ist, oder wie sie sich mir eben gelegentlich offenbart. Immer wieder diese Distanz zur Außenwelt....immer das geistige Abdriften....ich habs satt.

Leben mit angezogener Handbremse...Jedenfalls teilweise.

Die Aufgabe: "Fühl Dich einfach wohl, sei angebunden", ist dann wirklich nicht leicht zu erfüllen. :clown:
Das wirkt auf mich manchmal wie:
"Mein Problem ist - ich bin nicht angebunden." Antwort: "Dann sei's halt... " :clown:

Das ist jetzt natürlich eine ganz starke Vereinfachung - Abraham geben einem auch etliche Methoden in die Hand und die Antwort ist eben nicht so simpel. Und andererseits ist auch eine FA kein einfaches Patentrezept im Sinne von "Ich stell das jetzt mal auf, und dann löst sich alles." Auch hier gehört die innere Bereitschaft notwendig dazu.
Aber vielleicht ist es eben ein wenig ...konkreter.

Mal sehen... :clown:

...

Z.

PS: Dank Abraham aber bin ich z.B. jetzt ganz gestärkt in dem Gedanken, dass das alles ganz allein meine Sache ist. Ich wollte meinen Mann dazu bewegen mitzumachen, und er willigte auch ein....ohne Begeisterung.
Dank Abraham spüre ich gerade jetzt ganz klar - das ist mein Weg, und meine Mann ist vollkommen frei, zu tun und zu lassen, was er will. (So denke ich tendenziell immer, aber Abraham machen es einem immer wieder noch klarer...)
Und Dank dem Schreiben hier bin ich auf die konkrete Frage gekommen... :ros:
Zaungast
 

Re: Abraham und Familienstellen

Beitragvon Zaungast » 28. Mär 2012, 11:32

Und ganz am Ende, wenn das Drama erledigt ist, dann lässt sich doch alles darauf reduzieren....


Zaungast hat geschrieben:"Mein Problem ist - ich bin nicht angebunden." Antwort: "Dann sei's halt... " :clown:


Dann sei's halt....
Zaungast
 

Re: Abraham und Familienstellen

Beitragvon shaoli » 29. Mär 2012, 13:42

Nur noch so ein paar Gedanken aus der Mittagspause. Nur leider spreche ich nicht so gut abrahamisch und muß michder Ich-Form bedienen, wenn ich etwas erklären möchte :oops:

Als ich damals das Buch von Hellinger geschenkt bekam, habe ich ein bißchen etwas einfach so ausprobiert. Zum einen das zurückgeben von Lasten, die ich emotional mitgetragen habe an die, zu denen sie wirklich gehören, zum anderen aber auch das " freisprechen " von Vater, Mutter etc. von meinen Ansprüchen an sie. Innerer Einklang in diesen kleinen Zusammenhängen entsteht vielleicht dann, wenn geklärt ist, dass wir miteinander verbunden sind, um Erfahrungen machen zu können und jeder für sich frei ist, zu entscheiden, welche Erfahrungen er machen möchte. Einig zu sein mit denen, die meine Kindheit geprägt haben, entsprang dem Wunsch nach Liebe und Anerkennung oder der Angst, nicht geliebt zu werden, wenn ich mich gegen sie und ihre Erfahrungen wende - allerdings ist mir tatsächlich, aufgrund eigener Ängste usw., eingebleut worden, wo meine Grenzen sind, nämlich immer eine Stufe unter denen, die vor mir da waren.

Meine Tochter ( ! ) hat viel dazu beigetragen, dass ich mich endgültig aus diesem Sog befreien konnte, als sie langsam erwachsen wurde, Entscheidungen traf, die nicht gegensätzlicher zu meinen hätten sein können und mich das nicht verletzte. Im Gegenteil ich bewundere es und bin gespannt, was sie als nächstes tut :gvibes: Und es gibt mir den Kick, es so wie sie zu machen. Mir das, was ich meinen Kindern gewünscht habe, auch selber zu wünschen.

Wenn ich auf etwas stolz bin, dann darauf, dass ich die bin, die dieses energetische Gezerre darum, wem die meiste Liebe, die meiste Anerkennung, die meiste Dankbarkeit zusteht, abgeschafft und zugelassen habe, dass die nächste Generation " in den Fluß kommt ". Ich bin ja jetzt schon sooooooo gespannt, wie es mit den Enkeln weitergeht und `rein altersmäßig stehen meine Chancen auf Urenkel auch nicht schlecht.

Wenn ich darüber nachdenke, dann bin ich im Einklang mit dem großen Ganzen, mit allem, was ist und mit mir und MIR. Dann fühle ich mich wirklich als Schöpfer an vorderster Front.
Aber irgendwie bin ich jetzt vom eigentlichen Thema ab und ins plaudern gekommen :oops:

LG
Shaoli
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Re: Abraham und Familienstellen

Beitragvon Dreiklang » 3. Apr 2012, 20:47

Ich möchte hier auch noch eine Meinung einstellen. Wobei ich mir nicht die ganzen Beiträge durchgelesen habe, da wird mir fast schwindlig, weil doch viel Text zu lesen wäre.

Die Dynamik des Familienstellens habe ich 2001 erstmals kennengelernt, als mich mein damaliger Therapeut zu einer Aufstellung eingeladen hat. In der Folge bin ich bei ca. hundert Aufstellungen verschiedener Therapeuten als Stellvertreter gewesen und eingesetzt worden und habe auch einige Aufstellungen zu meiner Herkunftsfamilien und Gegenwartssystem bei insgesamt vier Aufstellern meines Vertrauens durchgeführt.

Mein Fazit ist nicht neu und entspricht einigen vorigen Beitragen zu diesem Tread: Es geht immer um die Liebe. Bei Abraham und dem Familienstellen ist das nicht anders. Und die Liebe hat für jedes Individuum höchst persönliche Auswirkungen, genau so wie für jedes soziale System. Also gibt es auch keinen Widerspruch. Ich hatte bei den meisten Aufstellungen das Glück einer guten Aufstellerin. Sie stellt(e) nicht rein nach Hellinger auf, der bekanntlich "die Lösung" einer Verstrickung im Vordergrund hat. Vielmehr ist es ihr Fokus darauf zu achten, dass es am Ende der Aufstellungen "allen Beteiligten" gut geht. Dann ist Ruhe im Karton oder um es im Aufstellerjargon zu sagen, "Frieden im System".
Geht es irgendwo in irgendwelchen Dingen letztlich um etwas anderes?...
Dreiklang
 


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